Klimawandel Die CO2-Speicher der Weltmeere sind voll
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Teilweise gibt der Ozean zusätzliches Treibhausgas ab

Seit den 1950er Jahren hat der CO2-Gehalt in der Atmosphäre und damit die CO2-Aufnahme der Ozeane drastisch zugenommen, schreiben Khatiwala und Kollegen. Verglichen mit den übrigen Weltmeeren spielt dabei der Südozean, der die Antarktis umschließt, mit einem Anteil von etwa 40 Prozent eine besonders große Rolle.

Doch dessen Kapazitäten schwinden. Vor zwei Jahren berichteten Forscher um Corinne Le Quéré, dass sich infolge des Klimawandels die Windverhältnisse über dem Südozean ändern, wodurch immer häufiger CO2-reiches Tiefenwasser nach oben gelangt. Dadurch geht die Aufnahmefähigkeit des Ozeans zurück, teilweise gibt er sogar zusätzliches Treibhausgas an die Atmosphäre ab.

Den aktuellen Berechnungen aus "Nature" zufolge hat der schwächelnde Südozean zwischen 1981 und 2004 den Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre relativ um ein ppm (parts per million, Teile CO2 pro eine Million Luftteilchen) erhöht. Der aktuelle Wert liegt bei 388 ppm.

Das Computermodell von Khatiwala und seinem Team zeigt auch, dass die Biosphäre an Land in den vergangenen Jahzehnten seine Rolle wechselte. Bis in die 1940er Jahre hinein war sie eine bedeutende Quelle für Kohlendioxid, etwa durch das Roden von Wäldern und die Viehwirtschaft. Zwar gibt die terrestrische Biosphäre auch heute noch mehr CO2 ab als in vorindustrieller Zeit. Weil der Kohlendioxidanteil in der Luft insgesamt aber gestiegen ist, gilt die Lebewelt auf dem Festland inzwischen als Kohlenstoffsenke und entlastet so ebenfalls die Atmosphäre.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.11.2009)

 
Leser-Kommentare
  1. denn: in einem anderen Bericht hier steht/stand, dass allein im letzten Jahr ca. 32 Gigatonnen CO2 emitiert wurde.
    Demzufolge haben die Ozeane im vergangenen Jahr rund 2,3 Milliarden Tonnen CO2 aufgenommen. Das ist etwa ein Viertel der Menge, die durch das Verbrennen fossiler Energieträger ausgestoßen wurde (8,7 Milliarden Tonnen).
    Nimmt man jedoch Kohlenstoff als Basis der Zahlen, könnte es so einigermaßen passen.
    Insgesamt haben die Weltmeere seit Beginn der Industrialisierung der Atmosphäre rund 140 Milliarden Tonnen CO2 abgenommen, zeigen die Berechnungen.
    Das kann auch nicht sein, denn 140 Gigatonnen kamen ja allein in den letzten 5 Jahren zusammen. Liebe ZEIT, vielleicht sollten die Journalisten mal den Umgang mit dem Taschenrechner üben und sich weitere Quellen anschauen, die bei Ihnen veröffentlicht werden. Gruß
    Kuni

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