Störungen der Persönlichkeit Wenn die Gefühle außer Kontrolle geraten
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Mit dem Hirnscanner Persönlichkeitsstörungen auf der Spur

Studien zeigen aber inzwischen, dass das nicht allein an ihrem schwierigen Temperament liegt, sondern auch an schlimmen Erfahrungen, die sie von klein auf vor allem in der Familie machen mussten. Allenfalls ein Drittel der früh auffälligen Kinder bekommt später eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Weil sie soziale Normen und die Rechte anderer verletzen, landen Menschen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung häufig in Gefängnissen oder im Maßregelvollzug. Birgit Völlm von der Uni Nottingham vergleicht Insassen aus solchen Einrichtungen, bei denen eine antisoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde, mit Kontrollpersonen – und das auch mit der funktionellen Magnetresonanztomografie ("Hirnscanner").

Völlm fand heraus, dass antisoziale Persönlichkeitsstörungen in einem bestimmten Bereich des Stirnhirns, dem mittleren präfrontalen Kortex, weniger Hirnrinde besitzen. "Das könnte die verminderte Fähigkeit zum Hineinversetzen in andere erklären", sagte Völlm.

Das heißt nicht, dass antisoziale oder Borderline-Störungen zu den unveränderlichen Kennzeichen einer Person gehören. Die Bildgebung kann auch dazu dienen, Veränderungen zu objektivieren, die auf eine Therapie zurückgehen. "Es gibt mehrere wirksame Behandlungsprogramme, und sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie Elemente unterschiedlicher Psychotherapieschulen integrieren", berichtete Herpertz.

Gut untersucht ist etwa die Dialektisch-Behaviorale Therapie, für die Elemente der Verhaltenstherapie, der kognitiven und der Gestalttherapie verbunden werden. Und in der Schematherapie werden ungünstige, verfestigte Verhaltensweisen bearbeitet.

(Erschienen im Tagesspiegel)

 
Leser-Kommentare
  1. Stabilität des Verhaltens? Meines Wissens und meiner Erfahrung nach ist das zentrale Problem ja gerade die Instabilität des Verhaltens bei Menschen mit diesen Erkrankungen. Deshalb heißt es eigentlich auch "Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Typus Borderline". Schade, dass im Artikel so wenig auf die Ursachen eingegangen wird, und vor allem nicht erwähnt wird, dass meistens ein Kindheitstrauma, d.h. schwere Gewalterfahrungen oder Belastungen in der Familie, zugrunde liegen. Ich verweise an dieser Stelle auf den guten Wikipedia-Eintrag zum Thema. Interessant wäre es auch, zu erfahren, inwieweit das Krankheitsbild kulturell bedingt sein kann. Meiner Erfahrung nach ist es zumindest im nahöstlichen und nordafrikanischen Raum (bzw bei Migranten aus diesen Herkunftsländern) ebenfalls präsent, bei anderen Kulturen weiß ich es nicht.

    Darüber hinaus bin ich der Ansicht, dass es sich häufig um extreme Gefühlsempfindungen handelt, die schwer kanalisiert werden können, was sich in dem berühmten "Schwarz/Weiß-Sehen" äußert. Wenn ich mir die aktuellen Diskussionen über stark emotional besetzte Themen wie etwa Religion/Islam und das Geschlechterverhältnis ansehe, dann scheint es allerdings so, als wäre die Schwierigkeit, "Grau-Abstufungen" zu sehen und zu empfinden, auch bei "Gesunden" sehr verbreitet.

  2. Anders als im Artikel angedeutet, ist es durchaus möglich, durch gezielte, kompetente therapeutische Behandlung eine Linderung des Leidens und eine Veränderung des Verhaltens zu erreichen. Es dauert nur meistens sehr lange, weil die Verhaltensweisen - wie vermutlich alles, was man als Kind gelernt und über Jahre praktiziert hat - sehr stark eingeprägt sind.

  3. Also bei Ihnen beiden frage ich mich, ob Sie den Artikel gelesen haben.

    Aus dem ersten Kommentar: "Schade, dass im Artikel so wenig auf die Ursachen eingegangen wird, und vor allem nicht erwähnt wird, dass meistens ein Kindheitstrauma, d.h. schwere Gewalterfahrungen oder Belastungen in der Familie, zugrunde liegen". Ist im Artikel sehr wohl erwähnt.

    Aus dem zweiten Kommentar: "Anders als im Artikel angedeutet, ist es durchaus möglich, durch gezielte, kompetente therapeutische Behandlung eine Linderung des Leidens und eine Veränderung des Verhaltens zu erreichen". Steht ebenfalls im Artikel.

