Kriminalbiologie Mit Bakterien auf Verbrecherjagd
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Experten des Bundeskriminalamtes sind skeptisch

In einem nächsten Schritt will er erforschen, ob sich der bakterielle Fingerabdruck auch auf anderen Oberflächen wie Metall oder Glas nachweisen lässt. Besonders hilfreich wäre das neue Verfahren, bei unebenen oder schmierigen Materialien, auf denen man keine echten Fingerabdrücke sicherstellen kann. Oder in Fällen in denen man weder Haare, noch Hautschuppen, Blut, Sperma oder Speichel findet.

Doch wie oft tritt ein Fall auf, in dem der Täter keine Handschuhe trägt, dabei keine Fingerabdrücke oder Hautschuppen, wohl aber seinen persönlichen Bakteriencocktail hinterlässt? Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) halten dies für eher unwahrscheinlich. "Es bedarf eingehender weiterer Forschung, um abschließend sagen zu können, ob die Methode in der Forensik von Nutzen sein könnte", sagt Gerhard Salmen, Pressesprecher des BKA.

Für den Körperatlas wurden außer den Händen noch 26 andere Körperregionen untersucht. Von den Zehen bis zur Stirn, von den Achselhöhlen bis zur Nasenspitze wurde die Haut der neun Probanden vermessen. Trotz individueller Unterschiede, folgte die Bakterienpopulation immer gewissen Mustern. "Das Ziel ist es herauszufinden, welche Bakterienkonstellation "normal" für einen gesunden Menschen ist. Sie kann dann als Referenz für kranke Menschen dienen", erklärt Rob Knight von der Universität Colorado sein Projekt. Er geht davon aus, dass mithilfe weiterer Studien sogar bestimmte bakterielle Signaturen für bestimmte Krankheitsbilder erstellt werden könnten.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Artikel spricht schon ganz richtig von einem reinem "Hinweis". Als Indiz oder zur Entlastung eines konkreten Verdächtigen ist der "bakterielle Fingerabdruck" sicher nützlich aber mir graust es jetzt schon vor ersten Verurteilungen auf Basis solcher kaum erforschten Tests.

    Und wie man bei nur 9 Probanden unter unbekannter Verteilung auf eine Test-Sicherheit von 90% kommt ist mir schleierhaft. Ich hoffe, dass für die Zulassung als Beweismittel vor Gericht, deutlich höhere Anforderungen an die entsprechenden Studien gestellt werden.

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