Rechen-WM Elfjährige ist schneller als ein Taschenrechner

Priyanshi Somani ist erst elf und doch schon ein Mathematikgenie. Nun kann sich die kleine Inderin gar Weltmeisterin im Kopfrechnen nennen.

Wie viel ist 12.364.953 mal 24.637.443? Priyanshi Somani könnte das Ergebnis im Handumdrehen nennen, und zwar ohne technische Hilfsmittel. Denn die elfjährige Inderin ist ein echtes Mathematiktalent und nun die neue Weltmeisterin im Kopfrechnen. In Magdeburg setzte sich die Inderin in der Gesamtwertung gegen 37 Teilnehmer aus 16 Ländern durch. Vizeweltmeister wurde der Spanier Marc Jornet Sanz, auf Platz drei kam sein Landsmann und Titelverteidiger Alberto Coto.

Somani war die jüngste Bewerberin um den zum vierten Mal vergebenen Titel. Der älteste Teilnehmer war 61 Jahre alt. Der einzige Behelf der Rechengenies war ihr Kopf. Sie addierten zum Beispiel zehn zehnstellige Zahlen in rasanter Geschwindigkeit, multiplizierten achtstellige Zahlen oder zogen die Wurzel aus langen Zahlen.

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Während bei der offiziellen Weltmeisterschaft am Sonntag keine Zuschauer erlaubt waren, konnte die Öffentlichkeit am Montag Kostproben der beinahe an Zauberei grenzenden Rechenkünste bekommen. Arturo Mendoza Huertas aus Peru warf etwa nur einen kurzen Blick auf eine lange Zahlenkolonne und schon konnte er die richtige Summe dieser Zahlen nennen – während ein Zuschauer noch dabei war, die Zahlen in einen Taschenrechner einzutippen. Diese Maschine sei "kein würdiger Gegner" mehr, meinte schmunzelnd Ralf Laue, Erfinder der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen und Mathematiker an der Universität Leipzig.

Doch auch die deutschen Vertreter schlugen sich achtbar. Robin Wersig aus dem brandenburgischen Finsterwalde wurde Vizeweltmeister im Kalenderrechnen, weil er es schaffte, in nur einer Minute insgesamt 47 Daten die richtigen Wochentage zuzuordnen. Jan van Koningsveld aus dem niedersächsischen Emden landete auf Platz drei in dieser Disziplin, Weltmeister wurde Yusnier Viera aus Kuba.

Die Weltmeisterschaft gehört zum Wissenschaftssommer 2010. Zuletzt fand sie in Leipzig statt. Der Austragungsort der nächsten WM steht den Veranstaltern zufolge noch nicht fest.

 
Leser-Kommentare
  1. ... dass Kinder mit solchen Fähigkeiten alle am Asperger-Syndrom leiden. Das ist Unsinn! Die Gesellschaft ist bloß nicht auf Hochbegabte eingerichtet. Alle Jugendlichen müssen dieselbe Ochsentour durch die Ausbildungsorgane machen. Wir tun so, als stünde sonst die Existenz der Schule auf dem Spiel.

  2. Rechnen hat mit Mathematik so viel zu tun wie Buchstabieren
    mit Literatur. Bei der Mathe-Olympiade werden andere Aufgaben gestellt.

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    • Parvis
    • 08.06.2010 um 12:53 Uhr

    Hierzu gibt es eine nette Anekdote (ob sie wahr ist, wer weiß das schon):
    Der Mathematiker David Hilbert war für sein schwaches Kopfrechnen berühmt. Einmal stand er in seiner Vorlesung vor dem Problem, 8 mal 7 ausrechnen zu müssen:
    "Nun meine Herren, wieviel ist wohl 8 mal 7?"
    "55?"
    Ein anderer: "56!"
    Darauf Hilbert: "Aber meine Herren, die Lösung kann doch nur entweder 55 oder 57 sein!"

    Allerdings sind natürlich solche Kopfrechenleistungen schon beeindruckend, im Alltag jedoch sind sie kaum brauchbar.

