Internationale Abrüstung Der Lehrer für den Frieden
Eine Welt ohne Atomwaffen – dafür setzt sich der Neuseeländer Alyn Ware ein. Ein Video-Interview mit dem Träger des alternativen Nobelpreises.
Seit rund 25 Jahren engagiert sich Alyn Ware für eine atomwaffenfreie Welt. Im Gespräch mit Christoph Dowe und Christian Heise spricht der Friedensaktivist über seine Ideale, seine Erfolge und seinen größten Wunsch.
Bereits im Oktober zeichnete die Jury der Right-Livelihood-Award-Stiftung Alyn Ware "für seinen Einsatz und seine internationalen Initiativen über zwei Jahrzehnte zur Stärkung der Friedenserziehung und zur Schaffung einer atomwaffenfreien Welt" mit dem alternativen Nobelpreis aus.
Ware wurde 1962 in Neuseeland geboren. Nach seinem Studium arbeitete er als Kindergärtner und brachte nach kurzer Zeit den Frieden auf den Stundenplan: In den achtziger Jahren gründete er die Mobile Peace Van Society, die sich der pazifistischen Erziehung von Kindern verschrieb, und bereiste sein Heimatland, um an zahlreichen Kindergärten und Schulen über den Grund und die Vorzüge des Friedens zu dozieren. Seine Unterrichtsformen setzten sich bald im ganzen Land durch.
- David Suzuki
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Suzuki wurde 1936 als Sohn japanischer Eltern in Kanada geboren.
Nach dem Studium der Zoologie startete er 1979 als Moderator das TV-Wissenschaftsmagazins The Nature of Things, das inzwischen in 80 Ländern ausgestrahlt wird. Darin hat Suzuki schon früh vor den Gefahren des Klimawandels gewarnt und immer wieder sehr konkrete Vorschläge für dessen Eindämmung vorgelegt.
1988 gründete er eine nach ihm benannte Umweltstiftung. "Suzuki hat vielleicht noch intensiver als Friedensnobelpreisträger Al Gore mit seinem berühmten Film über den Klimawandel aufgeklärt", meint Ole von Uexküll von der Stockholmer Stiftung für die Alternativen Nobelpreise.
- René Ngongo
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Der Kongolese wurde 1961 geboren und in Kisangani zum Biologen ausgebildet.
Er gründete 1994 die Umweltorganisation Ocean und begann, Proteste gegen die zunehmende Abholzung des Regenwaldes in seiner Heimat zu organisieren. Diese Arbeit setzte er mit seinen Mitstreitern trotz ständiger Lebensgefahr auch während des Bürgerkrieges 1996 bis 2002 fort.
Der Regenwald der Demokratischen Republik Kongo gilt als zweitwichtigste "Lunge" für das Weltklima nach den Urwäldern Brasiliens.
Ortsansässige Bauern versucht Ngongo mit Konzepten für nachhaltige Landwirtschaft für den Klimaschutz zu gewinnen.
- Alyn Ware
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Der Neuseeländer (Jahrgang 1962) wird von der Stockholmer Stiftung als "einer der weltweit effektivsten Arbeiter für den Frieden" eingestuft.
Ware hat für Schulen in seinem Land Lehrpläne für Friedenserziehung entwickelt und selbst an der Umsetzung mitgearbeitet. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die neuseeländische Regierung das Land zur atomwaffenfreien Zone erklärt hat.
In den Vereinten Nationen arbeitet der ursprünglich zum Kindergärtner ausgebildete Pädagoge an jährlich neu vorgelegten Resolutionen zur weltweiten Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen mit. "Dahinter stehen immerhin schon 125 Länder", hieß es in Stockholm.
- Catherine Hamlin
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Die Gynäkologin kam 1959 aus ihrer australischen Heimat zusammen mit ihrem Mann Reginald nach Addis Abeba.
Hier wurde sie in einem Krankenhaus mit Geburtsfisteln als typischer Armutskrankheit konfrontiert: Medizinisch eigentlich leicht zu behandeln, belastet sie arme Frauen unter anderem mit Inkontinenz als Langzeitfolge.
Die Hamlins eröffneten ihre eigene Klinik, behandelten Frauen kostenlos und starteten auch regionale Behandlungszentren. Catherine Hamlin entwickelte neue Operationstechniken. "Noch heute operiert sie im Alter von 85 Jahren einmal die Woche", berichtet Olex von Uexküll.
Zudem engagierte sich der Neuseeländer in verschiedenen Organisationen und Kampagnen mit dem Ziel, sein Heimatland zur Abrüstung zu bewegen und vom bestehenden Atomwaffenprogramm Abstand zu nehmen. Mit Erfolg: Die neuseeländische Regierung erklärte das Land zur atomwaffenfreien Zone.
1990 gründete er ein Gulf Peace Team Office in New York und versuchte, die Abgeordneten des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen von einer friedlichen Lösung der Golf-Krise zu überzeugen. 1998 reiste er schließlich erneut in die USA und nach Russland, um seine Erfahrungen mit der erfolgreichen Anti-Atomwaffen-Initiative mit Organisationen in anderen Ländern zu teilen.
Ware wird daher von der Stockholmer Stiftung als "einer der weltweit effektivsten Arbeiter für den Frieden" eingestuft. So ist er heute unter anderem internationaler Koordinator des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung.
Der Neuseeländer ist überzeugt davon, dass seine Friedensarbeit an Schulen und auf der internationalen Bühne eng miteinander verwoben ist: "Die Grundlagen für Frieden sind dieselben – egal ob man sich in der Schule, zu Hause oder in einem internationalen Umfeld befindet. Es geht maßgeblich darum, wie man Konflikte nach dem Win-win-Prinzip lösen kann, so dass alle mit dem Ergebnis zufrieden sind."
- Datum 26.01.2010 - 16:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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"Die Grundlagen für Frieden sind dieselben – egal ob man sich in der Schule, zu Hause oder in einem internationalen Umfeld befindet. Es geht maßgeblich darum, wie man Konflikte nach dem Win-win-Prinzip lösen kann, so dass alle mit dem Ergebnis zufrieden sind."
Es gaht immer darum Gefahrenlagen und die damit verbundenen Konflikte in eine organisatorische Ordnung zu bringen, in der jeder mehr Sicherheit hat als ohne. Das bedeutet immer eine Unterordnung aller oder der meistn Personen einer Gewaltordnung, die diese Sicherheit durchsetzt, so dass die Menschen darauf vertrauen können. Ohne diese Legitimität wird es immer zu Konflikten kommen. Da die Technologie weit verbreitet ist, würden diese Konflikte jedes Mals die Gefahr von Atomkriegen bergen. Die Folge ist, dass man eine UNO braucht, die robust die Sicherheit der Menschen garantiert und allgemein durchsetzt.
Große Hochachtung, Alyn Ware macht tolle Arbeit!
Er ist übrigens im März, am 20.3.2010, bei einem Kongress in der Kulturhauptstadt Essen. Dort diskutiert er bei der Veranstaltung "Friedenskultur.2010" unter anderem mit Horst-Eberhard Richter, einer der Gallionsfiguren der Friedensbewegung in Deutschland, über atomare Bedrohung und wie man ihr entgegentreten kann.
Mehr Infos dazu unter http://www.friedenskultur...
Machen wir es ihm also nach! Bildung ist überhaupt das beste Mittel, um unsere Globalen Probleme in den Griff zu bekommen.
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