Adventskalender – Türchen 23 Warum feiern wir Weihnachten?
Nächstenliebe, Ruhe, Friedlichkeit: Den Advent beherrscht die Vorfreude auf Weihnachten. Die Entstehung des christlichen Festes ist jedoch alles andere als besinnlich.
© Ralf Hirschberger/dpa

Bunt eingepackte Geschenke, schmackhaftes Essen und das Beisammensein der Familie machen Weihnachten zu einem Fest der Freude
Seit Jahrhunderten feiern Menschen die Feste, wie sie fallen. Dabei ist Feiern evolutionsbiologisch betrachtet eine reine Verschwendung von Zeit und Ressourcen – mit dem Kampf ums Überleben hat es schließlich nichts gemein. Dennoch tun wir es. Wir feiern Jahrestage, Hochzeiten, Jahreszeiten, geschichtliche Ereignisse und Geburtstage und somit eben auch Weihnachten.
Weihnachten gilt nicht zuletzt im Christentum als Fest der Liebe und der Besinnlichkeit. Die Familie, die Nächstenliebe und die Freude stehen in dieser Zeit an erster Stelle. Eben diese Friedlichkeit – abgesehen von der Hektik in den Straßen und Geschäften, Neonreklamen und Vorweihnachtsstress – könnte Wissenschaftlern zufolge ein Grund dafür sein, warum wir Weihnachten so gerne feiern.
Denn das Ereignis Weihnachten mit all seinen positiven Aspekten stimuliert unser Belohnungssystem im Gehirn. Wer nun jedoch glaubt, dass Nächstenliebe allein zur Weihnachtszeit Anklang findet – rein wissenschaftlich betrachtet, tut der Mensch nahezu nichts, ohne einen eigenen Vorteil daraus ziehen zu können – der irrt: Messungen von Gehirnforschern haben gezeigt, dass vor allem kooperatives Verhalten unser Belohnungssystem aktiviert.
Klicken Sie auf das Bild für weitere wissenschaftliche Leckerbissen rund um Weihnachten
Selbstverständlich feiern wir Weihnachten auch deshalb, weil es mittlerweile fester Bestandteil der westlichen Kultur ist. Das war nicht immer so und die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes ist weit weniger besinnlich, als die Stimmung, die wir dieser Tage empfinden.
Der früheste Beleg für den Ausdruck "Weihnacht" oder auch "Heilige Nacht" stammt aus dem Jahr 1170. Manche Forscher vermuten, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist, andere hingegen behaupten, er stamme bereits aus vorchristlichen Zeiten – belegt ist keine der beiden Theorien.
Heute sprechen Statistiker von gut zwei Milliarden Christen weltweit. Eine stattliche Zahl, wenn man bedenkt, dass der römische Kaiser Theodosius das Christentum erst im 4. Jahrhundert endgültig zur Staatsreligion erklärt und die Ausübung anderer Religionen verboten hat. Wer sich widersetzte, dem drohte die Todesstrafe.
Im Zuge dessen musste der bis dahin gelebte Mysterienkult, der Mithraskult, samt seiner Feste weichen, beziehungsweise in Teilen integriert werden. So ist es unter Historikern weitgehend unbestritten, dass ein Bischof jenes Jahrhunderts schließlich den angeblichen Geburtstag des Mithras in den des Jesus von Nazareth umdeutete.
Hinter dem Türchen vom 22. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten?
- Datum 21.12.2009 - 16:17 Uhr
- Serie Schlaue Weihnachten
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
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Wie auch viele andere christliche Feste (z.B. Ostern) hat das Weihnachtsfest seinen Ursprung im vorchristlich heidnischem Julfest bzw. der Wintersonnenwendfeier.
Die christlichen Glaubenseroberer haben einfach einen neuen Namen und neue Riten über den seit jahrtausenden existierenden Heidnischen Naturglauben gestülpt.
Auf den Termin am 24.12. haben sich bestimmt irgendwelche Kirchenvertreter im Laufe der Geschichte geeinigt. Der Mensch namens Christus wurde sicherlich nicht an diesem Tag geboren.
Aber egal, unsere Weihnachtszeit ist und bleibt eine schöne und besinnliche Zeit und sollte nicht abgeschafft werden !
Frohe Festtage an Jedermann :)
Ein unglaublicher Wandel. Bis bis 311 wurden die Christen im römischen Staat verfolgt (Hinrichtungen und Deportationen) und 380 wird ihr Glauben zu einer Staatsreligion erhoben.
Ich gehöre zu den Menschen, die es entschieden zurückweisen, wenn die Kirchen vorgeben, alles Gute und Positive sei von ihnen initiiert und ohne sie auch gar nicht möglich.
Einmal im Jahr Nächstenliebe, Ruhe und Friedlichkeit wäre mir ohnehin zu wenig.
Erholsame Urlaubstage!
da es die konjunkturstärkste Zeit des Jahtres ist, mehr oder weniger ein eigenes Quartal darstellt. Deshalb feiern wir Weihnachten, oder sollte ich liber sagen di Konzerne feiern.
