Kultusministerkonferenz Der Bachelor soll atmen

Die Kultusminister haben bei ihrer Sitzung in Bonn Beschlüsse gefasst – doch der Zugang zum Master für alle ist noch nicht gesichert. Die Kritik hält an.

Mehr als 3000 Studenten protestierten am Donnerstag in Bonn gegen die Bologna-Reformen

Mehr als 3000 Studenten protestierten am Donnerstag in Bonn gegen die Bologna-Reformen

Ein achtsemestriger Bachelor für alle, danach ein viersemestriger Master für jeden, der will – zu solchen radikalen Änderungen, wie sie in der Debatte um die Bachelorstudiengänge zu hören sind, haben sich die Kultusminister bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Bonn erwartungsgemäß nicht durchgerungen.

Am Sitzungsort demonstrierten nach Angaben der Polizei mehr als 3000 Studierende. Die Kultusminister wollten aber keinen "grundlegenden Kurswechsel", sondern die Korrektur von "Fehlentwicklungen", wie sie schon im Vorfeld erklärt hatten.

Mit Vertretern der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) einigten sie sich am Donnerstag auf Punkte, die das Studium "studierbarer" machen sollen. Die Module (also die im Bachelor verlangte Zusammenfassung von Lehrveranstaltungen zu Sinneinheiten) sollen "grundsätzlich" nur mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Module sollen nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) nicht zu kleinteilig gestaltet sein, weil das zu mehr Prüfungen führt, sondern den Studierenden mindestens sechs Leistungspunkte bringen.

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Die Arbeitsbelastung der Studierenden soll überprüft werden, "um ein realistisches und vertretbares Maß zu gewährleisten" – ob die KMK die am Donnerstag von ihr diskutierte Flexibilisierung der Arbeitsbelastung mit einem neuen Übergang von 25 bis 30 Stunden pro Leistungspunkt beschließt, stand bis zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die HRK und KMK wollen sich auch dafür einsetzen, "die Anerkennung von Prüfungsleistungen zwischen den Hochschulen national und international zu vereinfachen, um die Mobilität der Studierenden zu gewährleisten". Außerdem sollen die Länder keine von den allgemeinen KMK-Vorgaben abweichenden Regelungen treffen, "die die Gestaltungsfreiheit der Hochschulen einengen".

Die KMK macht auch die Akkreditierungsagenturen auf ihre Aufgabe aufmerksam: Sie müssten prüfen und bestätigen, ob die Hochschulen in den Studiengängen für Studierbarkeit "unter Einbeziehung des Selbststudiums" gesorgt haben, dazu gehört auch die Einplanung von "Mobilitätsfenstern" für Auslandsaufenthalte und Praktika.

Die KMK weist außerdem ausdrücklich darauf hin, dass ein Bachelor seit jeher nicht nur sechs Semester dauern darf, sondern es den Hochschulen durchaus freisteht, auch sieben oder acht Semester dafür einzuplanen. Eine neue Vorgabe, mit der die Hochschulen dazu gezwungen werden, mehr längere Bachelor-Studiengänge anzubieten, machen die Kultusminister aber nicht.

Zu einem der größten Reizthemen – der Bachelor ist nach Auffassung der KMK derjenige Abschluss, mit dem die meisten Studierenden die Hochschule verlassen – äußern sich die Kultusminister nicht. Die HRK hatte im Vorfeld gefordert, die KMK solle "auf die Leitvorstellung des Bachelor als Regelabschluss und des Master als Ausnahme verzichten". Auch hatte die HRK scharf kritisiert, in vielen Ländern würde der Zugang zum Master über knappe Kapazitäten geregelt. Vielerorts stünden nur 50 Prozent der Kapazität bereit, die für das Bachelorstudium vorgesehen ist.

Die KMK und die HRK halten gleichwohl fest, Kritikpunkte der Studierenden zum Bologna-Prozess seien nun aufgenommen worden, so dass "es an der Zeit ist, wieder zu einem geregelten Studienbetrieb überzugehen".

