Hessische Hochschulen Unis beugen sich Kochs Sparmaßnahmen
Trotz Protesten haben die Hochschulpräsidenten in Hessen den umstrittenen Hochschulpakt unterzeichnet. Demnach wird ihr gemeinsamer Etat ab 2011 um 30 Millionen Euro gekürzt.
Während Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Ausgaben für Bildung bundesweit bremsen will, hat er seine Sparideen im eigenen Land bereits durchgesetzt: Unter dem Druck von Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) haben alle 12 hessischen Hochschulpräsidenten am Dienstag einen mit Einschnitten verbundenen Hochschulpakt unterschrieben. Danach wird ihr gemeinsamer Etat 2011 um 30 Millionen Euro gekürzt und so bis 2015 fixiert. Er garantiert den Hochschulen zugleich, dass es keine weiteren Kürzungen geben wird.
Wissenschaftsministern Eva Kühne- Hörmann (CDU) sagte, mit 1,4 Milliarden Euro werde das Hochschulbudget auf dem zweithöchsten Stand der Geschichte festgeschrieben. Der Frankfurter Uni-Präsident Werner Müller-Esterl sagte dagegen: "Es war eine Unterschrift ohne Überzeugung." Acht Hochschulen unterschrieben den Pakt unter Protest, was praktisch aber keine Folgen hat. An mehreren Hochschulen protestierten erneut Studierende.
In der vergangenen Woche hatten noch mehrere Präsidenten angekündigt, den Pakt nicht zu unterzeichnen. Rund 10.000 Studenten und Professoren waren in Wiesbaden auf die Straße gegangen. Weimar hatte darauf bei einem Treffen mit den Hochschulchefs erklärt, wer nicht unterzeichne, müsse ab 2012 mit noch tieferen Einschnitten und Haushaltssperren rechnen. Der Präsident der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, Detlev Reymann, sprach von einem massiven Drohszenario.
Die Solidarität bröckelte aber, weil die Hochschulen höchst verschieden von der Kürzung betroffen sind. Einige verbuchen sogar mehr Geld als zuvor, weil zugleich der Vergabeschlüssel der Gelder verändert wird. Der Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Detlev Buchholz, erklärte aber, er werde je Student 30 bis 25 Prozent weniger Geld für die Lehre zu Verfügung haben. "Die Lehre an einigen Hochschulen wird nicht rechtssicher aufrecht erhalten werden können", sagte er.
Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW entspricht die Kürzung rund 600 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter. Die Uni Frankfurt fürchtet um ihren Erfolg in der Exzellenzinitiative. Selbst die Verlängerung der bereits eingeworbenen Projekte sei in Gefahr, erklärte Präsident Werner Müller-Esterl. Denn dafür würden die Gutachter unterstützende Signale der Landespolitik erwarten.
Die Regierungsparteien CDU und FDP hatten immer wieder darauf verwiesen, der Pakt ziehe auch eine Untergrenze für Kürzungen. Die Hochschulen müssten zudem weniger sparen als andere Bereiche.
- Datum 19.05.2010 - 12:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 20
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LÄCHERLICH................
Sehr geehrte Präsidenten/Professoren,
ein bisschen mehr Opposition und Renitenz wäre angebracht gewesen, als sich von unsinnigen Drohungen (wer weiß schon, welchen Schaden der wirtschaftliche "Karren" im nächsten Jahr mit sich bringt) in die Knie zwingen zu lassen.
... nicht. Die haben alle ihre Schäfchen im Trockenen. Im Extremfall müssen die auf eine Sekretärin verzichten und die Lehre ist den meisten von ihnen ohnehin nur lästig. All die dummen renitenten Studenten, die rein gar nichts zur Forschung und zum Renommee beitragen...
... nicht. Die haben alle ihre Schäfchen im Trockenen. Im Extremfall müssen die auf eine Sekretärin verzichten und die Lehre ist den meisten von ihnen ohnehin nur lästig. All die dummen renitenten Studenten, die rein gar nichts zur Forschung und zum Renommee beitragen...
und nichts anderes ist das, was in Wiesbaden passiert ist. Herr Koch und die seinen sollten sich was schämen.
In der Lehre kürzen, aber die Exzellens-Forschungs-Töpfe nicht antasten..
@AlexB1985
Lieber so als umgekehrt. Die Lehre ist weitaus weniger wichtig als die Forschung.
...spart langfristig auch auch an der Forschung bzw. ihrer Qualität.
...spart langfristig auch auch an der Forschung bzw. ihrer Qualität.
...spart langfristig auch auch an der Forschung bzw. ihrer Qualität.
Wie vorher schon gesagt wurde. Die Lehre ist meines erachtens mindestens genauso wichtig wie die Forschung, bzw. sie gehen Hand in Hand.
Wenn keine gute Lehre mehr statt findet entwickeln sich auch kein Forscher.
Oder ist hier erwünscht das wir uns die guten Wissenschaftler dann aus dem Ausland importieren, wo sie anscheinend noch Geld für die Lehre ausgeben?
Die Lehre an Universitäten ist sowieso immer ein Selbststudium. Die Aufgabe der Universitäten ist, das Wissen der Studenten zu prüfen und nicht, ihnen welches zu geben. Dafür gibt es Bücher.
