Auch in der Medikamentenforschung wird der Beschleuniger eingesetzt
Im Zentrum der knapp 300 Meter langen Halle stehen die Messplätze jedoch noch im Dunkeln. Erleuchtet hingegen ist eine Bühne samt Rednerpult und leuchtend rotem Knopf. Von der Wellblechdecke hängen Boxen und eine Leinwand hinab. Zwischen Betonklötzen, Stahlträgern und Lüftungsschächten finden sich Nebelmaschinen und Scheinwerfer.
Anwesend sind nicht etwa Forscher in Kitteln, sondern Besucher in Anzug und Krawatte. Am Rednerpult auf der Bühne löst die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan (CDU) den Desy-Vorsitzenden Dosch ab, dann folgt Hamburgs Senatorin für Wissenschaft und Forschung Herlind Gundelach (CDU) und schließlich ergreift Jürgen Mlynek der Präsident der Helmholtz Gemeinschaft das Wort. Dass es sich bei der heutigen Technik, um eine Technik der Superlative handelt, darin sind sich alle einig.
Forscher aus aller Welt wollen mithilfe des Beschleunigers Werkstoffe optimieren, neue Medikamente und leistungsstärkere Speichermedien entwickeln. Den Proteinstrukturen wollen sie sich ab Mitte 2010 widmen. Loslegen würden sie jedoch am liebsten sofort.
"Wir wenden uns jetzt einem komplizierten Vorgang zu", sagt Dosch schmunzelnd. Es ist sein Höhepunkt an diesem Tag, der Moment auf den alle gewartet haben. Gemeinsam mit Schavan, Gundelach und Mlynek versammelt er sich um den roten Knopf und bittet die Herrschaften die Hände übereinander zu legen.
Fotoapparate blitzen, Kameras zoomen, vier Hände drücken auf den Button. Erst nach dem Knopfdruck startet der Countdown, den alle Beteiligten in ihrer Aufregung vergessen hatten. Er endet in einem pompösen Knall, dem symbolischen Startschuss für die Protonen und Elektronen, die von nun an durch den Ring jagen, begleitet von einer Lasershow und Musik.
Ob der Knopf nun zu früh gedrückt oder der Countdown zu spät ausgelöst wurde, bleibt eine Lappalie. Denn wie sagte noch Schavan in ihrer Rede: "Mit Petra III hat das Desy gezeigt, dass Deutschland in der Lage ist, Anlagen zu konzipieren, die heute Weltspitze sind und morgen Weltspitze neu definieren." Nur eben zehn Sekunden früher, als geplant.
- Datum 17.11.2009 - 16:29 Uhr
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- Serie Technologie
- Quelle ZEIT ONLINE
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Kann man Petra III nicht mal im Bundestag, allen voran bei der Regierung, einsetzen?
Da fehlt es doch wirklich ganz offensichtlich an klarer Erkenntnis dessen, was bei uns hier wirklich grundlegend quer läuft und daher auch an den innovativen Mitteln, die ganze [...] Misere endlich nachhaltig zu beheben! ;-))
[Gekuerzt, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]
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