Evolution Die selbstlosen Gene

Menschen arbeiten zusammen und opfern sich für andere auf. Steckt das Sozialverhalten schon in den Erbanlagen?

Erdmännchen (Suricata suricatta) leben in Kolonien. Dass mindestens eins der Tiere immer Wache hält, nützt der Gruppe, aber auch jedem Individuum

Erdmännchen (Suricata suricatta) leben in Kolonien. Dass mindestens eins der Tiere immer Wache hält, nützt der Gruppe, aber auch jedem Individuum

Der Erfolg des Menschen, sein Aufstieg zum Beherrscher des Planeten, ist vor allem auf Teamarbeit zurückzuführen. Gemeinsames Jagen und Kämpfen, das Anlegen von Siedlungen und Straßen, das Gedeihen von Handel und Wandel, von Forschung und Technik, von Rechtssystemen und Staaten – Beispiele, wie Zusammenarbeit den Homo sapiens zu dem gemacht hat, was er ist.

Bis heute haben Biologen jedoch Probleme damit, Gemeinsinn und Selbstlosigkeit mit der Evolution zu erklären. Wie kann die natürliche Auslese ausgerechnet soziales Verhalten, den Zusammenhalt in der Gruppe fördern? Der Streit darüber, ob es neben "egoistischen" auch "altruistische" Gene gibt, ist erneut entbrannt. Während der Harvard-Biologe Martin Nowak bereits von der Kooperation als dritter Säule der Evolution spricht – neben der natürlichen Auslese und der Mutation, also dem Entstehen neuer genetischer Varianten –, lästert der Evolutionstheoretiker Richard Dawkins über den "Gruppenwahn".

Anzeige

Schon Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, bereitete der Altruismus Kopfzerbrechen. Denn ein Mensch, ein "Wilder", wie Darwin schrieb, der seine Interessen der Allgemeinheit unterordnete, riskierte schwere Nachteile. Er würde sich für andere opfern und selbst keine Nachkommen haben. Als Mitspieler auf der großen Bühne des Lebens hätte er verloren.

Aber was für den einzelnen "Wilden" von Nachteil sein würde, könnte seiner Sippe nützen, räsonierte Darwin. "Ein Stamm, in dem sich viele Mitglieder gegenseitig helfen und sich für die Gruppe aufopfern, wäre siegreich gegenüber den meisten anderen Stämmen; und das würde natürliche Selektion sein." Die Idee der Gruppenauslese war geboren.

Dem Gedanken der Gruppenselektion widerfuhr ein heftiges Auf und Ab. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte er Hochkonjunktur. Der populäre Verhaltensforscher Konrad Lorenz gehörte zu seinen bekanntesten Verfechtern. Lorenz propagierte die Idee der Arterhaltung. Danach handeln Tiere gegenüber Artgenossen altruistisch, um das Überleben der Art nicht zu gefährden. Lorenz sah dabei auch eine "Tötungshemmung" im Spiel. Ein unterlegener Wolf bietet dem Sieger seine Kehle zum tödlichen Biss dar – aber der Sieger lässt den Verlierer laufen, hat er doch das Wohl aller Wölfe im Sinn. Gegenbeispiele übersah Lorenz geflissentlich.

Dann betrat eine neue Generation von Evolutionsbiologen die Bühne und zweifelte an der Arterhaltung. Stattdessen rückte das einzelne Lebewesen in das Zentrum der Evolution. Noch weiter ging Richard Dawkins, der in seinem Buch Das egoistische Gen (1976) die Idee vertrat, dass es die einzelnen Erbanlagen sind, die das wesentliche Element der Evolution darstellen. Dawkins formulierte das bis heute gültige Argument gegen die Gruppenauslese: Subversion von innen. Jede selbstlos handelnde Gruppe von Lebewesen ist dem Verderben ausgeliefert, wenn jemand unter ihnen ist, der den Altruismus der anderen ausnützt und sie übers Ohr haut. Der Sozialismus hatte es schon immer schwer.

An die Stelle der Gruppen- trat die Verwandtenselektion: Lebewesen handeln deshalb zum Wohle anderer, weil sie mit diesen verwandt sind, also viele Gene gemeinsam haben. Kooperieren etwa die Schimpansen einer "versippten" Gruppe miteinander, dann erhöhen sie auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit, dass sich die gemeinsamen Gene verbreiten. Auch in scheinbar altruistischen Tiergruppen ziehen also hinter den Kulissen die egoistischen Gene an den Strippen.