Die Kritik ebbt jedoch nicht ab. Als "völlig unzureichend" bezeichnete Lara Wolf, Sprecherin der protestierenden an der Humboldt-Universität, die Reformvorschläge der KMK. Sie missachteten die studentische Forderungen, den Master zum Regelabschluss zu machen. Die Studierenden lehnten auch eine Erhöhung der Regelstudienzeit im Bachelor zulasten des Masterstudiums ab; die gesamte Studienzeit müsse verlängert werden. Die KMK habe zudem studentische Forderungen nach einer Demokratisierung der Hochschulen und nach ihrer sozialen Öffnung ignoriert.

Die GEW verlangte einen Rechtsanspruch auf Zulassung zum Master für alle Bachelorabsolventen. Auch müssten die Länder den Hochschulen mehr Geld für Personal geben.

Bei der Überarbeitung der Studiengänge dürften sich Länder und Hochschulen nicht auf die Akkreditierungsagenturen verlassen, mahnt die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Anja Schillhaneck. Diese hätten Studiengänge mit wenig Wahlfreiheit und strikte Regelstudienzeiten selbst geplant oder zugelassen und seien nicht geeignet, sie jetzt zu liberalisieren.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat den Verbund der neun großen Technischen Universitäten (TU 9) scharf kritisiert. Die TU 9 hatten sich mit den protestierenden Studenten solidarisiert und Wirtschaft und Politik für Fehler der Studienreform verantwortlich gemacht. Durch ihr Festhalten am Ingenieurs-Diplom und an der Trennung von Theorie Praxis hätten die Technischen Universitäten die Probleme selbst geschaffen, die sie jetzt beklagten, erklärte Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.12.2009)

 
Leser-Kommentare
    • ofx83
    • 11.12.2009 um 12:46 Uhr

    Eine bzw. die konkrete Forderung der Studenten war der Master als Regelabschluss.

    Der Bachelor ist in vielen Berufen nicht berufsqualifizierend. Mit einem Bachelor kann man i.d.R weder Lehrer, Architket, Psychologe,Biologe, Chemiker etc. werden.
    Kein Mensch will sich doch von einem Bachelor behandeln, unterrichten oder sich gar ein Haus von solch einem Absolventen planen lassen... das zeigt doch den Wert solch eines Studiums. Der Bachelor führt hier also für viele Studenten zwangsläufig in die Sackgasse.

    Der Bachelor ist eine "bessere" Berufsausbildung und macht in Deutschland, das ein System der dualen Berufsaubsildung hat, wenig Sinn(anders als in den USA).

    Den Master gibt es nur für die Besten, d. h. der Großteil der Studenten darf nicht weitermachen(so ist es gedacht).
    Das spart Geld!(Deshalb will man den Bachelor als Regelabschluss)

    Nicht einmal wurde verbindlich festgelegt den Bachelor auf 8 Semester auszuweiten, um Zeit für Praktika, Nebenjobs, Auslandsaufenthalte, soziale Engagements zu gewährleisten.

    Der Bachelor kann sinnvoll sein(um arbeiten zu gehen, berufsbegleitener Master, den Hoschulsstandort zu wechseln, die Spezialisierung anders zu setzen, Internationale Abschlüsse etc.). Doch als Regelabschluss taugt er meist nichts,

    ...der Master(Diplom) sollte der Regelabschluss sein".

    Halbfertige Akademiker bringen auf lange Sicht, weder dem Bildungsstandort Deutschland noch dem Fiskus hohe Erträge.

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    Immer dieser alberne Vergleich des Bachelors mit der dualen Berufsausbildung, im Übrigen (zumindest in meinem Bekanntenkreis) meistens von Leuten vorgenommen, die nie eine Berufsschule von innen gesehen haben. Der Bachelor hat in Wirklichkeit so wenig mit einer dualen Berufsausbildung zu tun wie ein Schäferhund mit Atomphysik, vielmehr ist er eher eine Adaption des früheren FH-Diploms auch auf Universitätsstudiengänge. Auf den Fachhochschulen wurden übrigens auch damals schon Architekten in acht Semestern Regelstudienzeit ausgebildet, dass wäre ja prinzipiell nach den gesetzlichen Regelungen auch im Bologna-System möglich (und warum in diesem Fall der Bachelor-Absolvent schlechter sein sollte als derjenige mit FH-Diplom, erschließt sich meinem möglicherweise nicht ausreichendem gesunden Menschenverstand nicht). Es ist auch ein Mythus, dass es außerhalb Deutschlands neben einer akademischen keine andere Form von Ausbildung gibt, es gibt lediglich i.d.R. keine DUALE Berufsausbildung. In den USA gibt es aber (ähnlich wie in anderen Ländern) haufenweise schulische, nicht akademische Ausbildungen, z.B. die sog. "Community Colleges" (wobei die Abgrenzung zwischen akademischer und nicht akademischer Ausbildung hier weniger streng ist). Nicht zu vergessen ist zudem, dass es gerade im angelsächsischem Raum eine größere Tradition des "Training on the Job" gibt, dass ist auch eine Form von Ausbildung, halt nur weniger formalisiert als in Deutschland.

    Immer dieser alberne Vergleich des Bachelors mit der dualen Berufsausbildung, im Übrigen (zumindest in meinem Bekanntenkreis) meistens von Leuten vorgenommen, die nie eine Berufsschule von innen gesehen haben. Der Bachelor hat in Wirklichkeit so wenig mit einer dualen Berufsausbildung zu tun wie ein Schäferhund mit Atomphysik, vielmehr ist er eher eine Adaption des früheren FH-Diploms auch auf Universitätsstudiengänge. Auf den Fachhochschulen wurden übrigens auch damals schon Architekten in acht Semestern Regelstudienzeit ausgebildet, dass wäre ja prinzipiell nach den gesetzlichen Regelungen auch im Bologna-System möglich (und warum in diesem Fall der Bachelor-Absolvent schlechter sein sollte als derjenige mit FH-Diplom, erschließt sich meinem möglicherweise nicht ausreichendem gesunden Menschenverstand nicht). Es ist auch ein Mythus, dass es außerhalb Deutschlands neben einer akademischen keine andere Form von Ausbildung gibt, es gibt lediglich i.d.R. keine DUALE Berufsausbildung. In den USA gibt es aber (ähnlich wie in anderen Ländern) haufenweise schulische, nicht akademische Ausbildungen, z.B. die sog. "Community Colleges" (wobei die Abgrenzung zwischen akademischer und nicht akademischer Ausbildung hier weniger streng ist). Nicht zu vergessen ist zudem, dass es gerade im angelsächsischem Raum eine größere Tradition des "Training on the Job" gibt, dass ist auch eine Form von Ausbildung, halt nur weniger formalisiert als in Deutschland.

  1. Ein Teil ist nun geklärt ein anderer "Hauptgrund" der Proteste wird ignoriert.
    Ich kann den Studenten nur raten weiter zu machen.

    Kompromisse müssen wir alle treffen aber Forderungen sollten konkrekt mit ja oder nein oder so machen wir es und so nicht und nicht mit einem "das machen wir weil wir es können" "das machen wir mal nicht und schieben es zur Seite" beantwortet werden.

    • tee-
    • 11.12.2009 um 14:05 Uhr

    Die KMK und die Mediendarstellung (z.B. Tagegesschau) sind eine Unverschämtheit!
    Zu sagen, dass die Studentenproteste erfolgreich waren, ist ein Tritt in das Gesicht eines jeden Studenten, der seit über einem Monat friedlich für eine Veränderung kämpft!
    Andererseits ist es ein eindeutiges Zeichen für alle Protestierenden genau jetzt NICHT nachzulassen. Und es würde auch garnicht gehen, weil wir jetzt erst recht wütend werden!

  2. Es tut mir leid, als Student kann ich diese Forderung so ohne Einschränkungen leider nicht nachvollziehen. Master für alle, ja, aber nur, wenn sie auch dazu fähig sind. Ob man jetzt diese Befähigung über die Bachelornote oder spezielle Aufnahmeprüfungen feststellt, ist mir gleich. Und wenn von 100 Bewerbern alle gut genug sind, sollen auch alle ihren Studienplatz bekommen.
    Ich sehe bloß nicht ein, dass jemand, der bereits im Bachelor nur mit Hängen und Würgen seinen Abschluss geschafft hat, unbedingt noch einen draufsetzen muss. Und ob man damit diesen Leuten einen Gefallen tut, finde ich sehr fraglich.

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    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:28 Uhr

    zu Kommentar 4)

    Was ist den die Befähigung für ein Masterstudium? Eine Befähigung erlangt man durch einen Abschluss. Ein Student der sich den Master nicht zutraut, wird nach dem Bachelor auch so aussteigen. Man sollte jedem der das Potential hat, auch ermöglichen diesen Abschluss machen zu können(nicht zu verwechseln mit verschenken!). Ein Student der zu schlecht ist, schafft den Master eh nicht.

    Noten und Auswahltests sind abhängig von Dozent, Hochschule, Engagement, Studienfach, Tagesform, sozialer Situation, Geld, Interesse etc.). Eine "gerechte" Auswahl durch nur ein Kriterium(sei es Note oder Auswahltest) zu tätigen, ist mit einem Kriterium nicht möglich.

    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:50 Uhr

    zu Kommentar 5) Ich habe sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Bachelorstudium absolviert. Derzeit befinde ich mich im Masterstudium. Es war natürlich etwas provokativ von mir, den Bachelor mit einer Berufsausbildung zu vergleichen. Der Schwierigkeitsgrad war/ist was den Lernstoff betrifft, im Studium um einiges höher.

    Dennoch liegt der Bachelor Abschluss schon aufgrund seiner Studiendauer nah an einer Berufsausbildung. Der Bachelor enthält kaum Platz für Vertiefungen und ist eher ein "Studium generale". Der Abschluss ist nichts halbes und nicht ganzes...

    Gerade die Spezialisierung innerhalb eines Studienfachs erfolgt erst im Master. Vor die Wahl gestellt, zwischen einem Diplomer, Master, Bachelor wird ein AG immer einen Diplomer(Master) bevorzugen.

    Der Diplomant(Master) hat ein tieferes Wissen, ein klarer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Hinzu kommt wie bereits geschrieben das man mit einem Bachelor nicht Lehrer, etc. werden kann.
    Hier ist der Bachelor in meinen Augen nichts anderes als ein Selektionsinstrument der Hochschulen um "Zwangesexmatrikulationen" vornehmen zu können.

    Die Angst mein Studium nicht abschließen(Diplom=Master) zu dürfen, begleitete mich bis zur Zulassung zum Master.

    An meiner Uni(ca. 35 Prozent der Bachelorabsolventen konnten einen Master anschließen) konnten die wenigsten den Master machen.

    Viele dieser Studenten waren nicht wesentlich schlechter als ich, wenn überhaupt. Natürlich gut für mich, aber für "sozial" vertretbar halte ich das kaum.

    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:28 Uhr

    zu Kommentar 4)

    Was ist den die Befähigung für ein Masterstudium? Eine Befähigung erlangt man durch einen Abschluss. Ein Student der sich den Master nicht zutraut, wird nach dem Bachelor auch so aussteigen. Man sollte jedem der das Potential hat, auch ermöglichen diesen Abschluss machen zu können(nicht zu verwechseln mit verschenken!). Ein Student der zu schlecht ist, schafft den Master eh nicht.

    Noten und Auswahltests sind abhängig von Dozent, Hochschule, Engagement, Studienfach, Tagesform, sozialer Situation, Geld, Interesse etc.). Eine "gerechte" Auswahl durch nur ein Kriterium(sei es Note oder Auswahltest) zu tätigen, ist mit einem Kriterium nicht möglich.

    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:50 Uhr

    zu Kommentar 5) Ich habe sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Bachelorstudium absolviert. Derzeit befinde ich mich im Masterstudium. Es war natürlich etwas provokativ von mir, den Bachelor mit einer Berufsausbildung zu vergleichen. Der Schwierigkeitsgrad war/ist was den Lernstoff betrifft, im Studium um einiges höher.

    Dennoch liegt der Bachelor Abschluss schon aufgrund seiner Studiendauer nah an einer Berufsausbildung. Der Bachelor enthält kaum Platz für Vertiefungen und ist eher ein "Studium generale". Der Abschluss ist nichts halbes und nicht ganzes...

    Gerade die Spezialisierung innerhalb eines Studienfachs erfolgt erst im Master. Vor die Wahl gestellt, zwischen einem Diplomer, Master, Bachelor wird ein AG immer einen Diplomer(Master) bevorzugen.

