Genomanalyse: Das Stück Neandertaler in jedem von uns
Erstmals haben Forscher das Genom des Neandertalers mit dem menschlichen Erbgut verglichen. Es zeigt, wie viel des Frühmenschen noch in uns steckt.
Er kann sich die Freude nicht verkneifen. "Das ist eine absolute wissenschaftliche Sensation", sagt der Archäologe Ralf Schmitz von der Uni Bonn . Auch wenn man mit solchen Aussagen in der Wissenschaft vorsichtig sein muss – dieses Mal scheint die Euphorie berechtigt. Zum ersten Mal hat ein internationales Forscherteam das mehr als vier Milliarden Buchstaben zählende Genom des Neandertalers mit den Erbgutsequenzen des modernen Menschen verglichen.
"Wir kratzen zwar noch an der Oberfläche", sagt Richard Green von der kalifornischen Universität in Santa Cruz wie Schmitz, einer der zahlreichen Autoren der aktuellen Studie. Das Neandertaler-Genom sei jedoch eine Goldmine voller Informationen über die jüngere menschliche Evolution. "Und sie wird in den nächsten Jahren weiter und weiter ausgeschöpft werden." Was das Team aus Genetikern, Frühmenschenforschern, Archäologen und weiteren Spezialisten nun im Magazin Science veröffentlicht, sind die ersten Einblicke in diese Schatzkammer aus Basenpaaren und DNA-Abschnitten.
"All jene von uns, die außerhalb Afrikas leben, tragen ein kleines bisschen Neandertaler in sich", sagt Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie , der an der Arbeit maßgeblich beteiligt ist und 1985 eine neue Archäologie begründete. Pääbo war der erste, der mit gentechnischen Methoden das Erbgut mumifizierter Leichen untersuchte.
2006 kündigte er an, das Neandertaler-Genom entschlüsseln zu wollen, und versetzte die Vertreter seiner Disziplin in ungläubige Aufregung . 2008 gab Pääbo bekannt, dass das Genom unseres engsten ausgestorbenen Verwandten sequenziert sei – zu 60 Prozent . Zwei Jahre später legt er nun zwar ein noch fehlerhaftes Genom vor, allerdings mit ersten handfesten Ergebnissen.
Denn anders als bislang vermutet, sind sich der Neandertaler und der moderne Mensch nicht nur begegnet, sondern haben wohl auch Kinder miteinander gezeugt. "Beide haben sich wahrscheinlich vermischt, ehe sich Homo sapiens in Europa und Asien in verschiedene Gruppen aufspaltete", sagt Pääbo. Fossile Überreste, die Archäologen im Nahen Osten entdeckt haben, legen nahe, dass sowohl Homo sapiens als auch Homo neanderthalensis vor 100.000 bis 50.000 Jahren hier gelebt haben.
Allerdings stammen nach ersten Berechnungen nur ein bis vier Prozent der DNA des Menschen vom Neandertaler. "Das Signal ist sehr spärlich über das gesamte Genom verteilt, es ist nur eine Art Brotkrummenspur dessen, was in der Vergangenheit geschah", sagt der Genetiker Green. Ob der Neandertaler uns allerdings besondere genetische Eigenschaften vermacht hat, weiß man bisher nicht.
Seit Jahrzehnten gibt der Neandertaler Paläoanthropologen immer neue Rätsel auf. Selbst Pääbo und sein Team waren bislang überzeugt, dass der Frühmensch nur ein entfernter Verwandter von uns ist. Schließlich fand Pääbo 2006 heraus, dass sich das Erbgut in den Mitochondrien, den Energiefabriken jeder Zelle, bei Mensch und Neandertaler stark unterscheiden . Es schien klar, dass sich die Arten nicht vermischt hatten. Dies ist nun wieder fraglich. "Wie beide Völker sich kulturell ausgetauscht haben, dazu kann man kaum sinnvoll spekulieren", sagt Green. "Aber zu wissen, dass es hier einen Genfluss gegeben hat, ist wichtig, und es ist faszinierend darüber nachzudenken, wie er zustande kam."