Eine Erklärung für soziales Verhalten jenseits der Verwandtschaft lieferte Robert Trivers, heute an der Rutgers-Universität in New Jersey. Seine Theorie des "reziproken Altruismus" funktioniert nach dem Motto "Kratzt du mir meinen Rücken, kratz’ ich dir deinen".

Um die Zusammenarbeit großer Gruppen zu erklären, reicht aber Trivers’ Theorie nicht aus. Martin Nowak nimmt an, dass ein "guter Ruf" entscheidend ist. Die Glaubwürdigkeit einer Person, ihre Reputation, soll vor Betrügern schützen, die die Selbstlosigkeit einer Gruppe aushöhlen. Auch Bestrafung könnte eine Rolle spielen, glaubt Ernst Fehr von der Universität Zürich. Sie schreckt Trittbrettfahrer ab und erleichtert es Menschen, guten Gewissens in eine Gruppe zu investieren.

Vielleicht ist auch der Kampf der Ursprung des Gemeinsinns, möglicherweise gar der Kultur. Das jedenfalls legt eine Studie von Samuel Bowles vom Santa-Fe-Institut in New Mexico nahe, die vor Kurzem im Fachblatt Science erschien und die an Darwins Gedanken über die "Wilden" anknüpft. Bowles studierte archäologische Spuren von menschlichen Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften, die 50.000 Jahre zurückreichen. Etwa jeder siebte Mensch kam zu jener Zeit durch Kampfhandlungen ums Leben, meist durch Angriffe oder Hinterhalte anderer Gruppen – ein viel höherer Anteil der Population als im 20. Jahrhundert, trotz zweier Weltkriege und weiterer schwerer Konflikte.

Bowles kalkulierte die "Überlebenschancen" von Erbanlagen, die selbstloses Verhalten fördern. In Friedenszeiten haben sie schlechte Chancen. Anders sieht es aus, wenn Streitigkeiten mit anderen Clans an der Tagesordnung sind. Krieg fördert den Zusammenhalt in der Gruppe und ihr Überleben, belohnt also den Altruismus. Das bedeutet, dass in dieser Situation auch selbstlose Gene eine Chance haben, im Genpool zu überleben und sich zu vermehren.

 Paradox, dass ausgerechnet der Streit der Geburtshelfer des Gemeinsinns gewesen sein könnte – ohne den keine Zivilisation überleben kann. Vielleicht verbirgt sich in dieser Theorie auch eine Erklärung für die Neigung des Menschen, sich bei jeder Gelegenheit unter das Dach einer Partei oder Gruppe zu flüchten.

Zwar ist es ebenso faszinierend wie naheliegend, die Auswirkungen der Gruppenauslese auf den Menschen zu studieren. Aber diese ist nicht auf Homo sapiens beschränkt, sondern wirkt nach Ansicht ihrer Verfechter im ganzen Reich des Lebendigen. Der bekannteste Vertreter der "neuen" Gruppenselektion ist der Amerikaner Edward Wilson, Ameisenforscher an der Harvard-Universität. Gemeinsam mit seinem Namensvetter David Sloan Wilson von der New Yorker Binghamton-Universität streitet Edward Wilson vehement für die Idee, dass Gemeinschaften von Lebewesen eine natürliche Auslese durchlaufen und sich gegen andere Gruppen durchsetzen.

Bei Bakterien, Schleimpilzen, Bienen, Käfern und Hühnern sehen die Wilsons ebenso wie beim Menschen die Gruppenselektion am Werk. Diese habe "starken Einfluss" auf die genetische und kulturelle Evolution des Menschen gehabt, schreiben sie in Spektrum der Wissenschaft. Die individuellen Unterschiede in der "Fitness" der Gruppenmitglieder seien in der egalitären Gruppe in den Hintergrund getreten, allzu dominante Männer würden in die Schranken gewiesen.

