Schweinegrippe Eine kurze Geschichte der Pandemie
Seite 2/2:

Mit Hochdruck werden Impfstoffe hergestellt

Nachdem klar ist, dass der saisonale Influenza-Impfstoff nicht gegen H1N1 schützt, werden mit Hochdruck Pandemie-Impfstoffe entwickelt. Am 13. Juli teilen WHO-Experten mit, dass nach Möglichkeit beim Impfen eine Art Stufenplan eingehalten werden sollte: Zuerst sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens, dann Schwangere und chronisch Kranke die Impfspritze bekommen, danach gesunde Kinder und Erwachsene. Ausdrücklich empfiehlt die WHO Impfstoffe mit Verstärker, die "sparsamer" sind und breiteren Schutz versprechen.

In der Online-Ausgabe des New England Journal of Medicine erscheinen am 10. September die ersten klinischen Studien zu Impfstoffen mit und ohne Verstärkersubstanz. Ergebnis der Tests am Menschen: Sowohl mit als auch ohne Verstärker sind die Impfstoffe rasch und gut wirksam, und das bereits nach einer Dosis.

Am 4. Oktober registriert die WHO mehr als 375 000 bestätigte Infektionen – die wahre Zahl dürfte weit darüber liegen – und 4500 Todesfälle. Inzwischen hat sich aber auch herausgestellt, dass die meisten Fälle von Schweinegrippe mild verlaufen. Befürchtungen, die Pandemie könnte einen schlimmen Verlauf ähnlich dem früherer Influenza-Seuchenzüge nehmen, bestätigen sich nicht. Allerdings verläuft eine Pandemie in Wellen, eine Zuspitzung ist noch immer möglich.

In Deutschland wird die Impfung zusehends zum Politikum. Vor dem Hintergrund der hierzulande überwiegend milden Schweinegrippe-Infektionen geißelt der Berliner Internist Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, die "Hysterie" um die Schweinegrippe und bezeichnete sie als "Inszenierung" der Pharmakonzerne. Der Hallenser Mikrobiologe und Tagesspiegel-Kolumnist Alexander Kekulé kritisiert einen "Impf-GAU", weil seiner Meinung nach Deutschland zu Unrecht auf Impfstoff mit Verstärker gesetzt habe. Auf der anderen Seite verteidigt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie die Impfung.

Nachdem das Interesse an der Schweinegrippe-Impfung zwischenzeitlich zurückgegangen war, ist mittlerweile wieder stärkere Impfbereitschaft festzustellen. Das dürfte damit zusammenhängen, dass die Fallzahl deutlich zugenommen hat. Insgesamt rund 30.000 Infektionen sind gemeldet. Gestern starben eine 52-jährige Patientin in Stuttgart und ein 40-jähriger Berliner. Im Falle des Mannes ist ein eindeutiger Zusammenhang mit der Schweinegrippen-Infektion aber noch nicht nachgewiesen. Es sieht nun ganz danach aus, als ob eine zweite Pandemie-Welle heranrollt.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.11.2009)

 
Leser-Kommentare
  1. Schweinegrippe ist unter Menschen ansteckend, sekundär. Influenza wird aber primär durch kaltes Trinkwasser ausgelöst. Menschen scheiden das Schweinegrippevirus mit Erbrochenem und Durchfall aus, via Abwasser in Gewässer. Schweine sind im Winter bis zu 90% mit Influenza durchseucht. Tiere verschmutzen durch Fäkalien und Ausscheidungen aus Nase und Maul/Schnabel das Wasser. Alle Menschen haben Kontakt zum Trinkwasser. Alle Gewässer sind mit Viren belastet. Viren bleiben im kalten Wasser lange ansteckend. Deshalb treten Influenzaepidemien im Winter auf. Kleine Viren werden im Wasserwerk unzureichend oder gar nicht gefiltert. Im Winter wird uns die Schweinegrippe via Trinkwasser anstecken.

    Die Erde ist eine Scheibe, die Sonne dreht sich um die Erde, Cholera kommt mit Tröpfchen wie die Influenza, abweichende Meinungen verfolgt die Inquisition der staatlich verordneten Wissenschaft!

    soddemann-aachen@t-online.de
    http://sites.google.com/s...

  2. http://www.pei.de/DE/info...
    Sind die Zeitungen derzeit Heimspiel der Industrie,wo nur die rosigen
    Meldungen verbreitet werden ??

    • Joso
    • 07.11.2009 um 16:09 Uhr

    sie wartet brav bis die Impfstoffe fertig sind. Dann bricht sie
    plötzlich in Ländern wie der Ukraine aus. Die Menschen können sich
    die teueren Medikamente nicht leisten und gehen im Westen betteln.
    Würde mich nicht wundern, wenn sich die EU angesprochen fühlt und
    die Kosten übernimmt. Süßer die Kassen nie klieeengen...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service