- Auf den Spuren des Menschen
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Als Homo sapiens ist der Mensch heute die einzige lebende Art aus der Familie der Hominidae, der Menschenartigen. Die meisten Hominiden sind jedoch keine direkten Vorfahren des Menschen, sondern entwickelten sich als Seitenlinien der Evolution. Ein Überblick nach Alter:
4,4 Millionen Jahre – Ardipithecus ramidus: Der Fund aus Äthiopien zählt zu den Menschenartigen und ist weit mehr von den Affen entfernt, als bislang vermutet.
3,2 Millionen Jahre – Australopithecus afarensis: 1974 wird in Äthiopien "Lucy" ausgegraben, ein Teilskelett, das als letzter gemeinsamer Vorfahr mehrerer Abstammungslinien von Hominiden gilt.
2,5 bis 2,3 Millionen Jahre – Homo rudolfensis: Dieser Mensch hat ein größeres Gehirn als die affenartigen Vormenschen, die Australopithecinen, und nutzte wohl auch schon Werkzeuge. Er könnte einer der direkten Vorgänger des modernen Menschen sein
2,1 bis 1,5 Millionen Jahre – Homo habilis: Alle Knochenfunde stammen aus Ostafrika, dieser Frühmensch könnte zur gleichen Zeit wie Homo rudolfensis und Homo erectus gelebt haben.
- 2.000.000 bis 500.000 Jahre
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1,8 bis 2 Millionen Jahre – Australopithecus sediba: Die in einer Höhle der südafrikanischen Region Sterkfontein gefundenen Fossilien eines Jungen und einer Frau könnten eine Übergangsform zwischen den Australopithecinen und den Frühmenschen darstellen.
1,8 Millionen bis 300.000 Jahre – Homo erectus: Mit dem Homo erectus begann eine Wanderbewegung aus Afrika nach Europa und Asien. 1891 entdeckt der Holländer Eugene Dubois einen Javamenschen, der vor 500.000 Jahren gelebt hat. In Georgien finden Forscher seit 1999 mehrere 1,75 Millionen Jahre alte menschliche Überreste, die dem Homo erectus zugerechnet werden.
500.000/780.000 Jahre – Homo heidelbergensis: Im Oktober 1907 wird im Dorf Mauer bei Heidelberg ein rund 500.000 Jahre alter Unterkiefer dieses Menschen ausgegraben. 1995 werden in Spanien 780.000 Jahre alte Überreste von vier Menschen dieser Art und Werkzeuge gefunden. Sie zählen zu den frühesten Menschen Europas.
- 160.000 bis heute
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120.000 bis 10.000 Jahre – Homo floresiensis: Der als "Hobbit" bekanntgewordene, nur ein Meter große indonesische Urmensch war im Jahr 2004 auf der Insel Flores gefunden worden. Es gilt als umstritten, ob er eine eigene Art ist oder ein kleinwüchsiger Homo sapiens.
40.000 Jahre – Homo neanderthalensis: Ein Fund von 1856 in der Feldhofer-Grotte im Neandertal stellt den Beginn der Forschung zur Evolution des Menschen dar.
30.000 Jahre – Denisovan hominins:In einer Höhle in Sibirien fanden Archäologen 2008 versteinerte Fingerknochen und einen Backenzahn, dessen Erbgut weder zu dem der Neandertaler, noch zu dem der Homo sapiens passte. Forscher nannten diesen neu entdeckten Frühmensch Denisovan - nach seinem Fundort, der Denisovan-Höhle.
160.000 Jahre – Homo sapiens: Die bislang ältesten Überreste des modernen Menschen findet ein internationales Forscherteam 1997 in Äthiopien. Die erst 2003 analysierten Schädelknochen erhärten nach Ansicht der Forscher die Vermutung, dass die modernen Menschen in Afrika entstanden sind und sich von dort in die ganze Welt ausgebreitet haben.
Gewiss hingegen ist, dass der Neandertaler rund 200.000 Jahre auf der Erde lebte. Seine Spuren finden sich überall im heutigen Europa, von der Iberischen Halbinsel, bis nach Frankreich, über das Neandertal bei Düsseldorf bis hinein in den Kaukasus, das westliche Asien und den Orient. Eine Genanalyse fossiler Überreste, die Pääbo und sein Team 2007 veröffentlichten, zeigt sogar, dass der Neandertaler selbst das Altai-Gebirge im Süden Sibiriens erreicht hat.