Inzwischen ist auch die verpönte Arterhaltung auferstanden. Als "Spezies-Auslese" formt sie die Eigenschaften einer Art und erleichtert so ihr Überleben und ihre weitere Entwicklung. Manche Forscher gehen so weit, dass sie ganzen Lebensgemeinschaften einen eigenen Auslesemechanismus unterstellen. Etwa Bakterien, die nicht selten in Kollektiven mit vielen Arten zusammenleben.

Noch ist nicht klar, ob es sich bei der Gruppenauslese und ähnlichen Vorgängen lediglich um Randnotizen der Evolution handelt, um "barocke Elemente", wie das Magazin New Scientist kommentierte. Noch sehen die meisten Biologen bei der natürlichen Auslese Gene oder einzelne Lebewesen im Mittelpunkt. Und letztlich muss sich die biologische Evolution in den Erbanlagen niederschlagen. Aber das egoistische Gen ist herausgefordert wie selten zuvor.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. teil 1

    Als Darwin seine Evolutionstheorie aufgestellt hat, stützte er seine Behauptungen auf einen Mechanismus,der im Grunde genommen keinerlei evolutionäre Entwicklung beinhaltet: ie natürliche Selektion. Laut Darwins These, stammen alle Lebewesen von einem gemeinsamen Vorfahren ab und haben ihre Unterschiede aufgrund unterschiedlicher Lebensumfelder entwickelt.Diejenigen, die sich am besten an ihre Umgebung anpassen konnten,konnten die von ihnen erworbenen Eigenschaften dann an die nächste Generation weitergeben.Daher entstand eine Selektion aus denjenigen,die am stärksten waren und sich am besten der Umgebung angepasst hatten.Darwin behauptet unter dieser Annahme,ass in der Natur ein "Überlebenskampf" stattfände und dass bei diesem Kampf die Stärksten überleben und die Schwächsten unterdrückt und ausgemerzt würden.in enger Freund Darwins und einer der hitzigsten Verfechter der Evolutionstheorie, war Julian Huxley, der die Natur folgendermaßen bewertet:
    In diesem Szenario ist es unausweichlich, dass die Unzulänglichkeiten der Schwächsten ausgemerzt und unter die Hoheit der Starken, Erfolgreichen gestellt werden.

    Das aufopferungsvolle Verhalten der Lebewesen zeigt erneutdass die Evolutionstheorie nicht haltbar ist.Doch wenn man alle Erklärungen dafür gemeinsam betrachtet,offenbart sich daraus ein weiterer Beweis für die:Die Wirklichkeit,dass das gesamte Universum von einem höheren Schöpfer erschaffen wurde und dass jede Kreatur mit der Inspiration Gottes handelt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der erste Fehler ist schon mal der übliche Übersetzungsfehler:
    Darwin hat nie vom Überleben der Stärksten geredet, sondern vom "Survival of the Fittest" - vom Überleben der Anpassungsfähigsten.

    Und auch selbstloses, aufopferndes Verhaltens macht biologisch/evolutionstheoretisch gesehen absolut Sinn, wenn man einsieht dass Lebewesen grundsätzlich bestrebt sind das Überleben von Genen zu sichern, die ihren eigenen möglichst ähnlich sind.
    Bei den meisten Lebewesen kommen da an erster Stelle die eigenen Kinder. Dann kommt z.B. die eigene Familie, die natürlich ebenfalls sehr ähnliche Gene hat.
    Interessant wird es bei den staatenbildenden Insekten: Die normale Biene kann keine Kinder bekommen, die Lebewesen mit den ihr ähnlichsten Genen sind die anderen Bienen in ihrem Staat, für die sie daher im Zweifelsfall ihr Leben opfert.

    Der erste Fehler ist schon mal der übliche Übersetzungsfehler:
    Darwin hat nie vom Überleben der Stärksten geredet, sondern vom "Survival of the Fittest" - vom Überleben der Anpassungsfähigsten.

    Und auch selbstloses, aufopferndes Verhaltens macht biologisch/evolutionstheoretisch gesehen absolut Sinn, wenn man einsieht dass Lebewesen grundsätzlich bestrebt sind das Überleben von Genen zu sichern, die ihren eigenen möglichst ähnlich sind.
    Bei den meisten Lebewesen kommen da an erster Stelle die eigenen Kinder. Dann kommt z.B. die eigene Familie, die natürlich ebenfalls sehr ähnliche Gene hat.
    Interessant wird es bei den staatenbildenden Insekten: Die normale Biene kann keine Kinder bekommen, die Lebewesen mit den ihr ähnlichsten Genen sind die anderen Bienen in ihrem Staat, für die sie daher im Zweifelsfall ihr Leben opfert.

