Studentenleben Ich brauche Geld

Ein Semester voller Proteste an den Hochschulen geht zu Ende. Ein Berliner Student erklärt, warum viele protestiert haben – er aber nicht.

Neben dem Bachelor-Studium noch das Geld für die Miete zu verdienen, ist nicht einfach

Neben dem Bachelor-Studium noch das Geld für die Miete zu verdienen, ist nicht einfach

Es ist nur ein kurzer Augenblick, in dem ich Zeit finde, diese Zeilen zu schreiben, nachdem ich von meinem kurzen Frühstück zum Vorlesungsraum eilte, um ausnahmsweise zu früh dort anzukommen. Aus irgendeinem Grund war heute die Professorin ebenfalls vorzeitig anwesend, so dass sie diesen Raum aufschließen konnte. Die ersten Kommilitonen treffen bereits ein und reden lautstark über Vorlesungen und dass es in dem Hörsaal zu kalt sei. Aber sie lassen zum Glück das Fenster offen, das ich aufgemacht habe, um nicht zu schwitzen.

Gleich wird eine Vorlesung beginnen, deren Inhalt meinen Gedankengang nur kurz unterbrechen wird, bevor sie für immer in Vergessenheit gerät. Der Unterricht interessiert mich nur noch mäßig und ich erinnere mich blass daran, dass es einmal anders war. Im ersten Semester meines Bachelor-Studiengangs in Medieninformatik an der Beuth-Hochschule für Technik war ich noch froh darüber, dass wir die mir bereits bekannte Programmiersprache nur knapp abhandelten. Mittlerweile ist es eine von fünf Sprachen, die wir angerissen haben. In fünf Semestern. Der Lehrplan scheint nicht mehr darauf ausgelegt zu sein, die Themen zu ergründen. Wir bleiben an der Oberfläche, um nicht in den Tiefen eines Gebietes auf etwas zu stoßen, was vielleicht zu zeitintensiv für den Rahmen unseres Studiums wäre.

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Jetzt hat doch einer das Fenster geschlossen. Aber ich darf heute nicht schwitzen. Der Grund dafür sind Bewerbungsgespräche. Das erste war kurz vor Unterrichtbeginn bei einem Sandwichladen, das zweite folgt direkt nach meinen Vorlesungen bei einem Informatikunternehmen.

Moment. Gerade werde ich gefragt, ob ich einen Euro "klein machen" kann. Eine Kommilitonin will sich einen Kaffee kaufen. Kein Problem, Kleingeld habe ich noch.

Seit ungefähr zweieinhalb Jahren finde ich keine Zeit, irgendetwas zu tun, das mich kreativ anregt, weil ich entweder ständig arbeite oder wieder verzweifelt auf der Suche nach einem Job bin. Weil meine Mutter ein paar Euro über dem zulässigen Satz verdient, bekomme ich seit Beginn meines Studiums kein Bafög. Ich muss also nebenbei arbeiten, wodurch sich mein Studium verlängert, was wiederum dazu führt, dass ich auch jetzt kein Bafög mehr beantragen kann, obwohl meine Mutter in diesem Monat in Rente geht.

Mein bisheriger Job bestand darin, Software für Leute zu programmieren, die den Arbeitsaufwand nicht erkannten und einen Hungerlohn zahlten. Schließlich habe ich noch keinen Abschluss. Sie freuten sich nicht einmal über das Schnäppchen, das sie mit mir gemacht hatten. Jetzt brauche ich ein regelmäßiges Einkommen, das mich davor bewahrt, mein Studium abbrechen zu müssen. Aber natürlich darf ich den Unterricht nicht wegen eines Jobs vernachlässigen. Noch ein nachgeholtes Semester halte ich nicht aus.

Die Bewerbung heute Nachmittag ist eher eine Formsache. Ein wahrscheinlich hoffnungsloser Versuch, einen Praktikumsplatz zu ergattern, der ein wenig meine Lebenshaltungskosten sichert. Gerne würde ich einen richtigen Job im IT-Bereich finden, aber für Studierende an Fachhochschulen existieren offenbar nur noch Praktikumsplätze.

