Depressionen Tödliche TraurigkeitSeite 2/2
Die US-Psychologen Paul Andrews und Anderson Thomson vertreten diese Ansicht. Sie glauben, dass ein depressiver Gemütszustand Menschen helfen kann, intensiv und ohne Ablenkung von außen über Probleme nachzudenken. Das kann sehr produktiv sein, glauben die Forscher. Aber solche Produktivität hat ihren Preis – ein sinnvolles Insichgekehrtsein kann sich in eine schwere psychische Krankheit verwandeln.
Eine Depression bleibt nur selten unentdeckt. Denn wer depressiv ist, dessen Persönlichkeit verändert sich. "Man redet weniger, zieht sich zurück, hat selbst am Essen kein Freude und lächelt nicht mehr", sagt Heuser. Angehörige und Freunde sollten in dieser Situation nicht lockerlassen und weder gute Ratschläge geben à la "das wird schon wieder" noch sich von den Betroffenen abweisen lassen. "Depressive dürfen nicht in Ruhe gelassen werden", rät sie, professionelle Hilfe durch einen guten Hausarzt oder Psychiater sei oft dringend erforderlich.
Rund 9000 Suizide werden jedes Jahr in Deutschland verzeichnet, Depressionen gelten dabei in mindestens neun von zehn Fällen als Ursache. Seit 1980 hat sich die Zahl der Selbsttötungen jedoch mehr als halbiert. Isabella Heuser führt das vor allem auf bessere Medikamente zurück. Früher seien die Mittel wegen erheblicher Nebenwirkungen oft nicht ausreichend dosiert worden.
Antidepressiv wirkende Medikamente sind aus Heusers Sicht meist unerlässlich. Die häufig geäußerte Kritik an ihnen findet die Ärztin und Psychotherapeutin überzogen und nicht ungefährlich, weil eine unzureichende Behandlung mit Medikamenten das Suizidrisiko nachweislich erhöht. Zweites Standbein ist eine Psychotherapie. Nur in leichten Fällen von Depression sei es möglich, ganz auf Arzneimittel zu verzichten.
Trotz aller therapeutischen Erfolge ist es noch immer trauriger Alltag, dass sich Depressive das Leben nehmen. Der tragische Tod Robert Enkes ruft das ins Gedächtnis.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.11.2009)
- Datum 12.11.2009 - 15:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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...Antidepressiva erhöhen das Suizidrisiko unter Umständen da sie die Hemmschwelle zu Beginn der Einnahme senken. Außerdem bekämpfen Antidepressiva nicht die Ursache einer Depression, sondern nur die Symptome. Der Mensch funktioniert also weiter in der Situation in der er steckt. Aus der Praxis weiss ich, dass es oft bei einer jahrelangen Medikamenteneinnahme bleibt und sonst nix. Es sollte mindestens eine Psychotherapie begleiten.
... und leicht vergessen die Meidzinier mal, einen rechtzeitig darüber zu informieren, dass man die Medikamente nicht einfach absetzen darf, sondern sich langsam Entwöhnen muss.
... und leicht vergessen die Meidzinier mal, einen rechtzeitig darüber zu informieren, dass man die Medikamente nicht einfach absetzen darf, sondern sich langsam Entwöhnen muss.
...zu einer Kampagne für verstärkte Einnahme von Antidepressiva, wie sie gerade in Apotheken-Umschau und anderen Publikationen stattfindet.
Kann es nicht sein, dass Antidepressiva dafür sorgen, dass der Suizid in deutlich heiterer und gelöster Grundstimmung durchgeführt wird?
Laut stat. Bundesamt wurden im Jahr 2007 von den 9402 Suiziden 7009 (74,5 %) von Männern ausgeführt. Wegen der bei Frauen schneller abnehmenden Suizidzahlen hat dieser Anteil steigende Tendenz.
Deutliches Indiz, dass ungeheurer Druck vorwiegend auf Männern lastet – Tendenz steigend.
Vielen Männern wäre mit einem Familienrecht, welches den Namen auch verdient, schon geholfen. Aber auf welche Weise die Geltendmachung von Betreuungsunterhalt meistensteils von gerichtlicher Seite abgewiesen wird macht deutlich, wie väterliche Zuwendung hierzulande verstanden und reduziert wird: auf Barunterhalt, egal ob verweigertes Umgangsrecht oder nicht. Schließlich, welche Frau/Mutter sieht sich schon mit Daumenschrauben wie "fiktivem Einkommen" oder "erhöhter Erwerbsobligenheitspflicht" konfrontiert?
Alles beim "Alten".
"Deutliches Indiz, dass ungeheurer Druck vorwiegend auf Männern lastet – Tendenz steigend." -> So ein Quatsch. Erstend sollten Sie auch mal die Zahlen der versuchten Suizide zu Gemüte führen (da ist der Anteil der Frauen höher als bei den vollendeten Suiziden) und nur rein aus den Zahlen der Suizide auf den höheren Druck von Männern zu schliessen, ist ein bisschen kurzsichtig. Schon mal überlegt, ob Männer einfach schlechter mit Druck klar kommen? Oder dass Frauen anders auf Druck reagieren (z. B. mit Essstörungen)? Oder Frauen einfach eher bereit sind, Hilfe zu suchen und anzunehmen? Auch auf Frauen lastet sehr viel Druck. Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen, kann, dass auf einem Geschlecht mehr Druck herrscht; allenfalls unterscheidet er sich bei Männern und Frauen.
"... wird macht deutlich, wie väterliche Zuwendung hierzulande verstanden und reduziert wird: auf Barunterhalt, egal ob verweigertes Umgangsrecht oder nicht." -> Das verschuden viele Männer selbst. Ganz ehrlich: Welcher Mann erklärt sich bereit, die Betreuung der Kinder zu übernehmen? Reduziert dafür sein Arbeitspensum (doch, das geht, vielleicht nicht immer, aber wo ein Wille, da oft ein Weg) oder bleibt ganz zu Hause? Wenn man halt 12 Stunden am Tag im Büro hockt und der Partnerin bei der Betruuung der Kinder nie unter die Arme greift, dann darf man verstehen, dass niemand solchen Männern ernsthaft abkauft, dass sich ihr Interesse an den Kindern nach einer Scheidung plötzlich grundlegend ändern wird.
"Deutliches Indiz, dass ungeheurer Druck vorwiegend auf Männern lastet – Tendenz steigend." -> So ein Quatsch. Erstend sollten Sie auch mal die Zahlen der versuchten Suizide zu Gemüte führen (da ist der Anteil der Frauen höher als bei den vollendeten Suiziden) und nur rein aus den Zahlen der Suizide auf den höheren Druck von Männern zu schliessen, ist ein bisschen kurzsichtig. Schon mal überlegt, ob Männer einfach schlechter mit Druck klar kommen? Oder dass Frauen anders auf Druck reagieren (z. B. mit Essstörungen)? Oder Frauen einfach eher bereit sind, Hilfe zu suchen und anzunehmen? Auch auf Frauen lastet sehr viel Druck. Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen, kann, dass auf einem Geschlecht mehr Druck herrscht; allenfalls unterscheidet er sich bei Männern und Frauen.
"... wird macht deutlich, wie väterliche Zuwendung hierzulande verstanden und reduziert wird: auf Barunterhalt, egal ob verweigertes Umgangsrecht oder nicht." -> Das verschuden viele Männer selbst. Ganz ehrlich: Welcher Mann erklärt sich bereit, die Betreuung der Kinder zu übernehmen? Reduziert dafür sein Arbeitspensum (doch, das geht, vielleicht nicht immer, aber wo ein Wille, da oft ein Weg) oder bleibt ganz zu Hause? Wenn man halt 12 Stunden am Tag im Büro hockt und der Partnerin bei der Betruuung der Kinder nie unter die Arme greift, dann darf man verstehen, dass niemand solchen Männern ernsthaft abkauft, dass sich ihr Interesse an den Kindern nach einer Scheidung plötzlich grundlegend ändern wird.
Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl an Depressionen, sollte man die Leistungsgesellschaft kritisch hinterfragen. Das beschränkt sich ja nicht auf den Profisport, das müssen schon die Kinder in der Schule erleiden.
Vor zwei Jahren war ich bei Freunden beim Abendessen eingeladen. In einer lockeren Atmosphere erzählte jeder aus seinem Leben. Ein für mich Fremder erzählte, dass er den Tag in einer Betreuungseinrichtung für Depressive verbracht hätte. Schlagartig änderte sich die Stimmung am Tisch, jeder schaute betroffen zur Seite und es waren wahrscheinlich alle froh, als das Thema gewechselt wurde.
