Teilchenbeschleuniger LHC Rekord-Zusammenprall von Atomteilchen gelungen
Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC hat mit Erfolg seine Arbeit aufgenommen. Forscher wollen so den Bedingungen des Urknalls so nahe kommen wie nie zuvor.
© Martial Trezzini/dpa

Am Genfer Teilchenbeschleuniger LHC sollen beschleunigte Protonenstrahlen mit je 3,5 TeV zusammenprallen
Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger, der "Large Hadron Collider" (LHC) bei Genf, hat einen neuen Rekord aufgestellt. Zwei beschleunigte Protonenstrahlen wurden mit der enormen Energie von zusammen sieben Tera-Elektronenvolt (TeV) aufeinander geschossen. Ein Zusammenprall dieser Heftigkeit ist Neuland für die Experimentalphysik.
Die Physiker brauchten drei Anläufe, um die Teilchen erfolgreich kollidieren zu lassen. Die Versuche markieren den Beginn der
wissenschaftlichen Experimente am LHC. Mit den Kollisionen der Atomteilchen wollen Physiker Bedingungen wie kurz nach dem Urknall simulieren. Dadurch können vielleicht bislang nur theoretisch beschriebene Partikel wie das Higgs-Teilchen nachgewiesen werden. Das Higgs-Teilchen ermöglicht es gemäß dem Standardmodell der Physik, dass Teilchen überhaupt eine Masse haben.
Wenn das Higgs existiere, werde es auch am LHC entdeckt, sagt Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer. Das Standardmodell erkläre zudem lediglich vier bis fünf Prozent der Materie- und Energiedichte des Universums, der Rest liege im Dunkeln. "Ich erhoffe mir wirklich in den nächsten paar Jahren das erste Licht in dieses dunkle Universum."
Die Physiker extrahieren für das Experiment Kerne von Wasserstoffatomen (Protonen). Diese Protonen werden dann mit jeweils 3,5 TeV aufeinander geschossen. Eine TeV entspricht einer Billion Elektronenvolt. Vom Urknall sei dieses Experiment aber noch weit entfernt, sagte Heuer.
Angst vor möglichen Schwarzen Löchern, die die Erde verschlingen, haben die Physiker am europäischen Teilchenforschungszentrums Cern bei Genf nicht. Im All gebe es natürliche Teilchenkollisionen, die noch viel stärker seien, ohne das derartige Schwarzen Löcher entstehen. Auch hat das Bundesverfassungsgericht Anfang März eine Klage gegen die Forschung am LHC abgelehnt. Die Befürchtung, die Erde könne verschluckt werden, sei nicht ausreichend begründet worden.
Der LHC liegt als 27 Kilometer langer Ringtunnel in etwa 100 Metern Tiefe unter der Erdoberfläche und reicht bis nach Frankreich. Wenn alles klappt, sollen noch 2010 Protonen mit 10 TeV zusammenstoßen, ein oder zwei Jahre später dann, nach einer gründlichen Inspektion, mit der Maximalenergie von 14 TeV.
Interessierte können den aktuellen Geschehnissen in einem Live-Stream folgen, sowie ab 15:30 Uhr eine Wiederholung des Versuches sehen.
- Datum 30.03.2010 - 13:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 58
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:










Im Artikel wird das Wort 'Elektronenvolt' verwendet. In den Ohren
eines Physikers hört sich das sehr ungewohnt (wenn nicht sogar falsch) an. Die Einheit an sich trägt den Namen 'Elektronvolt', und
entspricht der kinetischen Energie, die _ein Elektron_ gewinnt, wenn es ein Potentialgefälle von _einem Volt_ durchläuft. Daher die Verwendung des Singulars.
Im Gegenteil kommt mir das Wort "Elektronvolt" sehr komisch vor, ich habe seit jeher von "Elektronenvolt" gesprochen und es auch nie anders gehört. Sicher jedoch handelt es sich hierbei um einen sich wandelnden Begriff, mir persönlich verhasst ist das "Kohlendioxid", in das ich allzu gern noch ein "-stoff-" einfügen würde, doch dies ist nicht mehr der Fachterminus.
Stark monieren hingegen möchte ich jedoch das in dieser Form zu sage und schreibe 100% nicht korrekte Zitat, dass man vom Urknall _noch_ weit entfernt sei.
Warum dies weder eine Erwähnung verdient, noch das Wörtchen "noch", das kann sich wohl hoffentlich jeder denken.
Ich muss sagen, dass ich wohl noch nie Elektronvolt gesagt habe... Falsch ist es natürlich nicht, imho ebensowenig aber ElektroENvolt, schließlich ist die Energie dieselbe, wenn mehrere (bsp. fünf) Elektronen durch eine Potentialdifferenz von einem Volt laufen wie wenn Eines durch Eine von fünf Volt läuft.
Das ändert aber nichts daran, dass man sich um die korrekte (welche das auch immer sein mag) Aussprache herumdrücken kann, indem man einfach "E-Volt" sagt.
Gruß
PGMN
Im Gegenteil kommt mir das Wort "Elektronvolt" sehr komisch vor, ich habe seit jeher von "Elektronenvolt" gesprochen und es auch nie anders gehört. Sicher jedoch handelt es sich hierbei um einen sich wandelnden Begriff, mir persönlich verhasst ist das "Kohlendioxid", in das ich allzu gern noch ein "-stoff-" einfügen würde, doch dies ist nicht mehr der Fachterminus.
Stark monieren hingegen möchte ich jedoch das in dieser Form zu sage und schreibe 100% nicht korrekte Zitat, dass man vom Urknall _noch_ weit entfernt sei.
Warum dies weder eine Erwähnung verdient, noch das Wörtchen "noch", das kann sich wohl hoffentlich jeder denken.
Ich muss sagen, dass ich wohl noch nie Elektronvolt gesagt habe... Falsch ist es natürlich nicht, imho ebensowenig aber ElektroENvolt, schließlich ist die Energie dieselbe, wenn mehrere (bsp. fünf) Elektronen durch eine Potentialdifferenz von einem Volt laufen wie wenn Eines durch Eine von fünf Volt läuft.
Das ändert aber nichts daran, dass man sich um die korrekte (welche das auch immer sein mag) Aussprache herumdrücken kann, indem man einfach "E-Volt" sagt.
Gruß
PGMN
Sollten wir uns also im Dunkeln wiederfinden, wird möglicherweise das "Augen offenhalten" und aufmerksame Zuhören zu neuer Blüte kommen.
Im Gegenteil kommt mir das Wort "Elektronvolt" sehr komisch vor, ich habe seit jeher von "Elektronenvolt" gesprochen und es auch nie anders gehört. Sicher jedoch handelt es sich hierbei um einen sich wandelnden Begriff, mir persönlich verhasst ist das "Kohlendioxid", in das ich allzu gern noch ein "-stoff-" einfügen würde, doch dies ist nicht mehr der Fachterminus.
Stark monieren hingegen möchte ich jedoch das in dieser Form zu sage und schreibe 100% nicht korrekte Zitat, dass man vom Urknall _noch_ weit entfernt sei.
Warum dies weder eine Erwähnung verdient, noch das Wörtchen "noch", das kann sich wohl hoffentlich jeder denken.
Elektronenvolt <-> Elektronvolt
@ dvandyk
Sprache ist nicht unbedingt logisch. "Man sagt" nicht oft »Kilometern« allerdings mit einer Zahl davor, wie 8km klingt es gar nicht mehr so falsch, weil gewohnt. Also ich stimme Ihnen schon zu, aber wenn Sie mal sagen "nach 8 Kilometern", dann, finde ich zumindest, "klingt" es ganz richtig, weil gewohnt.
Eigentlich dürfte dieses »n« auch nie geschrieben oder gesprochen werden, weil der Plural ja bereits durch k für Kilo genannt wird, und dann, zusätzlich mit 8, ja eigentlich kein weiterer Plural dazukommt, nur ein Faktor für Kilo.
Das der Plural von Meter Metern ist, ist ja nicht grundsätzlich falsch, aber auch nicht logisch, sondern eine Regel nach Gewohnheit.
So ist es doch auch bei »Elektronenvolt«, einfach so, ohne irgend eine Vorsatz der Quantität, klingt es nach richtigem Plural, aber allgemein. Sobald ein Vorsatz genannt wird, ist das »n« ein doppelter Plural, weil der ja bereits durch den Vorsatz gegeben ist.
Aber was noch etwas schwerer zu enträtseln ist, selbst für Menschen mit Dr. Titel, ist, das Kilo kein Gewicht ist.
Es findet sich nur einfach immer seltener als Kilogramm geschrieben. Das sich das gar nicht kürzen lässt, wird einfach ignoriert, und so hat das Kilo eine andere Bedeutung erhalten. Denn ehrlich gesagt, habe ich eine Gewichtsvorstellung wenn ich von »Kilo« oder auch »Tonne« lese, auch wenn ich weiß das das falsch ist.
Der Plural von Meter ist Meter, ohne -n. Es sind also immer 1 Kilometer und 8 Kilometer. Dass nach der Präposition "nach" stattdessen "8 Kilometern", also mit einem -n als Suffix, geschrieben wird, hängt mit dem Dativ zusammen, den die Präposition "nach" im Deutschen erfordert. Deshalb klingt es nicht nur richtig, es ist auch richtig, aber eben nur im Dativ. Und logisch ist das alles allemal.
Physiker, bleib bei deinen Teilchen....
Der Plural von Meter ist Meter, ohne -n. Es sind also immer 1 Kilometer und 8 Kilometer. Dass nach der Präposition "nach" stattdessen "8 Kilometern", also mit einem -n als Suffix, geschrieben wird, hängt mit dem Dativ zusammen, den die Präposition "nach" im Deutschen erfordert. Deshalb klingt es nicht nur richtig, es ist auch richtig, aber eben nur im Dativ. Und logisch ist das alles allemal.
Physiker, bleib bei deinen Teilchen....
Kleine Info am Range: die Kollision hat bei 3.5 TeV stattgefunden und wir leben noch.
Wer hätte das gedacht? ..
Seit 3.5 TeV habe ich aber Kopfschmerzen.
Seit 3.5 TeV habe ich aber Kopfschmerzen.
Der Plural von Meter ist Meter, ohne -n. Es sind also immer 1 Kilometer und 8 Kilometer. Dass nach der Präposition "nach" stattdessen "8 Kilometern", also mit einem -n als Suffix, geschrieben wird, hängt mit dem Dativ zusammen, den die Präposition "nach" im Deutschen erfordert. Deshalb klingt es nicht nur richtig, es ist auch richtig, aber eben nur im Dativ. Und logisch ist das alles allemal.
Physiker, bleib bei deinen Teilchen....
Ich muss sagen, dass ich wohl noch nie Elektronvolt gesagt habe... Falsch ist es natürlich nicht, imho ebensowenig aber ElektroENvolt, schließlich ist die Energie dieselbe, wenn mehrere (bsp. fünf) Elektronen durch eine Potentialdifferenz von einem Volt laufen wie wenn Eines durch Eine von fünf Volt läuft.
Das ändert aber nichts daran, dass man sich um die korrekte (welche das auch immer sein mag) Aussprache herumdrücken kann, indem man einfach "E-Volt" sagt.
Gruß
PGMN
Das LHC fährt noch im Standgas....
Dreht auf die Bude!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren