Denn wie der Blick aus dem Fenster beweist: Weder eine bedrohliche Rauchsäule noch Ascheregen zieht sichtbar über Deutschland hinweg. Hans Volkert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) spricht deshalb lieber von einem Dunstschleier: "Das Bild einer Wolke ist irreführend. Während der vielen Kilometer, die der Rauch zurückgelegt hat, ist ein großer Teil der schweren Partikel bereits hinabgefallen. Die leichten jedoch sind noch immer da oben."

Die Asche ist also da. Messungen mit einem Lasergerät auf dem Hohenpeißenberg bei München haben nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts Vulkanasche in den Luftschichten zwischen 3000 und 7000 Metern belegt. Dass zur Sicherheit großflächig Grenzen gezogen würden, hält auch Dürig für sinnvoll. "Es ist nicht eine einzelne komplexe Wolke, die sich ausbildet, sondern es handelt sich um viele verschiedene Strömungen." Ein Versuch in einem Steinbruch, bei dem ein Vulkanausbruch nachgestellt worden war, hatte gezeigt, dass in zahlreichen untersuchten umgebenden Gebieten eine Verbreitung von Partikeln zu beobachten war.

In welcher Konzentration sie vorkommen und wo genau, ist allerdings nicht klar. Fest steht für einige Forscher jedoch, dass die Teilchen, selbst, wenn sie mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar sind, dennoch dicht genug sein können, um Flugzeugen zu schaden. "Eine Simulation allein ist zu wenig. Man muss wissen, wie viel Material in der Luft herumschwirrt", sagt Volkert.

Das DLR schickte am Montag nun das erste Forschungsflugzeug Falcon 20E nach oben. Der dreistündige Einsatz lässt sich via Twitter mitverfolgen. Die Maschine ähnelt im gewissen Sinne einer Theaterbühne. Je nach Vorführung kann sie mit dem nötigen Equipment bestückt werden – und ähnlich wie während einer Aufführung braucht es dafür eigentlich eine wochenlange Vorbereitung. Eigentlich, denn die Zeit drängt.

Zwei Wissenschaftler, ein Bordmechaniker sowie zwei Piloten sind an Bord. Mit ihnen die verschiedenen Messsysteme, die extra für diesen Flug eingebaut wurden. So sind die Flügel der Maschine mit einem Partikelmesssystem bestückt. Die Laser erfassen im Flug vier bis 100 Mikrometer kleine Teilchen. Anhand ihrer Schattengröße lässt sich schließlich erfassen, wie viele Partikel pro Zeiteinheit und Strecke in der Luft schweben.

Auch wird Luft an der Oberseite des Rumpfes angesaugt. Diese wird chemisch analysiert, um ihre genaue Zusammensetzung zu bestimmen. Zudem schickt das Flugzeug Laserblitze in einer bestimmten Wellenlänge nach unten durch eine Quarzglasscheibe im Boden des Flugzeugs. Durch die gemessene Rückstreuung lässt sich dann ermitteln, in welcher Höhenlage sich wie viele Teilchen befinden. Im Vergleich zu Satelliten, die Informationen über die horizontale Verteilung der Aschewolke geben können, ermöglichen die diese Daten somit auch Rückschlüsse auf die vertikale Struktur der Aschewolke.

Inwieweit die Messungen, deren Ergebnisse am Dienstag erwartet werden, weiterhelfen, bleibt fraglich. "Wir liefern nur die reinen Daten, keine Schlussfolgerung", sagt Volkert.