Adventskalender – Türchen 18 Warum naschen wir in der Weihnachtszeit?
Die Weihnachtsbäckerei hält bekanntlich süße Leckereien bereit. Die Gründe dafür sind unklar, vielleicht liegen sie in der Chemie oder Ethnologie.
© John Macdougall/AFP/Getty Images

Zu Weihnachten essen wir besonders viele Süßigkeiten, wie diese Lebkuchenherzen
Früher war die Weihnachtszeit eine Fastenzeit. Heute wird im Advent nach Herzenslust genascht. Schoko-Weihnachtsmänner, Dominosteine und Lebkuchen finden sich bereits im frühen Herbst in den Auslagen. Vor nicht allzu langer Zeit jedoch, fing das richtige Schlemmen aber erst nach Heiligabend an.
Die Menschen im Mittelalter lebten in enger Abhängigkeit von der Natur. Und sie glaubten, die Natur beeinflussen und sogar bestechen zu können. In der Hoffnung auf eine gute Ernte im nächsten Jahr, stellten die Menschen kurz vor dem Jahreswechsel besonders viele Speisen her. Diese wurden an Arme verteilt, ans Vieh verfüttert oder ins Saatgut gemischt. Einiges aß man allerdings auch selbst oder lagerte es ein.
Damit Früchte und Getreide auch bis zum Frühling hielten, mussten sie zu Zeiten ohne Tiefkühltruhen und Supermärkte stark gezuckert oder gesalzen werden – denn das konserviert. Daher stammt die Tradition der weihnachtlichen Gewürze, die auch heute noch in Gebäck und anderen Süßigkeiten stecken.
Klicken Sie auf das Bild für weitere wissenschaftliche Leckerbissen rund um Weihnachten
Im Mittelalter waren Süßspeisen kein besonderer Luxus, sondern ein lebenswichtiges Nahrungsmittel mit vielen Kalorien für den harten Winter. So ist es ganz natürlich, dass wir auch heute noch nach einem Winterspaziergang in der Kälte mehr Appetit auf eine heiße Schokolade haben als auf einen sauren Hering.
Außerdem beeinflussen Süßigkeiten unser Gemüt. Im Winter leiden viele Menschen an dauerhafter Müdigkeit und getrübter Stimmung. Denn durch den Mangel an Sonnenlicht und frischer Luft sinkt der Gehalt an Serotonin im Blut – ein Botenstoff, der Glücksgefühle hervorruft. Süße Speisen, vor allem Schokolade, heben den Serotoninspiegel und helfen so auch der Seele durch die dunkle Jahreszeit.
Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Lebkuchen, Zimtsterne, Spekulatius oder Christstollen werden extra für die Weihnachtszeit hergestellt. Der Eindruck, diese Dinge könne man nicht immer haben, erhöht das Begehren – und das zu einer Jahreszeit, in der der Mensch sich besonders gerne etwa gönnt.
Hinter dem Türchen vom 17. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Gibt es den Weihnachtsfrieden?
- Datum 17.12.2009 - 18:33 Uhr
- Serie Schlaue Weihnachten
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren