Contra: Der Zug ist abgefahren
Contra: Nein, sagt Alexander Kekulé, Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle-Wittenberg

Dass die deutsche Alltagssprache von englischen Wortfetzen unterwandert wird, ist eine ästhetische Zumutung und kulturell bedenklich. Gewiss, manchmal sind englische Ausdrücke besonders "cool" und für Wörter wie "Gadget" oder "App" gibt es einfach keine perfekte Übersetzung. Offenbar meinen unsere Werber jedoch, man könnte den deutschen Konsumenten nur noch mit englischen Einsprengseln erreichen.
Mit der englischen Sprache haben die importierten Wortfetzen meist nichts zu tun. Ich nenne sie deshalb "Kontaminationen", in Anlehnung an Verunreinigungen durch Krankheitserreger.
- Initiative für Deutsch als Wissenschaftssprache
-
Englisch ist inzwischen die anerkannte Sprache in der Wissenschaft. Die Globalisierung führt Forscher vieler Nationen zusammen, deren kleinster gemeinsamer Nenner die englische Sprache ist. Die Konsequenz: Pidgin-Englisch verdrängt traditionelle und entwickelte Wissenschaftssprachen.
Deutsch verliert insbesondere in naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen an Boden. Nun plädieren Forschungseinrichtungen hierzulande für Mehrsprachigkeit in den Wissenschaften – und für mehr Übersetzungen englischsprachiger Publikationen ins Deutsche.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung, das Goethe-Institut und die Hochschulrektorenkonferenz haben dazu eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Der DAAD hat seine Argumente in einem eigenen Memorandum zusammengefasst.
Die Forderung, Deutsch als Wissenschaftssprache wieder zu beleben, ist jedoch die falsche Antwort auf das Problem, zumindest soweit es Naturwissenschaften und Technik betrifft. Hier ist Englisch seit Jahrzehnten die Lingua franca, und das ist auch gut so. Dass sich Forscher aus allen Erdteilen schnell, präzise und mit einheitlichen Definitionen austauschen können, hat die Wissenschaft erheblich beschleunigt. Für Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern eröffnete erst die gemeinsame Sprache – zusammen mit dem Internet – die Chance, am globalen Diskurs teilzunehmen.
Zudem werden viele Arbeiten von internationalen Autorenteams verfasst, die nur Englisch als gemeinsame Sprache haben. Auch für Forschungsaufenthalte im Ausland – und für ausländische Gäste bei uns – ist die gemeinsame Arbeitssprache von unschätzbarem Wert.
Hinzu kommt, dass es viele neue Fachbegriffe nur auf Englisch gibt. Um sie einzudeutschen, müsste man zwanghaft Entsprechungen erfinden, die nicht einmal für Muttersprachler eindeutig wären. Die absurden Konsequenzen kann man in Frankreich beobachten: Dort stöhnen die Forscher, weil sie per Gesetz verpflichtet wurden, Tagungsbände auf Französisch zu übersetzen. Bei Konferenzen quellen die Mülleimer davon über.
Auch die Forderung, für den sprachlichen Binnenraum Deutsch als "zweite" Wissenschaftssprache zu etablieren, ist nicht sinnvoll. Die Adressaten naturwissenschaftlicher Originalpublikationen sind zu 90 Prozent im Ausland. Nur an Deutsche gerichtete Medien – wie populärwissenschaftliche Magazine, TV-Sendungen und Fachblätter bestimmter Berufsgruppen – können und sollen dagegen weiterhin auf Deutsch erscheinen. Wenn darin einige englische Fachausdrücke enthalten sind, ist das noch lange kein Grund, sich um den Erhalt des Deutschen Sorgen zu machen.
Der beste Schutz vor englischen Kontaminationen der Alltagssprache wäre im Gegenteil, wenn möglichst viele Deutsche sehr gut Englisch sprechen. Wer zwei Sprachen gut beherrscht, hält sie sauber auseinander und findet es ganz und gar nicht "smashing", wenn in jede gesprochene "line" massenweise englische "expressions eingemerged" sind.
Autor: Alexander Kekulé
- Datum 25.01.2011 - 14:55 Uhr
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Ich denke nicht, dass man Deutsch wieder etablieren kann. Dafür ist die Vernetzung einfach viel zu weit fortgeschritten und die Argumente der Contra-Seite wiegen mMn. schwer.
Allerdings bin ich der Meinung, dass wir - anstatt nur auf Englisch zu bauen - unsere Sprache pflegen sollten und sogar müssen. Denn wie auf de Pro-Seite deutlich wurde, verflachen Diskussionen nicht nur, sondern das Verständnis ist keineswegs so tiefgreifend wie in der Muttersprache. Ich kann dies in so gut wie jedem Seminar bestätigt finden, wenn englischsprachige Artikel zu lesen waren. Wir verstehen einfach nur die Hälfte, das Wesentliche bleibt zum Teil auf der Strecke, oder es bedarf eines Vielfaches des Zeitaufwands, u alles adäquat zu übersetzen (insbesondere dann, wenn es wirklich auf einzelne Wörter und ihren Singehalt ankommt). Dies liegt wohl zum einen an mangelhaften Englischkentnissen, aber zum anderen auch daran, dass man mMn. in Deutsch präziser sprechen/schreiben kann, weil die Sprache mMn. genauer ist.
Es hat schon seinen Grund, warum die Systemtheorie von Niklas Luhmann (bspw.) noch nicht ins Englische übersetzt wurde. Manche Inhalte sind einfach extremst schwer und umständlich zu übersetzen. Ob solch eine Theorie entstanden wäre, wenn Luhmann sie nicht in seiner Muttersprache hätte verfassen dürfen, bleibt mMn. zumindest fraglich.
Insofern sollte hierzulande beides GEPFLEGT und die Sprachkentnisse in Englisch weiter gefördert werden.
Die Aussage:
"Da jede Sprache einen anderen Blickwinkel auf die Wirklichkeit zulässt und individuelle Argumentationsmuster bietet, läuft es auf eine geistige Verarmung hinaus, wenn Lehre und Forschung auf das Englische eingeengt werden."
verstehe ich nicht.
Ein wissenschaftliches Argument ist eine Aussage über die Realität und da sollte die Sprache vollkommen egal sein. Wenn es - wohlgemerkt prinzipiell, praktisch mag das anders aussehen - nur möglich ist, ein bestimmtes Argument auf Deutsch zu formulieren, dann ist es kein wissenschaftliches Argument.
Das selbe gilt fuer eine Theorie, die darauf angewisen sein soll, dass sie "Wörter, Bilder, Metaphern, aus der Alltagssprache entlehnt". Wenn eine Theorie z.B. voraussetzt, dass der Empfænger die Geschichte vom Hasen und dem Igel kennt, dann ist das keine wissenschaftliche Theorie (es mag bei ihrer Erklærung helfen, notwendig sein aber darf es nicht).
Und dann noch eine Bitte: Kønnte jemand Links zu den Studien einfuegen, die Herr Mociat am Anfang seines Textes erwæhnt?
Ich glaube das Ihr Schluss nicht ganz zulässig ist. Denn es gibt im Deutschen bspw. Wörter, die es im Englischen nicht gibt. Nicht umsonst werden immer wieder Wörter entnommen, weil diese im Englischen einfach fehlen.
Davon abgesehen spielt die Disziplin in der man sich bewegt wohl auch eine wesentliche Rolle.
Je nach den Möglichkeiten einer Sprache, denkt der Muttersprachler anders. Nicht unbedingt vom Inhalt her, wohl aber hinsichtlich des Grundaufbaus eines Gedankens. Jemand, der mit einer Sprache aufgewachsen ist, die nur eine Vergangenheitsform kennt, begreift geschichtliche Abläufe anders als ein Sprecher aus einer Sprache mit vielen Vergangenheitsformen. Eine Sprache wie das Deutsche lädt zu Wortverbindungen ein, eine Sprache wie das Englische zu Wortanhäufungen. "Weapons of mass destruction related program activities" als Erklärung für den Irakkrieg wären einem deutschen Politiker sicher so nicht eingefallen. ;) Das vielleicht einfachste Beispiel: Höflichkeitsformeln. Wenn man zwischen "Du" und "Sie" in der Sprache unterscheidet, unterscheidet man auch im Denken. Die flachen Hierarchien angloamerikanischer Unternehmen wären ohne das einheitliche "you" gar nicht denkbar.
