Im Schnitt 35 Stunden Arbeitsaufwand fürs Studium
Die von den Forschern festgestellte hohe Leistungsbereitschaft der Studierenden prallt auf von ihnen wahrgenommene Missstände in der Studienorganisation, wie Bargel erklärte. 82 Prozent der Studierenden sagen, dass ihr Studium "eng an der Studienordnung ausgerichtet" ist. Die strikten Vorgaben selbst würden aber von den meisten nicht als "größeres Problem" angesehen, heißt es in der Studie, da damit auch "Anleitung und Führung" einhergingen. Jeder Zweite hält das geforderte Maß an Selbstständigkeit für gerade richtig, knapp jeder Vierte fühlt sich findet die Anforderungen an die Selbstständigkeit sogar zu hoch. Während die Studierenden die Einschränkungen, Schwerpunkte im Studium nach eigenen Interessen zu setzen, akzeptieren, führt die neue "Regelungsdichte" jedoch zur Verschärfung von Problemen: Obwohl Studienordnungen wichtiger geworden sind, fühlen sich zwei Fünftel der Bachelor-Studierenden darüber zu wenig informiert, jeder Vierte hat Schwierigkeiten, den Inhalt zu verstehen.
Um das Studium so bewältigen zu können, wie die Mehrheit es möchte, müsste es klar gegliedert sein. Diese Eigenschaft erfüllt es aber nur aus Sicht von 58 Prozent der Befragten. Die Prüfungsanforderungen empfinden nur 46 Prozent als klar. Zwei Drittel halten die Leistungsanforderungen im Bachelor für hoch. Das entspricht auch der Einschätzung der Diplom- und Magisterstudierenden über ihr Studium. Von diesen sagen aber etwa 54 Prozent, die Prüfungsanforderungen seien ihnen klar. Für viele Bachelor führen die als schwer durchschaubar empfundenen Strukturen dazu, dass sie Schwierigkeiten mit der Planung des Studiums haben (jeder Zweite).
Ein Viertel der Bachelor-Studierenden findet die Modularisierung – die Zusammenstellung mehrerer Lehrveranstaltungen zu Sinneinheiten – schlecht gelungen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass diese Kritik sich vor allem auf die für Leistungsnachweise verlangte Arbeits- und Prüfungsbelastung bezieht.
Die Bachelor-Studierenden wenden im Schnitt über 35 Stunden pro Woche für ihr Studium auf – das entspricht einem siebenstündigen Arbeitstag. Zwei Drittel der Bachelorstudierenden jobben, jeder zweite auch während der Vorlesungszeit.
Die meisten BA-Studierenden (78 Prozent) sagen, dass sie ihr Studium bislang in der geplanten Studienzeit absolviert haben. 14 Prozent hinken um ein Semester hinterher. Bei den Diplom- und Magisterstudierenden hinkt dagegen mehr als die Hälfte hinter der eigentlich geplanten Studienzeit zurück.
- Datum 17.02.2010 - 10:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Auch im Bachelor gibt es die Möglichkeit, unbenotete Prüfungen zu haben, die nicht für die Bachelornote zählen. Ich habe gehört, dass die RWTH Aachen dies demnächst für das Physikstudium einführen wird, sodass die kompletten beiden ersten Semester unbenotet bleiben (bestanden werden müssen die Prüfungen natürlich trotzdem noch).
Das dürfte viel verbessern, stehen die Studierenden doch sonst von Anfang an unter enormem Leistungsdruck, obwohl sie erst die Grundlagen lernen die später nicht mehr als Handwerkszeug sind, von dem man die wichtigen Teile ohnehin beherrscht.
Meiner Ansicht nach bringt diese ganze stromlinienförmige Berufs- und Lebenslaufhetze vielleicht einen schönen Schein zustande...ganz in der Tradition der guten Banker, die bei hoher Ahnungslosigkeit die höchste Kompetenz und Sicherheit vorgaukeln können..., aber gerade in den Kultur- und Geisteswissenschaften scheint mir der Erwerb der kritischen Betrachtung und der breiten Kompentenzakkumulation in komplizierten Sachverhalten - die sich ja nicht so einfach wie in den Naturwissenschaften mit der EINEN RICHTIGEN Theorie erschöpfen - auf der Strecke zu bleiben. Das Studium verkommt zum hyperventilierenden Stoffeinpauken (Scheuklappen sind da vonnöten, weil viele Einwände und Alternativen dann ausgeblendet werden müssen)...und das macht dann fit für den Beruf? Schöne Berufe sind das...mit lauter hyperventilierenden Bankerimitaten.
@Pyr
Das wäre ja super und hoffentlich ziehen da noch andere Hochschulen nach.
Aber vielleicht guckt ja mal einer verstärkt auf das Thema "Prüfungsvorleistungen". Wir mussten im jetzigen Semester bspw. insgesamt 14 Belege und 3 Projekte machen. Bis auf ein Projekt werden diese "Vorleistungen" in keinster Weise mit in die Prüfungsnote einbezogen.
