Grüne Gentechnik Die EU erlaubt den Anbau der Kartoffel "Amflora"
Die EU-Kommission hat dem Chemiekonzern BASF den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" erlaubt. Die Industrie freut sich, Umweltverbände sind skeptisch.
Nach einem jahrelangen Streit um die genetisch veränderte Kartoffelsorte "Amflora" hat die EU-Kommission am Dienstag eine Entscheidung getroffen: Amflora darf für industrielle Zwecke in der Europäischen Union (EU) angebaut werden. Die dabei anfallenden Nebenprodukte seien als Futtermittel zulässig. Die Entscheidung sei auf Basis umfassender wissenschaftlicher Untersuchungen getroffen worden. Eine weitere Verzögerung des schon seit Jahren laufenden Genehmigungsprozesses sei nicht gerechtfertigt, erklärte EU-Gesundheitskommissar John Dalli.
Die Zulassung der genetisch veränderten Kartoffel zum großflächigen Anbau ist die erste dieser Art seit 1998. Das Verfahren läuft bereits seit 1996, doch Sicherheits- und Gesundheitsbedenken haben eine endgültige Entscheidung immer wieder herausgezögert. Verschiedene Umweltschutzorganisationen haben bis heute Zweifel an der Unbedenklichkeit der genetisch veränderten Pflanze.
Die Kartoffel ist vor allem als industrieller Stärkelieferant gedacht. Durch eine genetische Manipulation wird die Synthese eines Enzyms in der Kartoffel unterdrückt. Sie produziert dadurch statt eines Stärkegemischs aus Amylose und Amylopektin nur das für technische Anwendungen wichtige Amylopektin. Durch den Eingriff wird die Stärke der Kartoffel für die Industrie also besser nutzbar. Stärke wird vor allem in der Papier-, Textil- und Klebstoffproduktion eingesetzt. Große Teile dieser Industrien sind in Europa angesiedelt, weswegen die europäische Zulassung für den Konzern BASF von großer Bedeutung ist.
Von der genetisch veränderten Kartoffel erhofft sich die verarbeitende Industrie effizientere Arbeitsvorgänge, da die gewonnene Stärke nicht erst aufbereitet werden muss. Darüber hinaus sollen auf diese Weise Energie, Wasser und andere Rohstoffe eingespart werden.
Die Kartoffel wird bereits in Mecklenburg-Vorpommern in Freilandversuchen getestet. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte das Ende April 2009 genehmigt. Auch andere europäische Länder wie Schweden, Tschechien und England hatten zuvor Versuche durchgeführt. Die Entscheidung der EU-Kommission erlaubt jetzt den großflächigen Anbau.
Grünen-Politiker und Umweltschützer reagierten empört. Die Brüsseler Entscheidung für den Anbau der Kartoffel und die gleichzeitige Zulassung von drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel "brüskiert die gentechnik-kritische Öffentlichkeit", erklärte die Grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken. Die
BASF-Kartoffel erhalte eine "skandalöse Verschmutzungslizenz".
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hält die Übertragung eines in der Stärkekartoffel enthaltenen Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts nicht für ausgeschlossen. Die Zulassung sei "ein politischer Kniefall vor der BASF", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Wir setzen jetzt auf die Vernunft der Stärkeindustrie und der Bauern, Amflora nicht zu akzeptieren, zumal es konventionelle Alternativen gibt", sagte BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer.
Protest entzündet sich auch an der Entscheidung, Nebenprodukte der Kartoffel als Futtermittel zuzulassen. Neben Umweltschutzorganisationen lehnen auch die Weltgesundheitsorganisation und die EU-Arzneimittelbehörde die Verwendung als Futtermittel ab.
Amflora enthält ein Markergen, das eine Antibiotikaresistenz vermittelt. Das Antibiotikum wird in der Human- und Tiermedizin gegen Infektionskrankheiten eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist jedoch davon überzeugt, dass die Kartoffel ungefährlich ist. Eine Übertragung der Resistenz auf Bakterien sei unwahrscheinlich.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Experimente, in denen sich zeigte, dass sich Merkmale von genetisch verändertem Futter später auch in Fleisch und Milch der Tiere wiederfanden. Für den Verzehr ist Amflora nicht vorgesehen. Ihr erhöhter Stärkegehalt macht sie ungenießbar.
- Datum 02.03.2010 - 15:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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... der Verbraucher nicht.
Wieder ein Stück mehr degenerierte, denaturierte "Nahrung".
Der Profit freut sich; die Anbieter im Gesundheitswesen am Ende dieser Genfood-Verwertungskette auch.