Eine wissenschaftliche Aussage ist keine Aussage über die Realität. Würde sie das von sich behaupten, wäre sie nicht mehr wissenschaftlich. Eine wissenschaftliche Aussage ist vielmehr eine Annäherung an die Realität mittels Modell- und Theoriebildung, also höchstens ein "verkleinertes Modell" der (angenommenen) Realität. Genau diese Modell- und Theoriebildung ist es aber, die in höchstem Maße auf die präzise Verwendung von Metaphern angewiesen ist. Passiv ist das wissenschaftliche Englisch ja gar nicht so übel, aber da ich teils in Deutsch und teils in Englisch publizieren muß, merke ich immer wieder, um wieviel schwerer es im letzteren Fall ist, den Punkt vergleichbar treffend zu vermitteln wie in meiner Muttersprache, und das ist ausgesprochen schade und führt leider zu längeren, aber dafür sprachlich ärmeren und weniger eleganten Argumentationen.
Es gibt ein deutsches Buch über Architektur... (könnte wohl eher in die Geisteswissenschaften-/Kunstecke gesteckt werden)... "Gestalt" (oder so ähnlich. Ich kann leider jetzt nicht Autoren und genauen Namen liefern), das bisher noch keinem gelungen ist ins Spanische zu übersetzen.
Ich weiß, in dem Kommentar kommt kein Englisch drin vor. Ich finde diesen Fakt trotzdem interessant. Es ist ja nicht so, als ob es niemand versucht hätte. Das muss nicht heißen, dass man die Ideen, die darin vorkommen, auf Spanisch nicht ausdrücken oder als Spanier nicht begreifen könnte. Es kann auch heißen, das Buch ist einfach so schwer zu übersetzen, dass noch kein Übersetzer die Verantwortung dafür übernehmen wollte. Trotzdem spricht es dafür, dass die Denkweise auf verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist.
Sprache bildet sozusagen einen Rahmen für unser Denken. Ohnedem ginge es kaum, aber sie setzt meiner Meinung nach auch Grenzen. Mein Industriebautenprofessor hat gemeint: Wissen entsteht erst dann, wenn man es in Worte fassen kann. Ein interessanter Gedanke, obwohl ich daran so meine Zweifel hab. Ich kann zum Beispiel beim Klavierspielen nicht in Worte fassen, wie meine Finger so schnell zu den Tasten finden. Trotzdem "wissen" die Finger genau, wo sie hinschlagen müssen. Vielleicht mal wieder nicht das beste Beispiel. Ich bin jedenfalls auch der Meinung, dass das wissenschaftliche Argument unabhängig von der Sprache Gültigkeit haben muss, aber nicht, dass man es in jeder Sprache ausdrücken können muss. Wer auch jenseits der Sprache denken kann ist doch erst recht genial.
Ich glaube das Ihr Schluss nicht ganz zulässig ist. Denn es gibt im Deutschen bspw. Wörter, die es im Englischen nicht gibt. Nicht umsonst werden immer wieder Wörter entnommen, weil diese im Englischen einfach fehlen.
Davon abgesehen spielt die Disziplin in der man sich bewegt wohl auch eine wesentliche Rolle.