    Der Diplomant(Master) hat ein tieferes Wissen, ein klarer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Hinzu kommt wie bereits geschrieben das man mit einem Bachelor nicht Lehrer, etc. werden kann.
    Hier ist der Bachelor in meinen Augen nichts anderes als ein Selektionsinstrument der Hochschulen um "Zwangesexmatrikulationen" vornehmen zu können.

    Die Angst mein Studium nicht abschließen(Diplom=Master) zu dürfen, begleitete mich bis zur Zulassung zum Master.

    An meiner Uni(ca. 35 Prozent der Bachelorabsolventen konnten einen Master anschließen) konnten die wenigsten den Master machen.

    Viele dieser Studenten waren nicht wesentlich schlechter als ich, wenn überhaupt. Natürlich gut für mich, aber für "sozial" vertretbar halte ich das kaum.

  3. 5.

    Immer dieser alberne Vergleich des Bachelors mit der dualen Berufsausbildung, im Übrigen (zumindest in meinem Bekanntenkreis) meistens von Leuten vorgenommen, die nie eine Berufsschule von innen gesehen haben. Der Bachelor hat in Wirklichkeit so wenig mit einer dualen Berufsausbildung zu tun wie ein Schäferhund mit Atomphysik, vielmehr ist er eher eine Adaption des früheren FH-Diploms auch auf Universitätsstudiengänge. Auf den Fachhochschulen wurden übrigens auch damals schon Architekten in acht Semestern Regelstudienzeit ausgebildet, dass wäre ja prinzipiell nach den gesetzlichen Regelungen auch im Bologna-System möglich (und warum in diesem Fall der Bachelor-Absolvent schlechter sein sollte als derjenige mit FH-Diplom, erschließt sich meinem möglicherweise nicht ausreichendem gesunden Menschenverstand nicht). Es ist auch ein Mythus, dass es außerhalb Deutschlands neben einer akademischen keine andere Form von Ausbildung gibt, es gibt lediglich i.d.R. keine DUALE Berufsausbildung. In den USA gibt es aber (ähnlich wie in anderen Ländern) haufenweise schulische, nicht akademische Ausbildungen, z.B. die sog. "Community Colleges" (wobei die Abgrenzung zwischen akademischer und nicht akademischer Ausbildung hier weniger streng ist). Nicht zu vergessen ist zudem, dass es gerade im angelsächsischem Raum eine größere Tradition des "Training on the Job" gibt, dass ist auch eine Form von Ausbildung, halt nur weniger formalisiert als in Deutschland.

    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:28 Uhr
    6.

    zu Kommentar 4)

    Was ist den die Befähigung für ein Masterstudium? Eine Befähigung erlangt man durch einen Abschluss. Ein Student der sich den Master nicht zutraut, wird nach dem Bachelor auch so aussteigen. Man sollte jedem der das Potential hat, auch ermöglichen diesen Abschluss machen zu können(nicht zu verwechseln mit verschenken!). Ein Student der zu schlecht ist, schafft den Master eh nicht.

    Noten und Auswahltests sind abhängig von Dozent, Hochschule, Engagement, Studienfach, Tagesform, sozialer Situation, Geld, Interesse etc.). Eine "gerechte" Auswahl durch nur ein Kriterium(sei es Note oder Auswahltest) zu tätigen, ist mit einem Kriterium nicht möglich.

    Antwort auf "Master für alle?"
    • ofx83
    • 11.12.2009 um 17:50 Uhr
    7.

    zu Kommentar 5) Ich habe sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Bachelorstudium absolviert. Derzeit befinde ich mich im Masterstudium. Es war natürlich etwas provokativ von mir, den Bachelor mit einer Berufsausbildung zu vergleichen. Der Schwierigkeitsgrad war/ist was den Lernstoff betrifft, im Studium um einiges höher.

    Dennoch liegt der Bachelor Abschluss schon aufgrund seiner Studiendauer nah an einer Berufsausbildung. Der Bachelor enthält kaum Platz für Vertiefungen und ist eher ein "Studium generale". Der Abschluss ist nichts halbes und nicht ganzes...

    Gerade die Spezialisierung innerhalb eines Studienfachs erfolgt erst im Master. Vor die Wahl gestellt, zwischen einem Diplomer, Master, Bachelor wird ein AG immer einen Diplomer(Master) bevorzugen.