Ihre Aussage basiert auf Falschaussagen und Trugschlüssen.
Zunächst macht der Artikel klar, dass es hierbei um das Anreichern von Amylopektin geht, das für die indutrielle Verwertungsketten wichtig ist. Um es nicht es aufreinigen zu müssen, schaltet man das Enzym ab, dass für die Synthese der unerwünschten Stärkeformen zuständig ist. Es geht also nicht um Nahrungsmittel, wie fälschlicherweise von Ihnen behauptet.
Des Weiteren scheinen die dem Trugschluss erlegen zu sein, dass natürlich gut und "unnatürlich" schlecht ist. Dies wird auch als "Naturalistic Fallacy" bezeichnet und scheint hierzulande (insbesondere in ideologisierten Kreisen) häufig vorzukommen.
http://en.wikipedia.org/w...
Zuletzt entbehrt Ihre Schlussfolgerung, dass unnatürlich=schlecht und damit krankmachend ist, jeglicher Grundlage.
Unsere Zivilisation basiert auf Genmanipulation - erst durch die Züchtung von Nutzplanzen und Tieren wurde unser heutiges Dasein ermöglicht. Die Gentechnik erlaubt nun das gezielte Design an unsere Bedürfnisse, statt mit dem Hammer draufzuschlagen (Bestrahlung) und dann die Individuen mit vorteilhaften Eigenschaften auszusuchen.
Diese Technologie ist eine große Chance und sollte wie jedes mächtige Werkzeug weise genutzt werden.
Ihre Aussage basiert auf Falschaussagen und Trugschlüssen.
Zunächst macht der Artikel klar, dass es hierbei um das Anreichern von Amylopektin geht, das für die indutrielle Verwertungsketten wichtig ist. Um es nicht es aufreinigen zu müssen, schaltet man das Enzym ab, dass für die Synthese der unerwünschten Stärkeformen zuständig ist. Es geht also nicht um Nahrungsmittel, wie fälschlicherweise von Ihnen behauptet.
Des Weiteren scheinen die dem Trugschluss erlegen zu sein, dass natürlich gut und "unnatürlich" schlecht ist. Dies wird auch als "Naturalistic Fallacy" bezeichnet und scheint hierzulande (insbesondere in ideologisierten Kreisen) häufig vorzukommen.
http://en.wikipedia.org/w...
Zuletzt entbehrt Ihre Schlussfolgerung, dass unnatürlich=schlecht und damit krankmachend ist, jeglicher Grundlage.
Unsere Zivilisation basiert auf Genmanipulation - erst durch die Züchtung von Nutzplanzen und Tieren wurde unser heutiges Dasein ermöglicht. Die Gentechnik erlaubt nun das gezielte Design an unsere Bedürfnisse, statt mit dem Hammer draufzuschlagen (Bestrahlung) und dann die Individuen mit vorteilhaften Eigenschaften auszusuchen.
Diese Technologie ist eine große Chance und sollte wie jedes mächtige Werkzeug weise genutzt werden.
... das auch nur einen einzigen neuen Arbeitsplatz? Oder werden Dank gentechnischer Manipulation Abreitsschritte beseitigt und Profite erhöht?
Und wer garantiert mir das das Markergen, das eine Antibiotikaresistenz vermittelt nicht auf meinem Teller landet? Die EFSA?
Das hätt ich gern schriftlich.
Einmal in die Welt gesetzt ist es
"nicht wieder zurücknehmbar"
und deshalb gehört es nicht erlaubt!
Leider gilt das gleiche auch für Atommeiler...
geschuetzte saaten verdraenegen lizensfreie saaten ! ab wann verdient BASF an jeder verzeherten kartoffel mit - wir stellen schon mal die uhr .... auf die mafia fertig los ...
wer verhinder will, was verhindert werden muss, kauft niemals diese kartoffel. punkt.
Ich bin grundsätzlich gegen jede Form von Genmanipulation, da ich trotz unzähliger Studien nicht glaube, dass man alle Folgen einer genetischen Veränderung absehen und kontrollieren kann.
Dennoch bin ich doch mehr an sachlichen Kommentaren interessiert, als an den leeren grünen Parolen, ohne Taten dahinter. Schließlich soll die Stärke der Kartoffel für die Industrie herhalten (Klebstoffe, Textilien etc.) und angeblich Rohstoffe und Energie einsparen. Und so liest man dann auch, das diese Kartoffel gar nicht für den Endverbraucher gedacht ist, sie ist nicht einmal genießbar. Leider bleibt ungewiss, ob mein Steak die "Nebenprodukte" der Kartoffel früher mal gegessen hat...
