Vulkanausbruch Unsere verletzliche Techno-Zivilisation
Problem Vulkanasche: Einiges spricht dafür, dass wir in der nächsten Zeit mit größerer Ungewissheit leben müssen, als es uns lieb ist.
© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images

Am isländischen Vulkan Eyjafjallajokull: Wie viel Asche haben wir noch zu erwarten?
Weder Streiks noch die Terroranschläge des 11. September bewirkten, was vulkanischem Feinstaub in der Stratosphäre gelang: Europa erlebt einen flugzeuglosen Himmel. Der Flugverkehr liegt danieder, Verluste der arg gebeutelten Fluggesellschaften steigen, Forderungen nach finanzieller Hilfe, ähnlich der für Banken, werden laut, jetzt, da ihre Aktienkurse nach unten purzeln. Politiker und Wirtschaftsführer sitzen genauso fest wie Otto Normalverbraucher. Reisepläne werden zur Makulatur, wichtige Termine platzen, bestimmte Waren aus Übersee werden bereits knapp. Der ökonomische Schaden dürfte in die Milliarden gehen. Niemand weiß, wie lange der Staubschleier über Europa hängen wird und die Eruptionen auf Island weitergehen.
Andererseits erleben viele Menschen in Europa erstmals die Vorzüge eines blauen Himmels ohne Kondensstreifen und vor allem ohne Fluglärm. Eine Erinnerung an die dunklen Seiten jeden Fortschrittes. Die Naturkatastrophe demonstriert eindringlich, wie verletzlich auch eine hoch entwickelte technologische Zivilisation wie die unsrige geblieben ist. Eine Wahrheit, die leicht vergessen wird. Die Geschwindigkeit, mit der Vulkanasche zum Problem wurde, sollte gerade diejenigen Bescheidenheit lehren, die glauben, man könne komplexe Systeme wie Klima oder die Wirtschaft steuern. Macht und Unberechenbarkeit der Natur bleiben, was immer wir tun.
Die Charakteristika unserer technologischen Zivilisation sind Vernetzung und Komplexität. Das macht einerseits ihre Stärke aus. Wir können rasch auf Katastrophen wie Erdbeben oder Fluten irgendwo in der Welt reagieren, Hilfe leisten, Nahrung heranschaffen. Vor zwei Jahrhunderten war das noch undenkbar. Im Jahr 1783 brachte ein Vulkanausbruch Tod und Verderben über Island, ein Fünftel der Bevölkerung wurde dahingerafft. Über Jahre hinweg wurden Europa und der Mittelmeerraum von Dürre und Missernten heimgesucht. Eine fatale Mischung aus blockierter Sonne und giftigen Vulkangasen ließ Vieh auf Islands Weiden sterben, löste in Europa Hungersnöte und soziale Unruhen aus, die in der französischen Revolution mündeten.
Unsere moderne Zivilisation ist widerstandsfähiger geworden und in der Lage, Situationen zu meistern, die die Menschen in der Vergangenheit ertragen mussten. Doch zugleich haben wachsende Komplexität und Interdependenz ihre Verwundbarkeit erhöht. Wenn vitale Versorgungsstränge, ob für Elektrizität oder Benzin, blockiert werden, droht binnen kürzester Frist das gesellschaftliche Gesamtgefüge empfindlich gestört zu werden.
Vor ein paar Jahren blockierten erboste Lkw-Fahrer in Großbritannien die Terminals der Ölindustrie. Nach wenigen Tagen begann in der Bevölkerung Panik um sich zu greifen, die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern geriet ins Stocken. Man stelle sich vor, der Vulkan werde noch auf Monate oder gar Jahre hinaus Asche spucken. Was ohne Weiteres denkbar ist, wie die Vergangenheit lehrt.
