Tutanchamun Der Tod des Pharaos

Malaria und Knochenkrankheiten: Woran Tutanchamun litt und woran er starb, bleibt trotz der neuen Studie umstritten.

Von "Magie und Mysterium" schwärmt Zahi Hawass gern, wenn es um die archäologischen Schätze des alten Ägyptens geht. Man kann in diesen Tagen nicht anders als ihm recht zu geben. Magisch-magnetisch angezogen richten sich die Augen der Weltöffentlichkeit wieder einmal auf Tutanchamun, den gottgleichen Herrscher der 18. Dynastie.

In einer Studie im Mediziner-Fachblatt Jama behauptet Hawass, Generaldirektor der ägyptischen Antikenverwaltung, gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam die mutmaßliche Todesursache gefunden zu haben. Ein Knochenbruch habe zusammen mit einer schweren Form der Malaria den erst 19-jährigen Pharao etwa im Jahr 1324 v. Chr. dahingerafft.

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Es sei nun an der Zeit, die Gerüchte um den Tod des jungen Pharao zum Schweigen zu bringen, sagte Hawass bei einer Pressekonferenz im Ägyptischen Museum in Kairo. Jetzt, wo er und seine Mitstreiter das Rätsel gelöst hätten. Also ein Mysterium weniger? Danach sieht es jedoch nicht aus. Schon bezweifeln Wissenschaftler die Aussagen der Forscher. Die jetzigen Antworten sind nur der Beginn neuer Fragen.

Tutanchamun

Pharao Tutanchamun ist eine der rätselhaftesten Figuren der ägyptischen Königsgeschichte. Er war der 10. König der 18. Dynastie, die mit ihm unterging. Rund 3300 Jahre nach Tutanchamuns Tod haben Wissenschaftler seine Abstammung per Gentest nun weitgehend geklärt. (Quelle: dpa)

Der Vater

Der Vater des mit 19 Jahren gestorbenen Kinderpharaos war mit größter Wahrscheinlichkeit Amenthop IV., der sich später den Namen Echnaton gab. Mit seiner Hauptfrau Nofretete hatte er sechs Töchter. Damit war Nofretete die Stiefmutter von Tutanchamun – und später vermutlich auch seine Schwiegermutter.

Die Mutter

Die Mumie mit der Bezeichnung KV35YL soll nach dem Gentest zwar seine Mutter sein, aber ihre Identität ist noch unklar. Fest steht bisher nur, dass Tunanchamuns Eltern Geschwister waren. Bisher wurde Echnatons Nebenfrau Kija als Mutter von König "Tut" angenommen.

Die Großeltern

Tutanchamuns Großvater Amenhotep III. war mit einer bürgerlichen Frau namens Teje verheiratet, die die Wissenschaftler eindeutig als Großmutter des Kinderpharaos identifiziert haben. Das Paar hatte angeblich sechs Kinder. Als Eltern von Teje gelten der Priester Juja und seine Frau Tuja.

Die Ehefrau

Forscher vermuten, dass der junge Pharao mit seiner um etliche Jahre älteren Halbschwester Anchesenpaaton verheiratet wurde. Wahrscheinlich ist sie die Mutter der beiden Totgeburten, die in Tutanchamuns Grab gefunden wurden.

Die Studie ruht vor allem auf zwei Säulen: Computertomografien und genetischen Untersuchungen. Die Mumien Tutanchamuns und zehn weiterer Mitglieder der königlichen Familie wurden ebenso "durchleuchtet" wie Mitglieder einer älteren Herrscherfamilie, die als Vergleich diente. Ein genetischer Fingerabdruck und eine Untersuchung auf Malariaerreger vervollständigten die Analyse.

Es ist ein reichlich morbides Bild, das die Wissenschaftler von der Herrscherfamilie zeichnen. Sie fanden etliche Fehlbildungen, bei vieren, darunter Tutanchamun, zudem Spuren des Malariaerregers Plasmodium falciparum.

Bei Tutanchamun diagnostizierten sie bereits zu Lebzeiten abgestorbene Knochenbereiche im zweiten und dritten Mittelfußknochen des linken Beins aufgrund von schlechter Durchblutung, einen leichten Klumpfuß, einen Bruch des linken Oberschenkelknochens – Folge der Fußprobleme? – und eine Kieferspalte. Am zweiten linken Zeh fehlt zudem der mittlere Knochen, wohl ein angeborener Defekt. Der Pharao mag als Gott verehrt worden sein. Aber er war auch ein recht gebrechlicher Mensch, den schon in jungen Jahren viele Leiden plagten.

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