    Der Diplomant(Master) hat ein tieferes Wissen, ein klarer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Hinzu kommt wie bereits geschrieben das man mit einem Bachelor nicht Lehrer, etc. werden kann.
    Hier ist der Bachelor in meinen Augen nichts anderes als ein Selektionsinstrument der Hochschulen um "Zwangesexmatrikulationen" vornehmen zu können.

    Die Angst mein Studium nicht abschließen(Diplom=Master) zu dürfen, begleitete mich bis zur Zulassung zum Master.

    An meiner Uni(ca. 35 Prozent der Bachelorabsolventen konnten einen Master anschließen) konnten die wenigsten den Master machen.

    Viele dieser Studenten waren nicht wesentlich schlechter als ich, wenn überhaupt. Natürlich gut für mich, aber für "sozial" vertretbar halte ich das kaum.

    Antwort auf "Master für alle?"
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    Eine Promotion dauert auch ca 3 Jahre, liegt also auch in der Nähe einer Berufsausbildung...

    Ich befinde mich mittlerweile im Masterstudium, habe aber im Erststudium ein Diplom an einer Musikhochschule erworben, soll heißen, ich bin sowohl mit extrem strengen Aufnahmeprüfungen als auch mit dem Prüfungsstress des BA/MA gut vertraut.
    Aus dieser Perspektive möchte ich Folgendes anmerken: In der Regel werden auch von den Studenten selbst Aufnahmeprüfungen als Qualitätsmerkmal betrachtet. Unter anderem die Musikhochschulen haben schon recht früh begriffen, dass es völlig utopisch ist, jeden unhinterfragt als Studenten anzunehmen. Es gibt sowohl zu wenig Ressourcen für die Lehre, als auch bei weitem nicht genügend Stellen auf dem Arbeitsmarkt für die Absolventen. Also muss man die Zahl der Studenten wohl oder übel begrenzen. Die Folge dieser Selektion ist jedoch, dass erstens die Studenten hoch motiviert sind und sie zweitens eine international äußerst konkurrenzfähige Ausbildung erhalten.
    Selektion ist an und für sich nichts Böses, über kurz oder lang findet sie immer statt. Natürlich kann man sich auch aus der Verantwortung stehlen und sie dem Arbeitsmarkt überlassen, aber dann verlieren alle: die Absolventen, die gerade mal so ihren Abschluss geschafft haben, und aufgrund von Überkapazitäten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, die Studenten an den Unis, die wegen zu hoher Auslastung der Seminare schlechte Studienbedingungen haben, und auch die Gesellschaft, die Geld in Ausbildung von Personen steckt, die besser andere Berufsziele gewählt hätten.

    Eine Promotion dauert auch ca 3 Jahre, liegt also auch in der Nähe einer Berufsausbildung...

    Ich befinde mich mittlerweile im Masterstudium, habe aber im Erststudium ein Diplom an einer Musikhochschule erworben, soll heißen, ich bin sowohl mit extrem strengen Aufnahmeprüfungen als auch mit dem Prüfungsstress des BA/MA gut vertraut.
    Aus dieser Perspektive möchte ich Folgendes anmerken: In der Regel werden auch von den Studenten selbst Aufnahmeprüfungen als Qualitätsmerkmal betrachtet. Unter anderem die Musikhochschulen haben schon recht früh begriffen, dass es völlig utopisch ist, jeden unhinterfragt als Studenten anzunehmen. Es gibt sowohl zu wenig Ressourcen für die Lehre, als auch bei weitem nicht genügend Stellen auf dem Arbeitsmarkt für die Absolventen. Also muss man die Zahl der Studenten wohl oder übel begrenzen. Die Folge dieser Selektion ist jedoch, dass erstens die Studenten hoch motiviert sind und sie zweitens eine international äußerst konkurrenzfähige Ausbildung erhalten.
    Selektion ist an und für sich nichts Böses, über kurz oder lang findet sie immer statt. Natürlich kann man sich auch aus der Verantwortung stehlen und sie dem Arbeitsmarkt überlassen, aber dann verlieren alle: die Absolventen, die gerade mal so ihren Abschluss geschafft haben, und aufgrund von Überkapazitäten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, die Studenten an den Unis, die wegen zu hoher Auslastung der Seminare schlechte Studienbedingungen haben, und auch die Gesellschaft, die Geld in Ausbildung von Personen steckt, die besser andere Berufsziele gewählt hätten.

