Neurobiologie Was Mädchen zu Mädchen und Jungs zu Jungs macht
Rosa Hirn und blaues Hirn? Nein, sagt die Neurobiologin Lise Eliot. Rollenbilder und das Verhalten der Eltern machen den Unterschied – mit Folgen für die Entwicklung.

Alles Klischee? Mädchen werden rosa gekleidet, Jungs in blau. Auch die Hirnentwicklung von Kindern wird von Rollenbildern geprägt
Ein neues Familienmitglied ist da. Alle wollen es auf den Arm nehmen, streicheln, mit ihm spielen. Es ist ein Kätzchen. Ob Kater oder Katze, ist zu diesem Zeitpunkt noch Nebensache. Auch mit menschlichen Babys stünde es nicht viel anders, wenn wir nicht alle vom ersten Ultraschallbild an ihre spätere Entwicklung denken würden. Schon die Namensbändchen, die die Säuglinge in der Geburtsklinik ums Handgelenk tragen, haben geschlechtsspezifische Farben. Farben, die auch ein neues Buch der Neurobiologin Lise Eliot trägt, das derzeit in den USA Aufsehen erregt: "Pink Brain – Blue Brain" (Houghton Mifflin Harcourt, 2009).
Auf dem Cover ist ein kleiner Junge im hellblauen Pulli zu sehen, Rücken an Rücken mit einem gleich großen Mädchen in Rosa. Sind auch ihre Gehirne so unterschiedlich? Populärwissenschaftliche Bücher, in denen diese These vertreten wird, sind in Mode. Doch schon der Untertitel des Buches verrät, dass die Professorin am Department of Neuroscience der Chicago Medical School hier nicht im Trend liegt: "Wie kleine Unterschiede sich zu beunruhigenden Gräben auswachsen, und was wir dagegen tun können."
Wir seien zu verliebt in die "Mars-Venus-Philosophie", sagt die Neurowissenschaftlerin. "Sex-Unterschiede sind eben einfach sexy." Doch die Unterschiede zwischen Jungen- und Mädchen-Gehirnen seien von der Natur nicht so festgelegt, wie viele Eltern meinen. Dagegen spreche die Plastizität des Gehirns, das sich selbst bei Erwachsenen ständig verändert. "Ja, es gibt angeborene Unterschiede, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass sie sich durch unser Verhalten als Eltern oder durch die Inszenierung der Geschlechter in der Werbung und in den Medien vergrößern", sagt Eliot, die bei dem berühmten Gedächtnisforscher Eric Kandel ausgebildet wurde.
Plumpe Gleichsetzungen zwischen "Natur" und Gehirn lehnt Eliot strikt ab. So kritisiert sie die US-Psychiaterin und Erfolgsautorin Louann Brizendine , die in ihrem Buch "Das weibliche Gehirn" (2006) Einfühlsamkeit und andere Eigenschaften lobt, die sie für ein natürliches Privileg des weiblichen Gehirns hält. Das kommt bei vielen Leserinnen gut an. Als Frau habe sie zwar nichts dagegen, wenn ihr gute Eigenschaften zugeschrieben werden, kommentiert Eliot. Aber wissenschaftlich sei die These Unsinn.
Eine Feststellung, die viele überraschen dürfte. Veröffentlichen Naturforscher nicht immer wieder wissenschaftliche Studien, die diese Auffassung bestätigen? Zum Beispiel eine 2001 publizierte Untersuchung aus der Arbeitsgruppe des Cambridge-Forschers Simon Baron-Cohen . Diese Studie nahmen nicht nur Brizendine, sondern auch der Harvard-Psychologe Steven Pinker und viele andere Autoren in den letzten Jahren als Beweis für die größere soziale Zugewandtheit weiblicher Babys. Neugeborene Mädchen, über deren Wiege ein lächelndes menschliches Gesicht sich mit einem bunten Mobile Konkurrenz machte, hatten dabei etwas länger beim Gesicht verharrt, Jungen etwas länger beim Mobile.
