Adventskalender - Türchen 15 Gibt es die Jungfrauengeburt?
Bei höheren Säugetieren wie dem Menschen gibt es sie nicht, auch wenn sie im Glaubensbekenntnis steht. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung findet sich im Tierreich aber schon.
© Christopher Furlong/Getty Images

Komodo-Warane können sich auch nichtgeschlechtlich fortpflanzen
"Geboren von Maria, der Jungfrau" – nicht zufällig steht diese berühmte Textzeile im Credo, dem christlichen Glaubensbekenntnis. Schließlich verlangt es einiges an Glauben, diese Behauptung wörtlich zu nehmen. Jungfrauengeburt? Das widerspricht aller menschlichen Erfahrung, jeder medizinischen Logik. Zumindest im Tierreich aber scheint es so etwas zu geben.
Jedenfalls taucht der literarische Begriff "Jungfrauengeburt" immer wieder in Meldungen über neue Erkenntnisse der Zoologie auf, typischerweise kurz vor Weihnachten. Vor drei Jahren berichtete das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature am ersten Advent von einer "virgin birth" beim Komodo-Waran (Varanus komodoensis), der größten lebenden Echsenart.
Ein Jahr darauf beschrieben Biologen das Phänomen bei eine Hammerhai-Art: Nachweislich ohne Zutun eines Männchens waren Nachkommen entstanden.
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Wissenschaftler sprechen von "Parthenogenese", einer ungeschlechtlichen Fortpflanzung, für die sich Eizellen zu teilen beginnen und sich ohne vorherige Befruchtung ein Embryo bildet.
Das Fremdwort setzt sich ganz biblisch aus den altgriechischen Begriffen für "Jungfrau" und "Geburt" zusammen. Das klingt nach Weihnachtslegende, taugt aber nicht für naturalistische Spekulationen über Maria: Für höhere Säugetiere wie dem Menschen wird eine Parthenogenese ausgeschlossen.
Im Übrigen handelt es sich dabei um eine Fortpflanzung zweiter Klasse. Denn kleinen Komodo-Waranen und Hammerhaien (oder Nachkommen bestimmter Arten von Krebsen, Schnecken, Schlangen und Insekten), die nichtgeschlechtlich entstehen, fehlt etwas. Nicht das Erbmaterial zweier Elterntiere tragen sie in sich, sondern nur das mütterliche.
Das ist schlecht für die genetische Vielfalt in einer Population und begünstigt Erbkrankheiten. Dass Weibchen, die den Jungfrauentrick beherrschen, ihn nur anwenden, wenn sie – etwa in Gefangenschaft – kein geeignetes Männchen finden, ist da kein Wunder.
- Datum 15.12.2009 - 06:34 Uhr
- Serie Schlaue Weihnachten
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
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Lieber Autor, Sie verbreiten hier einen Irrtum. Jungfrau Maria bezieht sich nicht auf eine jungfräuliche Geburt Jesu im körperlichen Sinn. Das katholische Dogma lautet, dass Maria frei von der Erbsünde war. Daher der Begriff Jungfrau im Sinne von "rein", man muss ihn im übertragenen Sinn verstehen.
Die Bibel ist kein Biologiebuch, den aller meissten Gläubigen ist das vollkommen klar. Vielen Aussenstehenden offenbar nicht.
Die Jungfräulichkeit Marias in Sündenfreiheit zu übersetzen macht sicherlich für moderne Theologen Sinn, die ständigen Auseinandersetzungen mit Naturwissenschaftlern aus dem Weg gehen wollen. Im Volksglauben kommt diese Ansicht aber meines Wissens nach nicht vor und einem orthodoxen Christen, und auch davon gibt es eine ganze Menge, würde diese Sichtweise ganz sicher nicht gefallen.
Fragen Sie einmal auf der Straße ein paar Leute, was mit "Jungfrau Maria" gemeint ist und Sie werden vermutlich eine sehr eindeutige Antwort bekommen, nämlich eine die etwas mit Sex zu tun hat.
