Adventskalender – Türchen 3 Wo liegt der Nordpol?

In Wirklichkeit gibt es drei Nordpole – den geografischen, den magnetischen und den geomagnetischen. Ein kleiner Überblick zur Orientierung.

Die Kompassnadel zeigt in Richtung Norden, nur direkt am magnetischen Nordpol funktioniert das nicht mehr

Die Kompassnadel zeigt in Richtung Norden, nur direkt am magnetischen Nordpol funktioniert das nicht mehr

Der amerikanische Entdecker Robert E. Peary und der deutschstämmige Arzt, Frederick A. Cook, machten sich auf, den geografischen Nordpol zu erobern. Beide kamen 1909 von ihren Expeditionen zurück, beide verkündeten ihren Triumph, beide ließen eindeutige Beweise vermissen – und so bleibt die Geschichte des wahren Entdeckers ungewiss.

Sicher ist nur, dass es für beide im Eis der Arktis nicht viel mehr zu entdecken gab als Schnee und Kälte. Dennoch ist der geografische Nordpol bis heute Objekt für Prestige und Selbstdarstellung. Außerdem ist er ein Ort von internationalem Interesse – nicht zuletzt wegen der dort vermuteten Ölvorkommen. So haben russische Polarforscher 2007 eine Flagge aus Titan auf dem Meeresgrund der Arktis aufgestellt, um ihren Anspruch auf die dort lagernden Rohstoffe zu untermauern.

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Neben dem geografischen Nordpol, der an einem fixen Punkt liegt – nämlich 90 Grad nördliche Breite – gibt es den magnetischen Nordpol. Er wandert umher, weil er Teil des magnetischen Erdfeldes ist. Es besteht aus magnetischen Feldlinien, die unseren Planeten in unterschiedlichen Abständen von der Erdoberfläche umgeben. Sie entspringen wie ein Springbrunnen auf der Südhalbkugel und sind dabei zum Pol hin gebündelt. In einem Bogen verlaufen sie in Richtung Norden, um auf der Nordhalbkugel wieder in die Erde einzutreten.

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Stünde man mit einem Kompass am magnetischen Nordpol, würde die Nadel geradewegs auf die eigenen Füße zeigen. Denn die magnetische Anziehungskraft verläuft dort senkrecht zur Erdoberfläche.

Der Grund, warum die Erde überhaupt ein magnetisches Feld hat, liegt in ihrem Kern. Der äußere Erdkern besteht aus flüssigem Metall und wabert umher – sodass sich Position und Stärke des Magnetfelds ständig ändern. Momentan bewegt sich dessen Nordpol von der kanadischen Arktis in Richtung Sibirien mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Jahr.

Und es gibt sogar noch einen dritten Nordpol, den geomagnetischen, der für theoretische Überlegungen und Modelle wichtig ist. Eins haben aber alle Nordpole gemeinsam: Sie haben ein Pendant am anderen Ende der Erde, ihren Südpol.

Hinter dem Türchen vom 2. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Wer hat den Nussknacker erfunden?

 
Leser-Kommentare
    • Vergin
    • 03.12.2009 um 13:58 Uhr

    Als Seemann sind mir die ersten zwei ja bekannt.

    Daher war ich auf den dritten Pol neugierig.
    Aber genau da hört es auf!

    Und es gibt sogar noch einen dritten Nordpol, der für theoretische Überlegungen und Modelle wichtig ist.

    Wer kann mir da weiter helfen?

    post@binismus.de

  1. 2.

    Ich kann mich meinem 'Vorschreiber' nur anschließen - gerade der dritte Pol hat mich interessiert und dann lässt mich der Artikel so ratlos zurück. Würde mich auch freuen, wenn dies im Artikel noch ergänzt oder als Kommentar angehängt wird.

