Zwei Drittel aller verkauften Rosen in Deutschland kommen aus Kenia – der Rest aus Südamerika oder Äthiopien . 24 Millionen Stück, 850 Tonnen oder zehn Fracht-Flugzeuge voll Rosen insgesamt fliegt Lufthansa Cargo für diesen heutigen Valentinstag nach Europa.

Trotzdem: Die Klima-Bilanz sei gut, konstatierte vor wenigen Jahren schon eine Studie der englischen Cranfield Universität . Der CO 2 -Ausstoß bei einem Bündel kenianischer Rosen liege – trotz der mehr als 6000 Kilometer Flug zwischen Ostafrika und Europa – bei 6000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Im Gegensatz zu 35.000 Kilogramm, die für die gleiche Menge in den Niederlanden entstünden. Weil im äquatorialen Afrika die Sonne das ganze Jahr scheint, die Gewächshäuser nicht beheizt und beleuchtet werden müssen, fallen nur 17 Prozent der Menge CO 2 an, die in Europa anfielen. Wirklich umweltfreundlich sind die Schnittblumen aber trotzdem nicht: Ihr Anbau verbraucht enorme Mengen Wasser und auch die weite Reise im Flugzeug und mit dem LKW verbraucht viel Energie.

Die Blumen aus Afrika, die das FLP-Siegel tragen und damit als "fair gehandelte Blumen" gelten, landen meist direkt in Frankfurt. Sie werden, im Unterschied zu konventionell gehandelten Rosen, nicht am Blumen-Markt in Amsterdam umgeschlagen. Nach der Landung werden die Rosen aus Kenia im Perishable Center am Flughafen, auf 9000 Quadratmetern Lagerfläche zwischen Pflanzen, Lebensmitteln und anderen Frischwaren zwischengelagert, bevor sie innerhalb von wenigen Stunden auf die letzte Etappe ihrer Reise gehen.

Die letzen Kilometer legen sie wieder in Lastwägen zurück. Die Kühlkette hielt ununterbrochen von der afrikanischen Hitze bis zum Ausladen vor dem Blumengeschäft im deutschen Winter.

Nicht einmal zwei Tage sind vergangen, seit Arbeiterin Helen in Kenia die Blume geschnitten hat, sieben bis neun Tage werden für die Reise der Rosen und den Verkauf angesetzt. Weitere sieben Tage soll die Blume blühen. Oder länger.