  4. 8.

    Eine Promotion dauert auch ca 3 Jahre, liegt also auch in der Nähe einer Berufsausbildung...

    Antwort auf "Kommentar Nr. 7"
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    • OneDay
    • 11.12.2009 um 20:24 Uhr

    Abitur braucht man nur 2 Jahre (Klasse 12 13 bzw. 11 12)
    oder wie rechnen sie?
    Wer promoviert hat in seinem Fach meist schon 5 Jahre
    Studium in seinem Fachbereich hinter sich.

    Aus meiner Sicht gibts 2 Optionen: Den Bachelor auf 8 Jahre
    verlängern - vllt. auch mit einjährigen Master - oder
    für jeden Bachelorabsolventen einen Masterplatz zur Verfügung stellen.
    Alles andere wäre aus bildungspolitischer Sicht Irrsinn.

    Ist mir schon bewusst, dass niemand direkt nach dem Abitur promoviert und war auch nicht ernst gemeint.
    Ich bin allerdings der Meinung, eine Berufsaubildung mit dem BA zu vergleichen, nur aufgrund derselben Ausbildungsdauer, entbehrt jeder gemachten Erfahrung meinerseits.für eine (von sieben pro Semester)größere Prüfung (bzgl. Creditanzahl) im BA muss ich mehr Lernzeit aufwenden als für meine Abschlussprüfung Industriekaufmann, in der Stoff aus drei Jahren abgefragt wurde.

    Der Bachelor hat zumindest an FH`s bereits recht oft 7 Semester (ich denke mal das wollten Sie schreiben), wobei dann ein Praxissemester eingeplant ist.
    Auch wenn ich selbst keinen (Vollzeit)Master anstrebe, gebe ich Ihnen dabei recht, die Möglichkeit muss für jeden gegeben sein.
    Allerdings wird aus meiner Sicht der Bachelor momentan zu sehr kleingeredet. Wer eine durchschnittliche Akademikerposition in einem Unternehmen anstrebt, ist aus meinr Sicht mit dem Bachelor darauf (natürlich hochschulabhängig) bestens vorbereitet.
    Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte weitermachen. Aber wie hoch ist der Prozentsatz derer pro Jahrgang...

    • OneDay
    • 11.12.2009 um 20:24 Uhr

    Abitur braucht man nur 2 Jahre (Klasse 12 13 bzw. 11 12)
    oder wie rechnen sie?
    Wer promoviert hat in seinem Fach meist schon 5 Jahre
    Studium in seinem Fachbereich hinter sich.

    Aus meiner Sicht gibts 2 Optionen: Den Bachelor auf 8 Jahre
    verlängern - vllt. auch mit einjährigen Master - oder
    für jeden Bachelorabsolventen einen Masterplatz zur Verfügung stellen.
    Alles andere wäre aus bildungspolitischer Sicht Irrsinn.

    Ist mir schon bewusst, dass niemand direkt nach dem Abitur promoviert und war auch nicht ernst gemeint.
    Ich bin allerdings der Meinung, eine Berufsaubildung mit dem BA zu vergleichen, nur aufgrund derselben Ausbildungsdauer, entbehrt jeder gemachten Erfahrung meinerseits.für eine (von sieben pro Semester)größere Prüfung (bzgl. Creditanzahl) im BA muss ich mehr Lernzeit aufwenden als für meine Abschlussprüfung Industriekaufmann, in der Stoff aus drei Jahren abgefragt wurde.

    Der Bachelor hat zumindest an FH`s bereits recht oft 7 Semester (ich denke mal das wollten Sie schreiben), wobei dann ein Praxissemester eingeplant ist.
    Auch wenn ich selbst keinen (Vollzeit)Master anstrebe, gebe ich Ihnen dabei recht, die Möglichkeit muss für jeden gegeben sein.
    Allerdings wird aus meiner Sicht der Bachelor momentan zu sehr kleingeredet. Wer eine durchschnittliche Akademikerposition in einem Unternehmen anstrebt, ist aus meinr Sicht mit dem Bachelor darauf (natürlich hochschulabhängig) bestens vorbereitet.
    Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte weitermachen. Aber wie hoch ist der Prozentsatz derer pro Jahrgang...

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