Nobelpreise Preisverleihung in Stockholm

Glasfaserkabel, Speicherchips, Grundbausteine des Alterns und Protein-Fabriken: In Stockholm werden die Gewinner der Nobelpreise 2009 für ihre Forschung ausgezeichnet.

Wie jedes Jahr werden am 10. Dezember in der Stockholmer Konzerthalle die Nobelpreise verliehen

Wie jedes Jahr werden am 10. Dezember in der Stockholmer Konzerthalle die Nobelpreise verliehen

König Carl XVI Gustaf von Schweden ehrt am Donnerstagnachmittag in Stockholm die Nobelpreisträger 2009. Die Verleihung findet jährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, statt.

In der Stockholmer Konzerthalle werden die Gewinner mit einer Medaille und einer Urkunde ausgezeichnet. Anschließend beginnt das Nobelbankett zu Ehren der Forscher, das seit 1930 mit wenigen Ausnahmen im Rathaus abgehalten wird.

Ein Pflichtteil der Nobelwoche, die bis Sonntag andauert, hat bereits stattgefunden: So hielten die Gewinner des Medizin-Nobelpreises am Montag ihre Vorlesung am Karolinska-Institut. Am Tag darauf sprachen die Gewinner der Nobelpreise in Physik und Chemie in der Aula Magna der Stockholmer Universität.

Dieses Jahr gingen die Nobelpreise an je drei Forscher auf den Gebieten der Physik, Chemie und Physiologie oder Medizin. Sie teilen sich somit auch das Preisgeld von umgerechnet einer Million Euro, das es für die Auszeichnungen gibt.

Der Nobelpreis für Physik geht zur Hälfte an den 75-jährigen Japaner Charles Kuen Kao für seine Erfindung leitfähiger Glasfaserkabel. Er ermöglichte die Informationswelt, wie wir sie heute kennen. Die andere Hälfte teilen sich die Amerikaner George Elwood Smith und Willard Sterling Boyle für die Erfindung eines lichtempfindlichen Halbleiter-Chips (CCD), der die Fotografie revolutionierte und die digitale Speicherung von Bildern möglich macht.

Venkatraman Ramakrishnan, Thomas Steitz und Ada Yonath bekommen zu gleichen Teilen den Chemie-Nobelpreis. Alle drei untersuchten die Struktur und Funktion von Ribosomen, den Protein-Fabriken der Zelle, in denen Erbinformationen in Eiweiße umgesetzt werden. Da es der Israelin Yonath gelang, die Kristallstruktur der Ribosomen durch Beschuss mit Röntgenstrahlen aufzuklären, wurde bekannt, dass die Molekül-Komplexe aus zwei Untereinheiten bestehen. Der US-Chemiker Steitz analysierte daraufhin die große Untereinheit und der in Indien geborene Amerikaner Ramakrishnan die kleine.

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Der Medizin-Nobelpreis geht an drei Amerikaner: Die Biologin Elisabeth Blackburn, den Molekularbiologen Jack Szostak und die Biologin Carol Greider, die einst Doktorandin bei Blackburn war. Die drei Spitzenforscher entdeckten in den achtziger Jahren das Enzym Telomerase. Dieses bildet die Schutzkappen an den Chromosomen-Enden, welche das Erbgut bei der Zellteilung vor Beschädigung schützen.

 
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