Weltraumforschung Gezielte Bruchlandung auf dem Mond
Gibt es gefrorenes Wasser in den Kratern des Mondes? Eine Nasa-Sonde soll auf dem Erdtrabanten einschlagen und die entstehende Staubwolke nach Wassermolekülen untersuchen.
© dpa

Großer Kracher: Die Nasa-Sonde soll auf dem Mond zerschellen
Am heutigen Freitag lassen es die Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa mal so richtig krachen. Zumindest optisch, denn an dem Ort des geplanten Spektakels gibt es keine Lufthülle, die Schallwellen übertragen könnte.
Nachdem der Satellit LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) wochenlang Mond und Erde in großer Distanz umkreiste, soll er nun um 13 Uhr 31 unserer Zeit auf dem Erdtrabanten einschlagen. Kurz vor ihrem dramatischen Ende wird sie, so die Hoffnung der Forscher, den endgültigen Beweis für die Existenz von Wassereis auf dem Mond liefern.
Schon lange vermuten die Forscher in den dunklen Kratern an den Mondpolen, die tief genug sind, dass die flach stehende Sonne niemals hineinscheint, gefrorenes Wasser. Der Bau von bemannten Raumstationen würde damit um einiges einfacher, erst recht der Betrieb dieser futuristischen Wohnzellen. Die Astronauten könnten leicht ihr eigenes Gemüse anbauen. Womöglich ließen sich mit den Bestandteilen Wasserstoff und Sauerstoff sogar Raketen antreiben, die vom Mond aus zu weiteren Himmelskörpern aufbrechen. Aber dazu muss das vermutete Wassereis endlich nachgewiesen werden.
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Die Methode der Nasa ist so einfach wie brutal: In dem vielversprechendsten Krater wird eine Explosion ausgelöst, es entsteht eine riesige Wolke aus Gesteinsfragmenten und – so hoffen die Wissenschaftler – Wassermolekülen, die dann von Sensoren aufgespürt werden.
Die Explosion soll die ausgediente Oberstufe einer Atlas-V-Rakete herbeiführen, die im Juni zwei Satelliten zum Mond katapultierte. Mit einem davon, LCROSS, ist sie bislang verbunden geblieben und flog durchs All. Wenige Stunden vor dem Aufschlag wollen die Techniker LCROSS abtrennen und etwas bremsen.
Wenn die Oberstufe mit einer Geschwindigkeit von rund 9000 Kilometer pro Stunde auf dem Mond einschlägt, soll die Sonde etwa vier Minuten Rückstand haben – genug Zeit, damit sich eine mehrere Kilometer hohe Staubwolke auftürmt, die dann von LCROSS durchquert wird. Kameras und Messgeräte des Satelliten werden die Zusammensetzung der Wolke messen und ihre Ergebnisse zur Erde funken. Kurz darauf wird der Späher ebenfalls zerschellen.
Die Nasa-Forscher haben sich für den Krater "Cabeus A" als Einschlagsort entschieden. Er befindet sich fast am Pol und liegt so günstig, dass die Staubwolke von der Erde aus gut zu beobachten ist. Allerdings nicht in Europa, denn dort ist es heller Tag.
- Datum 09.10.2009 - 17:19 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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russische Astrologin Marina Bai verklagt die NASA, weil der Einschlag die Umlaufbahn des Mondes verändere.
Deshalb seien auch die sogenannten Ephemeriden betroffen - Tabellen, in denen die Positionen verschiedener Himmelskörper verzeichnet werden. "Das stört meine astrologische Arbeit und verzerrt mein Horoskop", so Bai.
Ein Spass? Nein, dies geschah im Jahr 2005 nachdem die Sonde Deep Impact auf den Kometen Tempel 1 eingeschlagen ist. Die Anklage wurde, wenn ich mich recht entsinne, damals abgewiesen.
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