Mars-Mission Lebensverlängernde Maßnahmen für "Spirit"

Das altersschwache Marsmobil "Spirit" dient weiter der Wissenschaft. Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa will den festgefahrenen Roboter zum stationären Labor machen.

Die Räder wollen nicht richtig, und ganz aufrecht steht er auch nicht mehr. Der Marsroboter Spirit ist in die Jahre gekommen und steckt zudem seit zehn Monaten im roten Marssand fest. Jetzt haben seine Retter von der US-Weltraumbehörde Nasa die Befreiungsversuche aufgegeben. Untätig soll er aber nicht bleiben.Spirit wird umfunktioniert zu einer Forschungsstation mit festem Standort, teilte die Nasa mit. Eine Alternative gibt es für den maladen Roboter auch nicht.

"Spirit ist nicht tot, er hat nur eine neue Phase seines langen Lebens begonnen", sagte Doug McCuistion, Direktor des Mars-Forschungsprogramms in Washington. "Wir haben der Welt im vergangenen Jahr gesagt, dass unsere Versuche, unseren geliebten Roboter zu befreien, vielleicht nicht erfolgreich sein werden. Es sieht so aus, als wäre Spirits derzeitiger Ort auf dem Mars sein letzter Ruheplatz."

Eine Lebensdauer von 90 Tagen hatten die Ingenieure der Nasa der wandelnden Analysestation anfangs gegeben. Nun ist es schon schon mehr als sechs Jahre her seit der Roboter zusammen mit seinem noch mobilen Zwilling Opportunity auf den Sand des roten Planeten fiel. Wissenschaftler versuchen, ihren greisen Patienten auf dem Mars nun mit aller Macht am Leben zu erhalten.

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Doug McCuistion, der Leiter des Marserkundungs-Programms, erklärt im Video, wie Spirit auch künftig den Mars erforschen kann

Im vergangenen April passierte der Zwischenfall, der Sand in Spirits Getriebe brachte. Der Roboter brach beim Rollen über krustigen Boden mit seinen fünf noch funktionierenden Rädern ein und blieb im darunter liegenden Sand stecken. Die Befreiungsaktionen halfen alle nichts, im Gegenteil: Der Rover verlor sogar noch ein zweites Rad.

Die Nasa will sich nun darauf konzentrieren, Spirit auf den Mars-Winter vorzubereiten. Die Wissenschaftler müssen den Roboter dazu ein paar Grad aufrichten, damit die Solarpaneele in günstigerer Position zur Sonne stehen. Ansonsten droht ihm aufgrund mangelnder Energieversorgung der Winterschlaf. Er könne dann nicht mit der Erde kommunizieren.

"Wir müssen den hinteren Teil oder die linke Seite anheben, oder beides", sagt Ashley Stroupe vom Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien. Oder die rechte Vorderseite müsse abgesenkt werden - etwa, indem sich das rechte Vorderrad tiefer in den Sand eingräbt. Für diese Manöver bleibt der Nasa aber nur bis Mitte Februar Zeit - danach reicht die aufgefangene Sonnenenergie nicht mehr aus.

Spirit selbst kümmert sich wenig um seine Haltung. Er hat während seines stationären Daseins bereits mit neue Messungen begonnen. Er studiert kleine Taumelbewegungen der Mars-Rotation: Das könnte Aufschlüsse über das Innere des Planeten geben - und der Rover dadurch letzte wunderbare Lorbeeren ernten, sagt Steve Squyres von der Cornell University, einer der führenden Projekt-Wissenschaftler. Spirit kann auch mit seinem Roboterarm den Boden in seiner Nähe erforschen und beobachten, wie der Wind die einzelnen Partikel bewegt.

Übersteht er den Winter, könnte er der Nasa zufolge noch monatelang arbeiten, vielleicht auch Jahre. Bei seiner Geschichte würde das wahrscheinlich niemanden mehr wundern.

 
Leser-Kommentare
  1. Mit derartigen 3D-Solarpanelen gäbe es keine Probleme mit der Energieversorgung:

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

  2. wenn das qualitativ hochwertigste Material verwendet worden wäre und kein Kompromiss aus Haltbarkeit und Kosten?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...in Ihrer Aussage? Etwa mit den läppischen Youtube-Videos, die Ihr Vorposter in einem Akt der Eigen-PR hier postet (auch Forenspam genannt)?

    Oder verfügen Sie über sonstige Informationen, mit der Sie belegen können, daß die NASA ausgerechnet bei den Rovern gespart hat? Mal ungeachtet der Tatsache, daß Spirit seine projektierte Lebensdauer um ein Vielfaches überschritten hat, daß seine Kalamitäten vornehmlich am weichen Sand liegen, in dem er gerade feststeckt und daß sein Zwillingsbruder Opportunity auch nach sechs Jahren ohne Wartung unter feindlichen Umgebungsbedingungen auf dem Mars noch voll funktionsfähig herumfährt?

    Das uninformierte Besserwissertum, mit dem manche Zeitgenossen glänzen, ist immer wieder erstaunlich.

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    Oder verfügen Sie über sonstige Informationen, mit der Sie belegen können, daß die NASA ausgerechnet bei den Rovern gespart hat? Mal ungeachtet der Tatsache, daß Spirit seine projektierte Lebensdauer um ein Vielfaches überschritten hat, daß seine Kalamitäten vornehmlich am weichen Sand liegen, in dem er gerade feststeckt und daß sein Zwillingsbruder Opportunity auch nach sechs Jahren ohne Wartung unter feindlichen Umgebungsbedingungen auf dem Mars noch voll funktionsfähig herumfährt?

    Das uninformierte Besserwissertum, mit dem manche Zeitgenossen glänzen, ist immer wieder erstaunlich.

  3. ...in Ihrer Aussage? Etwa mit den läppischen Youtube-Videos, die Ihr Vorposter in einem Akt der Eigen-PR hier postet (auch Forenspam genannt)?

    Oder verfügen Sie über sonstige Informationen, mit der Sie belegen können, daß die NASA ausgerechnet bei den Rovern gespart hat? Mal ungeachtet der Tatsache, daß Spirit seine projektierte Lebensdauer um ein Vielfaches überschritten hat, daß seine Kalamitäten vornehmlich am weichen Sand liegen, in dem er gerade feststeckt und daß sein Zwillingsbruder Opportunity auch nach sechs Jahren ohne Wartung unter feindlichen Umgebungsbedingungen auf dem Mars noch voll funktionsfähig herumfährt?

    Das uninformierte Besserwissertum, mit dem manche Zeitgenossen glänzen, ist immer wieder erstaunlich.

    • dapeda
    • 04.03.2010 um 21:41 Uhr

    "Spirit kann auch [...] beobachten, wie der Wind die einzelnen Partikel bewegt."

    Und das vielleicht noch jahrzehntelang.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 4
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  • Schlagworte Nasa | Rover | Cornell University | Roboter | Weltraum | Wissenschaft | Mars
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