Ich beobachtete aber noch folgendes bei mir und den anderen Anwesenden: nach seiner Offenbarung musste man ihm Respekt für seine Selbstbewusstsein und seine Aufrichtigkeit zollen, aber das Bild was man vom ihm hatte veränderte sich schlagartig. Er hätte noch erzählen können, wie toll er doch sei, jeder hätte ihn nur noch primär nach seinem "Stigma" behandelt.
Natürlich ist es schade, dass sich die meisten Menschen mit ähnlichen Problemen verstecken, aber wenn die Gesellschaft nicht in der Lage ist, mit dieser "Krankheit" umzugehen, so kann ich ihre Position nachvollziehen. Die Aufklärungskampagne in den Medien ist zwar nett, aber ich denke, niemand wird sich daraufhin "outen", man kommt sich dann ehr vor als ein "Affe" im Zirkus.
Aids wird von der Gesellschaft ähnlich behandelt. Als Aidskranker wird man von den Mitmenschen körperlich geächtet, als "geouteter" Depressiver sozial, es zerstört vorrangig den sozialen Status, den man sich oft hart erarbeitet hat.
Ich wollte mit dem Beitrag keinen Betroffenen auf die Füße treten, sollte das passiert sein bitte ich um Entschuldigung.
Er hätte noch erzählen können, wie toll er doch sei, jeder hätte ihn nur noch primär nach seinem "Stigma" behandelt. [...]
Ich wollte mit dem Beitrag keinen Betroffenen auf die Füße treten, sollte das passiert sein bitte ich um Entschuldigung.
Ich denke nicht, dass Sie einem Betroffenen damit auf die Füsse treten, sondern eher im positiven Sinne voll in die Wunde langen. Aus ureigener Anschauung kann ich sagen, dass Sie mit ihrem Beitrag vollumfänglich Recht haben. Die allermeisten werden de facto nur auf ihre Krankheit reduziert, mitunter wird diese auch als Offensivwaffe gegen einen selbst eingesetzt. Motto: Du bist psychisch krank (, also kannst du per definitionem schon nicht Recht haben.) Wen kümmert es da schon, das gewisse (nicht alle) Erkrankungen mitunter den Verstand schärfen (z.B. 'depressiver Realismus', 'fluide Intelligenz' bei Asperger oder mitunter weit überdurchschnittlicher IQ bei in der Kindheit erworbener PTBS) und eine gfs. unverständliche Aussage gar nicht so unsinnig oder gar zutreffender als eine andere ist.
Persönlich sehe ich es so: Sie treten mir damit nicht auf die Füsse, weil Sie letztlich nur beschreiben wie krank und deformiert die Realität ist. Das ist mir insofern mehr als nur Recht, weil ich an derselben Stelle fürchten müsste, entweder als krank oder als Lobbyist, der eigene Vorteile erzielen will, diffamiert zu werden. Beides dürfte jedem einschlägig erkrankten zur Genüge bekannt sein.
HIV/AIDS und Depression sind doch überhaupt nicht vergleichbar. Eine Depression kann jeden treffen, da kann man noch so gesund leben, Aids hingegen ist in sehr vielen Fällen (zumindest in Mitteleuropa) selbst verschuldet. Klar gibt es die tragischen Fälle, dass in einer langjährigen Partnerschaft einer fremd geht, dann die Krankheit nach Hause bringt und seinen langjährigen Partner ansteckt, oder ein Vergewaltigungsopfer durch seinen Peiniger angesteckt wird. Dies sind in meinen Augen in unserer Gesellschaft die einzigen HIV-positiven Menschen, die keine Stigmatisierung verdient haben. Wer aber Sex ohne Schutz mit unbekannten Sexualpartnern hat, ist wirklich selbst schuld und verdient wahrlich kein Mitleid.
Er hätte noch erzählen können, wie toll er doch sei, jeder hätte ihn nur noch primär nach seinem "Stigma" behandelt. [...]
Ich wollte mit dem Beitrag keinen Betroffenen auf die Füße treten, sollte das passiert sein bitte ich um Entschuldigung.
