FU Berlin Wechselt Präsident Lenzen an die Uni Hamburg?Seite 3/3

Wer könnte Lenzen nachfolgen? Aus der FU ist zu hören, die Erste Vizepräsidentin, die Nordamerikanistin Ursula Lehmkuhl, habe durchaus noch weitere Ambitionen. Allerdings habe sie neben Lenzen bislang noch nicht eigenständig genug gewirkt, sagte ein Professor. Lehmkuhl wollte sich dazu nicht äußern. Aus Professorenkreisen war auch zu erfahren, beliebter als Lehmkuhl sei bei den Professoren der Germanist Peter André Alt. Er genieße "größte Wertschätzung" und sei ein potenzieller "Lieblingskandidat". Allerdings sei nicht sicher, ob der herausragende 49-jährige Wissenschaftler wirklich als Hochschulmanager zum "Blackberry Man" werden wolle. Alt erklärte auf Anfrage, noch gebe es "keine Notwendigkeit, über die Nachfolge eines starken Präsidenten, der für die FU extrem wichtig ist und sein wird, zu diskutieren".

Sollte Lenzen tatsächlich gehen, "würde ich das sehr bedauern", sagte Alt. "Wir brauchen ihn." Lenzen sei eine charismatische Persönlichkeit voller Kreativität, die das Ansehen der FU auch international gemehrt habe. Wenn Lenzen es nicht immer schaffe, genug zu kommunizieren, sei das mit Zeitmangel zu erklären. Dieserhabe zugenommen, seit er auch Vizepräsident der HRK ist. Die Sorge, die Uni könne sich im "Hochdruckwettbewerb auspulvern", herrsche auch an anderen Hochschulen – nicht zuletzt als Folge des Elitewettbewerbs und knapper Ressourcen.

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Was könnte Lenzen in Hamburg erreichen? "Der Lenzen würde die Uni Hamburg auf Vordermann bringen", ist eine FU-Professorin überzeugt. Aus dem Umfeld der Uni Hamburg kommen skeptische Töne. Lenzen würde sich in eine ähnliche Situation wie Berlins Wissenschaftssenator bringen: "Zöllner hat Rheinland-Pfalz als souveräner Herrscher verlassen – und wird in Berlin demontiert." An der Uni gebe es keine Bereitschaft zur Veränderung.

"Lenzen kenne ich gar nicht", sagt der Mediziner Jürgen Altenhoff, der für die wissenschaftlichen Mitarbeiter im Akademischen Senat sitzt. Seine Gruppe wünsche sich einen Kandidaten, der selber als Wissenschaftler aktiv ist "und kein Verwaltungsbeamter ist". Er solle die Uni "mitnehmen", sich auch gegenüber dem Senat durchsetzen können und sich in der Hamburger Politik auskennen.

Ein anderes AS-Mitglied sagt, der Kandidat müsse "integrativ wirken und wissen, wie Hamburg tickt". Auweter-Kurtz war dabei schon an kulturellen Widerständen gescheitert. Die Hanseaten konnten den schwäbischen Dialekt und das Auftreten Auweters nicht akzeptieren. Diese Hürde dürfte Lenzen leicht nehmen: Dunkelblaue Blazer mit Goldknöpfen trägt er gern, in seiner Freizeit bereist er mit seinem Motorboot die Nordsee.

 
Leser-Kommentare
    • Hipper
    • 20.11.2009 um 0:09 Uhr

    Warum nicht gleich Bernd Stromberg als Präsi der UHH? Der ist dem Lenzen äußerlich nicht unähnlich und pflegt überdies einen vergleichbaren Führungsstil.

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