Tutanchamun Der Tod des Pharaos
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 Molekulare Ägyptologie noch am Anfang

 Als Beleg für die Fußkrankheit Tutanchamuns sieht er ein Relief aus dem Neuen Museum in Berlin, auf dem Tutanchamun in Begleitung seiner Gemahlin dargestellt ist. Der Herrscher stütze sich auf seinen Stock, ein Bein sei kraftlos untergeschlagen – "Hinweis auf eine Beinverletzung".

Vielleicht also liefert die Computertomografie des 21. Jahrhunderts die medizinische Diagnose einer Krankheit nach, die der Künstler bereits vor mehr als 3000 Jahren diskret andeutete. Eine andere Darstellung zeigt Tutanchamun beim Bogenschießen – im Sitzen. "Versehrtensport", sagt Wildung.

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Weniger umstritten sind die technisch extrem anspruchsvollen Erbgutanalysen, die unter Leitung des Humangenetikers Carsten Pusch von der Universität Tübingen in zwei extra eingerichteten Labors in Ägypten erfolgten und die zu einem Stammbaum der königlichen Familie führten. Spektakulär daran war nicht nur, dass die Forscher Echnaton als Vater Tutanchamuns dingfest machen konnten. Es stellte sich auch heraus, dass er den Thronfolger mit einer Schwester gezeugt hatte, deren genaue Identität bis heute ungeklärt ist. Denkbar, dass die Inzucht zu den Krankheiten des Pharaos beigetragen hat.

Es ist offensichtlich, dass die von den Wissenschaftlern propagierte "molekulare Ägyptologie" erst am Anfang steht und noch viele spektakuläre Ergebnisse zutage fördern wird. Nun gilt es zu klären, wer die Mutter Tutanchamuns war, ob es sich etwa um die berühmte Nofretete handelte. "Wir forschen weiter", sagen die Mumienforscher Pusch und Zink. "Wir haben gerade erst ein neues Universum betreten!" Die Magie der Pharaonen hat auch sie längst in ihren Bann geschlagen.

 
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