Je nach den Möglichkeiten einer Sprache, denkt der Muttersprachler anders. Nicht unbedingt vom Inhalt her, wohl aber hinsichtlich des Grundaufbaus eines Gedankens. Jemand, der mit einer Sprache aufgewachsen ist, die nur eine Vergangenheitsform kennt, begreift geschichtliche Abläufe anders als ein Sprecher aus einer Sprache mit vielen Vergangenheitsformen. Eine Sprache wie das Deutsche lädt zu Wortverbindungen ein, eine Sprache wie das Englische zu Wortanhäufungen. "Weapons of mass destruction related program activities" als Erklärung für den Irakkrieg wären einem deutschen Politiker sicher so nicht eingefallen. ;) Das vielleicht einfachste Beispiel: Höflichkeitsformeln. Wenn man zwischen "Du" und "Sie" in der Sprache unterscheidet, unterscheidet man auch im Denken. Die flachen Hierarchien angloamerikanischer Unternehmen wären ohne das einheitliche "you" gar nicht denkbar.
Eine wissenschaftliche Aussage ist keine Aussage über die Realität. Würde sie das von sich behaupten, wäre sie nicht mehr wissenschaftlich. Eine wissenschaftliche Aussage ist vielmehr eine Annäherung an die Realität mittels Modell- und Theoriebildung, also höchstens ein "verkleinertes Modell" der (angenommenen) Realität. Genau diese Modell- und Theoriebildung ist es aber, die in höchstem Maße auf die präzise Verwendung von Metaphern angewiesen ist. Passiv ist das wissenschaftliche Englisch ja gar nicht so übel, aber da ich teils in Deutsch und teils in Englisch publizieren muß, merke ich immer wieder, um wieviel schwerer es im letzteren Fall ist, den Punkt vergleichbar treffend zu vermitteln wie in meiner Muttersprache, und das ist ausgesprochen schade und führt leider zu längeren, aber dafür sprachlich ärmeren und weniger eleganten Argumentationen.
Es gibt ein deutsches Buch über Architektur... (könnte wohl eher in die Geisteswissenschaften-/Kunstecke gesteckt werden)... "Gestalt" (oder so ähnlich. Ich kann leider jetzt nicht Autoren und genauen Namen liefern), das bisher noch keinem gelungen ist ins Spanische zu übersetzen.
Ich weiß, in dem Kommentar kommt kein Englisch drin vor. Ich finde diesen Fakt trotzdem interessant. Es ist ja nicht so, als ob es niemand versucht hätte. Das muss nicht heißen, dass man die Ideen, die darin vorkommen, auf Spanisch nicht ausdrücken oder als Spanier nicht begreifen könnte. Es kann auch heißen, das Buch ist einfach so schwer zu übersetzen, dass noch kein Übersetzer die Verantwortung dafür übernehmen wollte. Trotzdem spricht es dafür, dass die Denkweise auf verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist.
Sprache bildet sozusagen einen Rahmen für unser Denken. Ohnedem ginge es kaum, aber sie setzt meiner Meinung nach auch Grenzen. Mein Industriebautenprofessor hat gemeint: Wissen entsteht erst dann, wenn man es in Worte fassen kann. Ein interessanter Gedanke, obwohl ich daran so meine Zweifel hab. Ich kann zum Beispiel beim Klavierspielen nicht in Worte fassen, wie meine Finger so schnell zu den Tasten finden. Trotzdem "wissen" die Finger genau, wo sie hinschlagen müssen. Vielleicht mal wieder nicht das beste Beispiel. Ich bin jedenfalls auch der Meinung, dass das wissenschaftliche Argument unabhängig von der Sprache Gültigkeit haben muss, aber nicht, dass man es in jeder Sprache ausdrücken können muss. Wer auch jenseits der Sprache denken kann ist doch erst recht genial.
Wie "App" oder "Gadget"?
App steht für Application = Anwendung (eventuell auch Programm)
Gadget = Spielzeug | Das meißte was mit Gadget zusammengefasst wird ist ja oft eher Spielerei - und Geräte mit tatsächlichem Wert haben dann wieder einen dedizierten Namen.
Zum Thema Englisch als Sprache der Wissenschaft - wenn ich mich nicht täusche kann Englisch manchmal sehr schwammig sein - ich studiere in England Mathe.
Ich finde in Deutschland sollte man Primär auf Deutsch unterrichten - vor allem im technischen Bereich wo es viele deutsche Fachbegriffe gibt.
