Weltweit leben 28 Millionen Menschen mit der Diagnose Krebs
Weltweit leben 28 Millionen Menschen mit der Diagnose Krebs
Das stimmt auch auf dem Gebiet der Strahlentherapie, wo die Dosis den besonderen Merkmalen des jeweiligen Tumorgewebes angepasst werden muss. "Biologische Prinzipien spielen auch bei uns eine immer größere Rolle", sagt der Radiologe Michael Baumann vom Universitäts-Krebs-Zentrum Dresden.
Trotz aller Fortschritte in der Behandlung bleibt Krebs eine große Bedrohung. Sieben bis acht Millionen Menschen sterben jedes Jahr an einer seiner zahlreichen Formen. Auf den ersten Blick ist auch eine zweite Zahl erschreckend: Rund 28 Millionen Menschen leben weltweit mit der Diagnose Krebs.
Ein Mehr an Therapie kann auch ein Mehr an Langzeit-Nebenwirkungen zur Folge haben.
Peter Schlag, Arzt
Auf den zweiten Blick enthält das eine gute Nachricht. Denn auch, wo Krebs nicht geheilt werden kann, kann er immer häufiger eingedämmt werden, er wird damit zur chronischen Krankheit, mit der ein Mensch viele Jahre leben kann.
Umso wichtiger wird heute die Frage, wie gut das Leben mit oder nach der Krankheit ist. "Ein Mehr an Therapie kann auch ein Mehr an Langzeit-Nebenwirkungen zur Folge haben, sie können die verschiedensten Körperfunktionen betreffen, doch sie sind häufig auch psychischer Art", erläutert Peter Schlag, Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center.
Dazu kommt, dass einige der neuen Substanzen, mit denen Krebszellen gezielt am Wachsen gehindert werden, ein Leben lang eingenommen werden müssen.
Und es gibt ein weiteres Problem: "Therapien, die sich in klinischen Studien als wirksam erwiesen haben, haben oft in der Breite nicht dieselben Erfolge", kritisiert Schlag. Denn in die wissenschaftlichen Untersuchungen gehen oft ausgerechnet die Patienten nicht ein, die eigentlich für viele Krebserkrankungen typisch sind: Menschen, die außerdem noch weitere Krankheiten haben und zahlreiche Medikamente einnehmen.
Die Versorgungsforschung, in der der Erfolg neuer Mittel unter solchen Alltagsbedingungen geprüft wird, werde in Europa noch stiefmütterlich behandelt, klagen die Experten.
- Datum 22.09.2009 - 12:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Allerdings ist der Glaube begrenzt, denn ähnliche Meldungen erscheinen schon seit Jahrzehnten immer wieder, ohne dass ein tatsächlicher Durchbruch bei der Behandlung gelungen wäre. Das statistische Erhöhungen der Lebenserwartung von einigen Monaten hier schon als Erfolg verkauft werden, zeigt doch, auf welch bescheidenem, um nicht zu sgen ärmlichen Niveau, sich die ganze Sache doch abspielt. Das grundlegende Problem der sog. Krebsstammzellen, die sich bisher noch fast jeglicher Behandlung entziehen, wurde dabei erst ansatzweise angegangen. Aus diesem Grunde bedeutet Krebsbehandlung in den allermeisten Fällen immer noch, dass man dem Patienten etwas mehr Zeit verschafft, um seine persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Von einer wirklich dauerhaften Heilung kann normalerweise keine Rede sein.
Aber selbst wenn die im Artikel geschilderten hoffnungsvollen Ansätze sich tatsächlich eines Tages realisieren sollten, so ist dies doch immer noch keine gute Nachricht für die meisten Menschen.
In der 2-Klassen Medizin, die bei uns längst Alltag ist, werden sich Vermögende (das sind nicht wenige aber längst nicht alle) immer bessere, zielgenauere und damit auch wirksame Behandlungen leisten können. Für den normalen Kassenpatienten bleibt es dagegen bei der lieblosen Massenabfertigung mittels wirkungsschwacher Medikamente, die dann auch entsprechende Nebenwirkungen zur Folge haben.
...sind überhaupt die Erkenntnisse über Krebsgene und deren individuelle Varianten verfügbar. Auch wenn es seit Jahrzehnten keine dramatischen Fortschritte bei der Krebsbehandlung gibt, die Fortschritte beim molekularen Verständnis von Krebs sind in der Tat dramatisch. So können erst sein der Veröffentlichung des Humangenoms (2000) individuelle Unterschiede bei gesunden und Krebspatienten systematisch aufgespürt werden und erst seit ein paar Jahren machen neue DNA-Sequenzierungsmethoden systematische Vergleiche möglich. Zusammen mit der Aufschlüsselung der molekularen Strukturen vieler Proteine dürfte dies in den nächsten 10 oder 20 Jahren durchaus zu etlichen Durchbrüchen führen, da erst dann wirklich individuelle "personalisierte" Therapien möglich werden.
Wer Zugang zu diesen Therapien haben wird und sie bezahlen kann ist freilich eine andere Frage.
...sind überhaupt die Erkenntnisse über Krebsgene und deren individuelle Varianten verfügbar. Auch wenn es seit Jahrzehnten keine dramatischen Fortschritte bei der Krebsbehandlung gibt, die Fortschritte beim molekularen Verständnis von Krebs sind in der Tat dramatisch. So können erst sein der Veröffentlichung des Humangenoms (2000) individuelle Unterschiede bei gesunden und Krebspatienten systematisch aufgespürt werden und erst seit ein paar Jahren machen neue DNA-Sequenzierungsmethoden systematische Vergleiche möglich. Zusammen mit der Aufschlüsselung der molekularen Strukturen vieler Proteine dürfte dies in den nächsten 10 oder 20 Jahren durchaus zu etlichen Durchbrüchen führen, da erst dann wirklich individuelle "personalisierte" Therapien möglich werden.
Wer Zugang zu diesen Therapien haben wird und sie bezahlen kann ist freilich eine andere Frage.
...sind überhaupt die Erkenntnisse über Krebsgene und deren individuelle Varianten verfügbar. Auch wenn es seit Jahrzehnten keine dramatischen Fortschritte bei der Krebsbehandlung gibt, die Fortschritte beim molekularen Verständnis von Krebs sind in der Tat dramatisch. So können erst sein der Veröffentlichung des Humangenoms (2000) individuelle Unterschiede bei gesunden und Krebspatienten systematisch aufgespürt werden und erst seit ein paar Jahren machen neue DNA-Sequenzierungsmethoden systematische Vergleiche möglich. Zusammen mit der Aufschlüsselung der molekularen Strukturen vieler Proteine dürfte dies in den nächsten 10 oder 20 Jahren durchaus zu etlichen Durchbrüchen führen, da erst dann wirklich individuelle "personalisierte" Therapien möglich werden.
Wer Zugang zu diesen Therapien haben wird und sie bezahlen kann ist freilich eine andere Frage.
Die Russische Weltraumagentur ROSCOSMOS (Gegenstück zur NASA) experimentiert mit "Deuterium-reduziertem Wasser", um ihre Astronauten bzw. Kosmonauten vor (durch Weltraumstrahlung induzierten) Krebs zu schützen. Nachzulesen unter "http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14959623".
Jedenfalls ist das meiner Meinung nach ein interessanter Ansatz, der eventuell mal als Anti-Krebs-Medikament enden könnte?
Schließlich haben wir ja auch die Telfonpfanne der Raumfahrt zu verdanken...
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