Doch vieles ist unbekannt über den Urzeitbewohner. Niemand weiß, ob er sprechen konnte oder wie sein Alltag genau ausgesehen hat. Das Ende seiner Ära besiegelte schließlich der aus Afrika nach Europa kommende Homo sapiens . Nachdem es zu dem ein oder anderen Techtelmechtel zwischen den Menschenarten kam, hörte der Neandertaler vor rund 30.000 Jahren auf zu existieren.
Nicht alle heutigen Menschen tragen Überreste der Frühmenschen-DNA in sich. Das zeigen die Genomvergleiche, die Pääbo und seine Kollegen angestellt haben. Dabei griffen die Forscher nicht nur auf die bereits bekannten genetischen Codes des Menschen und des Schimpansen zurück. Sie sequenzierten auch das Erbgut von fünf heute lebenden Personen aus verschieden Teilen der Erde. "Wir wollten das Neandertaler-Genom mit dem Erbgut heutiger Menschen erstmals unverfälscht vergleichen", sagt Pääbo.
Vieles, was man bislang über Abweichungen und Schwankungen im genetischen Code des Menschen weiß, stammt aus Studien mit Europäern. Deswegen wurden die DNA-Sequenzen eines San-Afrikaners, eines Afrikaners vom Stamm der Yoruba, eines Menschen aus Papua-Neuguinea, eines Franzosen und eines Han-Chinesen ebenfalls ermittelt.







Die Erbinformation der Spezies der Hominiden ist in so vielen Sequenzen identisch oder ähnlich, daß man auch die Ähnlichkeit zwischen Drosophilia und Mensch als umwefend bezeichnen könnte. Genau so ist es mit den blödsinnigen Nachbildungen aus Knochenfragmenten von Schädeln der Urmenschen, die Gesichter zeigen mit Knollennasen - wie in diesem Artikel. Hat sich schon einer gefragt, weshalb manche Konterfeinachbildungen im Gesicht rasiert sind oder zumindest mit Dreitagebart abgebildet sind???
Sie wissen doch gar nicht, welche Gensequenzen hier verglichen wurden. Aber Hauptsache mal 'ne dezidierte Meinung 'rausgehauen, egal wie unqualifiziert.
Ja, bei der Graphischen Aufbereitung von solchen Forschungsergebnissen frage ich mich auch immer:
Müssen die so ungepflegt aussehen? Wie wäre es, wenn sie weniger Falten hätten, schon einen Kamm erfunden hätten und evtl. sogar statt der Lumpen einfache aber schicke Kleidung tragen würden.
Sie wissen doch gar nicht, welche Gensequenzen hier verglichen wurden. Aber Hauptsache mal 'ne dezidierte Meinung 'rausgehauen, egal wie unqualifiziert.
Ja, bei der Graphischen Aufbereitung von solchen Forschungsergebnissen frage ich mich auch immer:
Müssen die so ungepflegt aussehen? Wie wäre es, wenn sie weniger Falten hätten, schon einen Kamm erfunden hätten und evtl. sogar statt der Lumpen einfache aber schicke Kleidung tragen würden.
....tragen ein kleines bisschen Neandertaler in sich."
Das habe ich schon immer geahnt. Man braucht sich ja nur mal Oliver Kahn anzusehen ;-)
"All jene von uns, die außerhalb Afrikas leben, tragen ein kleines bisschen Neandertaler in sich"
Das habe ich schon immer geahnt. Man braucht sich ja nur mal Oliver Kahn anzusehen ;-)
kein weiterer Kommentar.
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"All jene von uns, die außerhalb Afrikas leben, tragen ein kleines bisschen Neandertaler in sich"
Das habe ich schon immer geahnt. Man braucht sich ja nur mal Oliver Kahn anzusehen ;-)
kein weiterer Kommentar.
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Sie wissen doch gar nicht, welche Gensequenzen hier verglichen wurden. Aber Hauptsache mal 'ne dezidierte Meinung 'rausgehauen, egal wie unqualifiziert.