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    Sie sie kommentieren. Dann würde Ihnen auffallen, daß beide Kommentare von einer Person stammen. ;-)

    Schade, daß der Artikel ziemlich wischi-waschi ist. Und soweit ich mich erinnere, sind Borderline-Störung, die oft mit Aggressionsausbrüchen einhergeht und anti-soziale Persönlichkeitsstörung nicht identisch.

    Spannend wäre es gewesen, Genaueres über die Erfolgsquoten von DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) und Schematherapie zu erfahren.

    • Ja_na
    • 31.03.2011 um 0:22 Uhr

    Richtig ist, dass eine der Ursache in einem hochkomplexen Gefüge, dass zu den sog. Persönlichkeitsstörungen führt, "erwähnt" wird. Mehr aber auch nicht. Der Artikel ist völlig undifferenziert und glänzt mit Halbwahrheiten, die aus Kurzzitaten vielleicht unbeabsichtigt entstanden sind.
    Die gesicherte Erkenntnis, dass der Mensch mit seinem angeboren Temperament auf Umgebungseinflüsse reagiert und die Disposition zu einer Instabilität vom Borderline-Typus nicht die Störung auslöst, kommt hier ebenso wenig vor, wie das Wissen, dass ein Großteil der Betroffenen emotionale und körperliche bis hin zu sexuellen Traumatisierungen erlebt haben, die mit ursächlich für strukturelle Hirnveränderungen diskutiert werden. Das fehlende Gefühl für das Selbst stammt aus einer frühen, erworbenen Bindungsstörung, die aus einer fehlenden Passung von Eltern und Kind oder nicht selten aus frühen und massiven Abwertungen und Vernachlässigung entsteht.
    Um es in den einfachen Worten des Artikels zu sagen: Die Gene bestimmen, wie sich die ständigen Beschimpfungen, Übersehen werden und sonstige Vernachlässigung und Traumatisierung des Kindes auswirken.
    Die therapeutischen Möglichkeiten sind ebenfalls nur "erwähnt". Die beiden wirksamsten, auf das komplexe Gefüge eingehende Therapien, werden namentlich genannt. Mehr auch nicht. Für den unwissenden Leser drängt sich hier der falsche Eindruck auf, es mit einer "angeborenen" Erkrankung zu tun zu haben. Und diese Aussage ist schlicht (falsch).

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    Schade, daß der Artikel ziemlich wischi-waschi ist. Und soweit ich mich erinnere, sind Borderline-Störung, die oft mit Aggressionsausbrüchen einhergeht und anti-soziale Persönlichkeitsstörung nicht identisch.

    Spannend wäre es gewesen, Genaueres über die Erfolgsquoten von DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) und Schematherapie zu erfahren.

    • Ja_na
    • 31.03.2011 um 0:22 Uhr

    Richtig ist, dass eine der Ursache in einem hochkomplexen Gefüge, dass zu den sog. Persönlichkeitsstörungen führt, "erwähnt" wird. Mehr aber auch nicht. Der Artikel ist völlig undifferenziert und glänzt mit Halbwahrheiten, die aus Kurzzitaten vielleicht unbeabsichtigt entstanden sind.
    Die gesicherte Erkenntnis, dass der Mensch mit seinem angeboren Temperament auf Umgebungseinflüsse reagiert und die Disposition zu einer Instabilität vom Borderline-Typus nicht die Störung auslöst, kommt hier ebenso wenig vor, wie das Wissen, dass ein Großteil der Betroffenen emotionale und körperliche bis hin zu sexuellen Traumatisierungen erlebt haben, die mit ursächlich für strukturelle Hirnveränderungen diskutiert werden. Das fehlende Gefühl für das Selbst stammt aus einer frühen, erworbenen Bindungsstörung, die aus einer fehlenden Passung von Eltern und Kind oder nicht selten aus frühen und massiven Abwertungen und Vernachlässigung entsteht.
    Um es in den einfachen Worten des Artikels zu sagen: Die Gene bestimmen, wie sich die ständigen Beschimpfungen, Übersehen werden und sonstige Vernachlässigung und Traumatisierung des Kindes auswirken.
    Die therapeutischen Möglichkeiten sind ebenfalls nur "erwähnt". Die beiden wirksamsten, auf das komplexe Gefüge eingehende Therapien, werden namentlich genannt. Mehr auch nicht. Für den unwissenden Leser drängt sich hier der falsche Eindruck auf, es mit einer "angeborenen" Erkrankung zu tun zu haben. Und diese Aussage ist schlicht (falsch).