  2. Die einzige Kreatur auf dem Erdboden, die über Bewusstsein und Verstand verfügt, ist der Mensch. Neben seinen physischen Besonderheiten, zeichnet sich der Mensch im Gegensatz zu den anderen Lebewesen dadurch aus, dass er über die Gabe des Bewusstseins und des Verstandes verfügt. Abwägen und Urteilsvermögen, Nachdenken, Planungsfähigkeit, vorausschauendes Denken, Vorsichtsmaßnahmen treffen, Überblick, zielorientiertes Handeln und ähnliches sind Eigenschaften, die ausschließlich dem Menschen zueigen sind. Die anderen Lebewesen der Natur verfügen weder über ein solches Bewusstsein noch über solchen Verstand. Daher ist nicht zu erwarten, dass sie planen oder vorausschauen können, geschweige denn, die Berechnungen eines Ingenieures anstellen und anwenden oder in Bezug auf irgendein Thema eine Entscheidung fällen.

    Wie können wir dann die schlauen und bewussten Verhaltensweisen erklären, die uns in der Natur so häufig begegnen? Oder dass einige der Lebewesen, welche diese schlauen und bewussten Verhaltensweisen zeigen, nicht einmal ein Gehirn haben...

    Beispiel 1 : Biber können Berechnungen anstellen, wie ein richtiger Ingenieur. Gleichzeitig arbeiten sie wie ein Meister oder Bauarbeiter und stellen so hervorragende Bauten her.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Puzi
    • 17.09.2009 um 18:47 Uhr

    "Die einzige Kreatur auf dem Erdboden, die über Bewusstsein und Verstand verfügt, ist der Mensch. "
    Bewusstsein ist schwer zu messen, jedoch wird im allgemeinen angenommen das verschiedene Lebewesen zumindest im Spiegel erkennen, dass sie es selbst sind. Verstand ist außerdem recht ungerecht verteilt.

    "Neben seinen physischen Besonderheiten"
    Welche?

    "Planungsfähigkeit, vorausschauendes Denken"
    Es ist erwiesen, dass Blaumeisen, wenn sie beim Verstecken von Nahrung beobachtet werden, diese hinterher woanders verstecken.

    "zielorientiertes Handeln und ähnliches sind Eigenschaften, die ausschließlich dem Menschen zueigen sind."
    Zielorientiertes Handeln ist es bereits nach einem Gegenstand, zB einer Frucht zu greifen um diesen Gegenstand anschließend in der Hand zu haben.

    Vielleicht sollten Sie neben der Bibel auch andere relevante Werke studieren.

    und darüber hinaus ist die Erde ist eine Scheibe, die Sonne dreht sich um die Erde, die Gott vor 3000 Jahren erschaffen hat. Und nicht zu vergessen: der Mensch ist die Krone der Schöpfung (geschaffen nach Gottes Ebenbild) und macht sich die Natur untertan, bis nichts mehr von ihr (und ihm selbst) übrigbleibt....Das ist doch jetzt endlich der letztgültige Beweis für für die Richtigkeit des Kreationismus. Galileo hat widerrufen und die Aufklärung war nur eine vorübergehende Epoche, die wir wieder zurückdrehen können.
    Mir wir echt übel, wenn ich mir vorstelle, welchen Einfluss in manchen Gegenden solche christlichen Eiferer schon wieder haben.

    • Puzi
    • 17.09.2009 um 18:47 Uhr

    "Die einzige Kreatur auf dem Erdboden, die über Bewusstsein und Verstand verfügt, ist der Mensch. "
    Bewusstsein ist schwer zu messen, jedoch wird im allgemeinen angenommen das verschiedene Lebewesen zumindest im Spiegel erkennen, dass sie es selbst sind. Verstand ist außerdem recht ungerecht verteilt.

    "Neben seinen physischen Besonderheiten"
    Welche?