Und auf der anderen Seite ist es so, dass dadurch schon der eigene Lernstil durch einen vordefinierten flöten geht. Da man alle 2-3 Wochen für je 3-4 Module Teilaufgaben von Projekten bzw. dann Belege abzugeben hat. Insgesamt hat man aber 6-8 Module. Und mir und manch anderen geht es dann so, dass sie für ein Modul was lernen, dann feststellen das dass recht interessant ist, sich aus eigener Motivation heraus weiter damit beschäftigen und zwangsläufig mit anderen Modulen in Konflikt geraden. Da ja für jedes Modul Prüfungsvorleistungen, auf das Semester verteilt, zu erbringen sind.
Warum hat man nicht so viel Vertrauen zu den Studenten, verlangt wesentlich weniger Belege. Läßt diese frei lernen. Am Ende des Semesters muss man doch sowieso Prüfungen schreiben, also bis dahin den Inhalt der Module beherrschen.
In anbetracht der Tatsache kann ich folgendes nicht verstehen: "Jeder Zweite hält das geforderte Maß an Selbstständigkeit für gerade richtig, knapp jeder Vierte findet die Anforderungen an die Selbstständigkeit sogar zu hoch."
Was für eine Selbstständigkeit?? Sich selbstständig in ein vorgeg. Muster zu pressen?
Angesichts der Masse an Prüfungsvorleistungen etc., die Du zu machen hast, würde mich mal interessieren, was Du studierst.
Aus meinem Bachelor (Geschichte/Latein, habe ich mittlerweile zum Glück fertig) kenne ich das in dieser Häufung nicht. Natürlich - gelegentlich Referate als Vorleistungen, aber sowas war auch zu Magisterzeiten Gang und Gebe.
Übrigens ist die Praxis der unbenoteten Prüfungen und von Streichergebnissen an der Uni Göttingen zumindest teilweise schon seit einiger Zeit Usus, das macht das Leben doch etwas einfacher.
Der letzte Absatz des Artikels gibt mit allerdings zu denken: Anscheinend stürzen sich recht viele Bachelor-Studenten um der Regelstudienzeit willen kopfüber in Prüfungen, die sie lieber später gemacht hätten. Soll heißen, dass sich Studenten in den alten Studiengängen wohl deutlich weniger um Zeitvorgaben geschert haben und sich daher mehr Zeit für das Erlernen der Inhalte genommen haben.
Das erscheint mir aber eher ein Kommunikationsproblem seitens der Dozenten als ein immanenter Fehler des Bachelors zu sein.
Mir scheint, dass es für viele Studenten dringend nötig wäre, ihre Selbständigkeit zu entdecken. Beispiel? Im Fach Latein hängt der Studienerfolg maßgeblich davon ab, dass man sich frühzeitig und regelmäßig hinsetzt und selbständig die Übersetzungspensen etc. durcharbeitet. Tut man dies nicht, geht man spätestens im letzten Modul unter. Das kann einem niemand abnehmen, aber das glauben die meisten Studenten den Dozenten einfach nicht.
Angesichts der Masse an Prüfungsvorleistungen etc., die Du zu machen hast, würde mich mal interessieren, was Du studierst.
Aus meinem Bachelor (Geschichte/Latein, habe ich mittlerweile zum Glück fertig) kenne ich das in dieser Häufung nicht. Natürlich - gelegentlich Referate als Vorleistungen, aber sowas war auch zu Magisterzeiten Gang und Gebe.
Übrigens ist die Praxis der unbenoteten Prüfungen und von Streichergebnissen an der Uni Göttingen zumindest teilweise schon seit einiger Zeit Usus, das macht das Leben doch etwas einfacher.
Der letzte Absatz des Artikels gibt mit allerdings zu denken: Anscheinend stürzen sich recht viele Bachelor-Studenten um der Regelstudienzeit willen kopfüber in Prüfungen, die sie lieber später gemacht hätten. Soll heißen, dass sich Studenten in den alten Studiengängen wohl deutlich weniger um Zeitvorgaben geschert haben und sich daher mehr Zeit für das Erlernen der Inhalte genommen haben.
Das erscheint mir aber eher ein Kommunikationsproblem seitens der Dozenten als ein immanenter Fehler des Bachelors zu sein.
Mir scheint, dass es für viele Studenten dringend nötig wäre, ihre Selbständigkeit zu entdecken. Beispiel? Im Fach Latein hängt der Studienerfolg maßgeblich davon ab, dass man sich frühzeitig und regelmäßig hinsetzt und selbständig die Übersetzungspensen etc. durcharbeitet. Tut man dies nicht, geht man spätestens im letzten Modul unter. Das kann einem niemand abnehmen, aber das glauben die meisten Studenten den Dozenten einfach nicht.
Angesichts der Masse an Prüfungsvorleistungen etc., die Du zu machen hast, würde mich mal interessieren, was Du studierst.
Aus meinem Bachelor (Geschichte/Latein, habe ich mittlerweile zum Glück fertig) kenne ich das in dieser Häufung nicht. Natürlich - gelegentlich Referate als Vorleistungen, aber sowas war auch zu Magisterzeiten Gang und Gebe.
