Golf von Mexiko Wie man ein Bohrloch schließt
Um die Ölkatastrophe vor Louisiana einzudämmen, muss das Bohrloch abgedichtet werden. Doch es kann bis zu drei Monate dauern, die Lecks in 1500 Metern Tiefe zu stopfen.
© Stan Honda/AFP/Getty Images

Die Sperren konnten nur sehr wenig Öl aufhalten, das noch immer ungehindert aus den Lecks strömt
Bis zu 795.000 Liter Öl fließen täglich unkontrolliert aus den drei bislang bekannten Lecks am Bohrloch der gesunkenen BP-Insel Deepwater Horizon . Diese 5000 Barrel Öl bedrohen das Ökosystem im Golf von Mexiko sowie die Lebensgrundlagen der Menschen an der Südostküste der USA . Um der Katastrophe Herr zu werden, müssen diese durch das Sinken der Bohrplattform entstanden Löcher abgedichtet werden. Jedoch gehen Experten davon aus, dass es BP kaum gelingen dürfte, die in 1,5 Kilometern Tiefe liegenden Lecks schnell zu stopfen.
Eigentlich gibt es auf Bohrinseln Vorrichtungen gegen Katastrophen dieser Art, so auch auf der Deepwater Horizon . Erhöht sich in den Öl- und Gasleitungen der Druck plötzlich und unerwartet, soll sich automatisch ein System aus Rohren und Sicherheitsventilen an dem tief im Meer gelegenen Bohrloch schließen. Dies ist auf der BP-Plattform jedoch nicht geschehen, zumindest nicht in dem erforderlichen Umfang.
Dieses 450 Tonnen schwere Blowout-Preventer genannte Notfallsystem soll daher mit unbemannten Tauchrobotern aktiviert werden . Es befindet sich direkt am Bohrloch am Meeresboden und ein Erfolg wäre wohl die schnellste Lösung, den Ölaustritt unter Kontrolle zu bringen. Doch ist es bislang nicht gelungen, den Blowout-Preventer mit den Tiefseerobotern in Gang zu setzen.
Die nächste eher kurzfristige Möglichkeit, auf der die Hoffnungen jetzt ruhen, ist, in den nächsten Tagen Kuppeln über die drei Lecks am Bohrloch zu stülpen. Gelänge dies, könnte das ausströmende Öl aufgefangen und dann über eine Abzugsröhre zur Oberfläche gepumpt und ein Schiff geleitet werden. Die erste dieser Kuppeln soll in Kürze fertig sein, sie wiegen jeweils 74 Tonnen und sind aus Stahl und Beton gefertigt. Jedoch sind solche Kuppeln noch nie in 1500 Metern Tiefe ausprobiert worden und es kann Wochen dauern, sie richtig zu platzieren.
- Natur in Gefahr
-
Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
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Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Eine einfache und direkte Lösung wäre es, das Bohrloch schlicht mit Zement zu verschließen. Doch ist hierfür der Druck zu hoch, mit dem das Öl nach oben schießt. Daher müssen sogenannte Entlastungsbohrungen vorgenommen werden, die den Druck aus dem defekten Bohrloch nehmen und über die das Öl kontrolliert abfließen kann. Ist das geschehen, kann mit Schlamm und Zement geflutet werden.
Das Wichtigste hier ist, dass die Entlastungsbohrung tatsächlich das defekte Bohrloch trifft, was als schwierig gilt. Bei einem ähnlichen Unglück vergangenen Sommer vor der Küste Australiens brannte die Bohrinsel Montara . Dabei trat seit dem 21. August mit viel Druck unkontrolliert Öl aus. Doch die darauf folgenden Entlastungsbohrungen am 6., 13., 17. und 24. Oktober trafen das Bohrloch nicht, das gelang erst am 1. November, mehr als zehn Wochen nach dem Unfall. Und im Gegensatz zur Deepwater Horizon lag das Bohrloch der Montara in nur 75 Metern Tiefe. Immerhin gilt das unterseeische Terrain bei der Bohrinsel im Golf von Mexiko als gut erkundet.