Ich werde dort erscheinen, höflich lächelnd, ordentlich gekleidet, mit Zeugnissen und Belegen darüber, dass ich bereits erfolgreich Software entwickelt habe. Der Arbeitgeber wird sich alles anhören. Er wird ebenso höflich lächeln und sein großes Interesse bekunden. Dann wird er mir sagen, dass ich dort anfangen kann. Vollzeit. Für 400 Euro.

Ich werde ihm freundlich erwidern, dass ich während meines Studiums nicht durchgängig arbeiten kann und momentan auch ein wenig mehr Geld bräuchte. Zeitlich wird er sich flexibel zeigen. Er wird mir anbieten, auf zwanzig Arbeitsstunden die Woche runterzugehen. Ohne Bezahlung. Schließlich kann ich ja wertvolle Erfahrungen sammeln – und eine Referenz, die ich später vorweisen kann.

Ich sehe mich so schreiben und mir wird übel dabei. Nicht wegen der gewinnorientierten Haltung der Firmen. Das ist nun mal das Wesen ihrer Arbeit. Wirklich schlecht wird mir davon, mich dabei zu beobachten, wie sehr meine Gedanken sich aktuell um Finanzen drehen. Eigentlich bin ich nicht so. Hoffe ich zumindest. Geld ist mir im Grunde nicht so wichtig. Wenn man allerdings nicht weiß, wie man seine Miete im nächsten Monat zahlen soll, kann das die Perspektive ziemlich verrücken.

Dass ich nicht alleine mit meinen Problemen bin, weiß ich, aber dennoch sind es allein meine Probleme. Überall herrscht Protest und Aufstand. Die Studenten gehen auf die Barrikaden, denn sie sind es leid, nicht arbeiten zu können, weil sie studieren, und nicht studieren zu können, weil sie kein Geld haben. Die Studienzeit wird von vielen in die Länge gezogen, auch um sich Wissen an den Stellen selbst aneignen zu können, wo der Unterricht aufhört.

Diejenigen, die es schaffen, in der Regelstudienzeit zu bleiben, haben häufig eine weitaus schlechtere Fachkenntnis oder lernen sich blind durch den Lehrstoff, nur um diesen nach der nächsten Klausur schnellstmöglich wieder aus dem Kopf zu bekommen. Es ist wesentlich leichter, die Fächer zu bestehen, als in ihnen etwas zu lernen. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber mir ist noch keine begegnet. Das Studium verliert zunehmend an Inhalten, aber die Fassade steht noch. Man braucht ja seinen Abschluss.

In Wahrheit mag hierin die größte Befürchtung, das größte Bedauern liegen: Die Freude, etwas zu lernen, was man selbst ausgewählt hatte, weicht zunehmend dem Gefühl, durch einen automatisierten Vorgang geschleust zu werden.

Vielleicht war es einmal anders. Das berühmte Diplom habe ich selbst nicht miterlebt. Aber ich kenne einige Leute, die immer noch in den alten Studiengängen unterrichtet werden. Von ihnen höre ich, dass sie Wissen erarbeiten und nicht einfach Vorlesungsfolien auswendig lernen. Wie schön könnte das Studentenleben sein!

Natürlich ist das eine idealisierte Sicht. Aber auch Professoren merkt man eine sehnsüchtige Freude an, wenn sie erzählen, welche Wissenswerte sie vermitteln konnten, bevor das Bachelorsystem eingeführt wurde. Da entsteht doch das Gefühl, man bekäme etwas vorenthalten.

