Deutsche Energie-Firmen Mit Geduld und Gülle
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Kulturelle Unterschiede zu überwinden ist in China ein Schlüssel zum Erfolg

Daneben sind es auch kulturelle Unterschiede, die viel Zeit in Anspruch nehmen können. Einfach nur Fakten zu präsentieren, reicht bei chinesischen Kunden nicht aus. "Der wirkliche Glaube an das Geschäft entsteht erst über die Zeit. Bis man mit Chinesen zu einem Vertragsabschluss kommt, vergehen meist Monate oder sogar Jahre. Es muss viel Vertrauen aufgebaut werden", erklärt Unternehmer Dicke, der mittlerweile mit einem großen chinesischen Energieversorger zusammenarbeitet. Er hofft, noch dieses Jahr seine erste Biogasanlage zu bauen.

Peter Küsters
Peter Küsters

Seit 2005 leitet Peter Küsters (42), Techniker für Garten- und Landschaftsbau, seine Firma Greenlink mit Hauptsitz in Peking. Die Firma ist ein Tochterunternehmen des Familienbetriebs Gartenhof Küsters aus Neuss. 1999 führte ihn ein Auftrag das erste Mal nach China.

Peter Küsters ist schon deutlich weiter. Der deutsche Gartenbauunternehmer hatte schon 1999 seinen ersten Auftrag in China, weitere folgten. 2002 zog er nach Peking, wo er 2005 seine Firma GreenLink Küsters gründete. Mittlerweile hat er Niederlassungen in Shanghai und Hongkong. Seine Spezialität sind Dachbegrünungssysteme, die für eine bessere Isolierung sorgen und so beim Energiesparen helfen.

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Grünflächen auf Hochhäusern, Gartenanlagen für Hotels – Aufträge bekommt Küsters genug. Zwar arbeitet er hauptsächlich für internationale Kunden, chinaspezifische Probleme sind aber auch ihm nicht fremd. "Die Behörden sind oberflächlich gesehen hilfsbereit, wissen aber oft nicht, wie sie ihre eigenen Gesetze und Verordnungen auslegen sollen. Man fragt zehn Fachleute und bekommt mindestens elf Antworten", sagt Küsters.

Für seine Dachbegrünungssysteme werden nur Materialien aus Rohstoffen verwendet, die danach wieder recycelt werden können. Glaubt man dem Deutschen, ist die chinesische Konkurrenz dabei nicht so genau. "Chinesischen Kunden ist der Ökofaktor meist egal, da geht es vor allem um einen möglichst niedrigen Preis." Das neue Umweltbewusstsein Chinas hält er in vielen Fällen für vorgespielt.

Tatsächlich hat die chinesische Regierung begonnen, dem Land ein grünes Image zu verordnen. Erneuerbare Energie wird deutlich gefördert, deren Anteil an der Energieversorgung Chinas soll bis 2020 auf 15 Prozent gesteigert werden. Etwa 70 Prozent des chinesischen Stroms kommt allerdings weiterhin aus Kohlekraftwerken. Und noch sterben jährlich rund 700.000 Chinesen an Umweltgiften. Jutta Ludwig von der AHK glaubt dennoch, dass die Regierung ihre Umweltschutzbemühungen ernst meint. "Man hat erkannt, dass man das Land sauber machen muss, weil die Umweltverschmutzung die Bevölkerung krank macht", sagt sie. Doch je weiter man sich von der Regierung in Peking entfernt, desto weniger spielt der Umweltgedanke eine Rolle. 

Ein riesiger Markt für erneuerbare Energie und Umwelttechnik ist China dennoch. Markus Dicke von German Biogas wünscht sich, dass mehr deutsche Unternehmer den Schritt hierher wagen. "Es ist eine Katastrophe, wie wenig Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energie in China vertreten ist", meint er. Dabei versuchen nicht wenige  ihr Glück in China. "Viele Firmen machen von Anfang an eine riesige Show, stellen 30 Leute an, mieten riesige Büroräume. Wenn sie dann keine schnellen Erfolge vorweisen können, sind sie wieder weg", sagt Dicke. Wer in China erfolgreich sein möchte, muss vor allem eines mitbringen – Geduld.

 
Leser-Kommentare
  1. Seite 2: Es stehen 4500 Biogasanlagen in Deutschland nicht 45.000: http://www.bio-energie.de...

    Entgegen der Meinung von Herr Dicke wird nicht der Bau, sondern der Betrieb, also die Strom- und Wärmeproduktion in Deutschland vergütet. Seine Aussage dazu ist schlicht falsch.
    Daher ist den Betreibern durchaus daran gelegen eine hohe Energieausbeute zu erreichen:
    http://www.fnr-server.de/...

    Zu den Inputstoffen:
    Kommt drauf an wie man es sieht; bezogen auf Masse ist weiterhin Gülle der häufigste Inputstoff, bezogen auf den Energiegewinn sind es mittlerweile die NawaRos.

