Fernsehtechnik Die Erleuchtung geht weiter
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Laser-Technik in Streichholzschachtel-Format

Trotzdem nahm das gesamte Laser-System im Labor zunächst einen ganzen Tisch ein. Unter anderem deshalb, weil die Linsen perfekt ausgerichtet werden müssen und die Temperierung stimmen muss. Während der Laser bei Zimmertemperatur arbeitet, benötigt der Kristall, der zur Frequenzverdopplung dient, genau 50 Grad Celsius. Bereits eine Abweichung um 0,1 Grad würde zu einem Leistungsverlust von 50 Prozent führen.

Dem FBH-Team ist es gelungen, die Anordnung auf die Größe einer Streichholzschachtel zu schrumpfen. Paschke hofft, dass die Entwicklung bald in der Praxis eingesetzt wird, beispielsweise für Flugsimulatoren, in denen die Grenzen zur Realität kaum noch zu spüren sind.

"In Zukunft wird es mehr Laser-Projektionen geben", ist sie sich sicher. "Vielleicht gibt es eines Tages statt Laser-Fernsehen sogar Holografie im Wohnzimmer, das wäre dann echtes 3-D-Vergnügen."

Auch in anderen Gebieten setzt sich die Technik zunehmend durch. Sei es bei der genauen Entfernungsmessung, die Satelliten bei der Navigation hilft oder für bessere Übertragungsleistung in Datennetzen. "Bilder einer Operation, die in Echtzeit und hoher Auflösung an jeden beliebigen Ort gebracht werden können, wären mit rein elektronischen Übertragungsverfahren nicht machbar", sagt Elsässer.

Eine weitere Anwendung sind Gewebeanalysen mit Hilfe von Licht, die "optische Tomographie". Dabei wird ein kurzer Laserpuls in das Gewebe geschickt und das rückgestreute Licht analysiert. "Damit könnte man verborgene Tumoren finden oder ein Tiefenprofil der Netzhaut im Auge erstellen", sagt der Physiker.

Um zu berechnen, in welcher Gewebeschicht die Lichtstrahlen gestreut werden, wird deren Laufzeit gemessen. Das funktioniert aber nur, wenn die Laserpulse extrem kurz sind, andernfalls ist die Tiefeninformation ungenügend. Genau das ist einer der Forschungsschwerpunkte an Elsässers Institut. Sein Team hat einen Halbleiter-Laser entwickelt, der Blitze mit einer Dauer von weniger als 200 Femtosekunden aussendet. In Sekunden umgerechnet ist das eine Zahl, die nach dem Komma zwölf Nullen hat, bevor die Zwei kommt. "Für das System ist das Weltrekord", sagt Elsässer.

Studenten können die Festvorträge zum 50. Jubiläum des Lasers (Dienstag, 23.03.2010 von 9 bis 13 Uhr auf dem Messegelände) kostenfrei besuchen. Anmeldungen unter baysal@messe-berlin.de

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.03.2010)

 
Leser-Kommentare
    • Pangea
    • 22.03.2010 um 11:54 Uhr

    Es nennt sich Blu-Ray, nicht Blue-Ray ;)

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    Redaktion

    Danke für den Hinweis. Es wurde geändert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    Redaktion

    Danke für den Hinweis. Es wurde geändert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

  1. Ich picke rum, aber wenn man schon erwähnt das Laserlicht nur eine Frequenz besitzt da kann man auch ansprechen dass Laserlicht Polarisiert ist ;)

    • Ranjit
    • 22.03.2010 um 14:17 Uhr

    Jetz mal als Nichtphysiker:
    Ich freu mich auf die Darstellungstechnik. Klingt sehr nett.
    Ich frage mich aber, ob wir dann wieder Bildröhren brauchen?

  2. Gab es nicht Anfang der Neunziger schon einen ersten Prototypen eines Laser-Fernsehers von der Firma Schneider? Was ist in der Zwischenzeit passiert?

  3. Redaktion

    Danke für den Hinweis. Es wurde geändert.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    Antwort auf "Kleine Korrektur"
    • vopa
    • 22.03.2010 um 18:09 Uhr

    "200 Femtosekunden aussendet. In Sekunden umgerechnet ist das eine Zahl, die nach dem Komma zwölf Nullen hat, bevor die Zwei kommt."

    Was soll eine solche Angabe bringen?
    Für mathematische Analphabeten ist sie sowieso witzlos,
    und Leute die mit wissenschaftlicher Notation etwas anfangen können, sind mit einer Angabe wie 2*10^-13 besser bedient.

  4. Also ein Laser-Ferneseher wäre schon interessant, aber wäre so etwas nicht schlecht für die Augen?

    Ich mein man soll ja auch nicht in Laserpointer gucken. Und in Arztpraxen stehen an den Türen Warnschilder, wenn darin Laser gebraucht werden. ^^

  5. In den USA werden seit dem Fruehjahr 2010 bereits Laser TV von Mitsubishi Electronic auf dem Markt angeboten.
    Ein Modell zbs. heisst " LaserVue TV, L75-A91, 75"(zoll)diagonale.

    In Asien werden im Sommer die ersten Modelle "Laser 3D" lanciert.

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