    P.S. David Hilbert war einer der größten Mathematiker des Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert.

    @ 2
    Hallo Hans-Peter Blume,
    Ist Rechnen Mathematik? Nein, sicher nicht. Aber wer schnell wie ein Taschenrechner 12.364.953 mal 24.637.443 rechnen kann, der (m/w) hat auf jeden Fall besondere Fähigkeiten und wahrscheinlich nicht nur einen Chip im Hirn. Erzieher sollten auf sowas achten, damit wertvolle Talente nicht verborgen bleiben, und auch, weil die betroffenen Jugendlichen im 0-8-15-Lehrbetrieb kreuzunglücklich werden.

    • Parvis
    • 08.06.2010 um 12:53 Uhr

    Hierzu gibt es eine nette Anekdote (ob sie wahr ist, wer weiß das schon):
    Der Mathematiker David Hilbert war für sein schwaches Kopfrechnen berühmt. Einmal stand er in seiner Vorlesung vor dem Problem, 8 mal 7 ausrechnen zu müssen:
    "Nun meine Herren, wieviel ist wohl 8 mal 7?"
    "55?"
    Ein anderer: "56!"
    Darauf Hilbert: "Aber meine Herren, die Lösung kann doch nur entweder 55 oder 57 sein!"

    Allerdings sind natürlich solche Kopfrechenleistungen schon beeindruckend, im Alltag jedoch sind sie kaum brauchbar.

    P.S. David Hilbert war einer der größten Mathematiker des Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert.

    @ 2
    Hallo Hans-Peter Blume,
    Ist Rechnen Mathematik? Nein, sicher nicht. Aber wer schnell wie ein Taschenrechner 12.364.953 mal 24.637.443 rechnen kann, der (m/w) hat auf jeden Fall besondere Fähigkeiten und wahrscheinlich nicht nur einen Chip im Hirn. Erzieher sollten auf sowas achten, damit wertvolle Talente nicht verborgen bleiben, und auch, weil die betroffenen Jugendlichen im 0-8-15-Lehrbetrieb kreuzunglücklich werden.

    • Parvis
    • 08.06.2010 um 12:53 Uhr

    Hierzu gibt es eine nette Anekdote (ob sie wahr ist, wer weiß das schon):
    Der Mathematiker David Hilbert war für sein schwaches Kopfrechnen berühmt. Einmal stand er in seiner Vorlesung vor dem Problem, 8 mal 7 ausrechnen zu müssen:
    "Nun meine Herren, wieviel ist wohl 8 mal 7?"
    "55?"
    Ein anderer: "56!"
    Darauf Hilbert: "Aber meine Herren, die Lösung kann doch nur entweder 55 oder 57 sein!"

    Allerdings sind natürlich solche Kopfrechenleistungen schon beeindruckend, im Alltag jedoch sind sie kaum brauchbar.

    P.S. David Hilbert war einer der größten Mathematiker des Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert.

  3. Warum die ein oder anderen diese Leistungen runterspielen ist mir schleierhaft. Diese Kinder sind hochbegabt, einer der hier abwertend schreibenden soll deren Leistung doch bitte nachmachen...aha, können sie also nicht.:)

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    abgewertet. Es ist aber eine berechtigte Skepsis angebracht, die Ausprägung eines Merkmals überzubewerten. Man kann einfach keine Schlußfolgerungen aus solch einem talent ziehen.
    Fehlerfreies Schnellrechnen ist kein evolutionärer Vorteil gegenüber anderen Individuen. Viel wichtiger sind andere Merkmale, wie Lust am Experimentieren, Neugier, Durchhaltevermögen.
    Schnellrechnen kann man auch trainieren.

    • Parvis
    • 10.06.2010 um 12:41 Uhr

    wie einige Kommentatoren bereits anmerkten: Ein Taschenrechner kann das.