Und ich sitze hier im Unterricht und höre mir etwas über Typografie und Automaten an. Der Raum ist voll. Keiner streikt. Vielleicht machen Informatiker so was nicht. Zumindest nicht die in meinem Jahrgang. Mich selbst hat der Schrecken vor einem weiteren Semester schon so weit korrumpiert, dass ich tatsächlich in der Vorlesung sitze, anstatt Räume zu besetzen, aus Angst, zu viel Stoff zu verpassen. Und dabei höre ich nicht einmal zu, sondern schreibe diesen Text. Irgendwann war ich anders, und ich muss aufpassen, das Interesse an meinem Fach nicht zu verlieren in dem Sammelsurium aus Ängsten, Lockungen, Drohungen, Versprechen und Bafög-Anträgen.

Ich nehme mir vor, etwas zu ändern. Zumindest an mir. Spätestens morgen. Heute Abend erwarte ich noch Antworten von den Unternehmen, bei denen ich mich den Tag über beworben habe. Ich hoffe, der Sandwichladen sagt zu.

Gregor Keller (25) studiert im 5. Semester Medieninformatik an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin (vormals Technische Fachhochschule).

 
Leser-Kommentare
  1. Ich studiere ebenfalls Medieninformatik im 5. Semesterv und ich kann ihn sowas von nachvollziehen. Ich muss zwar nebenher nicht arbeiten (zum Glück), aber die Motivation im Studium ist trotzdem im Eimer. Eigentlich ist das alles sehr interessant, aber die Art, wie es vermittelt - oder eher: nicht vermittelt wird, ist schon deprimierend.

    KLAR würde man gerne zusätzliche Praktika, Open Source, Projekte, Uni-Job etc. machen, aber WANN BITTE? In Wochenarbeitszeitstunde 70-80? Und wann schläft man dann?

  2. Ich finde die heutigen Studienbedingungen haben nichts mehr mit dem Wesen des Studiums zu tun. Dabei ist mein Studium noch gar nicht solange her. (gerade mal 3 Jahre) Studium hat sicherlich auch etwas mit dem Aneignen von Wissen zu tun. Aber meiner Meinung nach sollte man auch Erfahrungen sammeln können, die abseits des Lernpensums liegen. Und damit meine ich nicht, wie man ein Sandwich belegt. Nein. Es geht auch darum seinen Weg zu finden. Ich frage mich, ob bei den Bedingungen wie sie heute herrschen überhaupt noch die Möglichkeit besteht auch mal an seiner Studienwahl zu zweifeln. Es erscheint eher so, dass die Studenten nur noch darauf getrimmt werden Punkte zu sammeln. Die Regelstudienzeit muss unbedingt eingehalten werden, sonst gibt es abzügen. Die Prüfung muss innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgelegt werden, sonst darf man sie gar nicht ablegen. So bemerken die Studenten aber erst nach Abschluss des Studiums, dass es möglicherweise doch nicht das richtige war. Dann ist aber schon zu spät. Dann hängt man schon in einem Job, den man eigentlich nicht mag. Für den Rest seines Lebens. Nach meinen Zweifeln, mit denen ich mich durchaus 1 bis 2 Semestern auseinander gesetzt habe (darunter hat natürlich das Studium gelitten) war ich umso überzeugter, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Und das Gefühl habe ich immernoch. Mir tun die heutigen Studenten leid.

  3. Glücklicherweise bin ich davon nicht betroffen und kann noch die Vorteile des Diplom Studium geniessen. Die Bachelor Studenten sind zu bedauern. Meine Freundin absolviert momentan ihren Master (Lehramt). Was dort von den Studenten abverlangt wird ist unnormal. Pro Semsester mind. 5 Prüfungen, etliche Hausarbeiten, Referate, Übungsserien. Es bleibt kaum Zeit neben dem Studium noch andere Aktivitäten zu verfolgen. Wenn man die Regelstudienzeit einhalten möchte und vernüftige Leistungen abliefern will, ist arbeiten nebenher völlig unmöglich. So musste meine Freundin einen Studienkredit aufnehmen und ist mittlerweile mit 25000€ bei der Kfw verschuldet. Am Ende werden es fast 35Tsd sein, Zinsen nicht mit eingerechnet. Da macht der Berufseinstieg spass, wenn man die ersten Jahre nur für die Bank arbeitet.