Den Originaltexten zufolge (Evangelien in der Bibel) wird hier beschrieben, wie Gott, der Urheber der ganzen Welt, menschliche Gestalt annimmt. Das ist eine gewaltige Aussage! - Verglichen damit ist das "biologische" daran (daß die Mutter vorher keinen Sex hatte), eigentlich nur ein kleines Detail; aber ein schönes. Die sozialen Umstände, z. B. daß ihr Verlobter sie deswegen beinahe verlassen hätte, werden in den gleichen Texten übrigens recht lebensnah und glaubwürdig geschildert, finde ich.
Die Jungfräulichkeit Marias in Sündenfreiheit zu übersetzen macht sicherlich für moderne Theologen Sinn, die ständigen Auseinandersetzungen mit Naturwissenschaftlern aus dem Weg gehen wollen. Im Volksglauben kommt diese Ansicht aber meines Wissens nach nicht vor und einem orthodoxen Christen, und auch davon gibt es eine ganze Menge, würde diese Sichtweise ganz sicher nicht gefallen.
Fragen Sie einmal auf der Straße ein paar Leute, was mit "Jungfrau Maria" gemeint ist und Sie werden vermutlich eine sehr eindeutige Antwort bekommen, nämlich eine die etwas mit Sex zu tun hat.
Den Originaltexten zufolge (Evangelien in der Bibel) wird hier beschrieben, wie Gott, der Urheber der ganzen Welt, menschliche Gestalt annimmt. Das ist eine gewaltige Aussage! - Verglichen damit ist das "biologische" daran (daß die Mutter vorher keinen Sex hatte), eigentlich nur ein kleines Detail; aber ein schönes. Die sozialen Umstände, z. B. daß ihr Verlobter sie deswegen beinahe verlassen hätte, werden in den gleichen Texten übrigens recht lebensnah und glaubwürdig geschildert, finde ich.
Witzig übrigens, dass dies in der Serie "schlaue Weihnacht" veröffentlicht wird.
Man hätte vielleicht auch auf den Einfluß des Isis-Kultes auf die christliche Symbolik eingehen können, und sich nicht allein auf den biologischen Aspekt beziehen sollen, der tatsächlich im christlichen Glauben nie eine großartige Rolle spielte. Auch die Paralellen bei der Wiederauferstehung zum Osiris-Kult sind ja verblüffend.
Die Jungfräulichkeit Marias in Sündenfreiheit zu übersetzen macht sicherlich für moderne Theologen Sinn, die ständigen Auseinandersetzungen mit Naturwissenschaftlern aus dem Weg gehen wollen. Im Volksglauben kommt diese Ansicht aber meines Wissens nach nicht vor und einem orthodoxen Christen, und auch davon gibt es eine ganze Menge, würde diese Sichtweise ganz sicher nicht gefallen.
Fragen Sie einmal auf der Straße ein paar Leute, was mit "Jungfrau Maria" gemeint ist und Sie werden vermutlich eine sehr eindeutige Antwort bekommen, nämlich eine die etwas mit Sex zu tun hat.
Den Originaltexten zufolge (Evangelien in der Bibel) wird hier beschrieben, wie Gott, der Urheber der ganzen Welt, menschliche Gestalt annimmt. Das ist eine gewaltige Aussage! - Verglichen damit ist das "biologische" daran (daß die Mutter vorher keinen Sex hatte), eigentlich nur ein kleines Detail; aber ein schönes. Die sozialen Umstände, z. B. daß ihr Verlobter sie deswegen beinahe verlassen hätte, werden in den gleichen Texten übrigens recht lebensnah und glaubwürdig geschildert, finde ich.
Eine weitere Geschichte: Die Mutter Buddhas lief kurz vor ihrer Niederkunft mit ihm barfuß über eine Blumenwiese. Und der Überlieferung nach wuchsen überall da, wo ihre Füße den Boden berührten, Blumen aus der Erde. Wundervoll.
Ob das für Buddhisten ein Problem darstellt ist mir nicht bekannt.
meint wohl nur das Gegenstück von Altfrau.
Die genetische Vielfalt ist genauso gut oder schlecht wie die Gene des Muttertieres selbst. Diese gibt sie ja 1:1 weiter. Bei zwei Elternteilen geben nicht beide gleich viel Erbmaterial weiter, sondern jeder nur die Hälfte. So gleicht sich das wieder aus.
Die meisten parthenogenetischen Tierarten tun das übrigens ausschließlich, geben also der Parthenogenese eindeutig den Vorzug.
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