    Was sagte ein Informatikprofessor während einer Vorlesung, und ich gebe ihm zu 99 Prozent recht:
    'Alles was programmierbar ist, ist im Grunde uninteressant',
    oder aber die etwas lustigere Mathematiker Variante hierzu:
    'Kommt ein Mathematik-Professor in ein Fotogeschäft. "Guten Tag! Ich möchte diesen Film entwickeln lassen." Verkäuferin: "10 x 15?" - "Ja, das ist lösbar. Wieso?" '

    abgewertet. Es ist aber eine berechtigte Skepsis angebracht, die Ausprägung eines Merkmals überzubewerten. Man kann einfach keine Schlußfolgerungen aus solch einem talent ziehen.
    Fehlerfreies Schnellrechnen ist kein evolutionärer Vorteil gegenüber anderen Individuen. Viel wichtiger sind andere Merkmale, wie Lust am Experimentieren, Neugier, Durchhaltevermögen.
    Schnellrechnen kann man auch trainieren.

    • Parvis
    • 10.06.2010 um 12:41 Uhr

    wie einige Kommentatoren bereits anmerkten: Ein Taschenrechner kann das.

    Was sagte ein Informatikprofessor während einer Vorlesung, und ich gebe ihm zu 99 Prozent recht:
    'Alles was programmierbar ist, ist im Grunde uninteressant',
    oder aber die etwas lustigere Mathematiker Variante hierzu:
    'Kommt ein Mathematik-Professor in ein Fotogeschäft. "Guten Tag! Ich möchte diesen Film entwickeln lassen." Verkäuferin: "10 x 15?" - "Ja, das ist lösbar. Wieso?" '

    • zd
    • 08.06.2010 um 13:07 Uhr

    das problem ist oder besser gesagt die enttaeuschung waere, dass diese kinder wenn sie dann gross sind und vertigstudiert haben, in der vergangenheit nie eine beeindrueckende leistung vollbracht haben.

    wenn man sich die nobelpreistraeger in der kindheit anschaut, so waren fast alle zwar sehr intellegente leute, aber keiner von denen war ein wunderkind mit taschenrechner oder buechern im kopf.

    fuer innovationen und fortschritt braucht man halt phantasie, fuer alles andere gibt es einen taschenrechner.

  4. abgewertet. Es ist aber eine berechtigte Skepsis angebracht, die Ausprägung eines Merkmals überzubewerten. Man kann einfach keine Schlußfolgerungen aus solch einem talent ziehen.
    Fehlerfreies Schnellrechnen ist kein evolutionärer Vorteil gegenüber anderen Individuen. Viel wichtiger sind andere Merkmale, wie Lust am Experimentieren, Neugier, Durchhaltevermögen.
    Schnellrechnen kann man auch trainieren.

    Antwort auf "Super Leistung"
    • Puzi
    • 08.06.2010 um 14:27 Uhr

    Die Dame ist nicht schneller als ein Taschenrechner - nur als der bedienende Mensch.

  5. in einem bestimmten Gebiet Leistungen zu ermitteln. In diesem Gebiet gibt es nunmal Menschen die sind top. Wie dieses Mädel.
    Bei der Fußball-WM stellen sich ja auch nicht alle hin und sagen "Es ist aber eine berechtigte Skepsis angebracht, die Ausprägung eines Merkmals überzubewerten." - so what?

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    ist Schnellrechnen völlig akzeptierbar. Aber das hat nichts zu tun mit dem menschlichen Vermögen zur Mathematik zu tun.
    Als Wettbewerb im Bereich der Unterhaltung hat es seine volle Berechtigung. Als Leistungsnachweis in Mathematik ist Schnellrechnen nicht geeignet.
    Das Wort Mathegenie ist aber völlig falsch.

    ist Schnellrechnen völlig akzeptierbar. Aber das hat nichts zu tun mit dem menschlichen Vermögen zur Mathematik zu tun.
    Als Wettbewerb im Bereich der Unterhaltung hat es seine volle Berechtigung. Als Leistungsnachweis in Mathematik ist Schnellrechnen nicht geeignet.
    Das Wort Mathegenie ist aber völlig falsch.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 14
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  • Schlagworte Weltmeisterschaft | Peru | Kuba | Magdeburg | Leipzig | Emden
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