- Datum 08.06.2010 - 10:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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"Rosa Hirn und blaues Hirn? Nein, sagt die Neurobiologin Lise Eliot. Rollenbilder und das Verhalten der Eltern machen den Unterschied – mit Folgen für die Entwicklung."
Uaaaaah Gääähn .... Männer sind Frauen, und Frauen sind Männer, wenn nur diese repressive Gesellschaft mit ihren Rollemodellen nicht wäre .... Ist dieser Postfeminismus, der sich heute hinter Anglizismen wie Gender-mainstreaming tarnt, nicht totzukriegen?
scheint genervt von dem abgekauten Thema 'Gender-bla-blubb'
weil er selbst diesen ansonsten quantitativ nicht sehr erschöpfenden Beitrag als lesenswerten Kommentar empfiehlt.
Danke für die treffende Zusammenfassung des Themas von Leser moral_majority und Danke an den Punktrichter für die gute Bewertung.
Von den o.g. Begriffen steht doch gar nichts im Text! Das haben Sie, moral_majority der Autorin in den Mund gelegt!
Ich finde den Text ausgesprochen differenziert. Ich teile auch die Ansicht, dass es derzeit einen Trend gibt, die biologischen Unterschiede zu betonen (mit all den negativen Folgen wie z.B. zu wenig Förderung für Jungs).
Ich kann die Extremposition des Gender-Mainstreaming-Feminismus auch nicht mehr hören, aber diese Artikel spricht eindeutig eine gemässigte, sachliche Sprache. Er gibt ausserdem auch nur wider, was Lise Eliot in ihrem Buch geschrieben hat! Dafür die Autorin des Artikels so von der Seite anzumachen ist nicht nötig.
Die Überschrift des Artikel machte zwar auf mich denselben Eindruck, ich empfehle ihnen aber nicht nur die Überschrift, sondern alle drei Seiten zu lesen.
Ihr Nick spricht ebenfalls nicht unbedingt für sie. Personen, die für sich in Anspruch nehmen für anonyme Mehrheiten zu sprechen, waren schon immer verdächtig. Da diese "Mehrheit" schweigt, sprechen weder sie noch andere in deren Namen.
Ansonsten, vorm Schreiben bitte erst zu Ende lesen.
>>Uaaaaah Gääähn .... Männer sind Frauen, und Frauen sind Männer, wenn nur diese repressive Gesellschaft mit ihren Rollemodellen nicht wäre .... Ist dieser Postfeminismus, der sich heute hinter Anglizismen wie Gender-mainstreaming tarnt, nicht totzukriegen?<<
Was beklagen Sie sich? Das nun wirklich durch KEINERLEI wirkliche Untersuchung gestützte, bestenfalls auf oberflächliches Beobachten begründete althergebrachte Rollenverständnis ist es doch auch nicht.
Ideologie ist das ebenso wie die Behauptung, Geschlechterunterschiede gäbe es abseits anerzogener Rollenmodelle überhaupt nicht.
Zwei dogmatische Auffassungen, die einander widerspechen, können nicht beide Recht haben; beide Unrecht haben können sie durchaus.
Wenn Sie darauf wetten, bekommen Sie ganz miese Quoten, denn Sie können dann eigentlich nicht falsch liegen.
scheint genervt von dem abgekauten Thema 'Gender-bla-blubb'
weil er selbst diesen ansonsten quantitativ nicht sehr erschöpfenden Beitrag als lesenswerten Kommentar empfiehlt.
Danke für die treffende Zusammenfassung des Themas von Leser moral_majority und Danke an den Punktrichter für die gute Bewertung.
Von den o.g. Begriffen steht doch gar nichts im Text! Das haben Sie, moral_majority der Autorin in den Mund gelegt!
Ich finde den Text ausgesprochen differenziert. Ich teile auch die Ansicht, dass es derzeit einen Trend gibt, die biologischen Unterschiede zu betonen (mit all den negativen Folgen wie z.B. zu wenig Förderung für Jungs).