Kein vielversprechender Wissenschafter muss in Europa fürchten, dass seine Forschungsgelder gekürzt werden. Kürzt man an Universitäten, so kürzt man an der Lehre und nicht an der Forschung.
In Krisenzeiten muss man mit Vernunft über Einsparungen nachdenken. Nicht jeder Studiengang hat ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Nutzen für die Studenten und Nutzen für die Gesellschaft. Die Gesellschaft darf nicht alles abschaffen, die Studentenschaft darf nicht alles verlangen. Es braucht ein Mittelmaß.
Das Argument, dass weniger Geld für die Lehre zu weniger Qualität in der Forschung führt, teile ich nicht. Forschung ist und bleibe eine Frage der Intelligenz der Forscher. Weniger Geld in der Lehre wird nicht die Studenten treffen, die das Potential zur Forschung haben, sondern die, die nur wegen des Titels studieren.
Soll ich als Chemiestudent bitteschön das Experimentieren lernen? Soll ich das zu Hause machen oder mir vorstellen, wie ich den Kühler auf den Kolben setze und alles sicher verschließe?? Chemie ist ein akademisches Handwerk hat mein Prof einst gesagt. Sagen Sie mal einem Schreiner, er bräuchte keine Säge, steht ja alles im Buch..
Natürlich läuft in der Uni vieles über Selbstlernen, aber wenn ich in Philosophie Heidegger lese, bin ich dankbar für kompetente Lehrende, die mir in der Diskussion über Heidegger neue Horizonte öffnen oder, viel basaler, die komplexe Terminologie näher bringen.
Vielleicht waren Sie als Student nicht so interessiert an den Lehrveranstaltungen oder tatsächlich eher der Heimlerner: Aber Diskussionen, wissenschaftliches, kooperatives Arbeiten im Labor oder die Kunst, mit unliebsamen Kommilitonen ein Referat so vorzubereiten, dass man sich nicht in Grund und Boden schämt sondern trotz der Differenzen stolz auf ein Projekt ist, DAS lernt man nur im Zusammenspiel mit anderen Studentinnen und Studenten, in professionell angeleiteten Seminaren.
Bildung gehört zu den ureigenen Aufgaben eines Staates. Wo Herrn Kochs Prioritäten liegen ist mittlerweile klar: Kassel-Calden, eigene Leute vor der Steuerfahndung schützen, indem die entsprechenden Beamten krank geschrieben werden, obwohl die nix haben.
Soll ich als Chemiestudent bitteschön das Experimentieren lernen? Soll ich das zu Hause machen oder mir vorstellen, wie ich den Kühler auf den Kolben setze und alles sicher verschließe?? Chemie ist ein akademisches Handwerk hat mein Prof einst gesagt. Sagen Sie mal einem Schreiner, er bräuchte keine Säge, steht ja alles im Buch..
Natürlich läuft in der Uni vieles über Selbstlernen, aber wenn ich in Philosophie Heidegger lese, bin ich dankbar für kompetente Lehrende, die mir in der Diskussion über Heidegger neue Horizonte öffnen oder, viel basaler, die komplexe Terminologie näher bringen.
Vielleicht waren Sie als Student nicht so interessiert an den Lehrveranstaltungen oder tatsächlich eher der Heimlerner: Aber Diskussionen, wissenschaftliches, kooperatives Arbeiten im Labor oder die Kunst, mit unliebsamen Kommilitonen ein Referat so vorzubereiten, dass man sich nicht in Grund und Boden schämt sondern trotz der Differenzen stolz auf ein Projekt ist, DAS lernt man nur im Zusammenspiel mit anderen Studentinnen und Studenten, in professionell angeleiteten Seminaren.
Bildung gehört zu den ureigenen Aufgaben eines Staates. Wo Herrn Kochs Prioritäten liegen ist mittlerweile klar: Kassel-Calden, eigene Leute vor der Steuerfahndung schützen, indem die entsprechenden Beamten krank geschrieben werden, obwohl die nix haben.
Lassen Sie der Jugend unseres Landes doch wenigstens die Bildung.
Sie ist natürlich, in Anbetracht der übermächtig erscheinenden neoliberal/kapitalistischen Tendenzen (von denen ja auch Sie und ganz SchwarzGelb dominiert sind!) und den sich daraus ergebenden unweigerlichen Folgen für den Faktor Arbeit, keine echte Sicherheit für ein wirtschaftlich gelingendes Leben mit einer wirklich gesicherte Zukunft.
Aber die Bildung bleibt ihnen wenigstens erhalten, auch dann, wenn deren Nutznießer längst zu einem Leben im Prekariat verurteilt wurden und in die asozialen Abwracksysteme á la Hartz I-IV entsorgt worden sind...
unsinniger kommentar "mastamind". kürzung der gelder an den unis haben immer negative auswirkungen auf alle bereiche. weniger geld, weniger unterstützung von professoren, weniger assistenzstellen, noch mehr stundenten in hörsälen. wer studiert schon für einen titel? das lohnt sich vielleicht bei dem dr.titel, und das heutzutage nicht mal mehr.
die aufgabe ist es das wissen der studenten zu prüfen?
na da würde ich doch vorschlagen wir schließen die unis und es wird nur noch fernstudiert. und jeder arbeitet nebenbei und zahlt alles selbst.
da spart der steurzahler.
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