EvolutionIm Wettbewerb verhalten sich Männer wie Menschenaffen

Friedfertiger Bonobo oder aggressiver Schimpanse? Männer und Affen haben laut einer Harvard-Studie hormonell einiges gemeinsam – zumindest in Konkurrenzsituationen. von 

Mann Bonobo Kongo

Der Durchschnittsmann gleicht eher einem friedfertigen, passiven Bonobo  |  © Desirey Minkoh/AFP/Getty Images

Ob im Büro, beim Sport oder bei der Partnersuche: Häufig befindet sich der Mensch in einer Wettkampfsituation. Das Verhalten, das manch ein Mann dabei an den Tag legt, ist allerdings nicht rein menschlich, sondern durchaus affenartig. Denn tatsächlich haben Männer und Affen einiges gemeinsam – zumindest hormonell.

So haben die Biologin Victoria Wobber vom Institut für Humane Evolutionsbiologie der Universität Harvard und ihr Team das Konkurrenzverhalten zweier dem Menschen nah verwandten Affenarten – den Bonobos (Pan paniscus) und den Schimpansen (Pan troglodytes) – verglichen. In der Studie mit insgesamt 57 Menschenaffen kam heraus, dass sich die Testosteron- und Cortisol-Spiegel der Tiere in Wettkampfsituationen deutlich unterscheiden.

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Aus früheren Studien weiß man, dass Schimpansen, die in hierarchischen von Männchen angeführten Sozialverbänden leben, eher aggressiv sind, während Bonobos friedfertiger zusammenleben. Vor allem im Streit um Nahrung zeigt sich dieser Unterschied deutlich.

Für ihre aktuelle Studie verglichen die Wissenschaftler das Dominanzverhalten von Menschenaffen und maßen dabei erstmals auch den Hormonspiegel der Tiere. Dazu ließen sie jeweils zwei Affen einer Art – also zwei Bonobos oder zwei Schimpansen – um Futter konkurrieren. Da diese Affenarten unterschiedliche Vorlieben haben, bekamen die Schimpansen Bananen, die Bonobos grüne Äpfel. Mal waren es zwei Männchen, mal zwei Weibchen, mal Primaten unterschiedlichen Geschlechts, die sich um die Leckereien streiten mussten.

Drei Tage lang beobachteten Wobber und ihre Kollegen das Verhalten der Menschenaffen und zeichneten es auf Video auf. Kurz vor jedem Versuch und 15 Minuten danach wurden Speichelproben genommen, um unter anderem die Konzentration des Sexualhormons Testosteron, das aggressives Verhalten steuert, und des Stresshormons Cortisol bei den Affen zu bestimmen. Zur Kontrolle wurde eine Probe aus einer neutralen Testsituation verwendet, in der die Primaten nicht um Futter konkurrierten.

Leserkommentare
  1. Wir haben mit unserem Großhirn eine Welt geschaffen, in der wir als die Affen, die wir geblieben sind, hoffnungslos überfordert sind.
    Das betrifft selbstverständlich nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen.

  2. "Im Wettbewerb verhalten sich Männer wie Menschenaffen"

    ... und Frauen wohl offenbar auch nicht viel anders

    das wusste schon ein "Spiegel Artikel" von 1999

    "Frauen in freier Wildbahn"
    http://www.spiegel.de/spi...

    und der Tagesspiegel berichtete voriges Jahr vom Tausch der Schimpansen Weibchen (Sex) gegen Nahrung der Schimpansen Männchen.
    http://www.tagesspiegel.d...

    "Denn wie die Forscher beobachteten, paarten sich Schimpansenmännchen, die ihr Fleisch behielten, nur halb so häufig"

    Gääähn….

    • lgh
    • 29. Juni 2010 16:42 Uhr

    Offensichtlich hat sich die wissenschaftliche Studie nur mit einem Vergleich zweier Affenarten beschäftigt.

    Die Überschrift hat somit nichts mit dem Inhalt zu tun. Seit wann hat Die Zeit solche Methoden nötig, um Leser auf online Artikel zu locken. Schade, mehr Fakten und weniger Meinungsmache wäre besser.

  3. Zu Anfang saßen alle ( Affen ) auf einem Baum. Weil es aber zu viele ( Affen ) waren, brach ein großer Ast ab und einige ( Affen ) fielen auf die Erde. Diejenigen ( Affen ), die schlau genug waren, sind auf den Baum zurückgeklettert und sind Affen geblieben. Diejenigen ( Affen ), die zu dumm zum Klettern waren, sind auf der Erde geblieben und mussten Menschen werden.

  4. oh Gott, liebe Volontärin des Wissenschaftsjournalismus, haben wir da nicht ein wenig zu tief in das Männlein, Weiblein, Schimpansen, Bonobo- Konglomerat moderner Hormonforschung gegriffen?

    Der Kram ist ja mittlerweile schon so sterbenslangweilig, und das, obwohl mir die Waldhippies (Bonobos) ja echt sympathisch sind (wobei die angeblich trotz ihres vielen Cortisols gelegentlich mal einen Artgenossen verspeisen....)...

    Aber was lernen wir nun daraus?

    Wenn Sie wissen wollen, ob ihr Kerlchen nun eher der Typ aggressiver „Schimpanse“ oder doch vielleicht eher ein friedlicher Kuschel-„Bonobo“ ist, nehmen Sie in die linke einen grünen Apfel (Bonobo) und in die Rechte eine Banane (Schimpanse)...und dann mal schauen, was er frisst!

    Oder ist das jetzt doch zu viel BILD im Wissenschaftsjournalismus?

    http://www.bild.de/BILD/r...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Goofos
    • 29. Juni 2010 17:31 Uhr

    << Wenn Sie wissen wollen, ob ihr Kerlchen nun eher der Typ aggressiver „Schimpanse“ oder doch vielleicht eher ein friedlicher Kuschel-„Bonobo“ ist, nehmen Sie in die linke einen grünen Apfel (Bonobo) und in die Rechte eine Banane (Schimpanse)...und dann mal schauen, was er frisst!" >>

    Was wäre das Ergebnis wenn ich als Menschenmann einfach beides nehmen und essen würde?

    • sevens
    • 29. Juni 2010 16:58 Uhr

    Ich glaube nicht, daß Affen in der Lage sind, sich dermaßen antisozial und destruktiv zu verhalten, wie es Menschen (Männer und Frauen) zuweilen fertigbringen. Egomanie gibt es im Tierreich nicht. Unter Menschen ist sie hingegen weit verbreitet und gehört nach Ansicht einiger westlicher Kultur-Tonangeber sogar zum guten Ton.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ja, ja, die Natur ist leider auch nicht mehr das, was sie mal war.

    Die bösen, bösen Affen halten sich leider doch nicht immer an unsere heilen Naturvorstellungen und Geschlechterstereotypen...

    Dschungelbuch ade...

    http://www.krone.at/Disco...

    http://www.br-online.de/w...

  5. ja, ja, die Natur ist leider auch nicht mehr das, was sie mal war.

    Die bösen, bösen Affen halten sich leider doch nicht immer an unsere heilen Naturvorstellungen und Geschlechterstereotypen...

    Dschungelbuch ade...

    http://www.krone.at/Disco...

    http://www.br-online.de/w...

    Antwort auf "Glaube ich nicht"

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  • Schlagworte Affe | Cortisol | Studie | Tier | Stress
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