Ich kann die Extremposition des Gender-Mainstreaming-Feminismus auch nicht mehr hören, aber diese Artikel spricht eindeutig eine gemässigte, sachliche Sprache. Er gibt ausserdem auch nur wider, was Lise Eliot in ihrem Buch geschrieben hat! Dafür die Autorin des Artikels so von der Seite anzumachen ist nicht nötig.
Die Überschrift des Artikel machte zwar auf mich denselben Eindruck, ich empfehle ihnen aber nicht nur die Überschrift, sondern alle drei Seiten zu lesen.
Ihr Nick spricht ebenfalls nicht unbedingt für sie. Personen, die für sich in Anspruch nehmen für anonyme Mehrheiten zu sprechen, waren schon immer verdächtig. Da diese "Mehrheit" schweigt, sprechen weder sie noch andere in deren Namen.
Ansonsten, vorm Schreiben bitte erst zu Ende lesen.
>>Uaaaaah Gääähn .... Männer sind Frauen, und Frauen sind Männer, wenn nur diese repressive Gesellschaft mit ihren Rollemodellen nicht wäre .... Ist dieser Postfeminismus, der sich heute hinter Anglizismen wie Gender-mainstreaming tarnt, nicht totzukriegen?<<
Was beklagen Sie sich? Das nun wirklich durch KEINERLEI wirkliche Untersuchung gestützte, bestenfalls auf oberflächliches Beobachten begründete althergebrachte Rollenverständnis ist es doch auch nicht.
Ideologie ist das ebenso wie die Behauptung, Geschlechterunterschiede gäbe es abseits anerzogener Rollenmodelle überhaupt nicht.
Zwei dogmatische Auffassungen, die einander widerspechen, können nicht beide Recht haben; beide Unrecht haben können sie durchaus.
Wenn Sie darauf wetten, bekommen Sie ganz miese Quoten, denn Sie können dann eigentlich nicht falsch liegen.
"Ja, es gibt angeborene Unterschiede, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass sie sich durch unser Verhalten als Eltern oder durch die Inszenierung der Geschlechter in der Werbung und in den Medien vergrößern"
Und ist das ein Problem?
Wir finden solche Phänomene bei Sportlern, Musikern, Wissenschaftlern. In all diesen Fällen kann man bestehende Unterschiede durch Training, Übung und Fleiß vergrößern. Typischerweie spricht man allerdings nicht von "bestehenden Unterschieden" sondern von "Begabungen".
Herzlichst Crest
Ich dachte, diese Propaganda haben wir überwunden - aber sie lebt offenbar in abgeschwächter Form weiter, wie der Artikel zeigt.
Die Ursprünge dieser ideologisch geprägten Thematik ist sicherlich in "kritischen Theorie" der Frankfurter Schule zu suchen - dort wurde Marx mit Freud "gepaart" und Minderheiten ins Boot geholt, um die bequem und zufrieden gewordenen Arbeiterklasse zu ersetzen, mit der kein Umsturz mehr zu machen war. Schwulen,- und Frauenrechte wurden ideologisch aufgebohrt, um doch noch das verhasste bürgerliche Establishment - ohne große Revolution - los werden zu können. Solche "wissenschaftlichen" Erkenntnisse sollten also genau betrachtet werden ...
"Daraus entwickelte sich die Vorstellung eines vom biologischen Geschlecht (im Englischen: sex) abgelösten emotionalen oder metaphysischen Geschlechts (gender). Diese Grundidee wurde von der Homosexuellenbewegung übernommen. Gender wurde zur Sammelbezeichnung für das „soziale Geschlecht“ weiterentwickelt, das den Menschen ihre „Zwangsheterosexualität“ zuweise. Geschlecht ist demnach sowohl eine ideologische Hypothese als auch eine gesellschaftspolitische Konstruktion. Die Theorie wurde hauptsächlich von Feministinnen erarbeitet und erweitert.
http://www.faz.net/s/RubF...
@Leonas3 bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass dieses Thema unabhängig von Ideologie und Zeitgeist wissenschaftlich schwer zu fassen und in allen Richtungen umstritten ist.
Die Lebenserfahrung zeigt, dass biologisch bestimmte und sozial erlernte Eigenschafen im Normalfall die Waage halten. Extreme belegen, dass beide Faktoren entscheidenden Einfluss haben, individuell die Verhältnisse sehr verschieden sein können.
Außerdem ist mittlerweile bewiesen, dass Erziehung Charakereigenschaften positiv als auch negativ verstärken kann. Die Vorstellung, wir leben nur eine genetisches Uhrwerk ab, ist in jedem Falle falsch.
Tipp: Da sie ja recht schnell irgendwelche Ideologen hinter den Aussagen im Artikel vermuten, empfehle ich Ihnen sich mit den Aussagen des Hirnforschers Pfitzer auseinanderzusetzen. Sollte dieser Mann ebenfalls ihren Argwohn wecken, dann empfehle ich den Besuch eines guten Psychotherapeuten.
>>Ich dachte, diese Propaganda haben wir überwunden - aber sie lebt offenbar in abgeschwächter Form weiter, wie der Artikel zeigt.<<
Der Artikel geht über eine wissenschaftliche Untersuchung und ihre Interpretation. Wenn Sie das als "Propaganda" empfinden, Hermans Auslassungen über die "natürliche" Rollenverteilung jedoch nicht, denken Sie ideologisch, wenngleich konservativ.
Meine Mutter hat als Kind weder Marx noch Freud noch sonstwen gelesen und gleichwohl, völlig von sich aus, kein wesentliches Interesse an Puppen gehabt, sondern bis zu einem gewissen Alter mit den Jungs Fußball gespielt, und schon meine Großmutter war gewiss kein häuslich-braves Mädchen (obwohl ihr meine Urgroßmutter diese Rolle vorlebte), sondern ein ziemlich wildes.
Abgesehen davon hatten weder Freud noch Marx komplett Unrecht, sie haben lediglich aus ihren Beobachtungen und Gedanken ein System gemacht, und Systeme liegen meistens falsch.
Das freilich gilt auch für traditionelle Systeme, in denen nur so genannte "natürliche" (was zum Henker das auch immer sein soll) Lebensformen und Rollenverteilungen einen Platz hatten und jeden Menschen vergewaltigen, der davon abzuweichen wagt.
Solange es Propaganda für reaktionäre und gleichfalls dogmatische Ideologien gibt, wird auch diese "Propaganda" nicht verstummen, denn sie wird offenkundig noch gebraucht.
@Leonas3 bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass dieses Thema unabhängig von Ideologie und Zeitgeist wissenschaftlich schwer zu fassen und in allen Richtungen umstritten ist.
Die Lebenserfahrung zeigt, dass biologisch bestimmte und sozial erlernte Eigenschafen im Normalfall die Waage halten. Extreme belegen, dass beide Faktoren entscheidenden Einfluss haben, individuell die Verhältnisse sehr verschieden sein können.
Außerdem ist mittlerweile bewiesen, dass Erziehung Charakereigenschaften positiv als auch negativ verstärken kann. Die Vorstellung, wir leben nur eine genetisches Uhrwerk ab, ist in jedem Falle falsch.
Tipp: Da sie ja recht schnell irgendwelche Ideologen hinter den Aussagen im Artikel vermuten, empfehle ich Ihnen sich mit den Aussagen des Hirnforschers Pfitzer auseinanderzusetzen. Sollte dieser Mann ebenfalls ihren Argwohn wecken, dann empfehle ich den Besuch eines guten Psychotherapeuten.
