Bisphenol A in Schnullern Nuckeln mit Nebenwirkungen
Eine Studie des BUND belegt: Bisphenol A in Schnullern kann in den Speichel der Babys gelangen. Ob die Chemikalie gesundheitsschädlich ist, bleibt aber umstritten.
© Daniel Berehulak/Getty Images

Die meisten der handelsüblichen Schnuller enthalten Bisphenol A – ähnlich wie andere Kunststoffprodukte
Neue Testergebnisse haben gezeigt, dass Bisphenol A (BPA) aus Schnullern in den Speichel der Kleinkinder gelangen kann. BPA steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen. Allerdings gehen Ergebnisse aus etwa 200 wissenschaftlichen Studien dazu weit auseinander.
Um die Schnuller zu untersuchen, wurden sie in eine salzhaltige Lösung gelegt, die chemisch dem Speichel von Kindern entspricht. Darin hätten fünf von sechs untersuchten Schnullern, darunter vier mit Latex-Saugern und einer mit Silikon-Saugteil, bereits nach einer Stunde Bisphenol A abgegeben, berichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Mengen, in der die Chemikalie nach dem Versuch in der Salzlösung nachweisbar war, variierten von einem bis zu zehn Milligramm pro Liter.
Lediglich aus einem mit der Aufschrift "BPA-free" beworbenen Schnuller seien keine nachweisbaren Mengen ausgetreten. Das von den Herstellern vor dem Einsatz empfohlene Auskochen der Schnuller habe in den Versuchen zu einer Erhöhung der BPA-Werte um ein Vielfaches geführt.
"Die neuen Testergebnisse zeigen, dass allein ein kurzer Kontakt der Schnuller mit einer speichelähnlichen Flüssigkeit zur Freisetzung relevanter Mengen dieser hormonell wirksamen Chemikalie führt", sagte Patricia Cameron vom BUND. Dabei seien wesentliche Faktoren des Gebrauchs von Schnullern im Alltag noch unberücksichtigt geblieben. Dazu gehörten neben der tatsächlichen Dauer des Nuckelns die mechanische Beanspruchung, mögliche Beschädigungen durch die Zähne der Kinder sowie Materialermüdung oder Alterung.
Hormonell wirksame Chemikalien wie Bisphenol A seien gerade für Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährlich. Deren Fähigkeit, Schadstoffe abzubauen, sei noch wenig ausgereift, während gleichzeitig besonders störanfällige Entwicklungsprozesse im kindlichen Organismus ablaufen würden.
Über die Schädlichkeit von Bisphenol A wird unter Fachleuten weiterhin gestritten. Insgesamt gibt es mehr als 200 Studien zu dieser Chemikalie. In Tierversuchen hatte sich gezeigt, dass die Substanz bei Mäusen das Krebsrisiko erhöhen und das Erbgut schädigen kann. Bei Menschen konnte eine gesundheitsschädigende Wirkung von BPA bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden.
- Datum 15.10.2009 - 17:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 14
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Bisphenol A ist eine Chemikalie. Mich interessiert nicht einmal, dass diese ua. zur Herstellung von Epoxidharzen (Verwendung empfohlen nur mit Atemmaske) verwendet wird. Es ist eine Chemikalie und basta. Die hat IM Körper eines Säuglings nichts zu suchen.
Gehts denn noch?!
gehts denn noch? Ja, es gehen sogar noch viel mehr Chemikalien, wenn alles was aus Atomen besteht eine Chemikalie ist! Dann ist nämlich alles eine Chemikalie
etwas pauschal ist ihr Kommentar und er lässt unberücksichtigt, dass u.a. die wesentlich bessere Analytik heutzutage dazu führt, dass a) mehr gefunden wird und b) mehr mögliche(!) Wirkungen untersucht und bekannt sind.