    "Planungsfähigkeit, vorausschauendes Denken"
    Es ist erwiesen, dass Blaumeisen, wenn sie beim Verstecken von Nahrung beobachtet werden, diese hinterher woanders verstecken.

    "zielorientiertes Handeln und ähnliches sind Eigenschaften, die ausschließlich dem Menschen zueigen sind."
    Zielorientiertes Handeln ist es bereits nach einem Gegenstand, zB einer Frucht zu greifen um diesen Gegenstand anschließend in der Hand zu haben.

    Vielleicht sollten Sie neben der Bibel auch andere relevante Werke studieren.

    und darüber hinaus ist die Erde ist eine Scheibe, die Sonne dreht sich um die Erde, die Gott vor 3000 Jahren erschaffen hat. Und nicht zu vergessen: der Mensch ist die Krone der Schöpfung (geschaffen nach Gottes Ebenbild) und macht sich die Natur untertan, bis nichts mehr von ihr (und ihm selbst) übrigbleibt....Das ist doch jetzt endlich der letztgültige Beweis für für die Richtigkeit des Kreationismus. Galileo hat widerrufen und die Aufklärung war nur eine vorübergehende Epoche, die wir wieder zurückdrehen können.
    Mir wir echt übel, wenn ich mir vorstelle, welchen Einfluss in manchen Gegenden solche christlichen Eiferer schon wieder haben.

  3. Die Evolutionstheoretiker verwenden das Wort "Instinkt", um einige Verhaltensweisen, welche Tiere von Geburt an haben, zu definieren. Doch die Frage, wodurch dieser Instinkt entstanden ist, wie das erste Mal ein instinktives Verhalten aufgetaucht ist und wie dieses Verhalten von Generation zu Generation weitergegeben wird, bleibt immer wieder unbeantwortet.

    Der evolutionstheoretische Genetiker Gordon Rattray Taylor hat in seinem Buch The Great Evolution Mystery die Sackgasse in Bezug auf den Instinkt mit den folgenden Worten zugegeben.

    Wenn wir uns fragen, wie ein instinktives Verhalten erstmals auftaucht und wie es innerhalb einer Art als genetische Information weitergegeben wird, so erhalten wir auf diese Frage keine Antwort.

    • Puzi
    • 17.09.2009 um 18:41 Uhr

    "Der Erfolg des Menschen, sein Aufstieg zum Beherrscher des Planeten, ist vor allem auf Teamarbeit zurückzuführen."

    Eine schöne Aussage. Leider Ansichtssache - zB bieten alle Ameisen dieser Erde zusammen mehr Biomasse als alle Menschen zusammen. Und schon ein großes Bienensterben stellt die Menschheit vor Probleme, denn schließlich kann nicht einfach ein HiWi (Hilfswissenschaftler (ausgebeuteter Student im Traumjob)) angestellt werden, der mit einem Pinsel über alle Blüten geht.

    Auch die Aussage lediglich der Mensch ist in der Lage das Angesicht der Erde zu verändern ist zu widerlegen - Pflanzen schafften dies bereits früher

    "Vor etwa 440 Millionen Jahren kam es zur Eiszeit. Ausgelöst wurde sie durch Landpflanzen, die große Mengen des CO2 aus der Atmosphäre banden, was den natürlichen Treibhauseffekt abschwächte und zu einem Rückgang der Temperatur führte."
    http://www.bpb.de/popup/p...

    Zusammenfassend ist der Mensch nur eine unter vielen Arten. Und wie jede Art hält er sich für die wichtigste. Aber das Leben geht weiter mit oder ohne uns.

    Ein besonders schlechtes Beispiel für Gruppenevolution ist übrigens der Bienenschwarm - schließlich sind dort alle Bienen mit einander verwandt, haben also sehr ähnliche Gene (mindesten 50%). Und über den Untergang entscheidet die Fortpflanzungsfähigkeit einer einzigen Königin.

    • Puzi
    • 17.09.2009 um 18:47 Uhr
    5.

    "Die einzige Kreatur auf dem Erdboden, die über Bewusstsein und Verstand verfügt, ist der Mensch. "
    Bewusstsein ist schwer zu messen, jedoch wird im allgemeinen angenommen das verschiedene Lebewesen zumindest im Spiegel erkennen, dass sie es selbst sind. Verstand ist außerdem recht ungerecht verteilt.