>>Ich dachte, diese Propaganda haben wir überwunden - aber sie lebt offenbar in abgeschwächter Form weiter, wie der Artikel zeigt.<<
Der Artikel geht über eine wissenschaftliche Untersuchung und ihre Interpretation. Wenn Sie das als "Propaganda" empfinden, Hermans Auslassungen über die "natürliche" Rollenverteilung jedoch nicht, denken Sie ideologisch, wenngleich konservativ.
Meine Mutter hat als Kind weder Marx noch Freud noch sonstwen gelesen und gleichwohl, völlig von sich aus, kein wesentliches Interesse an Puppen gehabt, sondern bis zu einem gewissen Alter mit den Jungs Fußball gespielt, und schon meine Großmutter war gewiss kein häuslich-braves Mädchen (obwohl ihr meine Urgroßmutter diese Rolle vorlebte), sondern ein ziemlich wildes.
Abgesehen davon hatten weder Freud noch Marx komplett Unrecht, sie haben lediglich aus ihren Beobachtungen und Gedanken ein System gemacht, und Systeme liegen meistens falsch.
Das freilich gilt auch für traditionelle Systeme, in denen nur so genannte "natürliche" (was zum Henker das auch immer sein soll) Lebensformen und Rollenverteilungen einen Platz hatten und jeden Menschen vergewaltigen, der davon abzuweichen wagt.
Solange es Propaganda für reaktionäre und gleichfalls dogmatische Ideologien gibt, wird auch diese "Propaganda" nicht verstummen, denn sie wird offenkundig noch gebraucht.
Das Thema Gendermainstreaming hat nun wirklich nichts mit Wissenschaft zu tun, das ist reine Politik. Männer und Frauen sind verschieden, auch im Kopf. Natürlich gibt es immer männlich denkende Frauen und weiblich denkende Männer, schließlich sind auch sonst die Rollen nicht ganz so fixiert, wie das der konservative Christ gerne hätte (z.B. bei der Sexualität). Trotzdem: Der größere Teil des Charakters ist angeboren, und nicht erzogen. Da gibt es natürlich neben geschlechtsspezifischen Unterschieden auch jede Menge individueller Eigenschaften.
Und dass Werbung oder elterliches Verhalten Stereotypen beinhaltet, ist ja ganz normal. Werbung kommt an, wenn sie zielgruppengerecht ist. Vorbilder ebenfalls.
Irgendwo muss man die Welt einfach mal so akzeptieren, wie sie ist. Das ist der erste Schritt zur Wissenschaft, eben beobachten und Schlüsse daraus ziehen, und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen, und Ergebnisse türken. Wunschdenken ist auch eine sehr menschliche Eigenschaft, aber eben keine Wissenschaft.
...und woher wollen sie das wissen?
>>Das Thema Gendermainstreaming hat nun wirklich nichts mit Wissenschaft zu tun, das ist reine Politik.<<
Hier geht es aber um eine wissenschaftliche Untersuchung und nicht um die politische Durchsetzung einer Idee.
>>Das ist der erste Schritt zur Wissenschaft, eben beobachten und Schlüsse daraus ziehen, und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen, und Ergebnisse türken.<<
Das ist ein ernsthafter Vorwurf, den man nicht erheben sollte, ohne wenigstens Indizien dafür zu haben - vielleicht weil einem die Ergebnisse nicht gefallen.
>>Männer und Frauen sind verschieden, auch im Kopf.<<
Völlig richtig, allerdings sind auch Männer und Männer sowie Frauen und Frauen im Kopf verschieden. Das muss man berücksichtigen, wenn man von den Unterschieden zwischen Männern und Frauen spricht.
Übrigens muss man absolut unterscheiden zwischen der GeschlechterIDENTITÄT einerseits und "männlichen" oder "weiblichen" Merkmalen des Denkens und Fühlens.
Meine Mutter hatte als Kind mit den Jungs Fußball gespielt und auch später durchaus Eigenschaften gezeigt, die nicht unbedingt als typisch weiblich gelten. Indes würde sie niemals auf den Gedanken kommen, sie wäre im Kopf zum Teil männlich.