Es ist doch Quatsch, auf Grund der Geschäftspraktiken einer Konzerne die Technologie an sich in Frage zu stellen. Es ist als wollten Sie Computer verbieten, nur weil Microsoft üble Geschäftspraktiken pflegt.
Um dies zu verhindern ist der Gesetzgeber gefragt - aber man sollte sich im klaren darüber sein, dass die Technologie an sich viele Chancen bietet.
Ich bin grundsätzlich gegen jede Form von Genmanipulation, da ich trotz unzähliger Studien nicht glaube, dass man alle Folgen einer genetischen Veränderung absehen und kontrollieren kann.
Dennoch bin ich doch mehr an sachlichen Kommentaren interessiert, als an den leeren grünen Parolen, ohne Taten dahinter. Schließlich soll die Stärke der Kartoffel für die Industrie herhalten (Klebstoffe, Textilien etc.) und angeblich Rohstoffe und Energie einsparen. Und so liest man dann auch, das diese Kartoffel gar nicht für den Endverbraucher gedacht ist, sie ist nicht einmal genießbar. Leider bleibt ungewiss, ob mein Steak die "Nebenprodukte" der Kartoffel früher mal gegessen hat...
Es ist doch Quatsch, auf Grund der Geschäftspraktiken einer Konzerne die Technologie an sich in Frage zu stellen. Es ist als wollten Sie Computer verbieten, nur weil Microsoft üble Geschäftspraktiken pflegt.
Um dies zu verhindern ist der Gesetzgeber gefragt - aber man sollte sich im klaren darüber sein, dass die Technologie an sich viele Chancen bietet.
wird den Preis für Produkte, in denen Stärke enthalten ist wohl ordentlich nach unten drücken. Weiter so, liebe Forschung. :-)
Ich fühlte mich eigentlich immer relativ sicher vor Genmanipuliertem in Deutschland. Damit ist dann wohl Schluss, schade. Kapitalismus siegt. Ich möchte nicht wissen, was passiert wenn dieses genmanipulierte Zeug irgendwelche unerforschten Krankheiten auslöst und sich mit dem normalen Essen vermischt... Irgendwo sollte man einen Punkt in der Forschung machen, sonst wird auch noch Gattaca irgendwann real...
...das pseudo-Ökologische Gesabbel bewegt sich in meinen Augen auf dem Niveau Republikanischer Panikmache vor dem Terror.
Nachdenken, Argumente und gerechtfertigte Schlussfolgerungen, nicht Ideologie!! Und es gibt keine Evidenz für neu entstandene Krankheiten, und selbst wenn Fälle auftreten sollten, dann wären sie auf einen ganz bestimmten Fall zurückzuführen und man müsste aus Fehlern lernen und es beim nächsten mal besser machen.
Es ist fahrlässig, die Chancen auf eine durch grüne Gentechnik verbesserte Welt (bessere, günstige Lebensmittel für die wachsende Weltbevölkerung, bei geringeren ökologischen Schäden) aus unbegründeten, esoterisch anmutenden Ängsten zu vertun!
...das pseudo-Ökologische Gesabbel bewegt sich in meinen Augen auf dem Niveau Republikanischer Panikmache vor dem Terror.
Nachdenken, Argumente und gerechtfertigte Schlussfolgerungen, nicht Ideologie!! Und es gibt keine Evidenz für neu entstandene Krankheiten, und selbst wenn Fälle auftreten sollten, dann wären sie auf einen ganz bestimmten Fall zurückzuführen und man müsste aus Fehlern lernen und es beim nächsten mal besser machen.
Es ist fahrlässig, die Chancen auf eine durch grüne Gentechnik verbesserte Welt (bessere, günstige Lebensmittel für die wachsende Weltbevölkerung, bei geringeren ökologischen Schäden) aus unbegründeten, esoterisch anmutenden Ängsten zu vertun!
Für diejenigen die über die Gentechnik sich wirklich informieren wollen:
http://www.keine-gentechn...
Dazu eine seriöse Dokumentation über die Gentechnik:
http://video.google.com/v...
"keine-gentechnik.de" klingt schon so nach seriöser Berichterstattung.
Darum geht's schließlich. Oder?
Die €u legt die Ernährung schrittweise in die Hände von Konzernen, Monsanto gibt die Richtung vor.
Am Ende werden wir froh sein, wenn unser Apfelbaum im Garten keinen lizenzrechtlichen Albtraum heraufbeschwört.
Das ist eine ernste Gefahr für natürliche Vielfalt, für die Insektenwelt - die Bedeutung von Bienen scheint wenigen klar zu sein - noch mehr Tierarten wie Vögel und Kleinräuber sterben aus, und die Gesundheitsrisiken für Menschen sind noch unbekannt.
Daß Monokulturen nicht nur unseren Lebensraum zerstört, sondern schon heute schwere soziale Verwerfungen erzeugt, davon kann man sich in den so genannten Schwellenländern prima vista überzeugen.
Die 'Grüne Gentechnik' heute ist nichts als ein riesiges Geschäft, sowie eine potentielle politische Waffe.
Unter anderen Rahmenbedingungen wäre die Welternährung ohne sie absolut möglich.
"keine-gentechnik.de" klingt schon so nach seriöser Berichterstattung.
Darum geht's schließlich. Oder?
Die €u legt die Ernährung schrittweise in die Hände von Konzernen, Monsanto gibt die Richtung vor.
Am Ende werden wir froh sein, wenn unser Apfelbaum im Garten keinen lizenzrechtlichen Albtraum heraufbeschwört.
Das ist eine ernste Gefahr für natürliche Vielfalt, für die Insektenwelt - die Bedeutung von Bienen scheint wenigen klar zu sein - noch mehr Tierarten wie Vögel und Kleinräuber sterben aus, und die Gesundheitsrisiken für Menschen sind noch unbekannt.
Daß Monokulturen nicht nur unseren Lebensraum zerstört, sondern schon heute schwere soziale Verwerfungen erzeugt, davon kann man sich in den so genannten Schwellenländern prima vista überzeugen.
Die 'Grüne Gentechnik' heute ist nichts als ein riesiges Geschäft, sowie eine potentielle politische Waffe.
Unter anderen Rahmenbedingungen wäre die Welternährung ohne sie absolut möglich.
Ich bin grundsätzlich gegen jede Form von Genmanipulation, da ich trotz unzähliger Studien nicht glaube, dass man alle Folgen einer genetischen Veränderung absehen und kontrollieren kann.
Dennoch bin ich doch mehr an sachlichen Kommentaren interessiert, als an den leeren grünen Parolen, ohne Taten dahinter. Schließlich soll die Stärke der Kartoffel für die Industrie herhalten (Klebstoffe, Textilien etc.) und angeblich Rohstoffe und Energie einsparen. Und so liest man dann auch, das diese Kartoffel gar nicht für den Endverbraucher gedacht ist, sie ist nicht einmal genießbar. Leider bleibt ungewiss, ob mein Steak die "Nebenprodukte" der Kartoffel früher mal gegessen hat...
einer der an einer sachlichen Diskussion interessiert ist :).
Naja, von den Informationen im Artikel ist diese Form der Kartoffel besonders unbedenklich, da es sich anscheinen nicht einmal um eine Transgene Pflanze handelt, sondern nur einige Enzyme ausgeknockt wurden. D.h. die Kartoffel enthält eine Teilmenge der Gene, die in einer normalen Kartoffel enthalten sind - es handelt sich also nicht um neue, zusätzliche Information (von der man hierzulande großen Respekt zu haben scheint). Es kann somit auch nicht zur Übertragung dieser Information in andere Organismen kommen.
Im Allgemeinen würde ich Ihnen nahe legen, wenn sie wirklich konsequent auf "genmanipulierte" Produkte verzichten wollen, auch keine Produkte zu konsumieren, die durch konventionelle Züchtung entstanden sind. Das ist genau das gleiche, nur mit dem Vorschlaghammer statt mit dem Skalpell.
einer der an einer sachlichen Diskussion interessiert ist :).
Naja, von den Informationen im Artikel ist diese Form der Kartoffel besonders unbedenklich, da es sich anscheinen nicht einmal um eine Transgene Pflanze handelt, sondern nur einige Enzyme ausgeknockt wurden. D.h. die Kartoffel enthält eine Teilmenge der Gene, die in einer normalen Kartoffel enthalten sind - es handelt sich also nicht um neue, zusätzliche Information (von der man hierzulande großen Respekt zu haben scheint). Es kann somit auch nicht zur Übertragung dieser Information in andere Organismen kommen.
Im Allgemeinen würde ich Ihnen nahe legen, wenn sie wirklich konsequent auf "genmanipulierte" Produkte verzichten wollen, auch keine Produkte zu konsumieren, die durch konventionelle Züchtung entstanden sind. Das ist genau das gleiche, nur mit dem Vorschlaghammer statt mit dem Skalpell.
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