Gleichzeitig - ist wie im Artikel angesprochen - Englisch wichtig ich um sich auf internationaler Ebene zu verständigen.
Ich frage mich in dieser Hinsicht ob dieses "Mischmasch-Englisch" was sich im Deutschen findet nicht ein Versuch ist gebildeter dazustehen.
Woher kommt den eigentlich "Handy" (im Englischen: handlich/praktisch) wenn es das Deutsche Wort "Mobiletelefon" gibt? Im Englischen heißen die kleinen Plagen auch "mobile" oder "mobile phone" - im Amerikanischen oft "cell" für "cellphone" (was eine Anlehnung an der "Zellennatur" des Mobilfunknetzes ist)
Bei den Schweizern heißt es übrigens Natel.
So ist das schon in vielen Unis und ich glaube das passt dann auch so. Aber auf jeden Fall sollte der Bachelor erstmal auf deutsch sein weil nicht jeder kann nach dem Abi gleich so gut Englisch.
Aber nach ihrem Bacherlorabschluss in XY-ologie sind sie besser in Englisch?
Sprachen werden gelernt in dem sie angewendet werden. Deutsch ist, auch wenn sie die schönste Sprache ist, viel zu kompliziert für die Wissenschaft.
Aber nach ihrem Bacherlorabschluss in XY-ologie sind sie besser in Englisch?
Sprachen werden gelernt in dem sie angewendet werden. Deutsch ist, auch wenn sie die schönste Sprache ist, viel zu kompliziert für die Wissenschaft.
Mark Twain (1835-1910) kam zu der Überzeugung, die deutsche Sprache solle »zu den toten Sprachen gelegt werden«. Denn »nur die Toten haben Zeit, diese Sprache zu lernen«: Für Englisch brauche man 30 Stunden, für Französisch 30 Tage, für Deutsch 30 Jahre.
"Die schreckliche deutsche Sprache" ist ein Buch von Twain.
Mark Twain war ein übler Nationalist,
der nicht die Stärken einer anderen Kultur ertragen konnte.
Er gehört zu den geistigen Brandstiftern, die die Grundlagen für die Bombenteppiche des WK II lieferten.
Das sagt aber nichts über den Unterhaltungswert seiner Romane aus.
JA, auch Literaten können Verbrecher sein!
Sie nutznen Ihre sprachliche Begabung, um andere zum Töten anzustiften.
Gerade in GB, USA, Polen etc. gab es viele dieser Typen.
Mark Twain war ein übler Nationalist,
der nicht die Stärken einer anderen Kultur ertragen konnte.
Er gehört zu den geistigen Brandstiftern, die die Grundlagen für die Bombenteppiche des WK II lieferten.
Das sagt aber nichts über den Unterhaltungswert seiner Romane aus.
JA, auch Literaten können Verbrecher sein!
Sie nutznen Ihre sprachliche Begabung, um andere zum Töten anzustiften.
Gerade in GB, USA, Polen etc. gab es viele dieser Typen.
Ich glaube das Ihr Schluss nicht ganz zulässig ist. Denn es gibt im Deutschen bspw. Wörter, die es im Englischen nicht gibt. Nicht umsonst werden immer wieder Wörter entnommen, weil diese im Englischen einfach fehlen.
Davon abgesehen spielt die Disziplin in der man sich bewegt wohl auch eine wesentliche Rolle.
Da habe ich mich missverstændlich ausgedrückt: Das Argument, dass eine Aussage ueber die Realitæt unabhængig von der verwendeten Sprache møglich sein muss, um als wissenschaftliches Argument zu gelten, sollte nicht so weit gehen, dass man quasi eine Wort für Wort Übersetzung braucht.
Es ist natürlich so, dass es bestimmte Begriffe in einzelnen Sprachen nicht gibt, daraus ist aber nicht abzuleiten, dass es in diesen Sprachen unmøglich ist, bestimmte Zusammenhænge zu formulieren; letztlich bietet sich bei Schwierigkeiten oder zur Vereinfachung auch das Importieren von Wørtern an, siehe z.B. Eigenvector als englisches Wort.