Um einen unkontrollierten Ölaustritt langfristig zu stopfen, gelten Entlastungsbohrungen als sicherste Methode. BP hat daher zwei Spezialschiffe zum Unglücksort geschickt. Doch die Zeit arbeitet gegen die Experten. Obamas Innenminister Ken Salazar sagte am Sonntag, es könnte bis zu drei Monate dauern, bis Bohrungen die Lecks zum Versiegen bringen.
- Datum 04.05.2010 - 10:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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man betreibt eine Ölbohrinsel, mit einer Sicherheitseinrichtung, die im entscheidenden Moment nicht funktioniert. Da stellen sich Fragen:
War die Sicherheitseinrichtung für diesen Fall ausgelegt?
Hat man für den Fall einer Explosion oder Brand ein "eigensicheres System" vorgesehen? Bei Brenngasanlagen gibt in Deutschland Vorschriften, die dafür sorgen, dass im Falle des Versagens einer Technik kein Gas mehr fließen kann, zB durch vorgespannte Federmechanismen, die durch Stromzufuhr offengehalten werden.
Für den Fall, dass Sicherheitstechniken ausfallen, muss es wiederum einen Notfallplan geben, der dafür sorgt, dass schnell genug geeignete Ersatzmaßnahmen getroffen werden.
Offenbar ist hier gar nichts gedacht worden.
Und dies sollte uns alles bewußt sein, wenn wir bei nächster Gelegenheit wieder volltanken und uns vielleicht noch ein wenig über den Benzinpreis ärgern. Klar die Gewinne werden für teure Motoryachten eingesetzt nicht für Sicherheitstechnik. Und diese politischen Lecks sind weit schwerer zu stopfen.
Die explodierte Öl Bohrinsel war meines Wissens auf dem stand der Technik. Also auch mit allen Sicherheitstechnischen Mitteln versehen die aufgrund verschiedener Bestimmungen und vorgaben einzuhalten sind. Vielleicht gab es sogar einige Einrichtungen die nicht vorgeschrieben waren. Es ist aber unerheblich wie viele und teure Sicherheitstechnische Einrichtungen es gibt. Es kann leider immer zum GAU kommen.
Die verwendeten Systeme senken nur die Wahrscheinlichkeit. Z.B. ist es möglich das sich die in ihrem Beispiel genannten Federmechanismen funktionslos geworden sind. Dies ist z.B. möglich durch einen fehlerhaften Einbau (häufiger Fehler), verkleben durch Zusätze im Gas die sich an der Feder angelagert haben, Bruch der Feder, Alterung und damit Verlust der Spannkraft der Feder, ect.
Wie in diesem Artikel beschrieben hat in diesem Fall das Sicherheitssystem (Blowout-preventer) versagt. Ich gehe davon aus das diese System redundant (2 unabhängige Methoden die das selbe Ergebnis liefern sollen) ausgelegt ist um die Verfügbarkeit zu erhöhen.
Ich will BP oder auch sonst keinen damit verteidigen. Ich will nur verdeutlichen das Unfälle wie dieser leider unvermeidbar sind. Es ist nur möglich sie unwahrscheinlicher zu machen. Das gilt hier wie auch in allen anderen Bereichen wie z.B. der Atomkraft. Es ist daher bei der Wahl der Technik genau ab zu Wägen welche Risiken gerechtfertigt sind und welche Vorhaben man lieber nicht unternehmen sollte da der mögliche GAU zu verheerend währe
Die explodierte Öl Bohrinsel war meines Wissens auf dem stand der Technik. Also auch mit allen Sicherheitstechnischen Mitteln versehen die aufgrund verschiedener Bestimmungen und vorgaben einzuhalten sind. Vielleicht gab es sogar einige Einrichtungen die nicht vorgeschrieben waren. Es ist aber unerheblich wie viele und teure Sicherheitstechnische Einrichtungen es gibt. Es kann leider immer zum GAU kommen.