  4. Und wieder mal ein gut geschriebener Artikel in der Zeit.
    Zu hoffen bleibt, dass dieser von den Politikern, die etwas in dem Bereich gelesen wird und sie wenigstens von diesem Artikel endlich einmal zum DENKEN angeregt werden...
    Mir wird schon beinahe schlecht wenn ich daran denke, dass ich auch bald nen Bachelor Studium anfange... eig ist dies Schon ein Armutszeugniss für die "Bildungsrepublik" Deutschland
    Also ich kann jeden verstehen der wenn es Irgendwie möglich ist, dieser Bananenrepublik in Bildung, den Rücken kehrt.

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    Außerhalb dieser "Bananenrepublik" sind allerdings meist deutlich höhere Studiengebühren üblich. Bezahlbarer (und darum ging es in dem Artikel ja hauptsächlich) als in D ist das Studium nur in wenigen Ländern.

    Ich finde man darf die Studenten ruhig ein wenig an den Kosten des Studiums beteiligen. Bildungskredite sollten allerdings weit verfügbar gemacht werden und dürfen auch kein Tabu sein. Es ist doch wohl vernünftiger ein paar Schulden zu machen, früher im Job zu sein und damit hoffentlich auch früher gut zu verdienen, als mehrere Semester für 400 Euro zu jobben. In den USA sind 6stellige Studiendarlehen keine Seltenheit - obwohl das natürlich wiederum völlig überzogen ist (ich würde D und USA mal als zwei gegensätzliche Extreme bezeichnen).

    Zur Umstellung auf den Bachelor kann ich nicht viel sagen. Allerdings habe ich schon bemerkt das die Studenten bei uns an der Uni deutlich eingespannter sind als wir es waren - ob das immer gut ist wag ich auch zu bezweifeln.

    Außerhalb dieser "Bananenrepublik" sind allerdings meist deutlich höhere Studiengebühren üblich. Bezahlbarer (und darum ging es in dem Artikel ja hauptsächlich) als in D ist das Studium nur in wenigen Ländern.

    Ich finde man darf die Studenten ruhig ein wenig an den Kosten des Studiums beteiligen. Bildungskredite sollten allerdings weit verfügbar gemacht werden und dürfen auch kein Tabu sein. Es ist doch wohl vernünftiger ein paar Schulden zu machen, früher im Job zu sein und damit hoffentlich auch früher gut zu verdienen, als mehrere Semester für 400 Euro zu jobben. In den USA sind 6stellige Studiendarlehen keine Seltenheit - obwohl das natürlich wiederum völlig überzogen ist (ich würde D und USA mal als zwei gegensätzliche Extreme bezeichnen).

    Zur Umstellung auf den Bachelor kann ich nicht viel sagen. Allerdings habe ich schon bemerkt das die Studenten bei uns an der Uni deutlich eingespannter sind als wir es waren - ob das immer gut ist wag ich auch zu bezweifeln.

  5. Außerhalb dieser "Bananenrepublik" sind allerdings meist deutlich höhere Studiengebühren üblich. Bezahlbarer (und darum ging es in dem Artikel ja hauptsächlich) als in D ist das Studium nur in wenigen Ländern.

    Ich finde man darf die Studenten ruhig ein wenig an den Kosten des Studiums beteiligen. Bildungskredite sollten allerdings weit verfügbar gemacht werden und dürfen auch kein Tabu sein. Es ist doch wohl vernünftiger ein paar Schulden zu machen, früher im Job zu sein und damit hoffentlich auch früher gut zu verdienen, als mehrere Semester für 400 Euro zu jobben. In den USA sind 6stellige Studiendarlehen keine Seltenheit - obwohl das natürlich wiederum völlig überzogen ist (ich würde D und USA mal als zwei gegensätzliche Extreme bezeichnen).

