Planetenforschung Erneut Eis auf dem Mars gefunden
Forscher haben unter der Oberfläche des roten Planeten gefrorenes Wasser entdeckt. Meteoriteneinschläge legten die Eisfelder frei, die weit ab der Pole des Mars liegen.
© NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Diese Aufname der Nasa-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) zeigt einen der neuen Einschlagskrater und das dadurch freigelegte Eis auf dem Mars
Bereits 2006 bestätigte die europäische Sonde Mars Express, dass es in den Polregionen des Roten Planeten große gefrorene Wasservorkommen gibt. 2008 wies dann die US-Sonde Phoenix sogar Schneeflocken in der Atmosphäre des Mars nach, die sich allerdings schon weit über der Oberfläche des Planeten auflösten. Jetzt wurde weiteres Eis in der Nähe des Äquators entdeckt, wie ein Forscherteam um Shane Byrne im Magazin Science berichtet.
Der neuerliche Fund ist dem Mars Reconaissance Orbiter (MRO) der Nasa zu verdanken. Die Aufnahmen der Sonde zeigen eine Reihe frischer Krater auf dem roten Planeten, die im vergangenen Jahr entstanden sind. Diese befinden sich zwischen dem Nordpol und dem Äquator.
"Wir wussten bereits, dass sich Eis unter der Oberfläche verbirgt, aber aufgrund des heutigen Klimas auf dem Mars sind wir nicht davon ausgegangen, dass es sich so nah am Äquator befinden würde", sagte Shane Byrne von der Universität von Arizona. Die nächste Überraschung war dann das Eis selbst. "Es ist unglaublich rein. Bislang glaubten wir, dass wir unter der Oberfläche ein Gemisch aus 50 Prozent Eis und 50 Prozent Gestein und Staub finden würden. Doch das Eis enthält nur etwa ein Prozent Schmutz."
Byrne und seine Kollegen stießen anhand von Fotos des MRO auf insgesamt fünf frische Einschlagskrater, die 30 bis 60 Zentimeter tief sind. Die Krater entstanden vermutlich zwischen Januar und September 2008, da sie auf früheren Aufnahmen nicht zu sehen seien, sagen die Forscher. Zudem fotografierte die Kamera des Orbiters die Krater über mehrere Wochen hinweg. Die Spuren des Einschlags verfärbten sich und wurden zunehmend dunkler – ein Beleg dafür, dass sich das Eis nach und nach auflöste. "Bereits 200 Tage nachdem wir das erste Eis gesehen haben, war es verschwunden", sagte Byrne.
Bei dem geringen Luftdruck an der Marsoberfläche kann flüssiges Wasser nicht existieren. Es wechselt daher aus dem festen sofort in den gasförmigen Zustand. "Wären wir nur ein wenig später auf die Krater gestoßen, wäre diese große Entdeckung an uns vorbeigegangen", sagte der US-Forscher Byrne.
Das Eis sei vermutlich ein Relikt aus der Vergangenheit des Roten Planeten, vermuten Byrne und seine Kollegen: "Wahrscheinlich herrschte noch vor wenigen tausend Jahren ein feuchteres Klima auf dem Mars."
- Datum 25.09.2009 - 15:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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