Astronomie Nah dran am Marsmond
Die europäische Raumsonde "Mars Express" kam bis auf 67 Kilometer an den Mars-Trabanten Phobos heran. Forscher wollen nun herausfinden, wie der Marsmond entstand.
© ESA/DLR/FU Berlin/dpa

Die Illustration zeigt den Vorbeiflug der Raumsonde "Mars Express" am Marsmond Phobos
Die europäische Raumsonde Mars Express ist am Mittwochabend gegen 22 Uhr auf Tuchfühlung mit dem Marsmond Phobos gegangen. Sie kam bis auf 67 Kilometer an den 27 mal 22 mal 19 Kilometer großen Trabanten heran – so nah wie noch nie zuvor.
Der Flug der Sonde sei eine großartige Gelegenheit gewesen, mehr über die innere Struktur von Phobos herauszufinden, sagte Gerhard Schwehm, Wissenschaftler der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Erstmals sei es gelungen, das Schwerefeld des Mondes zu vermessen. Die Forscher erhoffen sich von der Mission neue Erkenntnisse über den Ursprung des Phobos (griechisch für Angst). Er sei ihnen trotz etlicher Forschungsprojekte noch immer ein Rätsel.
Phobos ist der innere der beiden Marsmonde und hat einen Abstand von 9400 Kilometern zum Zentrum des Roten Planeten. Mars Express ist derzeit die einzige aktive Marssonde, die sich wegen ihrer stark elliptischen Bahn Phobos nähern und Vorbeiflüge in geringem Abstand durchführen kann.
Während zahlreicher Vorbeiflüge wurden Aufnahmen mit hochauflösenden Kameras gemacht, aus denen das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) eine geometrisch präzise Karte des Marsmondes erstellt hat. Mit Hilfe dieser Karte, will die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos im Jahr 2011 die Mission Phobos Grunt (Phobos-Boden) zu dem Mond schicken, um Bodenproben auf der dem Planeten abgewandten Seite zu sammeln und zur Erde zu bringen.
Mars Express wurde am 2. Juni 2003 vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan gestartet. Der Orbiter sollte von der Umlaufbahn aus die Marsoberfläche kartieren sowie Atmosphäre, Struktur und Geologie des Planeten untersuchen. Das Landegerät Beagle 2 sollte auf der Oberfläche des Planeten aufsetzen und dort sechs Monate lang Boden und Gestein des Mars untersuchen – nach Abbruch des Funkkontakts gilt der Lander als verloren.
Weitere Informationen im Mars Express- Blog der Esa
- Datum 04.03.2010 - 13:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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