Astrophysiker können es kaum erwarten, Teile des Hochenergie-Universums zu entdecken
Die Vorbereitungen für CTA seien in vollem Gange, berichtet Schlenstedt. Von der möglichen Herstellungstechnik für die Spiegel bis zur Messelektronik. Vor allem deutsche Forscher seien führend, aber auch Frankreich, Spanien, die Schweiz, Polen und die USA sind interessiert.
Die Finanzierung ist noch offen. "Rund 150 Millionen Euro müssten für das CTA investiert werden, damit es die gewünschte Genauigkeit erreicht", sagt Schlenstedt. Immerhin hat es das Vorhaben bereits auf die Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastruktur (ESFRI) geschafft, einer Art Hitliste für besonders förderungswürdige Projekte. Aber noch hat keines der Partnerländer eine Zusage gegeben. So bleibt es fraglich, ob tatsächlich 2013 mit dem Bau und 2015 mit ersten Messungen begonnen werden kann.
Die Astrophysiker können es kaum erwarten, weitere Teile des Hochenergie-Universums zu entdecken. "Wir wollen wissen, wie diese kosmischen Maschinen funktionieren, die Strahlung mit der millionenfachen Energie irdischer Beschleuniger aussenden", sagt Spiering. Man wisse inzwischen, dass sie beispielsweise aus der Nähe supermassiver Schwarzer Löcher kommt. "Wie in einem gigantischen Mahlstrom wird dort Sternenstaub durchgewalkt. Dabei wird viel Energie freigesetzt." Mithilfe des scharfen CTA-Auges könne man besser erkennen, aus welchen Regionen der kosmischen Strudel die Strahlung stammt und so deren Entstehung nachvollziehen.
Die Gammastrahlen können aber auch ganz woanders herkommen. "Einige der mit Magic und Hess erfassten Quellen wurden vorher in keinem anderen Frequenzbereich erkannt", sagt Spiering. "Es ist also durchaus möglich, dass sich dahinter völlig neue Objekte und Phänomene verbergen, die bisher niemand kennt." Er ist sicher: Wenn die Forscher erst mit zehnmal größerer Auflösung den Gammastrahlen-Himmel erkunden, wird es noch manche Überraschung geben.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 03.03.2010)
- Datum 03.03.2010 - 11:22 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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