Bei den unzähligen Sequenzen der Gene sind alle Lebewesen gleich und wahrscheinlich identisch. Nur die einen haben die eine Ausprägung, die anderen die andere Ausprägung.
Wir sind alle Leben, Lebewesen. Wir sind alle verwandt miteinander. Wir sind alle gleich.
Die Schnecke hat keine Knochen, aber ein Gehäuse,
Der Käfer hat keine Knochen, aber einen Chitinpanzer,
Der Vogel hat Federn zum fliegen,
aber wenn er herunerfällt vom Himmel
bricht er sich die Knochen
wohingegen ein Insekt ohne Knochen das überlebt.
Der eine Überlebt das
Bei den unzähligen Sequenzen der Gene sind alle Lebewesen gleich und wahrscheinlich identisch. Nur die einen haben die eine Ausprägung, die anderen die andere Ausprägung.
Wir sind alle Leben, Lebewesen. Wir sind alle verwandt miteinander. Wir sind alle gleich.
Die Schnecke hat keine Knochen, aber ein Gehäuse,
Der Käfer hat keine Knochen, aber einen Chitinpanzer,
Der Vogel hat Federn zum fliegen,
aber wenn er herunerfällt vom Himmel
bricht er sich die Knochen
wohingegen ein Insekt ohne Knochen das überlebt.
Der eine Überlebt das
entfernt.
Bitte äußern Sie sich gezielt zum Inhalt des Artikels und ziehen Sie keine unsachlichen Vergleiche. Danke. Die Redaktion/km
unsere Ururgroßmütter.
Diese auf der Hand liegende Theorie erklärt, warum in den Mitochondrien-DNA keine Ähnlichkeit vorhanden ist, in den übrigen DNA aber doch gelegentlich Verwandschaft feststellbar ist.
Die von vielen Anthropologen bisher vertretene Idee, die Neandertaler seien einfach eines Tages ausgestorben, hat mir nie eingeleuchtet. Zweifellos haben sie sich mit homo sapiens vermischt, ob per Notzucht oder auf normale Weise, denn sie lebten ja jahrtausendelang nebeneinander. Zudem begegnet man heute noch gelegentlich Menschen mit ausgesprochenen neandertalhaften Zügen.
Die von vielen Anthropologen bisher vertretene Idee, die Neandertaler seien einfach eines Tages ausgestorben, hat mir nie eingeleuchtet. Zweifellos haben sie sich mit homo sapiens vermischt, ob per Notzucht oder auf normale Weise, denn sie lebten ja jahrtausendelang nebeneinander. Zudem begegnet man heute noch gelegentlich Menschen mit ausgesprochenen neandertalhaften Zügen.
Die von vielen Anthropologen bisher vertretene Idee, die Neandertaler seien einfach eines Tages ausgestorben, hat mir nie eingeleuchtet. Zweifellos haben sie sich mit homo sapiens vermischt, ob per Notzucht oder auf normale Weise, denn sie lebten ja jahrtausendelang nebeneinander. Zudem begegnet man heute noch gelegentlich Menschen mit ausgesprochenen neandertalhaften Zügen.
vorausgesetzt, das Bild entspricht irgendwie der damaligen Wirklichkeit.
Die Knollennase erinnert mich nämlich spontan an eine alte Fernsehserie, die "Straßen von San Francisco".
...betrachtet man sich manche Branchen des Finanzkapitalismus und der Politik.
vorausgesetzt, das Bild entspricht irgendwie der damaligen Wirklichkeit.
Die Knollennase erinnert mich nämlich spontan an eine alte Fernsehserie, die "Straßen von San Francisco".
...betrachtet man sich manche Branchen des Finanzkapitalismus und der Politik.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/cs
Ja, bei der Graphischen Aufbereitung von solchen Forschungsergebnissen frage ich mich auch immer:
Müssen die so ungepflegt aussehen? Wie wäre es, wenn sie weniger Falten hätten, schon einen Kamm erfunden hätten und evtl. sogar statt der Lumpen einfache aber schicke Kleidung tragen würden.
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