    "Neben seinen physischen Besonderheiten"
    Welche?

    "Planungsfähigkeit, vorausschauendes Denken"
    Es ist erwiesen, dass Blaumeisen, wenn sie beim Verstecken von Nahrung beobachtet werden, diese hinterher woanders verstecken.

    "zielorientiertes Handeln und ähnliches sind Eigenschaften, die ausschließlich dem Menschen zueigen sind."
    Zielorientiertes Handeln ist es bereits nach einem Gegenstand, zB einer Frucht zu greifen um diesen Gegenstand anschließend in der Hand zu haben.

    Vielleicht sollten Sie neben der Bibel auch andere relevante Werke studieren.

  4. 6. Nein

    Der erste Fehler ist schon mal der übliche Übersetzungsfehler:
    Darwin hat nie vom Überleben der Stärksten geredet, sondern vom "Survival of the Fittest" - vom Überleben der Anpassungsfähigsten.

    Und auch selbstloses, aufopferndes Verhaltens macht biologisch/evolutionstheoretisch gesehen absolut Sinn, wenn man einsieht dass Lebewesen grundsätzlich bestrebt sind das Überleben von Genen zu sichern, die ihren eigenen möglichst ähnlich sind.
    Bei den meisten Lebewesen kommen da an erster Stelle die eigenen Kinder. Dann kommt z.B. die eigene Familie, die natürlich ebenfalls sehr ähnliche Gene hat.
    Interessant wird es bei den staatenbildenden Insekten: Die normale Biene kann keine Kinder bekommen, die Lebewesen mit den ihr ähnlichsten Genen sind die anderen Bienen in ihrem Staat, für die sie daher im Zweifelsfall ihr Leben opfert.

    Antwort auf "teil 1"
    • lef
    • 17.09.2009 um 22:03 Uhr

    Ein ganz anderer neuer Erklärungsweg wäre nämlich, die in den letzten Jahrzehnten (seit ca. 1970) zu erkennende Neuorientierung der Menschheit - beginnend bis jetzt überwiegend in Industriestaaten - auf völlig neue Fähigkeiten zurück zu führen.

    Kurz angerissen:
    Industriegesellschaften werden entgrenzt (kulturelle und traditionelle Gruppen vermischen sich), notwendige Fähigkreit ist seitdem Individualität, diese bildet sich auf der basis von Kommunikationsfähigkeit, hierfür hilfreich ist natürliche (angeborene) Empathie.
    Insgesamt bildet sich eine völlig neue "Emergente Ordnung".
    (mehr dazu steht zu diesen Begriffen neuerdings z. B. in Wikipedia)

    Wäre diese These zu erwägen, dann wird deutlich, dass
    - Darwin von dieser überhaupt Entwicklung nichts wissen konnte,
    - spätere Deuter, wie z. B. Dawkins eindeutig parteiisch und eigentlich schon zu alt sind (ihr Studium lag auch vor der kulturellen Veränderung).
    (Kreationisten werden hier nicht erwähnt, die fallen völlig aus)

    • lef
    • 17.09.2009 um 22:04 Uhr

    Unter diesem Gesichtspunmkt erhält Altruismus eine völlig neue Bedeutung für die Entwicklung besonders der Menschheit, denn hier treffen sich natürliche und notwendige Empathie mit dem so genannten "Verstand" (der dann wiederum seit etlichen Tausend Jahren natürliche Empathie verdrängte und durch gruppenspezifische - determinierte - Empathie ersetzte. Basis hierfür ist das Elitedenken: Die angeblich dummen Menschen brauchen eine Elitew mit "Verstand. Die Folgen - Kriege aller Art - kennen wir aus der Geschichte bzw. der Gegenwart solcher Kulturen, die noch nicht entgrenzt sind.
    Das würde auch erklären, warum Industriegesellschaften ziemlich sicher kenen Krieg mehr miteinander führen können (weil zu viel Empathie gegenseitig vorhanden).
    Und auch, warum diese Gesellschaften reicher sind (wegen Kreativität durch Individualität) bzw. traditionelle Gesellschaften eben nicht.

    Und zwar reicher TRORZ erheblicher (durchaus auch altruistischer) Entwicklungshilfe an diese konservativen Gesellschaften!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service