Blumen zum Valentinstag Die lange Reise der Rosen
Zwei Drittel aller in Deutschland verkauften Rosen kommen aus Kenia: Ihre Reise beginnt in Naivasha, Afrikas Hauptstadt der Rosen. Vor dem Valentinstag in Europa arbeiten die Menschen dort im Schichtbetrieb. Und mit Tricks gegen die Natur.
© Marco Longari/AFP/Getty Images

Eine Blumenplantage in Naivasha, der afrikanischen Hauptstadt der Rosen
Helen ist Arbeiterin auf einer Blumen-Farm in Kenia. Jeden Tag erntet sie Rosen – für die Menschen in Europa. Heute kann Helen ein bisschen durchatmen, nach langen Arbeitstagen und noch längeren Nächten auf der Plantage. Genau wie Tausende Pflücker und Packer in Afrika. Anfang Februar sei es besonders anstrengend, sagt Helen: Vor dem Valentinstag in Europa graben, schneiden und verpacken die Menschen die Blumen im Schichtbetrieb.
Denn Kenia ist das Land, wo die Rosen blühen. Das ganze Jahr, und besonders intensiv vor Valentins- und Muttertag. Die Reise der Rosen beginnt nordwestlich der Hauptstadt Nairobi. Naivasha ist die Hauptstadt der Rosen in Afrika. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren schnell gewachsen – fast so schnell wie die Rosen: spezielle Züchtungen, die innerhalb von wenigen Wochen geerntet werden. Sie haben längere Stängel, oft duften sie weniger intensiv, denn die natürlichen Duftstoffe würden als entweichendes Ethylengas für ein schnelles Abfallen der Blüten sorgen.
Am Rande der Stadt liegen die Plantagen, wo rund 50.000 Menschen arbeiten. Immer mehr sind es in den vergangenen 20 Jahren geworden: Für Kenia ist der Blumenhandel neben Tee und Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.
Parallel liegen in der Sonne glitzernde Gewächshäuser, die größer sind als Fußballfelder. Mehr als 50.000 Blüten pro Hektar. Direkt grenzt der Naivasha-See an, dessen Wasserstand in dem Maße abgenommen, wie der Blumenhandel zugenommen hat. Wassermangel in der Stadt, durch Abwasser und Pflanzenschutzmittel vergiftete Böden sind die Folgen, die Menschen und Tiere in dieser Region in Zentral-Kenia spüren. Inzwischen setzten deshalb Unternehmen auf umweltschonende Anbaumethoden. Und auf Löhne, von denen die Angestellten – meist Frauen – leben können.
Helen, die Arbeiterin, ist vor Kurzem nach Naivasha gezogen, das Ernten der Blumen ist ihr Job. Zwischen Millionen von Stängeln in kilometerlangen Reihen geht sie gebeugt, zupft und pflückt und schneidet. Wenn die Blüten geschlossen sind, werden sie geschnitten.
- Datum 14.02.2010 - 09:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wie haben im vergangenen Jahr dieses wunderschöne Land KENIA kennengelernt und freuen uns über den wirtschaftlichen Erfolg mit der Rosenzucht. Leider fehlen dem Land immer noch die Touristen und ich verhandle mit Joe Sanna vom KENYA TOURIST BOARD über Möglichkeiten, für dieses herrliche Reiseland (Safari, Strände und Massai) Interessenten aus Deutschland zu gewinnen.
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
www.twitter.com/klmmetzger
wie Kolonialismus; wenn die Rosen, die wir uns zum Valenstinstag schenken, aus Kenia kommen. Es waren bestimmt europäische Schlaumänner, die eine entsprechende Produktions-, Transport- und Verkaufskette errichtet haben. Dabei gäbe es sicherlich weit wichtigere Agrarprodukte, die direkt vor Ort benötigt werden würden. Aber damit könnte wahrscheinlich nur viel weniger Geld erwirtschaftet werden.Nicht zuletzt für die Menschen vor Ort. Deswegen ist es aber nicht weniger unmoralisch und dekadent, das mit dem Blumenanbau für den Export.
Unwichtige Blumen verbrauchen in Kenia sehr viel Wasser, dann braucht es viel Diesel-Treibstoff, Energie für die Kühlung, Flugtransportkosten, wieder wird Treibstoff verschwendet. Diese Rosen machen Reisen, von denen die Blumenbauer nicht mal träumen. Haben Klimaanlagen, die den Arbeitern in der Plantage nicht zur persönlichen Verfügung stehen... Wasserverbrauch, sicher mehr, als viele Afrikaner...