Die Geschlechteridentität ist weitgehend unabhängig von sonstigem Denken und Fühlen festgelegt, meistens glücklicherweise zum körperlichen Geschlecht passend, und meist unveränderlich.
Dies zeigt auch das Beispiel des unglücklichen David ("Brenda") Reimer, der als Mädchen erzogen wurde.
Sie haben ja eigenartige Vorstellungen von Wissenschaft: "Irgendwo muss man die Welt einfach mal so akzeptieren, wie sie ist. Das ist der erste Schritt zur Wissenschaft,[...]"
Der erste Schritt zur Wissenschaft ist, sich zu fragen wie die Welt ist. Der nächste Schritt ist, zu akzeptieren dass alle Antworten auf diese Frage nur Interpretationen der Wirklichkeit sind. Diese Interpretationen müssen ständig kritisch geprüft werden, dazu zählt auch die Methodik mit der man zu den Interpretationen kam. Wer die Welt einfach mal so akzeptiert wie sie sei, der ist kein Wissenschaftler.
Auch die Zusammenhänge der Begriffe, die Sie verwenden, sind absurd: ein Mann kann weiblich denken und eine Frau kann männlich denken? Was kennzeichnet Mann und Frau denn dann eigentlich? Sie haben das biodeterministische Geschlechterrollenbild offenbar schon derart verinnerlicht, dass Sie es gar nicht für nötig halten, präzise Begriffe zu verwenden? Schade.
Noch eine Frage: Angenommen es gäbe in Deutschland und sonst nirgends auf der Welt 1.000 Menschen mit blauer Haut. Wäre es dann typisch deutsch, blaue Haut zu haben?
...und woher wollen sie das wissen?
>>Das Thema Gendermainstreaming hat nun wirklich nichts mit Wissenschaft zu tun, das ist reine Politik.<<
Hier geht es aber um eine wissenschaftliche Untersuchung und nicht um die politische Durchsetzung einer Idee.
>>Das ist der erste Schritt zur Wissenschaft, eben beobachten und Schlüsse daraus ziehen, und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen, und Ergebnisse türken.<<
Das ist ein ernsthafter Vorwurf, den man nicht erheben sollte, ohne wenigstens Indizien dafür zu haben - vielleicht weil einem die Ergebnisse nicht gefallen.
>>Männer und Frauen sind verschieden, auch im Kopf.<<
Völlig richtig, allerdings sind auch Männer und Männer sowie Frauen und Frauen im Kopf verschieden. Das muss man berücksichtigen, wenn man von den Unterschieden zwischen Männern und Frauen spricht.
Übrigens muss man absolut unterscheiden zwischen der GeschlechterIDENTITÄT einerseits und "männlichen" oder "weiblichen" Merkmalen des Denkens und Fühlens.
Meine Mutter hatte als Kind mit den Jungs Fußball gespielt und auch später durchaus Eigenschaften gezeigt, die nicht unbedingt als typisch weiblich gelten. Indes würde sie niemals auf den Gedanken kommen, sie wäre im Kopf zum Teil männlich.
Die Geschlechteridentität ist weitgehend unabhängig von sonstigem Denken und Fühlen festgelegt, meistens glücklicherweise zum körperlichen Geschlecht passend, und meist unveränderlich.
Dies zeigt auch das Beispiel des unglücklichen David ("Brenda") Reimer, der als Mädchen erzogen wurde.
Sie haben ja eigenartige Vorstellungen von Wissenschaft: "Irgendwo muss man die Welt einfach mal so akzeptieren, wie sie ist. Das ist der erste Schritt zur Wissenschaft,[...]"
Der erste Schritt zur Wissenschaft ist, sich zu fragen wie die Welt ist. Der nächste Schritt ist, zu akzeptieren dass alle Antworten auf diese Frage nur Interpretationen der Wirklichkeit sind. Diese Interpretationen müssen ständig kritisch geprüft werden, dazu zählt auch die Methodik mit der man zu den Interpretationen kam. Wer die Welt einfach mal so akzeptiert wie sie sei, der ist kein Wissenschaftler.
