Die beiden Astronauten Harrison Schmitt und Eugene Cernan sind die bislang letzten Menschen, die den Mond betreten haben. Ganze 38 Jahre ist es her, dass sie nach ihrer Landung im Taurus-Littrow-Tal, ganz in der Nähe des Mare Serenitatis , ein winziges Stückchen Gestein aufsammelten. Zurück auf der Erde wurde das Steinchen unter der Nummer 72255 im Johnson Space Center in Houston von der Weltraumbehörde Nasa archiviert. Insgesamt brachte die Besatzung der Apollo 17-Mission 1972 mehr als 100 Kilogramm Mondgestein mit.

Jetzt hat die kleine Mondprobe neue Beachtung gefunden, denn Wissenschaftler um Andrew Steele vom Carnegie-Institut in Washington haben darin Spuren von Graphit und damit erstmals Kohlenstoff in Reinform entdeckt. Das Ergebnis ihrer Forschungen stellen sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins Science vor. "Eigentlich haben wir im Rahmen einer anderen Studie an Fundstück Nummer 72255 gearbeitet, bei der wir Apatit-Gestein auf Wasservorkommen untersuchten ", sagte Steele. Aus Neugier analysierte der Biochemiker das Steinchen genauer – und fand festen Kohlenstoff.

Graphit ist ein Mineral, das wir aus der Mine von Bleistiften kennen. Es ist eine der drei festen Formen, in der wir reinen Kohlenstoff kennen, neben Diamanten und Fullerenen , kugelförmigen Molekülen, die in ihrem Aufbau der Struktur eines Fußballs gleichen.

Auf den Mond gelangte die Probe vermutlich vor vier Milliarden Jahren in der Zeit des Großen Bombardements. Damals trafen zahlreiche Einschläge zum Teil riesiger Asteroiden den Mond, die unterschiedliches Material dorthin brachten. Auch die Erde war einem solchen Asteroiden-Sturm ausgesetzt. Doch wurden die Krater auf unserem Planeten durch Wind und Wetter weitgehend abgetragen. Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, daher sind die Mondmeere und -gebirge auch heute noch gut zu erkennen. Und der Mond ein wichtiges Forschungsobjekt für Geologen, die anhand von Gesteinsspuren mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems herausfinden wollen.