Forschen im All Ein Balkon für die Raumstation
Die Aussichtsplattform Cupola ist das letzte europäische ISS-Bauteil. Nun fliegt sie der Shuttle "Endeavour" ins All und läutet damit das nahe Ende der US-Raumfähren ein.
© ESA/D.Ducros

Aussichtsplattform für Astronauten: Wie in dieser Animation gezeigt, sollen künftig die Bewohner der internationalen Raumstation ISS vom Cupola-Balkon aus das All betrachten können
Es hört sich eher nach lockerem Zeitvertreib denn nach harter Forschungsarbeit an: Die Internationale Raumstation (ISS) bekommt eine Aussichtsplattform. Sieben Fenster hat die domartige Aluminiumkonstruktion. Sie erlauben nicht nur eine 360-Grad-Rundumsicht, sondern dank einer Öffnung im Dach auch einen Blick in die dritte Dimension. Statt auf Kontrolldisplays zu starren, könnten die Raumfahrer also in Zukunft den kosmischen Balkon aufsuchen und das All einschließlich ihres Heimatplaneten in voller Schönheit genießen.
Simonetta Di Pippo mag es überhaupt nicht, wenn das Cupola genannte Modul als Ferieninsel dargestellt wird. Es sei ein wichtiger Bestandteil der Raumstation und erleichtere den Astronauten die Arbeit an Bord der ISS, sagt die Direktorin für bemannte Raumfahrt bei der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Noch ist die Plattform auf der Erde. Gemeinsam mit dem Verbindungsknoten Tranquility wurde sie im Laderaum der Endeavour verstaut. Am Sonntag um 10.39 Uhr MEZ soll der Spaceshuttle vom Kennedy-Space-Center in Cape Canaveral (Florida) starten und Kurs auf die Raumstation nehmen.
Die beiden Teile sind die letzten ISS-Module, die von den Europäern kommen. Gebaut wurden sie unter Führung der italienischen Firma Thales Alenia Space. Die Kosten betrugen einschließlich Entwicklung rund 300 Millionen Euro und wurden von der Esa bezahlt. Inzwischen gehören Cupola und Tranquility aber offiziell den Amerikanern, was in Sachen ISS nichts Ungewöhnliches ist. Zwischen den beteiligten Partnern USA, Russland, Japan, Kanada und Europa werden die meisten Geschäfte bargeldlos abgewickelt nach der Abmachung: Bauteile gegen Transport in den Orbit, Datentransfer zur Erde oder Mitflugmöglichkeiten für Astronauten der jeweiligen Nationen.
So wuchs die Raumstation in den vergangenen Jahren auf ihre heutige Größe. Sechs Raumfahrer können dauerhaft knapp 400 Kilometer über der Erde leben. Genau dorthin werden die Astronauten schauen können, wenn Cupola an seinem finalen Bestimmungsort fixiert ist: Das Gewölbe ist direkt auf ihren Heimatplaneten gerichtet. Man verspricht sich davon eine positive Wirkung auf die Psyche der Crew. Denn sechs Personen über Monate in einer Zwangswohngemeinschaft – da bleibt Stress nicht aus.
Hauptzweck von Cupola ist jedoch, Arbeiten im freien Kosmos von Innen zu unterstützen. Das betrifft sowohl die Außeneinsätze von Astronauten in ihren klobigen weißen Anzügen als auch das Steuern des Roboterarms. Nach diesen Arbeiten sollen die Fenster der Kuppel mit speziellen Schotten verschlossen werden, um die Spezialscheiben vor dem Einschlag kleinster Partikel zu schützen.
Die Verbindung zwischen Cupola und dem Rest der Station ist das Tranquility-Modul. Darin sollen zwei Wasseraufbereitungssysteme und ein Sauerstoffaggregat montiert werden, die bereits an Bord der ISS sind. Außerdem wird dort das Laufband "Colbert" eingerichtet, das bisher im Knoten 2 stand. Gummibänder sorgen dafür, dass die Astronauten zumindest gegenüber Colbert eine Art Schwerkraft spüren und ihre Knochen und Muskeln belasten können. Wie gewissenhaft die Astronauten ihr Fitnessprogramm befolgen, zeigt sich spätestens bei ihrer Rückkehr zur Erde.
Dafür werden seit dem vergangenen Jahr ausschließlich die russischen Sojus-Kapseln genutzt. Die Raumfähren der Nasa dienen nur noch den letzten Materiallieferungen. So wird auch dieselbe sechsköpfige Shuttlebesatzung, die jetzt mit der Endeavour abhebt, nach voraussichtlich zwölf Tagen zur Erde zurückkehren. Bald ist auch mit den Materialtransporten Schluss. Im Herbst soll die Shuttleflotte endgültig stillgelegt werden. Noch sucht die Nasa nach Käufern für die Raumfähren, erst kürzlich hat sie die Preise auf unter 30 Millionen Dollar pro Stück gesenkt.
Der jetzt geplante Flug ist der fünftletzte überhaupt. Lange Zeit herrschte große Unsicherheit bei der Nasa, wie es nach dem Ende der Shuttleära weitergehen sollte. 49 Jahre lang hat die US-Behörde ein eigenes Transportsystem für ihre Astronauten gehabt. Für die nächsten ISS-Missionen hat die Nasa Mitfliegerplätze bei den Russen bestellt.
- Datum 06.02.2010 - 11:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Aussichtsplattform...für solch immens wichtigen Bauteile zahle ich als Steuerzahler doch gerne.
Ich habe mich auch schon häufiger gefragt, warum Ihre Wohnung Fenster braucht... Oder eine Tür.
Ich habe mich auch schon häufiger gefragt, warum Ihre Wohnung Fenster braucht... Oder eine Tür.
Ich habe mich auch schon häufiger gefragt, warum Ihre Wohnung Fenster braucht... Oder eine Tür.
Weil ich - und das wird Sie vielleicht überraschen - nicht in einer Raumstation wohne und gerne mal einen Schwall frischen O² in mein Haus lasse.
Weil ich - und das wird Sie vielleicht überraschen - nicht in einer Raumstation wohne und gerne mal einen Schwall frischen O² in mein Haus lasse.
Weil ich - und das wird Sie vielleicht überraschen - nicht in einer Raumstation wohne und gerne mal einen Schwall frischen O² in mein Haus lasse.
Bieten Sie doch einfach den ISS-Astronauten Ihre Hilfe an und zeigen Ihnen, wie man durch Wände ohne solch alberne Dinge wie Fenster den Greifarm oder Kollegen beim Ausseneinsatz im Blick hält... ;)
Bieten Sie doch einfach den ISS-Astronauten Ihre Hilfe an und zeigen Ihnen, wie man durch Wände ohne solch alberne Dinge wie Fenster den Greifarm oder Kollegen beim Ausseneinsatz im Blick hält... ;)
Bieten Sie doch einfach den ISS-Astronauten Ihre Hilfe an und zeigen Ihnen, wie man durch Wände ohne solch alberne Dinge wie Fenster den Greifarm oder Kollegen beim Ausseneinsatz im Blick hält... ;)
...tja...vielleicht mit einer stinknormalen Kamera?
...tja...vielleicht mit einer stinknormalen Kamera?
...tja...vielleicht mit einer stinknormalen Kamera?
Wo ist eigentlich die in der Bildunterschrift angepriesene Animation? Ich sehe nur eine einfaches Standbild mit einer Computergrafik der Raumstation?... (Scheinbar kann der Autor dies nicht auseinanderhalten, ist mir schon öfter aufgefallen...)
Die Frage ist ansich auch, ob wir uns bei all der Probleme auf unserer Erde eine teuere Raumfahrt überhaupt leisten sollten... Ob der Erkenntnisgewinn durch Raumfahrt wirklich soviel mehr wiegt...
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