Das Argument, man bræuche eine bestimmte Sprache und das sie umgebene kulturelle Umfeld, um wissenschaftliche Theorien beschreiben zu kønnen ist auch historisch falsch und das ist auch gut so, denn kulturelle Umfelder ændern sich:
Die newtonsche Gravitationstheorie kann z.B. von jemanden, der Ende des 20. Jahrhunderts geboren wurde und sich damit beschæftigt immer noch verstanden werden, zum Glück ohne Wissen zu ihrem kulturelles Umfeld - England zur Zeit der "Glorious Revolution" Ende der 17. Jahrhunderts.
Da habe ich mich missverstændlich ausgedrückt: Das Argument, dass eine Aussage ueber die Realitæt unabhængig von der verwendeten Sprache møglich sein muss, um als wissenschaftliches Argument zu gelten, sollte nicht so weit gehen, dass man quasi eine Wort für Wort Übersetzung braucht.
Es ist natürlich so, dass es bestimmte Begriffe in einzelnen Sprachen nicht gibt, daraus ist aber nicht abzuleiten, dass es in diesen Sprachen unmøglich ist, bestimmte Zusammenhænge zu formulieren; letztlich bietet sich bei Schwierigkeiten oder zur Vereinfachung auch das Importieren von Wørtern an, siehe z.B. Eigenvector als englisches Wort.
Das Argument, man bræuche eine bestimmte Sprache und das sie umgebene kulturelle Umfeld, um wissenschaftliche Theorien beschreiben zu kønnen ist auch historisch falsch und das ist auch gut so, denn kulturelle Umfelder ændern sich:
Die newtonsche Gravitationstheorie kann z.B. von jemanden, der Ende des 20. Jahrhunderts geboren wurde und sich damit beschæftigt immer noch verstanden werden, zum Glück ohne Wissen zu ihrem kulturelles Umfeld - England zur Zeit der "Glorious Revolution" Ende der 17. Jahrhunderts.
... aus dem deutschen Sprachraum sollten in Englisch publizieren!
Wenn ich im WEB oder z.B. bei SEP http://plato.stanford.edu/ herumwühle, stelle ich entsetzt fest, dass deutschsprachige Autoren nur sehr selektiv und unvollständig vertreten sind, auch wenn sie der Welt viel zu sagen hätten.
Poesie ist eine andere Kategorie.
Vagant, ich stimme Ihnen zu, allerdings finde ich als jemand, der in den USA im geisteswissenschaftlichen Feld arbeitet, dass die (deutsche) Sprachkompetenz amerikanischer Akademiker auch deutlich steigen müsste. Wunschdenken, ich weiss.
denn das fördert nur die Tendenz im englischsprachigen Ausland, kein Deutsch mehr zu lesen (und Leseverstehen läßt sich in jeder beliebigen Sprache mit mäßigem Aufwand erreichen, ist also problemlos zumutbar - ganz besonders, wenn die Sprachen so eng verwandt sind wie Deutsch und Englisch). Noch vor ein, zwei Generationen haben englischsprachige Wissenschaftler in Fächern, in denen es wichtige deutsche Publikationen gab, nämlich deutsch gelesen. Jetzt tun sie es oft nicht mehr, weil wir Deutschen uns angewöhnt haben, alles, was im Ausland wahrgenommen werden soll, auf englisch zu publizieren. Daß die englischsprachige Wissenschaft deshalb aber nach wie vor wichtige Entwicklungen verschläft, weil nichts Deutsches rezipiert wird, ist eher deren Problem als unseres. Schließlich sind immer diejenigen besser informiert und im Vorteil, die alle wichtigen Werke zu einem Thema wahrgenommen haben.
Fortsetzung folgt.