Quintessenz: Untersuchungen sind wichtig (schon damit nicht jeder Dreck verkauft werden kann), Panikmache oder pauschales Ablehnen der bösen Chemie helfen niemanden weiter
Grüße, ein Chemiker
lol muttermilch ist auch nur eine kombination aus zahlreichen chemischen verbindungen.
aber hauptsache mal "chemie pöhse" brüllen.
gehts denn noch? Ja, es gehen sogar noch viel mehr Chemikalien, wenn alles was aus Atomen besteht eine Chemikalie ist! Dann ist nämlich alles eine Chemikalie
etwas pauschal ist ihr Kommentar und er lässt unberücksichtigt, dass u.a. die wesentlich bessere Analytik heutzutage dazu führt, dass a) mehr gefunden wird und b) mehr mögliche(!) Wirkungen untersucht und bekannt sind.
Quintessenz: Untersuchungen sind wichtig (schon damit nicht jeder Dreck verkauft werden kann), Panikmache oder pauschales Ablehnen der bösen Chemie helfen niemanden weiter
Grüße, ein Chemiker
lol muttermilch ist auch nur eine kombination aus zahlreichen chemischen verbindungen.
aber hauptsache mal "chemie pöhse" brüllen.
gehts denn noch? Ja, es gehen sogar noch viel mehr Chemikalien, wenn alles was aus Atomen besteht eine Chemikalie ist! Dann ist nämlich alles eine Chemikalie
etwas pauschal ist ihr Kommentar und er lässt unberücksichtigt, dass u.a. die wesentlich bessere Analytik heutzutage dazu führt, dass a) mehr gefunden wird und b) mehr mögliche(!) Wirkungen untersucht und bekannt sind.
Quintessenz: Untersuchungen sind wichtig (schon damit nicht jeder Dreck verkauft werden kann), Panikmache oder pauschales Ablehnen der bösen Chemie helfen niemanden weiter
Grüße, ein Chemiker
Wenn sie Marketingleiter einer großen NGO Firma wären, was würden sie posten? Na klar - irgendetwas das Kinder betrifft, von dem man nichts genaues weiß und wo es eine angreifbare Gegenseite gibt, die die Meinung vertritt, das ganze sei gefahrlos - BPA in Babyschnullern hat ein echter Marketingprofi aufs Tapet gehoben.
Während ich dies schreibe gönne ich mir ein Getränk, das 10,5% (in Worten PROZENT!!!) eines reproduktionstoxischen genotoxischen Kanzerogens enthält, also einer CMR Substanz nach Chemikalienrecht, für die in Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen (zB Schnullern) eigentlich Nulltoleranz gilt (also nichtmal im ppt Bereich!). Die Substanz nennt sich Alkohol, das Getränk Federweisser (ein sehr netter übrigens).
Als einschlägig vorgebildeter Wissenschaftler bin ich mir sicher (epidemiologisch übrigens ganz gut belegt) daß ich mir gerade nichts schlechtes tue (es bleibt bei 200 ml), obgleich ich mir eine Schadwirkung zumute, die um das zigtausendfache über dem liegt (wenn auch im Endpunkt nicht vergleichbar), was hier diskutiert wird. Wissenschaftlich ist das alles eine Nullnummer - Marketingtechnisch aber echt gelungen. Herzlichen Glückwunsch BUND, damit spart ihr Euch klinkenputzer für Fördermitglieder.
Kann es sein, dass ein Säugling eine andere Physis hat als ein Erwachsener? Was hat also ein Federweisser, am besten noch mit Zwiebelkuchen, mit Schnuller zu tun? Es sei denn, man wollte generell Kompensatorisches im "Nuckeln" diskutieren. Freud dürfte hier aber eher off-topic sein.
Wenn ich von Chemikalien spreche, dann von "bisher auf der Erde noch nicht vorgekommenen Verbindungen". Und die haben, ich wiederhole mich da gerne,IN einem Säugling nichts zu suchen. Mit einer Einschränkung: Medizin. Da gibt es allerdings die "Pediatrie", eine Spezialisierung, die die chemische Industrie mit den damit verbundenen Implikationen nicht kennt.
nach dieser definition wäre also asbest für einen säugling ok?
nach dieser definition wäre also asbest für einen säugling ok?