Die EU-Länder hofften noch zu Beginn dieser Woche, das Flugverbot lockern zu können. Doch neue Eruptionen des Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen machen erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Testflüge mit Propellermaschinen sollen helfen, ein klareres Bild über die vulkanische Asche und die Risiken zu liefern. Die Flugindustrie ist verbittert und suggeriert, das generelle Flugverbot sei übertriebenem Sicherheitsdenken entsprungen. Wie zuletzt demonstriert in der Reaktion auf die Schweinegrippe.
- Datum 20.04.2010 - 13:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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sollen die fluggesellschaften doch island verklagen wegen betreibens diverser vulkane...
Man kann es auch so sehen:
Wir steigen ins Cabrio, weil die Wahrscheinlichkeit, dabei zu Tode zu kommen oder verstümmelt zu werden, unvergleichlich kleiner ist, als wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Und außerdem wiegen wir uns in der wohligen Gewißheit, das Verdeck schließen zu können, falls es vulkanische Asche regnen sollte.
Meinetwegen kann der Vulkan noch ein paar Jahre spucken. Ich bin froh die diversen Kondensstreifen und Chemtrails nicht mehr sehen zu müssen. Als das Flugverbot gerade verhängt wurde, wusste ich noch nichts davon, bin rausgegangen und ahnte, dass irgendetwas anders ist. Man hat es einfach sofort gespürt.
... das wir unsere Grenzen sehen und lernen das es ohne "Luxus" wie fliegen auch geht.
Die Bahn wird sich freuen, die Menschen die sich Dank Umweltprämie ein neues Auto gegönnt haben lächeln zufrieden, sogar die Schifffahrer sind wieder voll ausgelastet.
Fliegen ist angenehm, aber brauchen tuns die meisten nicht.
Das muß wieder in den Kopf der Leute, das es langsamer auch geht.
Wenn auch wirtschaftlich verrückt... aber ich wünsche mir so ne Aschewolke auch mal für den Autoverkehr. Und wenn auch nur für eins, zwei Tage. Damit die Autonation Deutschland für einen kurzen Moment merkt, welch Wahnsinn sie tagtäglich betreibt.
dessen Ausbruch nun befürchtet wird, heißt "Katla", nicht Katia.
finde Island und stelle sich diese winzige Stelle vor, aus der uns Mutter Erde ihren Überdruck entgegenbläst: In Europa (und damit weltweit) gerät der Flugverkehr aus den Fugen - dafür profitieren Busunternehmer und Bahn. Mit einemmal besinnt sich der Mensch auf sein Zuhause und die nähere Umgebung, auch mit Arbeitsplätzen, Umwelt, eigener Energie. - Wo bleibt die Anwendung von Vernunft auch ohne daß uns Mutter Erde deutlich anpoltern muß? - Mit dem Ausbruch von Katia würde es wirklich katastrophal. -
wie schmeißen einfach eine Neutronenbombe auf Island, damit die Trümmer den Vulkan versiegeln und schon ist wieder alles unter Kontrolle. Jetzt wo wir kurz davorstehen, die Natur endgültig auszuradieren und zuzubetonieren, dürfen wir nicht klein beigeben. ;)))
Unterlassen Sie bitte solch schwarzsarkastische Bemerkungen, sonst nimmt das jemand noch ernst und hält das für eine adäquate Lösung. Im Übrigen glaube ich nicht, dass es der Menschheit je gelingt, die Natur "auszuradieren und zuzubetonieren". Vorher radiert sich die Menschheit nämlich sonst selbst aus, weil sie auf immer und ewig ein Teil der Natur bleiben wird.
Unterlassen Sie bitte solch schwarzsarkastische Bemerkungen, sonst nimmt das jemand noch ernst und hält das für eine adäquate Lösung. Im Übrigen glaube ich nicht, dass es der Menschheit je gelingt, die Natur "auszuradieren und zuzubetonieren". Vorher radiert sich die Menschheit nämlich sonst selbst aus, weil sie auf immer und ewig ein Teil der Natur bleiben wird.
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