Seit 1000 Jahren wachsen die Portionen, die Meister wie Leonardo da Vinci in ihren Gemälden festgehalten haben. Das haben amerikanische Forscher beim Vergleich von 50 Gemälden festgestellt, die Das letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern zeigen. Die Untersuchung der Brüder Brian und Craig Wansink wurde vom International Journal of Obesity präsentiert, einem Fachmagazin zum Thema Fettsucht.

Die Forscher hatten das Abendmahl gewählt, weil es im vergangenen Jahrtausend häufiger als irgendein anderes Motiv mit gedecktem Tisch abgebildet wurde. Mit einem computergesteuerten Messprogramm verglichen die Wissenschaftler die Größe der Teller, der darauf servierten Portionen und des dazu gebrochenen Brotes. Um die Daten maßstabsgerecht zu erfassen, setzten die Wissenschaftler sie ins Verhältnis zur jeweiligen Kopfgröße der Jünger.

Das Ergebnis: Die Größe der Teller nahm auf den Darstellungen zwischen dem 11. und dem 21. Jahrhundert um 66 Prozent zu, die der Portionen sogar um 69 Prozent und das der Brotlaibe um 23 Prozent. Wenn Kunst das Leben zur Zeit ihrer Meister reflektiere, schreiben die Wansinks, langen westliche Gesellschaften bei Tisch schon seit Langem mehr und mehr zu.

Brian Wansink gehört dem Institut für Angewandte Wirtschafts- und Managementwissenschaften der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) an. Craig Wansink ist Religionswissenschaftler am Virginia Wesleyan College in Norfolk (Virginia).