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    Redaktion

    Lieber Leser,

    herzlichen Dank für die Hinweise. Sie haben absolut recht, was die Anzahl der Biogasanlagen angeht. Entschuldigen Sie den Tippfehler, der sich beim Redigieren eingeschlichen hat. Er wurde korrigiert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    Redaktion

    Lieber Leser,

    herzlichen Dank für die Hinweise. Sie haben absolut recht, was die Anzahl der Biogasanlagen angeht. Entschuldigen Sie den Tippfehler, der sich beim Redigieren eingeschlichen hat. Er wurde korrigiert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

  2. Redaktion

    Lieber Leser,

    herzlichen Dank für die Hinweise. Sie haben absolut recht, was die Anzahl der Biogasanlagen angeht. Entschuldigen Sie den Tippfehler, der sich beim Redigieren eingeschlichen hat. Er wurde korrigiert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

  3. 3. Und?

    "Die Behörden sind oberflächlich gesehen hilfsbereit, wissen aber oft nicht, wie sie ihrer eigenen Gesetze und Verordnungen und auslegen sollen."

    Also Entweder fehlt da ein Nomen oder ein "und" ist zu viel :)

  4. Die Bauer verwenden Faulgas direkt zum kochen, nicht zum Strom erzeugen.

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    • keox
    • 06.02.2010 um 16:07 Uhr

    las letztes Jahr einen - unauffindbaren - Bericht über Kleinstanlagen in Gebieten, die keinen Zugang zum Stromnetz haben.

    Die Lösung seien sozusagen Ein-Schwein-Kraftwerke. Die ESKW werden gespeist durch Gülle, menschliche Fäkalien* und alle sonstigen organischen Abfälle.

    Die gewonnene Energie reicht mitunter weiter als der Eigenbedarf, simple Ortsnetze werden installiert.

    Ist natürlich kaum eine Lösung für Ballungsräume, aber trotzdem eine tolle Idee.

    Vor Allem gefällt mir die Idee, daß keine Brennstäbe oder CO²-Mengen nach Art dummer Hunde verbuddelt werden müssen.

    Hat der Energielieferant, das Schwein, ausgedient, wird es verspeist und dient somit auch nach seinem Tod nicht nur der Ernährung, sondern auch - über die bekannten Prozesse der Verstoffwechselung - noch einmal der Energieerzeugung.

    *können Fäkalien menschlich sein?

    • keox
    • 06.02.2010 um 16:07 Uhr

    las letztes Jahr einen - unauffindbaren - Bericht über Kleinstanlagen in Gebieten, die keinen Zugang zum Stromnetz haben.

    Die Lösung seien sozusagen Ein-Schwein-Kraftwerke. Die ESKW werden gespeist durch Gülle, menschliche Fäkalien* und alle sonstigen organischen Abfälle.

    Die gewonnene Energie reicht mitunter weiter als der Eigenbedarf, simple Ortsnetze werden installiert.

    Ist natürlich kaum eine Lösung für Ballungsräume, aber trotzdem eine tolle Idee.

    Vor Allem gefällt mir die Idee, daß keine Brennstäbe oder CO²-Mengen nach Art dummer Hunde verbuddelt werden müssen.

    Hat der Energielieferant, das Schwein, ausgedient, wird es verspeist und dient somit auch nach seinem Tod nicht nur der Ernährung, sondern auch - über die bekannten Prozesse der Verstoffwechselung - noch einmal der Energieerzeugung.

    *können Fäkalien menschlich sein?

  5. muss man in China noch Geld mitbringen um die vielen kleinen Beamten zu bestechen damit man all das erreicht was man woanders umsonst bekommt.
    Man kann das ja mit der Begruenung so machen wie die Partei das zu Olympia gemacht hat, einfach gruene giftige Farbe auf den Erdboden und schon ist der Schein aus der Entfernung gegeben.

    • keox
    • 06.02.2010 um 16:07 Uhr

    las letztes Jahr einen - unauffindbaren - Bericht über Kleinstanlagen in Gebieten, die keinen Zugang zum Stromnetz haben.

    Die Lösung seien sozusagen Ein-Schwein-Kraftwerke. Die ESKW werden gespeist durch Gülle, menschliche Fäkalien* und alle sonstigen organischen Abfälle.

    Die gewonnene Energie reicht mitunter weiter als der Eigenbedarf, simple Ortsnetze werden installiert.

    Ist natürlich kaum eine Lösung für Ballungsräume, aber trotzdem eine tolle Idee.

    Vor Allem gefällt mir die Idee, daß keine Brennstäbe oder CO²-Mengen nach Art dummer Hunde verbuddelt werden müssen.

    Hat der Energielieferant, das Schwein, ausgedient, wird es verspeist und dient somit auch nach seinem Tod nicht nur der Ernährung, sondern auch - über die bekannten Prozesse der Verstoffwechselung - noch einmal der Energieerzeugung.

    *können Fäkalien menschlich sein?

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