Ich denke nicht, dass Sie einem Betroffenen damit auf die Füsse treten, sondern eher im positiven Sinne voll in die Wunde langen. Aus ureigener Anschauung kann ich sagen, dass Sie mit ihrem Beitrag vollumfänglich Recht haben. Die allermeisten werden de facto nur auf ihre Krankheit reduziert, mitunter wird diese auch als Offensivwaffe gegen einen selbst eingesetzt. Motto: Du bist psychisch krank (, also kannst du per definitionem schon nicht Recht haben.) Wen kümmert es da schon, das gewisse (nicht alle) Erkrankungen mitunter den Verstand schärfen (z.B. 'depressiver Realismus', 'fluide Intelligenz' bei Asperger oder mitunter weit überdurchschnittlicher IQ bei in der Kindheit erworbener PTBS) und eine gfs. unverständliche Aussage gar nicht so unsinnig oder gar zutreffender als eine andere ist.
Persönlich sehe ich es so: Sie treten mir damit nicht auf die Füsse, weil Sie letztlich nur beschreiben wie krank und deformiert die Realität ist. Das ist mir insofern mehr als nur Recht, weil ich an derselben Stelle fürchten müsste, entweder als krank oder als Lobbyist, der eigene Vorteile erzielen will, diffamiert zu werden. Beides dürfte jedem einschlägig erkrankten zur Genüge bekannt sein.
HIV/AIDS und Depression sind doch überhaupt nicht vergleichbar. Eine Depression kann jeden treffen, da kann man noch so gesund leben, Aids hingegen ist in sehr vielen Fällen (zumindest in Mitteleuropa) selbst verschuldet. Klar gibt es die tragischen Fälle, dass in einer langjährigen Partnerschaft einer fremd geht, dann die Krankheit nach Hause bringt und seinen langjährigen Partner ansteckt, oder ein Vergewaltigungsopfer durch seinen Peiniger angesteckt wird. Dies sind in meinen Augen in unserer Gesellschaft die einzigen HIV-positiven Menschen, die keine Stigmatisierung verdient haben. Wer aber Sex ohne Schutz mit unbekannten Sexualpartnern hat, ist wirklich selbst schuld und verdient wahrlich kein Mitleid.
... und leicht vergessen die Meidzinier mal, einen rechtzeitig darüber zu informieren, dass man die Medikamente nicht einfach absetzen darf, sondern sich langsam Entwöhnen muss.
Viele Menschen, die unter der Depression zu leiden haben, stellen sich häufig die Frage, ob es nicht besser wäre, sich und dem Leben ein Ende zu setzen.
Der Suizid gehört laut Statistik zu den häufigsten Todesursachen und nicht immer kann man wissen, ob es ein Selbstmord war oder nicht. Deshalb ist auch leider hier die Dunkelziffer sehr hoch.
Man geht sogar in Schätzungen davon aus, dass sich täglich fast eintausend Menschen das Leben nehmen und es fast fünftausend täglich versuchen.
Alleine nur in Deutschland geht man davon aus, dass sich etwa zwölftausend Menschen pro Jahr freiwillig das Leben nehmen, wobei man dabei immer noch die Dunkelziffer berücksichtigen und dazu zählen muss.
Suizid gehört auch bei Jugendlichen zu der häufigsten Todesursache und leider steigen die Zahlen mit zunehmenden Alter.
Wenn man der These weiter glauben schenken darf, begehen Männer doppelt so oft den Suizid wie Frauen.
Zahlen, die uns betroffen machen sollten, denn wie vielen Menschen hätte man vielleicht noch einen Ausweg zeigen können?
Wenn wir es vielleicht gewusst hätten oder sich die betroffene Person uns anvertraut hätte.
Man teilt diese suizidgefährdeten Menschen in mehrere Gruppen auf.
Man geht davon aus, dass ca. 50 Prozent die Menschen sind, die unter der Depression leiden, ca. 33 Prozent Neurotisch sind und der Rest suchtkrank oder Schizophren ist.
Tatsache ist aber, dass die überwiegende Zahl unter der Volkskrankheit Nr. 1 leiden, der Depression.
Mikel Marz, Fachbuchautor
Streichen wir mal in Gedanken den vorletzten Absatz über Antidepressiva und ich stimme dem Artikel voll zu.
Das musste alles einmal so gesagt werden.
Zum Thema Antidepressiva:
Das ist ein komplexes Thema, das im Einzelfall (Patient) diskutiert werden muss und bei dem sich dann auschließlich Fachkundige äußern sollten. (Fachkundige: Psychater o.ä. mit außsreichender Berufserfahrung bei der Behandlung {mit UND ohne Antidepressiva} von depressiven Patienten, die keine wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen am Einsatz von oder Verzicht auf diese Medikamente haben.)
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