Advent, Advent ein Lichtlein brennt, so beginnt ein uraltes Kindergedicht. Seine Kernaussage: Beim vierten Lichtlein hat das Warten endlich ein Ende.

Worauf man wartet? Auf das Jesuskind, welches laut Papst Liberius am 25. Dezember geboren wurde. Hiermit erklärt sich auch der Name: Denn das lateinische Wort adventus , von dem "Advent" abgeleitet wurde, bedeutet Ankunft.

Seinen Ursprung soll der Brauch im 5. Jahrhundert in Italien haben. Hier widmete man zunächst nur den Sonntag direkt vor dem Fest dessen Vorbereitungen. Im 6. Jahrhundert legte Papst Gregor der Große dann erstmals vier Adventssonntage fest. Daneben entwickelte sich die Tradition sechs Wochen Advent zu feiern, nämlich bis zum 6. Januar.

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Den Adventskranz mit seinen Lichtlein hingegen gibt es noch nicht so lange. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern leitete ab 1833 eine Einrichtung für sozial benachteiligte Kinder, das "Rauhe Haus" , wie es auch heute noch heißt. Um den Kindern das Warten erträglicher zu machen, zündete er an jedem Tag im Advent eine kleine rote Kerze an und an den Sonntagen eine große weiße. In den folgenden Jahren ordnete er sie auf einem Holzring an, später wurde der Ring noch mit Tannenzweigen geschmückt.

Auch der Adventskalender sollte für Kinder die lange Wartezeit überbrücken. Den ersten Weihnachtskalender druckte der Lithograf Gerhard Lang 1908 in München . Seine Version enthielt 24 bunte Bildchen, die von den Kindern ausgeschnitten und auf einen weiteren Bogen aufgeklebt werden konnten.

Kalender mit Türchen und Naschereien setzten sich erst in den fünfziger Jahren durch. Dabei hält sich die Legende, dass Gerhard Lang schon als Kind von seiner Mutter einen Kalender mit 24 Plätzchen bekommen hat, weil er so ungeduldig aufs Fest wartete.

Obwohl wir uns heute die Bäuche mit Plätzchen und Lebkuchen voll schlagen, galt der Advent früher lange Zeit als Buß- und Fastenzeit. In der Kirche tragen Messdiener und Geistliche im Advent daher violett, wie zur Fastenzeit vor Ostern.