    Zur Umstellung auf den Bachelor kann ich nicht viel sagen. Allerdings habe ich schon bemerkt das die Studenten bei uns an der Uni deutlich eingespannter sind als wir es waren - ob das immer gut ist wag ich auch zu bezweifeln.

    Antwort auf "Sehr guter Artikel"
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    ja, aber nicht während des Studiums.. Ich finde es gerechter, das nach dem Studium zu machen, vielleicht über eine Art Steuer. Wer ein Studium abschließt, verdient doch nachher im Schnitt besser, als jemand, der keine akademische Laufbahn durchlaufen hat. Im Studium ist man nun mal finanziell klamm, da noch an die Geldbörse ranzuwollen finde ich falsch. Aber später, wenn man Geld verdient, wäre ich durchaus auch bereit, meinen Teil zu leisten..

    Dem Autor kann ich nur Zustimmen, das Studieren auf Bachelor/Master ist wesentlich anstrengender und stressiger geworden. In meinem Semester gab es schon diverse Nervenzusammenbrüche aufgrund der abverlangten Leistung, die das Studieren zur Tortur machen, da man nur für eine Klausur lernt, und nicht für das Wissen als solches.

    Was jedoch meinen Vorkommentator betrifft, so weiß ich nicht genau, ob er sich der Lage bewusst ist, in der wir bzw die Welt stecken: So was wie Wirtschaftskrise etc?!?

    Und dann soll man auch noch einen Kredit aufnehmen, MIT Schulden ins Leben starten?
    Das halte ich für völlig verfehlt und sollte eher als absolute Ausnahme angenommen werden, aber es ist mittlerweile die Regel geworden. Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass es "vernünftig" sei, Schulden zu machen. Da fehlen mir fast die Worte.

    Zudem die USA als Beispiel anzuführen erscheint mir dann doch unangemessen, da dieses Land ganz andere Strukturen aufweist und deren System seit jeher sich vom deutschen unterschieden hat.

    • Pencil
    • 10.03.2010 um 10:38 Uhr

    Also ich finde es übertrieben, dass alle immer Jammern. In der Klausurphase muss man natürlich lernen und das meist auswendig, da bleibt dann keine Zeit mehr für Verständnis. Das Verstehen des Stoffes sollte auch in der Vorlesungszeit geschehen. Das dies (teilweise) nicht realisierbar ist, wegen Bafög, da kenne ich auch einige Fälle, doch im "Notfall" gibt es immer noch einen Studentenkredit, das sehe ich genau so wie mein Vorgänger. Ich denke ein Kredit lohnt sich da mehr als das Studium abzubrechen. Das Studium abzubrechen ist im Vergleich dazu (ausser, wenn einen der Studiengang nicht gefällt, darüber rede ich aber nicht, weil man wechseln kann) eine sehr kurzfristige Denkweise, die doch sonst gerade den Leuten angelastet werden, die im Business-Bereich arbeiten und nicht denjenigen, die gerade kein Studium abgeschlossen haben.

    Ich selbst habe zuerst übrigens Bafög erhalten und dann nach drei Jahren (ja ich weiß, das ist lang, aber so lange habe ich scheinbar gebraucht) das Studium gewechselt und erhalte nun kein Bafög mehr, das heißt aber nicht, dass ich nicht studiere. Zu der Zeit habe ich übrigens auch schon auf Bachelor studiert.

    ja, aber nicht während des Studiums.. Ich finde es gerechter, das nach dem Studium zu machen, vielleicht über eine Art Steuer. Wer ein Studium abschließt, verdient doch nachher im Schnitt besser, als jemand, der keine akademische Laufbahn durchlaufen hat. Im Studium ist man nun mal finanziell klamm, da noch an die Geldbörse ranzuwollen finde ich falsch. Aber später, wenn man Geld verdient, wäre ich durchaus auch bereit, meinen Teil zu leisten..

