Die Silikon-Haihaut verringert den Unterwasserbewuchs um fast 70 Prozent
Den Bauplan der Haihaut-Zähnchen hat die Forscherin übernommen und daraus eine künstliche Silikonhaut entwickelt. "Wenn man sich die anschaut, erkennt man nicht mehr, dass der Hai das Vorbild war, so komplett anders sieht sie aus", sagt Mühlenbruch. "In der Bionik übernehmen wir nur das Prinzip, im Fall der Haihaut die Beweglichkeit und die Mikrostrukturen." Zwar entspricht die Mikrostruktur nicht den strömungsgünstig ausgerichteten Rillen der Originale, aber auch eine ungeordnete Struktur erfüllt denselben Zweck und das mit Erfolg. Die neu entwickelte Silikonschicht verringert den Unterwasserbewuchs um fast 70 Prozent. Die heutigen TBT-Alternativen erreichen kaum bessere Antifouling-Effekte.
Seit diesem Jahr ist die künstliche Haifischhaut im Handel und zahlreiche Sportbooteigner haben sie bereits getestet. Andreas Woyda, Entwicklungsmanager bei Vosschemie in Uetersen, die den neuartigen Anstrich herstellt und vermarktet, sagt: "Für den Start sind wir durchweg überrascht, dass das Produkt so gut angenommen wird. Allerdings haben wir sehr unterschiedliche Resonanz bekommen." Kunden, die ihre Boote häufig fahren und sie in Häfen mit hohem Bewuchsrisiko liegen haben, waren durchweg sehr zufrieden. Vom Fouling blieben nur die Schiffe nicht verschont, die die meiste Zeit vertäut in den Marinas lagen. "Die Organismen können sich an dem Unterwasseranstrich aber nicht fest anheften", sagt Woyda. "Sie sind sehr leicht zu entfernen."
Die künstliche Haifischhaut muss alle zwei Jahre erneuert werden und die Bootseigner können sie selbst auftragen. Für den Anstrich von hundert oder dreihundert Meter langen Frachtern ist die Methode noch nicht praktikabel. "Im Moment arbeiten wir daran, das zu ändern", sagt Mühlenbruch eines der aktuellen Ziele ihrer Forschungsarbeit. "Denn das ist der große Markt, wo derzeit noch viele Gifte in viel höheren Konzentrationen als im Sportbootbereich verwendet werden." Die umweltfreundliche Kunsthaut könnte dann den toxischen Angriff auf Muscheln und Seepocken überflüssig machen.
- Datum 11.01.2010 - 10:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Herrn Hans-J. Neubert
Sehr geehrter Herr Neubert
Einer der Entwickler dieses bionischen silikonbasierten
haihautähnlichen Schiffsüberzuges, der Doktorand Ralf Liedert von der Uni Bremen hat selbst bestätigt, daß diese
Technik nur 67 % Schutz gegen Biofouling liefert. Der Rest wird unweigerlich bewachsen. Ferner liegt uns eine Diplomarbeit von Herrn Cesary Afeltowicz vor welche genau die ökonomischen Nachteile solcher Beschichtung auflistet:
- Zu kompliziert in der Applikation
- Sehr schwierige Reparatur
- Hohe Investitionskosten welche nur Militär tragen kann
- Sehr wenig profitabel & sehr späte Amortisierung
Die bessere Technik, welche immer mehr favorisiert wird:
Ultrasonic Antifouling, oder Ultraschall Algenvernichtung
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Mit freundl.Gruß: G. Paulos
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