Übrigens ist die Praxis der unbenoteten Prüfungen und von Streichergebnissen an der Uni Göttingen zumindest teilweise schon seit einiger Zeit Usus, das macht das Leben doch etwas einfacher.
Der letzte Absatz des Artikels gibt mit allerdings zu denken: Anscheinend stürzen sich recht viele Bachelor-Studenten um der Regelstudienzeit willen kopfüber in Prüfungen, die sie lieber später gemacht hätten. Soll heißen, dass sich Studenten in den alten Studiengängen wohl deutlich weniger um Zeitvorgaben geschert haben und sich daher mehr Zeit für das Erlernen der Inhalte genommen haben.
Das erscheint mir aber eher ein Kommunikationsproblem seitens der Dozenten als ein immanenter Fehler des Bachelors zu sein.
Mir scheint, dass es für viele Studenten dringend nötig wäre, ihre Selbständigkeit zu entdecken. Beispiel? Im Fach Latein hängt der Studienerfolg maßgeblich davon ab, dass man sich frühzeitig und regelmäßig hinsetzt und selbständig die Übersetzungspensen etc. durcharbeitet. Tut man dies nicht, geht man spätestens im letzten Modul unter. Das kann einem niemand abnehmen, aber das glauben die meisten Studenten den Dozenten einfach nicht.
In unserem Bachelor gibt es Prüfungsleistungen, Prüfungsvorleistungen und Studienleistungen, wobei 2. und 3. scheinbar dasselbe sind, nur anders betitelt.
6 Module bot mir das erste Semester an.
6 Prüfungsleistungen, davon 4 benotete, die in die Abschlußnote zählen. Diese 4 waren schriftliche Klausuren. Die 2 unbenoteten: eine Hausarbeit und ein Referat, sind jedoch zu bestehen um die Creditpoints zu bekommen. Von 180LP sind bei mir 155LP mit benoteten Prüfungsleistungen.
Desweiteren Prüfungsvorleistungen: Ein Referat, zwei Sitzungsprotokolle, ein Exzerpt und ein Abstract.
Mein Fazit: Bei den Prüfungsleistungen tendiert der Bachelor einseitig zu schriftlichen Klausuren und die Prüfungsvorleistungen sind insgesamt etwas zu viel/aufwändig.
Ich persönlich finde schriftliche Hausarbeiten besser. Dabei habe ich das Gefühl mich intensiver mit dem Stoff zu beschäftigen, als wenn ich für eine Klausur lerne.
Andererseits beschäftigt sich eine Hausarbeit oder ein Referat ja nur mit einem Teilthema des Moduls, während eine Klausur i.d.R. den gesamten Modulstoff abzudecken versucht.
Daher ist wohl eine gesunde Mischung am besten.
Wie ich es bisher gehört habe, steht es dem Professor ja frei wie er sein Modul oder seine Veranstaltung gestaltet. Er muss keine schriftliche Klausur ansetzen! Es steht ihm frei eine Hausarbeit, ein Referat oder eine mündliche Prüfung als Prüfungsleistung auszuwählen.
Auch die Prüfungsvorleistung ist keine Pflicht. Diese muss nicht angesetzt werden, oder kann beispielsweise auch durch Anwesenheitspflicht im Seminar ersetzt werden.
Das Hauptproblem ist daher wohl, dass der Professor oder die Leute die das Modul konkret konzipieren, dieses für so wichtig halten und es mit möglichst vielen Anforderungen vollpacken. Vielleicht eine Frage der Reputation. Wenn das natürlich jeder so macht, wird es ganz dicht im Bachelor Prüfungs-Dschungel!
ganz so einfach ist das leider nicht. Die pruefungsform wird in der modulneschreibung festgelegt und die wiederum ist wird bei der akkreditierung vorgelegt und bewilligt ... ich kann (streng formal) also nicht von dieser vorgabe abweichen ... mache es aber in absprache mit den studierenden doch.
Die hetze der studierenden ist allerdings verwirrend. Die aktuelle arbeitsmarktsituation ist guenstig. Ein bißchen mehr zeit fuer das studium ist drin. Leidet glauben einem das die studierenden nicht. Man bekommt den neindruck, dass alle wie lemminge dem arbeitsmarkt zustreben. Schade, denn ein jahr mehr studium bringt fuer leben mehr, als ein jahr gehalt oder ein jahr praktikum.
ganz so einfach ist das leider nicht. Die pruefungsform wird in der modulneschreibung festgelegt und die wiederum ist wird bei der akkreditierung vorgelegt und bewilligt ... ich kann (streng formal) also nicht von dieser vorgabe abweichen ... mache es aber in absprache mit den studierenden doch.
Die hetze der studierenden ist allerdings verwirrend. Die aktuelle arbeitsmarktsituation ist guenstig. Ein bißchen mehr zeit fuer das studium ist drin. Leidet glauben einem das die studierenden nicht. Man bekommt den neindruck, dass alle wie lemminge dem arbeitsmarkt zustreben. Schade, denn ein jahr mehr studium bringt fuer leben mehr, als ein jahr gehalt oder ein jahr praktikum.
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