    Dem Autor kann ich nur Zustimmen, das Studieren auf Bachelor/Master ist wesentlich anstrengender und stressiger geworden. In meinem Semester gab es schon diverse Nervenzusammenbrüche aufgrund der abverlangten Leistung, die das Studieren zur Tortur machen, da man nur für eine Klausur lernt, und nicht für das Wissen als solches.

    Was jedoch meinen Vorkommentator betrifft, so weiß ich nicht genau, ob er sich der Lage bewusst ist, in der wir bzw die Welt stecken: So was wie Wirtschaftskrise etc?!?

    Und dann soll man auch noch einen Kredit aufnehmen, MIT Schulden ins Leben starten?
    Das halte ich für völlig verfehlt und sollte eher als absolute Ausnahme angenommen werden, aber es ist mittlerweile die Regel geworden. Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass es "vernünftig" sei, Schulden zu machen. Da fehlen mir fast die Worte.

    Zudem die USA als Beispiel anzuführen erscheint mir dann doch unangemessen, da dieses Land ganz andere Strukturen aufweist und deren System seit jeher sich vom deutschen unterschieden hat.

    • Pencil
    • 10.03.2010 um 10:38 Uhr

    Also ich finde es übertrieben, dass alle immer Jammern. In der Klausurphase muss man natürlich lernen und das meist auswendig, da bleibt dann keine Zeit mehr für Verständnis. Das Verstehen des Stoffes sollte auch in der Vorlesungszeit geschehen. Das dies (teilweise) nicht realisierbar ist, wegen Bafög, da kenne ich auch einige Fälle, doch im "Notfall" gibt es immer noch einen Studentenkredit, das sehe ich genau so wie mein Vorgänger. Ich denke ein Kredit lohnt sich da mehr als das Studium abzubrechen. Das Studium abzubrechen ist im Vergleich dazu (ausser, wenn einen der Studiengang nicht gefällt, darüber rede ich aber nicht, weil man wechseln kann) eine sehr kurzfristige Denkweise, die doch sonst gerade den Leuten angelastet werden, die im Business-Bereich arbeiten und nicht denjenigen, die gerade kein Studium abgeschlossen haben.

    Ich selbst habe zuerst übrigens Bafög erhalten und dann nach drei Jahren (ja ich weiß, das ist lang, aber so lange habe ich scheinbar gebraucht) das Studium gewechselt und erhalte nun kein Bafög mehr, das heißt aber nicht, dass ich nicht studiere. Zu der Zeit habe ich übrigens auch schon auf Bachelor studiert.

  6. ja, aber nicht während des Studiums.. Ich finde es gerechter, das nach dem Studium zu machen, vielleicht über eine Art Steuer. Wer ein Studium abschließt, verdient doch nachher im Schnitt besser, als jemand, der keine akademische Laufbahn durchlaufen hat. Im Studium ist man nun mal finanziell klamm, da noch an die Geldbörse ranzuwollen finde ich falsch. Aber später, wenn man Geld verdient, wäre ich durchaus auch bereit, meinen Teil zu leisten..

  7. Dem Autor kann ich nur Zustimmen, das Studieren auf Bachelor/Master ist wesentlich anstrengender und stressiger geworden. In meinem Semester gab es schon diverse Nervenzusammenbrüche aufgrund der abverlangten Leistung, die das Studieren zur Tortur machen, da man nur für eine Klausur lernt, und nicht für das Wissen als solches.

    Was jedoch meinen Vorkommentator betrifft, so weiß ich nicht genau, ob er sich der Lage bewusst ist, in der wir bzw die Welt stecken: So was wie Wirtschaftskrise etc?!?

    Und dann soll man auch noch einen Kredit aufnehmen, MIT Schulden ins Leben starten?
    Das halte ich für völlig verfehlt und sollte eher als absolute Ausnahme angenommen werden, aber es ist mittlerweile die Regel geworden. Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass es "vernünftig" sei, Schulden zu machen. Da fehlen mir fast die Worte.