Auch die Zusammenhänge der Begriffe, die Sie verwenden, sind absurd: ein Mann kann weiblich denken und eine Frau kann männlich denken? Was kennzeichnet Mann und Frau denn dann eigentlich? Sie haben das biodeterministische Geschlechterrollenbild offenbar schon derart verinnerlicht, dass Sie es gar nicht für nötig halten, präzise Begriffe zu verwenden? Schade.
Noch eine Frage: Angenommen es gäbe in Deutschland und sonst nirgends auf der Welt 1.000 Menschen mit blauer Haut. Wäre es dann typisch deutsch, blaue Haut zu haben?
scheint genervt von dem abgekauten Thema 'Gender-bla-blubb'
weil er selbst diesen ansonsten quantitativ nicht sehr erschöpfenden Beitrag als lesenswerten Kommentar empfiehlt.
Danke für die treffende Zusammenfassung des Themas von Leser moral_majority und Danke an den Punktrichter für die gute Bewertung.
Wissenschaftlich gesehen ist das ein Sandkastenschaufelkampf, der aus ideologischen Gründen in die Gesellschaft getragen wird.
Neurobiologisch gesehen ist es erwiesen, dass es zwischen den Geschlechtern sexualhormonabhängige und sexualhormonunabhängige Unterschiede gibt, die sich auch auf die Gehirnentwicklung auswirken.
Gleichzeitig mag wohl niemand bestreiten, dass es auch messbare Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt.
Es erscheint jedoch trivial zu erkennen, dass diese Unterschiede wie immer bei Merkmalen nur als statistischer Unterschied auftauchen und kein Aussagen über Individuen erlauben (Im Sinne von: Männer sind größer als Frauen). Gleichzeitig, und das macht die Debatte so sinnlos, ist es fast unmöglich, wirklich zu bestimmen, wie groß die Anteile der (epi-)genetischen Voraussetzung und der Sozialisation bei der Endausprägung von Merkmalen sind, da es selten möglich ist, eine Kontrollgruppe zu bilden.
Mir scheint als Hyopthese am wahrscheinlichsten, dass es je nach Merkmal beide Möglichkeiten gibt:
1. statistische Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die genetisch bedingt sind und je nach Sozialisation verstärkt oder vermindert werden, aber nie ganz verschwinden (Aggressionspotential z.B.).
2. statistische Unterschiede, die tatsächlich durch Sozialisation bedingt sind. So sind so weit ich weiss, bei neutralem Unterricht statistisch weder Frauen schlechter in Mathematik noch Männer schlechter in Sprachen.
...und woher wollen sie das wissen?
Kann schon sein, dass andere Leute blind durch die Welt laufen, aber man kann das auch selbst beobachten. Augen auf, und gucken, wie verschiedene Menschen eben verschieden denken, und wie sich daraus eben verschiedene Kategorien bilden lassen.
Und: Natürlich reagieren Kinder nicht so hormongesteuert wie Erwachsene. Das liegt ganz einfach daran, dass sie eben weniger Hormone ausschütten, nicht daran, dass sie "noch formbar" sind. Und natürlich sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht die zwischen Tag und Nacht, jedenfalls meistens ;-).
Der entscheidende Punkt, warum diese Diskussion langweilt, ist eben der, dass es ein politisches Thema ist, die Geschlechter wegzudiskutieren, kein wissenschaftliches. Die Geschlechter gibt's, die Diskussion, die die Autorin hier führt, ist Quatsch. Klar werden Babys keine großen geschlechterspezifischen Unterschiede aufweisen, deshalb ist auch das Maßgebliche bei solchen Statistiken, ob die Unterschiede signifikant sind, nicht, ob sie groß sind. Die individuellen Unterschiede sind immer größer als die zwischen den "Töpfen".