Fazit, darüber nachdenkend, finde ich es absurd Rosen zu kaufen.
Bei der Angabe des CO2-Ausstoßes für Herstellung und Transport der Rosen ist Ihnen wohl ein Fehler unterlaufen: "Der CO2-Ausstoß bei einem Bündel kenianischer Rosen liege – trotz der mehr als 6000 Kilometer Flug zwischen Ostafrika und Europa – bei 6000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid." Hat da jemand falsch übersetzt - entweder das Bündel oder die 6000 Kilo?
Wie dem auch sei, ich stimme Cernia zu, es ist absurd, Rosen zu kaufen! Ich habe schon lange die Tendenz, eher Topfblumen zu kaufen (oder welche aus Origami-Papier herzustellen ;-)
Aber danke für den Hinweis, dass es auch bei Pflanzen ein Zertifikat für fairen Handel gibt.
Liebe Leserin,
könnten Sie noch genauer erläutern, warum Sie hier bei den Zahlen einen Fehler vermuten? Der Autor ist sich sicher, dass alles richtig ist.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Liebe Leserin,
könnten Sie noch genauer erläutern, warum Sie hier bei den Zahlen einen Fehler vermuten? Der Autor ist sich sicher, dass alles richtig ist.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
wie gegensätzlich: harte industrieware wird im tatsächlichen glauben etwas schönes zu tun verschenkt.
wie jämmerlich.
blumen kaufe ich schon seit jahren nicht mehr.
... da fühle ich mich ja mal wieder zu Hundert Prozent bestätigt, dass es nix Unsinnigeres gibt, als Blumen zu kaufen und zu verschenken - und vor allen Dingen nicht zum Valentinstag.
Schön wären auch ein paar Zahlen zum Verdienst der Plantagenarbeiter in dem Artikel gewesen.
Liebe Leserin,
könnten Sie noch genauer erläutern, warum Sie hier bei den Zahlen einen Fehler vermuten? Der Autor ist sich sicher, dass alles richtig ist.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Sie wollen doch nicht wirklich behaupten, dass wegen eines "Bündels" Rosen 6000(!) KILOGRAMM CO 2 verbraucht werden?
Oder meinen Sie ein "Gebinde", das einer Flugzeugladung entspricht? Das könnte ich mir noch vorstellen. Aber 6000 Kilo sind doch eine enorme Menge, das stünde doch in keiner Relation zum Ergebnis. Da muss einfach ein Größenordnungsfehler vorliegen.
Sie wollen doch nicht wirklich behaupten, dass wegen eines "Bündels" Rosen 6000(!) KILOGRAMM CO 2 verbraucht werden?
Oder meinen Sie ein "Gebinde", das einer Flugzeugladung entspricht? Das könnte ich mir noch vorstellen. Aber 6000 Kilo sind doch eine enorme Menge, das stünde doch in keiner Relation zum Ergebnis. Da muss einfach ein Größenordnungsfehler vorliegen.
Sie wollen doch nicht wirklich behaupten, dass wegen eines "Bündels" Rosen 6000(!) KILOGRAMM CO 2 verbraucht werden?
Oder meinen Sie ein "Gebinde", das einer Flugzeugladung entspricht? Das könnte ich mir noch vorstellen. Aber 6000 Kilo sind doch eine enorme Menge, das stünde doch in keiner Relation zum Ergebnis. Da muss einfach ein Größenordnungsfehler vorliegen.
"Inzwischen setzten deshalb Unternehmen auf umweltschonende Anbaumethoden. Und auf Löhne, von denen die Angestellten – meist Frauen – leben können."
Na, immerhin etwas...
Die Unternehmen, die das tun, sind doch nur die wenigen, die sich dem Fairen Handel verpflichtet haben. Von allen anderen ist leider nur Ausbeutung, wenn nicht sogar Vergiftung von Böden, Luft, Arbeitern zu sehen.
Also, wenn schon Rosen zum Valentinstag, dann entweder FLP-Siegel oder die Gärtnerei um die Ecke.
Trotz allem bedaure ich alle Blumen, die von ihren Wurzeln abgeschnitten wurden.
Die Unternehmen, die das tun, sind doch nur die wenigen, die sich dem Fairen Handel verpflichtet haben. Von allen anderen ist leider nur Ausbeutung, wenn nicht sogar Vergiftung von Böden, Luft, Arbeitern zu sehen.
Also, wenn schon Rosen zum Valentinstag, dann entweder FLP-Siegel oder die Gärtnerei um die Ecke.
Trotz allem bedaure ich alle Blumen, die von ihren Wurzeln abgeschnitten wurden.
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