Weihnachten wird doch immer mehr auf Geschenke reduziert, weniger auf Gemeinsamkeit & co.
Von jemandem, der sich zwar auch auf seine Geschenke freut, der aber nicht erwartet, dass sie eine größere Summe gekostet haben.
Meines Wissens idt der geschichtliche Sachverhalt etwa folgender: Ursprünglich wurde Christi Geburt am 06.01. gefeiert. Am 25.12. fand aber immer noch das Fest der Saturnalien statt, dass immer von großen Ausschweifungen begleitet war. Um dem ein Ende zusetzen und den Vorrang des Christentums durchzusetzen, wurde Weihnachten im frühen Mittelalter per Dekret auf den 25.12. verlegt. Schon war Schluss mit den heidnischen Orgien.
Haben Sie irgend welche Beweise, die ihre Aussage stützen?
Die Wissenschaftler wissen ja noch nicht mal in welchem Jahr Jesus genau geboren wurde. Da damals Geburtstage noch nicht so wichtig waren hat es auch kein Biblischer Schreiber übermittelt.
Haben Sie irgend welche Beweise, die ihre Aussage stützen?
Die Wissenschaftler wissen ja noch nicht mal in welchem Jahr Jesus genau geboren wurde. Da damals Geburtstage noch nicht so wichtig waren hat es auch kein Biblischer Schreiber übermittelt.
"Dabei ist Feiern evolutionsbiologisch betrachtet eine reine Verschwendung von Zeit und Ressourcen – mit dem Kampf ums Überleben hat es schließlich nichts gemein."
Aha, die ZEIT, ihres Zeichens Fachblatt für Evolutionsbiologie, erklärt mir also, dass gemeinsames Feste feiern kein Beitrag zur Lebensbewältigung und -gestaltung sind.
Und noch ein Zitat:
"Heute sprechen Statistiker von gut zwei Milliarden Christen weltweit. Eine stattliche Zahl, wenn man bedenkt, dass der römische Kaiser Theodosius das Christentum erst im 4. Jahrhundert endgültig zur Staatsreligion erklärt und die Ausübung anderer Religionen verboten hat. Wer sich widersetzte, dem drohte die Todesstrafe."
Die zweitgrößte Religion ist der Islam mit 1,1 bis 1,5 Mrd. Angehörigen - eine stattliche Zahl, wenn man 600 nach Christi Geburt (ich meinte natürlich nach unserer Zeitrechnung, n. u. Z.) als ungefähre Entstehungszeit festlegt.
Quelle: Wikipedia; da wird auch auf die Fragwürdigkeit der Erhebung von Religionszugehörigkeit hingewiesen.
http://de.wikipedia.org/w...
Was für eine Kompetenz, was für ein sinnvoller Beitrag - vielen Dank und frohe Weihnachten!
Haben Sie irgend welche Beweise, die ihre Aussage stützen?
Die Wissenschaftler wissen ja noch nicht mal in welchem Jahr Jesus genau geboren wurde. Da damals Geburtstage noch nicht so wichtig waren hat es auch kein Biblischer Schreiber übermittelt.
Ergänzend zu dem, was ich aus dem Gedächtnis geschrieben habe, noch folgende Information aus Meyers Enzyklopädie: Christi Geburt wird seit 354 n.Chr. am 25.12. gefeiert. Korrigierend möchte ich anmerken, dass der bis dahin als "Hauptfesttag" begangene 06.01 die Epiphanie feiert.
Geburtstage waren übrigens schon zu Römischer Zeit wichtig. So habe ich z.B. im Metropolitan Musium in NYC eine ganze Reihe von Grabsteinen gesehen, bei denen das Alter der Verstorbenen auf den Tag genau berechnet ist.
Frohe Weihnachten
Ergänzend zu dem, was ich aus dem Gedächtnis geschrieben habe, noch folgende Information aus Meyers Enzyklopädie: Christi Geburt wird seit 354 n.Chr. am 25.12. gefeiert. Korrigierend möchte ich anmerken, dass der bis dahin als "Hauptfesttag" begangene 06.01 die Epiphanie feiert.
Geburtstage waren übrigens schon zu Römischer Zeit wichtig. So habe ich z.B. im Metropolitan Musium in NYC eine ganze Reihe von Grabsteinen gesehen, bei denen das Alter der Verstorbenen auf den Tag genau berechnet ist.
Frohe Weihnachten
Ergänzend zu dem, was ich aus dem Gedächtnis geschrieben habe, noch folgende Information aus Meyers Enzyklopädie: Christi Geburt wird seit 354 n.Chr. am 25.12. gefeiert. Korrigierend möchte ich anmerken, dass der bis dahin als "Hauptfesttag" begangene 06.01 die Epiphanie feiert.
Geburtstage waren übrigens schon zu Römischer Zeit wichtig. So habe ich z.B. im Metropolitan Musium in NYC eine ganze Reihe von Grabsteinen gesehen, bei denen das Alter der Verstorbenen auf den Tag genau berechnet ist.
Frohe Weihnachten
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