  2. Sehr geehrte Leser,
    die Ausführungen zum 3. Nordpol hätten den Rahmen dieses Artikels gesprengt. Es handelt sich hierbei um den geomagnetischen Nordpol. Dieser Pol ist ein theoretischer, mathematisch berechneter Pol. Das Magnetfeld der Erde hat Ähnlichkeit mit dem eines Stabmagneten. Der Nord- und Südpol spiegeln dabei die Schnittpunkte dieses geraden Stabmagneten mit der Erdoberfläche wider. Deshalb liegen sich die geomagnetischen Pole (Nord- und Südpol) auch genau gegenüber (nicht wie die magnetischen Pole, die sich nicht genau gegenüber liegen und sich auch unterschiedlich schnell bewegen).
    Weitere Informationen erhalten sie auch unter:
    http://www.gfz-potsdam.de/portal/-?$part=CmsPart&$event=display&cP=sec23.content.detail&docId=1574079#1700127oder

    Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte.

    Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wieso postulieren Sie einen Feldeffekt im Erdkern, der liegt doch temperaturmäßig signifikant über der Curie-Temperatur der mutmaßlich enthaltenen Elemente?

    MfG
    Karl Müller

    wieso postulieren Sie einen Feldeffekt im Erdkern, der liegt doch temperaturmäßig signifikant über der Curie-Temperatur der mutmaßlich enthaltenen Elemente?

    MfG
    Karl Müller

    • Taxman
    • 03.12.2009 um 14:52 Uhr

    http://de.wikipedia.org/w...

    Insbesondere für diejenigen, die sich fragen, warum der Magnetpol in der Arktis den physikalischen Nordpol eines Magnetkompasses anzieht, dürfte der hiesige Artikel noch mehr Verwirrung gestiftet haben. Natürlich befindet sich der physikalische Nordpol in der Antarktis, aber aus Konvention wird bei der Navigation und in der Geographie nur zwischen arktischem Magnetpol (= magnetischer Nordpol) und geographischem Nordpol unterschieden.

    Und der dritte Pol ist ganz einfach. Man vereinfache das Erdmagnetfeld so, dass es einem Stabmagneten im Mittelpunkt der Erde entspricht. Die Lage der Pole dieses Stabes wäre dann der dritte Pol.

    Aber sogar das steht in Wikipedia.

  3. wieso postulieren Sie einen Feldeffekt im Erdkern, der liegt doch temperaturmäßig signifikant über der Curie-Temperatur der mutmaßlich enthaltenen Elemente?

    MfG
    Karl Müller

    Antwort auf "Der 3. Nordpol"
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    • Taxman
    • 04.12.2009 um 10:46 Uhr

    Dass die Temperatur im Kern über der Curie-Temperatur der Elemente (wahrscheinlich hauptsächlich Eisen und Nickel) liegt, ist klar. Der Magnetismus des Geodynamos wird jedoch wahrscheinlich eher durch die Bewegung der (unter diesen Bedingungen ionisierten) Teilchen hervorgerrufen, die widerum durch Induktion das Erdmagnetfeld aufbauen. So lautet zumindest die gängigste Theorie

    • Taxman
    • 04.12.2009 um 10:46 Uhr

    Dass die Temperatur im Kern über der Curie-Temperatur der Elemente (wahrscheinlich hauptsächlich Eisen und Nickel) liegt, ist klar. Der Magnetismus des Geodynamos wird jedoch wahrscheinlich eher durch die Bewegung der (unter diesen Bedingungen ionisierten) Teilchen hervorgerrufen, die widerum durch Induktion das Erdmagnetfeld aufbauen. So lautet zumindest die gängigste Theorie

    • Taxman
    • 04.12.2009 um 10:46 Uhr

    Dass die Temperatur im Kern über der Curie-Temperatur der Elemente (wahrscheinlich hauptsächlich Eisen und Nickel) liegt, ist klar. Der Magnetismus des Geodynamos wird jedoch wahrscheinlich eher durch die Bewegung der (unter diesen Bedingungen ionisierten) Teilchen hervorgerrufen, die widerum durch Induktion das Erdmagnetfeld aufbauen. So lautet zumindest die gängigste Theorie

  4. danke für Ihren Hinweis; Innenfeld und Dynamotheorie mi Sq-Variationen hatte ich in Geophysik auch. Wollte mal sehen was der Red. so äußert.

    MfG

    Karl Müller

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