Die verwendeten Systeme senken nur die Wahrscheinlichkeit. Z.B. ist es möglich das sich die in ihrem Beispiel genannten Federmechanismen funktionslos geworden sind. Dies ist z.B. möglich durch einen fehlerhaften Einbau (häufiger Fehler), verkleben durch Zusätze im Gas die sich an der Feder angelagert haben, Bruch der Feder, Alterung und damit Verlust der Spannkraft der Feder, ect.
Wie in diesem Artikel beschrieben hat in diesem Fall das Sicherheitssystem (Blowout-preventer) versagt. Ich gehe davon aus das diese System redundant (2 unabhängige Methoden die das selbe Ergebnis liefern sollen) ausgelegt ist um die Verfügbarkeit zu erhöhen.
Ich will BP oder auch sonst keinen damit verteidigen. Ich will nur verdeutlichen das Unfälle wie dieser leider unvermeidbar sind. Es ist nur möglich sie unwahrscheinlicher zu machen. Das gilt hier wie auch in allen anderen Bereichen wie z.B. der Atomkraft. Es ist daher bei der Wahl der Technik genau ab zu Wägen welche Risiken gerechtfertigt sind und welche Vorhaben man lieber nicht unternehmen sollte da der mögliche GAU zu verheerend währe
so hätte die korrekte Überschrift lauten müssen
Nehmt den größten, schrottreifen Supertanker, baggert ihn voll Sand und Zement bis er anfängt zu sinken und versenkt das Ding kontrolliert ins Bohrloch!
Ein Flugzeugträger o.ä. schwimmendes Gerät würde die Ölquelle doch auch verstopfen!
Mit der Flachen Hand einen voll aufgedrehten Wasserhahn zuzuhalten?
NEIN? Na dann machen sie das mal. Ich würde aber vorschlagen sie machen das im Garten oder im Badezimmer wo keine Wasserempfindlichen Sachen stehen.
Sie werden sehen das ihr unterfangen nicht von erfolg gekrönt sein wird.
Mit der Flachen Hand einen voll aufgedrehten Wasserhahn zuzuhalten?
NEIN? Na dann machen sie das mal. Ich würde aber vorschlagen sie machen das im Garten oder im Badezimmer wo keine Wasserempfindlichen Sachen stehen.
Sie werden sehen das ihr unterfangen nicht von erfolg gekrönt sein wird.
Und vielleicht hilft sich die Natur im warmen Wasser selbst, etwas aus ihr zu entnehmen, sollte bald vorbei sein.
Die Forschung und Erfahrung der Konzerne ist nunmal nicht auf Sicherheit ausgelegt, sondern auf schnelle Erschließung.
Dadurch, dass Sie massive finanzielle Mittel zur Verfügung haben, hat die konventionelle Forschung (und damit die skeptischere) keine Chance auch nur ansatzweise hinterher zu kommen.
Die Idee mit dem Flugzeugträger finde ich recht amüsant und kreativ.
Warum nicht mehr solche pragmatischen Ideen entstehen, wundere ich mich.
Da baut man erstmal Riesenkuppeln und lässt so viel Zeit vergehen...
nochwas - vielleicht sollte man da mal bei Shell nachfragen. Die haben Erfahrung mit sowas...
nochwas - vielleicht sollte man da mal bei Shell nachfragen. Die haben Erfahrung mit sowas...
nochwas - vielleicht sollte man da mal bei Shell nachfragen. Die haben Erfahrung mit sowas...
... für alle die schon auf dem Sprung sind die riesigen Methanhydratlager im Meer anzugreifen:
http://www.g-o.de/dossier...
Das dürfte noch um einiges gefährlicher und unontrollierbarer sein.
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