Gentechnik: Ein erster Hauch künstlichen Lebens
Mit künstlichem Erbgut hat Craig Venter ein Bakterium zum Leben erweckt. Der einfache Organismus wird die Debatte neu entfachen, was Genetiker dürfen.

Die meisten Bakterien sind einfache Einzeller. In der Petrischale vermehrte sich auch Craig Venters Neuschöpfung
Was ist Leben? – diese Jahrtausende alte Frage hat eine neue Antwort bekommen. Davon ist zumindest Craig Venter überzeugt. Der 63-Jährige Biochemiker, der das Rennen um die Entschlüsselung des menschlichen Genoms auslöste, ist seinem Traum, künstliches Leben zu erschaffen , so nahe gekommen wie nie zuvor. Ihm sei ein entscheidender Schritt gelungen – wissenschaftlich wie philosophisch. Und auch ökonomisch, denn Venter sieht bereits Designermikroben vor sich, die vom Treibstoff bis hin zum Medikament jedes gewünschte Produkt herstellen.
In der Online-Ausgabe des MagazinsScience präsentiert er nun den Prototypen eines solchen Organismus: das erste Bakterium, das komplett mithilfe von künstlich gebasteltem Erbgut entstand. "Die Zelle stammt aus einem synthetischen Chromosom, erschaffen aus einem Mix chemischer Komponenten", sagt Venter. Zuerst lagen die Erbinformationen nur am Computer vor, bevor sie synthetisiert wurden. Der Genetik-Guru gibt sich ehrfürchtig: "Das hat meine Vorstellung verändert, wie wir Leben definieren, und wie Leben funktioniert."
Der sehr einfach gebaute Einzeller ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit in den Labors des privaten J. Craig Venter Instituts in San Diego, Kalifornien und in Rockville, Maryland. Und weder ist der primitive Organismus ganz künstlich noch ein komplett neues Lebewesen. Die Zellhülle ist natürlich und stammt vom Bakterium Mycoplasma capricolum .
Auf einer Pressekonferenz verkündet Craig Venter die Ergebnisse seiner Arbeit
Im Jahr 2008 war dem Team bereits gelungen, das Erbgut einer anderen Mikrobe synthetisch nachzubauen. Die Forscher hantierten mit Abschnitten der Erbsequenz wie mit Legosteinen, die sie im Labor zu einem Strang Desoxyribonukleinsäure (DNS) zusammenfügten – dem Träger aller Erbinformation. Bereits 2007 transplantierten die Forscher zudem erfolgreich das Genom einer Bakterie in die Zelle einer zweiten. Jetzt gelang es, beide Methoden zu kombinieren.







Wie bei allen kulturellen Systemen ist das Wachsum auch des kulturellen Systems "Gentechnologie" Zwangsläufig.Da Wachstum gerade bei Entwicklungen, welche nicht national kontrollierbar sind, durch unkontrolliertes Wachstum das System Leben bedrohen kann,ist eine international kontrollierende Instanz erforderlich.
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Zu dem Artkel von Ulrich Bahnsen:
Leben im Gegensatz zu toter Materie ist in der Lage weniger komplexe Materiestrukturen in komplexere umzuwandeln. Diese Fähigkeit besaßen als erste Materieform Kettenmoleküle aus Nukleotiden. Derartige Ketten haben die Eigenschaft sich zu falten und zu verknäulen, wodurch eine hochaktive Moleküloberfläche entsteht, welche in der Lage ist die Bildung von gleichartigen Molekülketten zu katalysieren (Autokatalyse). Mit dem Entstehen dieser zur Autokatalyse fähigen Moleküle kam das Phänomen „Wachstum“ in die Welt.
Die Bildung von Strukturen höherer Komplexität durch Autokatalyse erfolgte durch die Katalyse der Molekülbindung, bzw. deren Auflösung. Somit ist Leben eine fundamentale Eigenschaft von Materie, welche aber wegen seiner Komplexität und damit auch Instabilität besondere Umfeldbedingungen benötigt. Diese Umfeldbedingungen wurden einmal durch die Position der Erde im Sonnensystem und später durch die Entstehung der Zellmembrane erbracht.
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