  4. Sie sie kommentieren. Dann würde Ihnen auffallen, daß beide Kommentare von einer Person stammen. ;-)

    Schade, daß der Artikel ziemlich wischi-waschi ist. Und soweit ich mich erinnere, sind Borderline-Störung, die oft mit Aggressionsausbrüchen einhergeht und anti-soziale Persönlichkeitsstörung nicht identisch.

    Spannend wäre es gewesen, Genaueres über die Erfolgsquoten von DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) und Schematherapie zu erfahren.

  5. Ich frage mich nur, wie man die Krankheit nennen wird, in einer Person zwei Kommentatoren zu sehen ? Dissoziative Schizoästhesie ? Es wäre mal an der Zeit gegen diesen Unsinn der Stigmatisierungen einen Artikel zu schreiben - wenn sie alle Personen pathologisieren wollen, meine lieben Psychiater, die an emotionaler Instabilität leiden, dann wäre ich dafür Titanic-Zuschauer, die zum Taschentuch greifen, wenn Computermännchen das Schiff runterfallen, wegzusperren. Borderline ist so eine Modediagnose mit überhaupt nicht einleuchtender Definition, geschweige denn Ursachenforschung... Aber natürlich wird sich dann immer noch ein Psychiater finden, der einen Blick tut in Magnetresonanzbildchen wie der Wahrsager in seinen Kaffeesatz, und uns dann darüber aufklärt, dass es da Verringerungen am Cortex gibt - Aha ! Welche Erkenntnis ! Dass psychische Störungen sich auch auf der Organebene nachweisen lassen, ist ebenso verwunderlich, wie der Umstand, dass Lappen nass werden, wenn man sie ins Wasser taucht....

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    • luccas
    • 02.12.2009 um 21:25 Uhr

    DocMcCoy1 schrieb:
    "Ich frage mich nur, wie man die Krankheit nennen wird, in einer Person zwei Kommentatoren zu sehen ?"

    Zweiohrhasen.

    • luccas
    • 02.12.2009 um 21:25 Uhr

    DocMcCoy1 schrieb:
    "Ich frage mich nur, wie man die Krankheit nennen wird, in einer Person zwei Kommentatoren zu sehen ?"

    Zweiohrhasen.

    • Marone
    • 02.12.2009 um 19:29 Uhr

    Der Artikel wirkt auf mich, als hätte ihn ein Praktikant bei Spiegel-Online unter Zeitdruck geschrieben. Titel und Untertitel versprechen, über die Ursachen von Persönlichkeitsstörungen im Kindesalter verschiedene Thesen zu erklären, und zwar besonders für die Borderline-Störung. Was wird denn nun gesagt? Genetische Veranlagung spielt eine Rolle, aber schlimme Erfahrungen in der Kindheit auch. Wer hätte das gedacht? Die Informationen sind oberflächlich und ziemlich wild zusammengewürfelt. Das Oskar-Wilde-Zitat sagt mir: Liebe Leser, Ihr Autor ist sehr gebildet. Inhaltlich bringt es den Artikel nicht weiter.
    Liebe Zeit-Autoren, bitte schreiben Sie nicht irgendwas. Ihr Online-Auftritt ist das Internet-Werbe-Gesicht Ihrer Druckausgabe. Inhaltsarme Artikel lassen da Altpapier vermuten.

  6. Ja, der gute Oscar Wilde musste herhalten. Auch der Satz "Eine Persönlichkeitsstörung zeigt sich in festgefahrenen, wenig veränderbaren und wenig angepassten Verhaltensweisen, die zu persönlichem Leid und Schwierigkeiten mit der Umwelt führen" ist interessant. Ist das jetzt die Definition dafür, dass Jemand Persönlichkeit hat, oder dass er eine Persönlichkeitsstörung hat ? Was ist denn dann normal ? Dass Jemand angepasst ist und keine Probleme hat, wie ein Chamäleon in seiner Umwelt aufgeht und quecksilbrig ist ? Nach dieser Definition wäre jeder Franz von Assisi, jeder Mozart, jeder Caravaggio gestört. Was dann am Ende übrigbleibt wäre der immergesunde Normalbürger, der gut durch die Schule gekommen ist, sich im Beruf hochgearbeitet hat, Konflikte mit seiner Umwelt nicht kennt - eben weil da gar keine nennenswerte Persönlichkeit mehr vorhanden ist !

    • luccas
    • 02.12.2009 um 21:25 Uhr
    8. ;-)

    DocMcCoy1 schrieb:
    "Ich frage mich nur, wie man die Krankheit nennen wird, in einer Person zwei Kommentatoren zu sehen ?"

    Zweiohrhasen.

    Eine Leser-Empfehlung
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