Pränatalmedizin Embryos ins Herz blicken
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Aus Sorge vor Fehlbildungen beim Kind, wollen viele einen Ultraschall-Check

Vor allem sollte nach Ansicht der Fachgesellschaft der sogenannte Vierkammerblick in die Reihenuntersuchung aller Schwangeren aufgenommen werden. Dabei kann der Untersucher Größe und Lage des kindlichen Herzens, seine Klappen, Kammern und Scheidewände erkennen und beurteilen. "Auf diese Art kann knapp die Hälfte aller Herzfehler entdeckt werden.

Man erkennt zum Beispiel, ob es ein Loch in der Herzscheidewand des Kindes gibt", erklärt Geipel. Kleinere Defekte der Herzscheidewand schließen sich oft in den ersten Lebensjahren von selbst, größere können jedoch das Herz belasten und die Lunge schädigen.

Werden zusätzlich durch einen erfahrenen Ultraschall-Spezialisten Abgang und Verlauf der großen Arterien untersucht, dann können nach Geipels Worten noch einmal 30 Prozent mehr Auffälligkeiten entdeckt werden. Bei einigen Ungeborenen sind diese großen Blutgefäße vertauscht angelegt. Eine Abklärung solcher Probleme sollte bei allen Schwangeren erfolgen, bei denen sich im Basis-Check Hinweise auf Anomalien ergeben haben oder bei denen aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko dafür besteht.

Gab es in der Familie schon früher Herzfehler, dann dient der gründliche Check vor allem der Beruhigung der Eltern. Denn die Gefahr, dass es bei einem weiteren Kind dazu kommt, ist ausgesprochen gering.

Oft ist nach Angaben der Fachgesellschaft aber auch eine ausgeprägte "Fehlbildungsangst der Patientin" der Grund für einen zweiten, abklärenden Ultraschall. Wenn eine Frau besondere Befürchtungen hat, wird sie heute in vielen Fällen zur beruhigenden Nachuntersuchung zum Spezialisten geschickt. Längst habe damit hat eine Art ungeregeltes, "graues" Screening Einzug gehalten, berichten die Experten.

Anders ist die Situation zu bewerten, wenn das Kind Träger eines veränderten Chromosomensatzes ist. Fast die Hälfte der Kinder mit einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) hat nämlich einen Herzfehler. Vor allem wenn sich im Ultraschall ein vergrößerter transparenter Bereich im kindlichen Nacken gezeigt hat, der den Verdacht auf eine Trisomie 21 erhöht, wird heute oft schon in der zwölften oder 13. Woche auch das Herz genauer untersucht.

Dabei könnten 3-D-Bilder die Genauigkeit erhöhen, meint der Berliner Pränataldiagnostiker Rabih Chaoui, Sprecher des Arbeitskreises Fetale Echokardiographie der DEGUM. Die gespeicherten Datensätze können zudem an andere Spezialisten verschickt werden, um eine zweite Meinung einzuholen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nach Ansicht der Fachgesellschaft ist es nicht machbar, alle Schwangeren derart detailliert von einem besonders qualifizierten Ultraschall-Experten untersuchen zu lassen. Die DEGUM fordert jedoch, dass der grundlegendere "Vierkammerblick" rund um die 20. Woche bei allen Untersuchungen erfolgt. Immerhin werden vier von fünf Herzfehlern bei Ungeborenen gefunden, bei denen vorher kein besonderes Risiko dafür bekannt war.

 
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