Adventskalender - Türchen 11 Was war der Stern von Bethlehem?
War es ein Komet, ein sterbender Stern oder eine seltene Planetenkonjunktion? In ihrer Freizeit versuchen Wissenschaftler, den Stern von Bethlehem ausfindig zu machen.

Das Bild des florentinischen Malers Giotto zeigt den Weihnachtsstern als Kometen
Pünktlich zur Weihnachtszeit entbrennt erneut die Diskussion um den Stern von Bethlehem.
Mit seinem berühmten Werk Die Anbetung des Kindes durch die drei Weisen aus dem Morgenlande erschuf der Maler Giotto di Bondone die Legende, dass der Weihnachtsstern der Halley'sche Komet gewesen sei. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass dieser zum entsprechenden Zeitpunkt nicht sichtbar war. Vielmehr ließ sich Giotto von dem Kometen bei dessen Wiederkehr im Jahr 1301 zu seiner Kunst inspirieren.
Der Stern von Bethlehem könnte auch eine Supernova gewesen sein, also das helle Aufleuchten einer Explosion eines Sterns – ein Ereignis, dass nur etwa alle 500 Jahre in der Milchstraße auftritt. Gegen diese Theorie spricht allerdings, dass bis heute auch mit modernster Röntgenastronomie keine Überreste einer Supernova um das Jahr 0 gefunden wurden.
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Am wahrscheinlichsten ist in den Augen von Astronomen, dass den Menschen am Nachthimmel eine besondere Planetenkonstellation auffiel, als Jesus geboren wurde. Bei solchen Konjunktionen liegen Sterne im Blickfeld des Betrachters in einer Sichtlinie und leuchten dadurch besonders hell.
So kamen sich zum Beispiel Jupiter und Regulus, der hellste Stern im Sternbild des Löwen, optisch sehr nahe. Drei Mal innerhalb von acht Monaten erschienen sie am Himmel fast am selben Platz.
Diese Konjunktion lässt sich gut interpretieren: Regulus bedeutet "Kleiner König" oder "Prinz", das Sternbild des Löwen wird mit dem jüdischen Volk assoziiert. Der Planet Jupiter steht für "Großer König" – all das passt perfekt zur biblischen Geschichte der Geburt eines Propheten.
Zudem standen Venus, das Symbol für Fruchtbarkeit, und Jupiter dicht beisammen. Dass eine solche Konjunktion wohl nur Fachkundigen, wie den Priesterastronomen aus dem Morgenland aufgefallen wäre, spricht für diese Theorie.
Allerdings datieren Astronomen diese Planetenkonstellation auf die Jahre 3 bis 2 vor Christus. Historiker müssten sich bei der Bestimmung des Geburtsdatums Christi geirrt haben.
Matthäus ist übrigens der Einzige, der von einem Stern spricht und die Geburt Jesu im Winter datiert. Andere Textstellen deuten eher auf das Frühjahr – hier kommen wieder Regulus und Löwe ins Spiel: Zwei der Konjunktionen fanden im Februar und im März statt.
Ein großes Problem bei der Identifizierung des Sterns von Bethlehem ist daher, dass die Bibel keine zuverlässige Datenquelle ist: Mit der Zeit wurde vieles vermischt oder bewusst gefälscht. Gleichzeitig bleibt die Schrift die einzige Quelle für die Astronomen, denn außer der Bibel gäbe es gar keinen Anhaltspunkt.
Hinter dem Türchen vom 10. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Macht Schenken glücklich?
- Datum 11.12.2009 - 07:14 Uhr
- Serie Schlaue Weihnachten
- Quelle ZEIT ONLINE
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Im Artikel "Stern von Bethlehem" wird ein Jahr 0 erwähnt. Es gibt aber nur ein Jahr 1 v. Chr. bzw. ein Jahr 1 n. Chr., da die Jahre vor und nach dem Geburtstag (und nicht nach dem Geburtsjahr) Jesu gezählt werden.
Es wirft ein völlig neues Licht auf die Könige, wenn man den Bericht im Evangelium Matthäus Kapitel 2 verfolgt. Dort werden die Männer als Astrologen beschrieben die aus dem Osten kamen. Sie selbst hatten einen Stern gesehen der sie zu einem König führen sollte. Im Allgemeinen war der Stern jedoch nicht zu sehen. Denn Herodes bat diese Astrologen sich auf die Suche nach diesem König zu machen. Wäre es ein Himmelsphänomen gewesen, wäre Herodes kein Risiko eingegangen und hätte selbst das Kind gesucht und umgebracht. Außerdem wären durch dieses beeindruckende Naturwunder noch mehr Schaulustige angezogen worden, was aber nicht der Fall war. Die Hirten wurden durch Engelwesen darauf aufmerksam gemacht. Ansonsten kam niemand...
Natürlich ist die Bibel ein Schriftstück vom Menschen geschrieben und daher prinzipiell keine objektive Datenlage allerdings würde ich gern wissen, wie sie auf den Schluss kommen dass in ihr "vermischt oder bewusst gefälscht" wurde.
Wenn man den von Tischendorf 1844 entdeckten Codex Sinaiticus welcher 350 entstand mit den Übersetzungen vergleicht die Luther gemacht hat (welche Dokumenten aus dem Mittelalter basierte) sehe ich da wenig was ihren Schluss nachvollziehbar macht.
Da die Zeitrechnung erst um das Jahr 800 bis 1000 erstellt wurde ist es nicht verwunderlich, wenn Jesus Christus bereits 3 vor dem Jahre null geboren wurde. Schon seit làngerem wird vermutet, dass sich kleine Fehler bei der Zeitrechnung eingeschlichen haben, nicht zuletzt, weil Herodes der ältere wohl bereits 6 oder 7 vor Christus gestorben ist aber trotzdem in der Bibel auftaucht.
Sie sind für mich durchaus tollerierbar. Es ist ja nicht gerade leicht, nach 800 bis 1000 Jahren keine Rechenfehler zu machen und die Wahrheit in der Bibel wird dadurch nicht beeinträchtigt.
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