    Zudem die USA als Beispiel anzuführen erscheint mir dann doch unangemessen, da dieses Land ganz andere Strukturen aufweist und deren System seit jeher sich vom deutschen unterschieden hat.

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    Natürlich müssen bei Bildungskrediten Regelungen gefunden werden, dass diese sozialverträglich abgezahlt werden können (ähnlich wie beim Bafög und auch beim Bildungskredit der KfW). Die Mehrzahl der Akademiker wird aber aller Voraussicht nach in der Lage sein den Kredit zu bezahlen. Wirtschaftskrise hin oder her, die Akademikerarbeitslosigkeit ist immer noch recht niedrig (und wird sich in den nächsten Jahren sicher noch weiter erholen).

    "Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass es "vernünftig" sei, Schulden zu machen."

    Natürlich kann es vernünftig sein sich zu verschulden. Nämlich dann wenn dadurch z.B. eine Investition in die Zukunft getätigt wird die sich später auszahlt. Bildung zum Beispiel.

    Jeder freut sich nichts zahlen zu müssen. Warum aber der Maurer dein Studium finanzieren soll, damit du dann später mal mehr verdienst als er, ist mir schleierhaft. Ich bin extrem dafür das jedem die finanzielle Möglichkeit zum Studieren offen stehen sollte (ohne Angst vor der Zukunft haben zu müssen). An den Kosten darf man sich dann aber nach Möglichkeit schon beteiligen.

    Und zu AlexB1985: Bildungskredite werden doch nach dem Studium abbezahlt. Sind doch wie eine nachträgliche Steuer - nur mit dem Unterschied das die Raten von denen bezahlt werden, die die Leistung in Anspruch genommen haben (und in deren Höhe Zinsen natürlich).

    Natürlich müssen bei Bildungskrediten Regelungen gefunden werden, dass diese sozialverträglich abgezahlt werden können (ähnlich wie beim Bafög und auch beim Bildungskredit der KfW). Die Mehrzahl der Akademiker wird aber aller Voraussicht nach in der Lage sein den Kredit zu bezahlen. Wirtschaftskrise hin oder her, die Akademikerarbeitslosigkeit ist immer noch recht niedrig (und wird sich in den nächsten Jahren sicher noch weiter erholen).

    "Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass es "vernünftig" sei, Schulden zu machen."

    Natürlich kann es vernünftig sein sich zu verschulden. Nämlich dann wenn dadurch z.B. eine Investition in die Zukunft getätigt wird die sich später auszahlt. Bildung zum Beispiel.

    Jeder freut sich nichts zahlen zu müssen. Warum aber der Maurer dein Studium finanzieren soll, damit du dann später mal mehr verdienst als er, ist mir schleierhaft. Ich bin extrem dafür das jedem die finanzielle Möglichkeit zum Studieren offen stehen sollte (ohne Angst vor der Zukunft haben zu müssen). An den Kosten darf man sich dann aber nach Möglichkeit schon beteiligen.

    Und zu AlexB1985: Bildungskredite werden doch nach dem Studium abbezahlt. Sind doch wie eine nachträgliche Steuer - nur mit dem Unterschied das die Raten von denen bezahlt werden, die die Leistung in Anspruch genommen haben (und in deren Höhe Zinsen natürlich).

  8. wäre dem Herren geholfen,, wenn er Diplom machen würde? Nö, denn er würde drei Semester länger studieren, immer noch ohne Bafög. Er müsste also trotzdem nebenbei arbeiten und zwar 1,5 Jahre oder noch länger. Und ich finde immer noch, das ist Jammern auf hohem Niveau. In zehn Jahren wird er vermutlich auf der anderen Seite des Tisches sitzen und einem Studenten, der verzweifelt nach einem Nebenjob sucht sagen, er möge doch ein unentgeltliches Praktikum... So sind sie unsere Akademis, jammern, wenn sie unten sind, treten, wenn sie oben sind.

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