Wenn Sie nicht wollen, dass in Ihren Säugling Chemikalien gelangen, dann sollten Sie besser erst gar keinen Schnuller kaufen. Besteht der etwa aus (Natur-)Kautschuk? Dann gehts gleich weiter. Klamotten am besten nur noch reine Baumwolle! Aber Moment, wie kann 100%ige Baumwolle blau rot kariert sein? So Natur sind die Farbstoffe dann wohl auch nicht. Ein Dreirad ist dann wohl auch nicht mehr drin, die ganzen Kunstsoff-Teile sind ja auch Gift für den Körper ...
Nicht mit Chemikalien in Berührung zu kommen bzw. dass diese nicht in den Körper gelangen ist unmöglich. Und das ist auch gar nicht so schlimm. Mittlerweile gibt es so gute Analyse-Methoden, dass man bei vielen Stoffen einfach nicht sagen kann, ob sie cancerogen sind oder nicht, weil die Wirkung, wenn sie denn vorhanden ist, so gering ist dass man sie nicht nachweisen kann. Sprich wenn ich mit solch einem Stoff in Kontakt komme, dann ist das wahrscheinlich so krebserregend wie eine Zehntel Zigarette zu rauchen.
Irgendwann ist auch mal genug. Es lässt sich einfach nicht vermeiden, schädigende Stoffe aufzunehmen. Aber zumindest können wir sie bei einer ganz geringen Menge halten... Wenn man denn möchte ;) (siehe Alkohol / Tabak usw. )
Die ganze Republik ist Entsetzt über gesundheitschädliche Substanzen in Babyschnullern - das ist berechtigt und das ist auch sicherlich etwas das Augedeckt und beendet werden muß! Nur, wo ist die Empörung und der Ruf nach Konsequenzen wenn eine neugewählte Regierung welche den Weiterbetrieb von maroden Kernkraftwerken zum Parteiprogramm erhebt und damit wissentlich und mutwillig abertausende Kleinkinder einem erhöhtem Leukämierisiko aussetzt und im Falle einer Katastrophe sogar Millionen von Menschen einem qualvollem Strahlentod?
Werden hier giftige Babyschnuller benutzt um das mediale Interesse von den eigentlichen Schauplätzen abzulenken? Pfui Teufel!
Na wunderbar, nun kommt wieder die Geschichte mit den Studien in der Umgebung von Kernkraftwerken. Eine Zufallsverteilung ist eine Zufallsverteilung ist eine Zufallsverteilung - durch Beharren auf liebgewonnenen Feindbildern werden die einzelnen Punkte nun mal auch nicht gleichmäßiger verteilt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja mal eine ähnlich geartete Geschichte mit Windkraft- statt Kernkraftanlagen. Auf die dazugehörigen Kommentare wäre ich mal gespannt.
Statt beim BUND hätte die Zeit lieber mal beim Bund geschaut, und dort beim Bundesinstitut für Risikobewertung. BPA geistert schon seit Jahren durch die Medienlandschaft, mit wechselnden Erfolgen.
Und wirklich wichtige Dinge, wie zum Beispiel das längst fällige Verbot von Dihydrogenmonoxid, dass in fast jedem Nahrungsmittel in erheblichen Mengen enthalten ist und gasförmig sogar zum Tode führen kann werden gänzlich vernachlässigt.
Grüße,
ein Analytiker
Auch wenn die Gefahren durch BPA nicht bewiesen sind, es ist auch nicht bewiesen, dass es ungefährlich ist. Es gibt eine Anzahl von Studien die belegen, dass BPA in sehr kleinen Dosen Östrogen wirken kann, was gerade für Säuglinge besonders gefährlich ist. Das BfR beachtet diese Studien nicht da sie meist aus Universitäten stammen, wo es nicht unbedingt möglich ist die GLP einzuhalten. Ich denke im Zweifel sollte man lieber kein Risiko eingehen und BPA in Schnullern (und Babyflaschen) meiden.
Grüße, ein Toxikologe
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