Adventskalender - Türchen 21 Was hat die Wintersonnenwende mit Weihnachten zu tun?

Für die Astronomen beginnt der Winter. Weil die Kalender nicht immer so genau waren wie heute, dürfen wir an diesem Tag aber leider noch keine Weihnachtspakete auspacken.

Ein sonniger Wintertag in Berlin. Mit der Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten haben die Deutschen den kürzesten Tag des Jahres überstanden

Ein sonniger Wintertag in Berlin. Mit der Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten haben die Deutschen den kürzesten Tag des Jahres überstanden

Für die einen ist der Winter da, seit es kalt geworden ist. Für den Landwirt beginnt der Winter mit der ersten Schneedecke. Und die Meteorologen haben sich für den Winteranfang auf den 1. Dezember geeinigt.

Astronomisch betrachtet aber ist es erst heute soweit: um 18:47 Uhr MEZ. Denn in diesem Moment ist Wintersonnenwende. Die Sonne steht dann senkrecht über dem südlichen Wendekreis, und als Folge davon sind die Tage bei uns im Norden jetzt am kürzesten. Manchmal fällt der Moment übrigens auf den 22. Dezember.

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Und dieser Zeitpunkt wird gefeiert, denn die Menschen lieben Himmelsereignisse, die sie mit bloßem Auge sehen können. So gibt es den Mondkult der Babylonier, der Maori, der Inka und Maya; es gibt den Sternenkult der Steinzeit, der Bronzezeit, der Gegenwart.

Da die Sonne die zentrale Gliederungsachse der Zeit ist, kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Die Momente, in denen sie ihre Extrempositionen einnimmt, wurden schon in der Steinzeit im Sommer und im Winter als Sonnenwenden gefeiert. Die Erbauer von Stonehenge jedenfalls kannten das Datum. Und die Germanen machten sich zur Wintersonnenwende für das Julfest schön. Auch auf der vor vier Jahrtausenden hergestellten Himmelsscheibe von Nebra ist der Moment der Wintersonnenwende festgehalten.

Was aber hat der kultische Moment mit Weihnachten zu tun? Als der Julianische Kalender eingeführt wurde, lag die Wintersonnenwende auf dem 25. Dezember. Und die Christen hielten es so wie die meisten sogenannten Hochreligionen: In ihrem Bemühen, die Menschen einzubinden, nahmen sie viele einst von Heiden begründete Feste ins Programm auf und kombinierten wie wild mit ihren eigenen Glaubenskulten. Christi Geburt wurde auf die Wintersonnenwende gelegt.

Stellt sich bloß die Frage, warum wir dann nicht heute Geschenke auspacken. Die Kalender sind eben präziser geworden, das christliche Datum jedoch ist geblieben. Darum ist Weihnachten erst überüberübermorgen.

Hinter dem Türchen vom 20. Dezember verbirgt sich die Antwort auf die Frage: Wer sind Rentier Rudolphs Verwandte?

 
Leser-Kommentare
  1. Jetzt frage ich mich: Ist das nur eine Theorie oder gibt es wirklich Beweise dafür, dass Christi Geburt willkürlich auf den Tag der Wintersonnenwende gelegt wurde?

    • hdk
    • 21.12.2009 um 13:26 Uhr

    wie ich dem film zeitgeist von 2007 entnehme, spielen die angeblichen 3 tage bis zur wiederauferstehung jesus christus eine rolle.

  2. Gemeinhin am 4. August, weil es ab da die neuen Lebkuchenherzen gibt, oder? Diese Sache mit dem "Winteranfang für die Meteorologen" (in dem ihnen eigenen Jehova-Komplex labern die Wetteransager regelmäßig sogar davon, es beginne "der Meteorologische Winter") trägt in einem Maße zur Volksverdummung bei, dass man dem Öffentlich-Rechtlichen diese Termini verbieten müsste.

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