Natürlich muß man manchmal Vorträge auf englisch halten oder Aufsätze auf englisch schreiben, aber ich finde, daß z.B. jede Monographie eines deutschen Muttersprachlers auch erstmal auf deutsch erscheinen sollte. Wenn sie wichtig und interessant genug ist, wird sich schon jemand finden, der eine englische Übersetzung anregt, vornimmt oder bezahlt. Und wenn nicht, geht weder dem Autor noch den möglichen englischsprachigen Lesern etwas verloren.
Nicht überall auf der Welt gelesen zu werden ist meiner Ansicht nach ein Schicksal, das man hinnehmen muß, wenn man nicht möchte, daß die eigene Sprache dauerhaft verkrüppelt wird (wie es anderen Sprachen bereits ergangen ist). Daher ist überwiegend englischsprachiges Publikationsverhalten gerade unter Geisteswissenschaftlern nur denen zu empfehlen, die ganz gezielt darauf aus sind, im englischsprachigen Ausland zu arbeiten, deren Arbeiten also vornehmlich dort wahrgenommen werden müssen.
Vagant, ich stimme Ihnen zu, allerdings finde ich als jemand, der in den USA im geisteswissenschaftlichen Feld arbeitet, dass die (deutsche) Sprachkompetenz amerikanischer Akademiker auch deutlich steigen müsste. Wunschdenken, ich weiss.
denn das fördert nur die Tendenz im englischsprachigen Ausland, kein Deutsch mehr zu lesen (und Leseverstehen läßt sich in jeder beliebigen Sprache mit mäßigem Aufwand erreichen, ist also problemlos zumutbar - ganz besonders, wenn die Sprachen so eng verwandt sind wie Deutsch und Englisch). Noch vor ein, zwei Generationen haben englischsprachige Wissenschaftler in Fächern, in denen es wichtige deutsche Publikationen gab, nämlich deutsch gelesen. Jetzt tun sie es oft nicht mehr, weil wir Deutschen uns angewöhnt haben, alles, was im Ausland wahrgenommen werden soll, auf englisch zu publizieren. Daß die englischsprachige Wissenschaft deshalb aber nach wie vor wichtige Entwicklungen verschläft, weil nichts Deutsches rezipiert wird, ist eher deren Problem als unseres. Schließlich sind immer diejenigen besser informiert und im Vorteil, die alle wichtigen Werke zu einem Thema wahrgenommen haben.
Fortsetzung folgt.
Natürlich muß man manchmal Vorträge auf englisch halten oder Aufsätze auf englisch schreiben, aber ich finde, daß z.B. jede Monographie eines deutschen Muttersprachlers auch erstmal auf deutsch erscheinen sollte. Wenn sie wichtig und interessant genug ist, wird sich schon jemand finden, der eine englische Übersetzung anregt, vornimmt oder bezahlt. Und wenn nicht, geht weder dem Autor noch den möglichen englischsprachigen Lesern etwas verloren.
Nicht überall auf der Welt gelesen zu werden ist meiner Ansicht nach ein Schicksal, das man hinnehmen muß, wenn man nicht möchte, daß die eigene Sprache dauerhaft verkrüppelt wird (wie es anderen Sprachen bereits ergangen ist). Daher ist überwiegend englischsprachiges Publikationsverhalten gerade unter Geisteswissenschaftlern nur denen zu empfehlen, die ganz gezielt darauf aus sind, im englischsprachigen Ausland zu arbeiten, deren Arbeiten also vornehmlich dort wahrgenommen werden müssen.
Netter Einwand. Auch ich beobachte, dass zunehmend Englisch geschrieben und gesprochen wird. Ein Student wagte es in seinem Blog nur noch von talks, teachings und publications, die allesamt Deutsch und klein waren, zu sprechen. Der Wunsch nach Internationalisierung und Anschluss aber kann ich nachvollziehen.
Aber: "Die ganze Tragweite von Anspielungen und Bildern kann man nur in der jeweiligen Muttersprache voll erfassen und für die Forschung fruchtbar machen."
Als was zählt der Autor Muttersprachen? Gehören Deutsche, die zwanzig Jahre in Amerika leben, dort forschen, überaus erfolgreich sind, schon zu Muttersprachlern oder nicht?
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