Ich versteh' auch nicht, was "Fußball" mit Männern zu tun haben soll. In Amerika ist Soccer ein Frauensport. Während der letzten WM haben wir in der Firma in der Pause auch 'rumgekickt, und da war auch 'ne Frau im Team - eine ganz typisch weiblich-esoterisch angehauchte. Und ich halte es auch für ziemlich wahrscheinlich, dass Deutschland Fußballweltmeister wird - aber erst 2011.
Kann schon sein, dass andere Leute blind durch die Welt laufen, aber man kann das auch selbst beobachten. Augen auf, und gucken, wie verschiedene Menschen eben verschieden denken, und wie sich daraus eben verschiedene Kategorien bilden lassen.
Und: Natürlich reagieren Kinder nicht so hormongesteuert wie Erwachsene. Das liegt ganz einfach daran, dass sie eben weniger Hormone ausschütten, nicht daran, dass sie "noch formbar" sind. Und natürlich sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht die zwischen Tag und Nacht, jedenfalls meistens ;-).
Der entscheidende Punkt, warum diese Diskussion langweilt, ist eben der, dass es ein politisches Thema ist, die Geschlechter wegzudiskutieren, kein wissenschaftliches. Die Geschlechter gibt's, die Diskussion, die die Autorin hier führt, ist Quatsch. Klar werden Babys keine großen geschlechterspezifischen Unterschiede aufweisen, deshalb ist auch das Maßgebliche bei solchen Statistiken, ob die Unterschiede signifikant sind, nicht, ob sie groß sind. Die individuellen Unterschiede sind immer größer als die zwischen den "Töpfen".
Ich versteh' auch nicht, was "Fußball" mit Männern zu tun haben soll. In Amerika ist Soccer ein Frauensport. Während der letzten WM haben wir in der Firma in der Pause auch 'rumgekickt, und da war auch 'ne Frau im Team - eine ganz typisch weiblich-esoterisch angehauchte. Und ich halte es auch für ziemlich wahrscheinlich, dass Deutschland Fußballweltmeister wird - aber erst 2011.
Vielleicht habe ich den Artikel völlig anders aufgenommen als meine Vorkommentatoren, denn ich verstehe ihre Kritik nicht.
So wie das Buch von Frau Eliot beschrieben wird, sehe ich darin kein "Postfeminismus" oder was auch immer, sondern den sehr wissenschaftlichen Ansatz, kein runtergebrochenes "ja oder nein" zu diskutieren, sondern eher faktenbasiert "weniger oder mehr".
Frau Eliot scheint sehr wohl Unterschiede zu betrachten, dort wo sie nachgewiesen wurden, aber nicht als "Unterschied - fertig", sondern als "41% vs 52%", und das kann der Diskussion nur gut tun.
Apropos Unterschiede betrachten als Tip für den Autor:
"Mädchen haben während der Kleinkindphase minimale, statistisch nicht signifikante Vorsprünge in der Sprachentwicklung..."
Entweder gibt es nachgewiesene statistische Unterschiede, dann sind sie signifikant, oder es gibt keine Unterschiede/ nicht genug Daten um darüber etwas auszusagen, dann sind sie nicht signifikant, so wie es dasteht ist es Blödsinn.
Das ganze bleibt immer abhängig vom angenommenen Signifikanz-Niveau und die kann gerade von Wissenschaftszweig zu Wissenschaftszweig variieren...
Was nichts daran ändert, dass sie prinzipiell Recht haben! Nur eine Aussage über Signifikanzen ohne Angabe des Signifikanzniveaus ist halt auch immer mit Vorsicht zu genießen!
Das ganze bleibt immer abhängig vom angenommenen Signifikanz-Niveau und die kann gerade von Wissenschaftszweig zu Wissenschaftszweig variieren...
Was nichts daran ändert, dass sie prinzipiell Recht haben! Nur eine Aussage über Signifikanzen ohne Angabe des Signifikanzniveaus ist halt auch immer mit Vorsicht zu genießen!
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